Roland MC-505 Groovebox

Roland MC-505 Groovebox

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Als ich von elektronischer Musikproduktion noch nicht viel Ahnung hatte, mich aber sehr dafür interessierte, kam eine kleine silberne Maschine von Roland auf den Markt. Ich ging gerade mit "My Love is deeper than the deepest ocean...Bumzt-bumzt-bumzt-dish" im Ohr von einer Club-Nacht nach ... Bericht lesen





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1-6 von 8 Erfahrungsberichten    
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Lost in da Silverbox
Erfahrungsbericht von flimflam über Roland MC-505 Groovebox
10.06.2002


Produktbewertung des Autors:   


Pro: All in One, Plug&Play, hoher Spassfaktor
Kontra: All in One, schlechter User Support, Suchtgefahr

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Als ich von elektronischer Musikproduktion noch nicht viel Ahnung hatte, mich aber sehr dafür interessierte, kam eine kleine silberne Maschine von Roland auf den Markt.

Ich ging gerade mit "My Love is deeper than the deepest ocean...Bumzt-bumzt-bumzt-dish" im Ohr von einer Club-Nacht nach Hause, da sah ich diese kleine Silberkiste im Schaufenster eines Musikladens und der Anblick ließ mich eine halbe Stunde vor dieser Auslage stehen und glotzen.
Völlige Verzückung durchströmte mich.

Auflegen war zwar ganz lustig, man steht aber unter dem ständigen Druck, neues Material zu kaufen und manchmal gehen einem die Leute extrem auf die Nerven: "Kannst du mal dies/das auflegen", "was spielst du denn da gerade", "kannst du das nochmal auflegen" und Ähnliches.

Kurzerhand kaufte ich mir also dieses Teil ein paar Tage später und machte meine ersten Schritte, beflügelt durch die Kenntnisse, die ich mir mit der ReBirth Demo Software von Propellerheads angeeignet hatte und durch einen Bekannten, der wirklich alle Klassiker hat, die man sich so wünscht und mein neues Teil nur belächelte.

Diese Überheblichkeit verging so schnell wie sein mitleidiges Lächeln, als er das Teil dann live hörte und ich der Crowd in einem einstündigen Set die Ohren breitrockte (ca. ein halbes Jahr nach Erwerb).

Ich hatte den Sequenzer eigentlich noch gar nicht zur Gänze erforscht als ich erkannte, daß mir die MC303 zu "klein" und unflexibel wurde und außerdem die MC 505 auf den Markt kam...
...in der Auslage des Musikhändlers meines Vertrauens gesehen und gleich gewußt, dieses Teil muss her:

Die Mixersektion, die vielen Regler und Potis lachten mich schon vielversprechend an und der bald darauffolgende Test einer Musikzeitschrift war mehr als verheißungsvoll, zumal es zu dem Zeitpunkt nichts Vergleichbares für die Kohle gab.

Flux verkaufte ich meine kleine MC 303 (nicht ohne wehmütigen Blick zurück) für noch annehmbare 800,- DM und besorgte mir die
MC 505, die ich zu einem damals wirklich sehr fairen Preis erhielt -- 2100,- statt der 2790,- Listenpreis.

Begeisterung ist gar kein Wort für das, was ich zu dem Zeitpunkt empfand; das sollte sich zwischenzeitlich ändern, aber mittlerweile hat man sich mit den kleinen, unvermeidbaren Unzulänglichkeiten der Maschine abgefunden. Keine Maschine ist perfekt, man muß nur das Optimum rauskitzeln.

Auf Anraten der Experten fing ich dann mal an, das sehr umfangreiche Handbuch zu studieren, woran man sich erstmal gewöhnen muss, da es voller Querverweise steckt, was anfänglich ziemlich verwirrt und nervt.
Mit einem Leuchtmarker bewaffnet habe ich dann einfach jeden Tag die U-Bahn-Fahrt ins Büro und zurück genutzt, um im Handbuch zu lesen und das Gelesene dann begierig zu testen, sobald ich wieder zuhause war.

Die Basics kannte ich ja schon von der kleinen - wenn auch geringe Unterschiede in der Handhabung vorhanden sind, so daß ich relativ schnell annehmbare Resultate erzielte.

Eines fiel mir aber sehr schnell auf: Die Drumsounds waren einfach zu dünn, wenn man keinen der internen Effekte (EQ, Kompressor, Enhancer ...) für die Rhythmus-Sektion benutze.

Da ich das Teil bis dato solo benutzte und nur über den Mix-Ausgang an die Anlage geplugt hatte wußte ich es nicht besser -- das löst sich in Wohlgefallen auf, sobald man den Rhythmus Part getrennt auf einen eigenen Kanal am Mischpult schickt und damit den "Multimode" Multimode sein lässt.


Jetzt aber Fakten:

Ich HASSE PsyTrance und die restlichen, meist unglücklichen und teils sogar richtig grottigen Presets und den crappy D-Beam Controller, den keine alte Sau richtig gebrauchen kann (meine Meinung). Leider kann man den Rotz (Preset Patterns) nicht aus dem Speicher löschen und statt dem dummen D-Beam hätte Roland wohl besser ein kleines Samplerchen einbauen sollen...

