legendary man in black
19.03.2010
Pro:
Ein tolles Best Of . . . . .
Kontra:
nix
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
mehr
 PeterPan2
Über sich:
Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte.
Mitglied seit:30.08.2000
Erfahrungsberichte:139
Vertrauende:249
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 172 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Neulich streifte ich mal wieder ganz ohne Kaufambitionen *schwör* durch einen Blödmarkt, um mir die Zeit zu vertreiben, während meine Frau bei C&A nach dem rechten sah ;-). A wie ABBA, hab ich schon… , B heute nicht… , na dann schaun wir mal bei C. J.J. Cale, Camouflage, dann die Cardigans (natürlich fiel mir dieser olle Kalauer ein: Die einzige Gans die singen kann? Die Cardigans *lol*), Cash, Johnny Cash? Das ist doch so ein Country und Western Sänger, oder? Hat der nicht auch mal mit U2 gearbeitet und einen Depeche Mode Song gecovert? Da gab es doch vor Kurzem auch mal einen Film über ihn. Diese und ähnliche Gedanken schossen durch meinen Kopf als ich die Unmengen verschiedener CDs von ihm sichtete. Recht bald fiel mein Blick auf eine Best Of aus dem Jahr 2005, welche einige seiner Klassiker aus den 50er und 60er Jahren beinhaltete, aber auch die Stücke, aus den letzten 10 Jahren, welche mir als erstes eingefallen waren. Für 6€ kann man nix verkehrt machen, redete ich mir einen eventuellen Fehlkauf schön.
Zu hause angekommen, flog die CD erstmal auf den Stapel, den ich grad öfter höre. Abends, als meine Frau zu Bett ging, dachte ich mir, hör doch mal rein. Es beginnt mit den ganzen altbekannten Klassikern der Country- und Westernmusik. Die ersten Songs spielte ich nur kurz an, 20 Sekunden „Ring Of Fire“ kenn ich….., 40 Sekunden „I Walk The Line“ kenn ich….., 1 Minute „Jackson“ kenn ich auch….. Ab da hatte mich die Faszination Johnny Cash erfasst und ich habe trotz fortgeschrittener Stunde alle Titel durchgehört. Und das nicht nur an diesem Abend, sondern seitdem einige weitere Male. Die Angst einen Fehlkauf getätigt zu haben, war damit selbstverständlich getilgt. Lediglich 2 Stücke habe ich auf dieser CD entdeckt, die mich nicht grad vom Hocker reißen, die man aber trotzdem durchaus hören kann. Die CD enthält 21 Songs aus 6 Jahrzehnten, aber von einem Stilbruch innerhalb der CD-Laufzeit kann nie die Rede sein. Sowohl seine älteren Songs gliedern sich in das Gesamtkonzept dieses Albums ein, wie auch seine letzte Single aus dem Jahr 2002. Leider verstarb Johnny Cash 2003 nach schwerer Krankheit im Alter von 71 Jahren, nicht aber ohne uns noch einiges an unveröffentlichtem Studiomaterial zu hinterlassen, so dass auch nach dieser letzten Best Of… noch etwas kommen wird (wie grad letzten Monat geschehen mit: „American VI: Ain't No Grave“).
