Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Multitimbral, eigenständige Sounds |
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Bedienung |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
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Roland D-10 / D-110 / D-20
1987 brachte Roland den D-50 heraus, einen Synthesizer, der in den 80er und frühen 90er Jahre Musikgeschichte geschrieben hat. Seine Klänge waren und sind auch heute noch in unzähligen Hits zu hören und haben dieses Instrument berühmt gemacht. Ein Nachteil dieses Synthesizers ist aber, dass er nicht multitimbral ist. Zwar kann man Splitsounds für die untere und obere Tastaturhälfte bilden und hat dann quasi eine "2fache Multitimbralität", allerdings besteht dann der jeweilige Klang nur noch aus 2 "Partials" und ist nicht gerade besonders fett. Tja, da haben damals viele D-50 Benutzer gierig nach dem Gerät Ausschau gehalten, dass den D-50 Sound multitimbral in einem Gerät bietet.
V e r g l e i c h zwischen Roland D-50 und D-10/D-110:
Der D-10 und dessen Expanderversion D-110 machten hier bei ihrer Ankündung 1988 auf sich aufmerksam, man durfte gespannt sein. LA-Sounderzeugung, mehr Wellenformen und auch sonst mehr Sound-Möglichkeiten als im D-50, "Drumsounds on Board", Einzelausgänge UND !!!: ACHTFACH MULTITIMBRAL !!! Dabei sollte er deutlich günstiger sein.
Der viel günstigere Preis aber deutete es schon an: Hier hatte man irgendwo gespart, bzw. abgespeckt.
An dieser Stelle möchte ich doch einmal grundsätzlich etwas zum Thema "abgespeckt" schreiben.
Wenn ein Hersteller ein bestimmtes Gerät anbietet und kurz danach einen abgespeckten, günstigeren Ableger auf den Markt bringt, sollte man schon darauf achten, wo genau hier eigentlich reduziert wurde, irgendwie muß sich der günstigere Preis ja erklären lassen. Um bei dem D-50/D-10 Vergleich zu bleiben: Hätte man beim D-10 lediglich an den direkten Bedienmöglichkeiten und am Display, vielleicht auch noch bez. der äußeren Verarbeitung gespart, so wäre das für mich kein Hindernisgrund gewesen, den D-550 durch den D-110 zu ersetzen. Ich nutze für Synthesizer-Soundprogrammierung den Computer und hätte das Teil nur im Studio gehabt, unbequeme Bedienbarkeit am Gerät und mangelnde Roadtauglichkeit durch schlechtere Verarbeitung wären keine Gegen-Argumente gewesen.
Somit wäre ich bei dem Punkt, der aus meiner Sicht ganz klar für den D-50 spricht, wenn man dessen Sound mit dem des D-10 vergleicht. Die Klänge des D-10/D-110 sind aus meiner Sicht weniger druckvoll und erreichen nicht die Brillanz und Fülle des "großen Bruders", sie sind kein vollwertiger Ersatz.
Der Einsatz als m u l t i t i m b r a l e r L A - S y n t h e s i z e r
Die eigentlichen Stärken des D-10/D-110 liegen woanders, nämlich ganz klar in der schon angesprochenen achtfachen Multitimbralität. Das was wir heute bei modernen Synthesizern/Workstations und Samplern für selbstverständlich halten, war in den 80gern noch lange nicht gang und gäbe. Mit dem D-10/D-110 und einem Midi-Sequencer (oder Sequencersoftware) konnte man nämlich schon komplette Songs kreieren, man brauchte nicht unbedingt einen weiteren Klangerzeuger und genau das war natürlich für viele Musiker und Produzenten hochinteressant. Dabei wußten auch die Drumsounds zu gefallen, im D-110 hat man darüber hinaus Einzelausgänge und konnte somit z.B. einige Schlagzeugklänge wie Snare und Bass-Drum separat auf je einen Mischerkanal legen und dort bei Bedarf nachregeln, machbar waren also komplette Instrumental-Arrangements, inkl. satt klingendem Schlagzeug.
Das Gesamt-Klangbild wich hierbei von jenen Klangbildern ab, die man wenige Jahre später mit den sich schnell verbreitenden General-MIDI-Modulen erzielte. Liegt bei diesen GM-Modulen die Stärke mehr auf typischen Standard-(Natur)klängen wie Piano, Gitarren, Bässe, Bläser, Strings etc., die in einem sich immer irgendwie ähnelnden Gesamtsound enden, so liegen diese beim D-10 / D-110 eher auf typischen LA-Sounds, wie hybride röchelnde Flächensounds, LA-Strings, gute Orgelklänge, analogähnliche Bläser, rauchige Flöten, Leads mit LA-typischen Attackgeräuschen und vieles mehr, die dem Ganzen eine charakteristische "80er Jahre Note" verleihen.
B e d i e n u n g
Durch das kleine Display und die relativ wenigen Bedienelemente ist das Erstellen/Editieren von Sounds und Performances alles andere als bequem, dies betrifft den D-110 noch stärker als die Keyboardversionen. Sollten Sie mit dem Gedanken spielen, sich ein solches Gerät zuzulegen, dann halten Sie bitte auch gleich Ausschau nach einem passenden Editor-Programm, diese gibt es für alle gängigen Computer-Plattformen (inkl. Atari ST) und sie kosten nicht die Welt. In jedem Fall ermöglichen Sie ein weitaus bequemeres Arbeiten.
Außerdem gibt es unter der Bezeichnung "PG-10" noch einen optionalen Hardware-Programmer, damit hat man etliche Parameter im direkten Zugriff, was natürlich das Arbeiten mit dem D-10/D-110 ebenfalls deutlich angenehmer macht.
Last not Least sei noch erwähnt, dass die anschlagsdynamische Tastatur des D-10 sehr leichtgängig ist, für mich persönlich ist sie etwas schlabbrig - aber das ist Geschmacksache.
Neben dem D-10 und D-110 gibt es unter dem Namen "D-20" noch ein weiteres Keyboard mit identischer Klangerzeugung. Der D-20 hat zusätzlich ein eingebautes Diskettenlaufwerk und einen einfachen Sequencer an Bord, ist also praktisch eine Workstation, bzw., hat zumindest Workstationcharakter. Näheres über die speziellen Features kann ich allerdings nicht sagen, da ich den D-20 nicht kenne!
G e b r a u c h t m a r k t s i t u a t i o n (Stand: Oktober 2007)
D-10, D-20 und D-110 genießen nicht den Kultstatus wie viele andere Synthesizer aus den 80er Jahren, waren aber doch recht verbreitet, soweit ich informiert bin.
Sie tauchen heute immer mal wieder in Gebrauchtinstrumentenlisten und in Ebay auf. Die Preise, die ich hier in den letzten Monaten zuweilen beobachtet habe, beziffern sich wie folgt:
D-110: zwischen 70,00 und 150,00 EURO
D-10: zwischen 100,00 und 160,00 EURO
D-20: zwischen 110,00 und 190,00 EURO
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Tut gute Dienste
Bewertung für Roland D-10 von
oelinger
Pro: Alles dabei, was man braucht (vor allem multitimbral Modus), Drumcomputer ist gut
Kontra: Sounds teilweise etwas unecht
Ich habe mir den Roland D-10 vor mehreren Jahren gebraucht gekauft (ich glaube 1993) und bin bislang mehr als zufrieden. Ich hatte auch noch nicht das Bedürfnis mir etwas neues zu kaufen, obwohl es mittlerweile bestimmt bessere Geräte für weniger Geld gib ...
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich |
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sehr hilfreich
29.08.2000
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