Ansonsten sind die Presetpatches von klasse bis uaS (unter aller Sau), was nicht wirklich hemmt, da man ja die Möglichkeit hat, sich seine eigenen Tones/Patches aus den vorhandenen Wellenformen zu basteln, was unheimlich viel Spass macht, wenn man die Vorgehensweise einigermassen geblickt und sich über die Möglichkeiten der Synthese generell ein wenig informiert hat.

Bei der MC505 besteht ein Patch aus vier Tones, denen man individuell die Waveforms (sinus, sawtooth, square...), LFO, Filter, Pitch und FXM zuweisen kann. Damit sollte man sich intensiv befassen, da man durch ziemlich viele Menüs blättern muss und am Anfang von den Parametern völlig erschlagen wird und Probleme hat die Bezüge zu begreifen.

Ist das Verständnis für das Sounddesign erstmal da, fängt man an, eigene Klänge wie am Fließband zu produzieren und macht sich schon mal Soundbanks, die dann in den kreativen Phasen ohne langes Rumtun gleich abgerufen und benutzt werden können.
Außerdem sind das dann MEINE Patches und nicht die von irgendwelchen schwindligen japanischen Typen, die eh keiner kennt.

Die Grid/Groove/Shuffle Funktionen sind ganz nett, um es aber wirklich zielgerichtet grooven zu lassen, bevorzuge ich die Methode des Programmierens mittels ShiftClock (Notenverschiebung bzw. Velo-Regelung -swing- beim Einhacken der musikalischen Daten).

Das finde ich übrigens sehr gut gelöst:
Mit Hilfe der Part Taster kann man die Lautstärke jedes einzelnen Hits beim Recording bestimmen, die Tone Select Taster dienen zum Bestimmen der Gate Time. Man muss also nich immer gleich in den MicroModus gehen, was sich aber bei der Endbearbeitung des Patterns durchaus empfiehlt.
Im MiMo können die eingegebenen Noten dann linear angefahren und von Grund auf verändert werden.

Bsp: Habe Bassline, die Timing-mäßig passt, wo aber ein Ton falsch ist, gehe ich in den MiMo, fahre den Mißton an und ändere einfach den Notenwert.

Patterns können 1 bis 32taktig sein, ich bevorzuge 8 Takte in den fertigen Patterns und 2-4 Takte in der Produktionsphase -- man muss dann nicht immer 8 Takte warten, bis das Pattern loopt. Ist das Grundpattern fertig, kopiere ich es auf 8 Takte Länge und mache dann die Variationen.

Hat man dann beispielsweise acht Patterns fertig, die dann einen "Song" darstellen, kann man die einzelnen Patternschritte auf die Pads belegen, sodaß man Pattern 1 über Pad 1 aufruft usw.- genial für live Performances, damit man sich nicht beim scrollen mit dem Jogwheel vertut und somit peinliche Fehler passieren.

Ein weiterer Vorteil ist, daß man das gewünschte Pattern nicht erst herscrollen muß, sondern eben DIREKT ansteuert und sichere Pattern-Changes gewährleistet; außerdem kann man gut vorbereitet und teils automatisiert Sets machen, damit man sich um die Echtzeitänderungen kümmern kann, die man ja dann live macht.

So, eigentlich gäbe es da noch eine Unmenge anderer Sachen, die ich hier nicht angesprochen habe, weil das
a. den Rahmen sprengen würde und
b. ihr euch selber mit diesem Teil auseinandersetzten sollt...

Eins noch:
Hat man dann mal in Form eines Samplers expandiert, ist das ein Setup, welches in der Art wirklich Seinesgleichen sucht, da können Andere noch so sehr die Nase rümpfen - Sie haben sich entweder nicht genug damit befasst, oder sie plappern nur nach, was sie von Dritten gehört haben, die sich genausowenig damit auseinandergesetzt haben.

Ein Wort noch zum Roland User-Support:
Sie sind langsam, begriffsstutzig, unhöflich und arrogant. Präzise gestellte Fragen wurden mit lächerlichen Gegenfragen "beantwortet" und es wird pauschal vom allerdümmsten anzunehmenden User ausgegangen.
Auf eine MIDI-bezogene Frage bekam ich die Antwort: Sichern sie auch ihre Patches/Patterns? --Hä??

Wir sind wir und alles andere interessiert uns nicht, das ist Roland firmenphilosophie zumindest in Deutschland.

Roland U.K. hat superfreundlich und schnell auf emails geantwortet und war echt bemüht, eine Lösung für mein problem zu finden.
Außerdem kannte er auch Konkurrenzprodukte, was man von roland.de nicht behaupten kann.

Mittlerweile habe ich eine Yamaha RS7000 und kann nur sagen, daß man alles andere in die Tonne treten kann- ob MPC, MC oder sonstige Grooveboxes- keine kommt annähernd an die RS ran!! Und das obwohl es eine überarbeitete MC505 Version gibt, die wesentlich fetter klingt (so mein Eindruck).

Natürlich werde ich meine MC behalten, aber denjenigen, die jetzt mit der Thematik anfangen, kann ich nur dringend zu einer RS oder einer MOTIF raten!


Meine Bewertung ist "mittel", weil es in der Zwischenzeit wirklich sehr gut GrooveBoxen gibt, die weitaus mehr können und professioneller klingen, als das bei der MC der Fall ist.
   
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Roland MC-505 Groovebox

Haupteigenschaften

Hersteller: Roland

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