Aber zurück zu der grad frisch gehörten CD. Eine 48-jährige Musikerkarriere in einer guten Stunde abzubilden ist schwer, aber nicht unmöglich. Das reicht zwar nicht aus, um wirklich alle Schaffensphasen ausreichend zu berücksichtigen, aber es gibt einen guten Überblick und ist trotzdem ein Hörgenuss. Es ist, soweit mir bekannt, die einzige Best Of - CD, die seine sogenannten „Rubin Years“ komplett mit berücksichtigt, also seine Schaffensperiode ab 1993 bis zu seinem Tod 2003. Es stört auch nicht, dass die CD nicht überall die Chronologie der Entstehung der einzelnen Songs einhält. Der Vollständigkeit halber, hier mal die komplette Tracklist: 1. Ring Of Fire 2. I Walk The Line 3. Jackson 4. Folsom Prison Blues 5. A Boy Named Sue (Live) 6. Big River 7. Get Rhythm 8. Cry, Cry, Cry 9. Hey Porter 10. A Thing Called Love 11. Guess Things Happen That Way 12. San Quentin (Live) 13. Man In Black 14. Highwayman 15. The Wanderer 16. I've Been Everywhere 17. Rusty Cage 18. Personal Jesus 19. Give My Love To Rose 20. One 21. Hurt
Die Stücke am Anfang der CD sind alle aus seiner Anfangszeit Mitte der 50er Jahre. Typische Countrylieder, einfach instrumentiert und komponiert, unprätentiös dargeboten. Schon hier schmeichelt sich seine dunkle, leicht raue, bereits damals schon charismatische Stimme, in die Gehörgänge. Auch in den 60er Jahren war der Cash-Sound noch fast unverändert. Johnny Cash beweist, dass man beeindruckende Musik auch ohne große Instrumentierung schaffen kann. Besonders toll kommt das live rüber, zu hören in seinem Klassiker „A Boy Named Sue“. Erst seit Anfang der 70er Jahre (exemplarisch „A Thing Called Love“ aus dem Jahr 1971) klingt er etwas moderner, und es werden auch ein paar weitere Instrumente eingesetzt. Eine kleine Story möchte ich zum Song „San Quentin“ wiedergeben. San Quentin ist das Staatgefängnis in Kalifornien. Johnny Cash spielte dort mehrfach live vor Strafgefangenen und Aufsehern. Eines der Konzerte wurde mitgeschnitten und 1969 als LP veröffentlicht. Extra für dieses Konzert hatte er kurzfristig einen Song über seine persönlichen Eindrücke zum Gefängnis geschrieben. Dieser Song wurde natürlich ein emotionaler Höhepunkt des Konzertes und das kommt auch auf der CD gut rüber. Als er den Song vortrug, verstummten die Zuhörer vollkommen, aber zwischen den Zeilen brach jeweils Jubel aus. Auf bestimmte Zeilen, mit denen sich die Gefangenen besonders angesprochen fühlten, wurde jeweils mit lauten Zwischenrufen reagiert, eine ganz besondere Stimmung.
Mit dem „Man in Black“ setzte Cash sich dann selbst ein Denkmal und prägte damit auch seinen eigenen „Beinamen“. Stilistisch geht es dann mit der Kris Kristofferson Co-Produktion „Highwayman“ wieder etwas mehr in Richtung Moderne. Für mich ein Höhe- und weiterer Wendepunkt, ist dann allerdings Song Nummer 15: „The Wanderer“ von und mit U2 (zu finden auf der 93er Scheibe Zooropa). Spätestens hier ist der „moderne“ Cash-Sound geboren, den er seitdem weiter entwickelte. Alle weiteren Stücke werden irgendwie immer melancholischer, sentimental, aber auch hymnisch, sucht euch was aus. Egal wie ihr euch entscheidet, das gebotene Material ist in jedem Fall erstklassig. Spätestens ab „Rusty Cage“ (Coverversion von Soundgarden) presst es mich in meinen Sessel, und ich kann die CD nicht mehr abschalten, bis der letzte Ton von „Hurt“ seiner genialen Version des Nine Inch Nails – Songs verklungen ist. Dazwischen übrigens die bereits erwähnten genialen Interpretationen von „One“ (U2) und „Personal Jesus“ (Depeche Mode). Düster, fast bedrohlich klingt seine tiefe, charismatische Stimme in mir nach. Es gibt sicherlich Dutzende Best Of’s von Johnny Cash, aber dieses bietet einen Überblick über alle Schaffensperioden. Wer bisher noch keine Johnny Cash - CD hat, erhält mit „Ring Of Fire – The Legend Of Johnny Cash“ zusätzlich eine interessante (englische) Kurzbiografie und einige schöne s/w – Fotos im Booklet. Aus meiner Sicht, ist mit dieser Zusammenstellung ein Spagat gelungen, der einem der größten Country und Western Sänger aller Zeiten ein würdiges Denkmal setzt. Ich habe mir nach dem „Genuss“ dieser CD jedenfalls vorgenommen, auch einige weitere von Johnny Cashs Original-Alben anzuhören. Beginnen werde ich allerdings mit dem Spätwerk, dieses besonderen „alternative-grandpa“ und Meister des Sprechgesangs…..
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Ring of Fire: The Legend of Johnny Cash - Johnny Cash
Johnny Cash hinterlässt ein Werk gewaltigen Ausmaßes, das auch nach seinem Tod ...
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Cash, Johnny - Ring Of Fire: The Legend Of Johnny Cash ...
Release: 09.12.2005, Format: CD Album, Neuware, Inhalt: 1, Label/ Hersteller: ...
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