Roland U-110, der Sampleplayer aus den achtzigern
17.10.2007
Pro:
günstig, charakteristischer Klang
Kontra:
rauscht
Empfehlenswert:
Ja
 MOa1111
Über sich:
Ich suche händeringend die Musik zu der "Diebels-Alt-Kinowerbung (Bierglas)" aus den 80er ...
Mitglied seit:12.10.2007
Erfahrungsberichte:51
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Roland U-110 Ende der 80er Jahre kam der Roland U-110 auf den Markt, sozusagen der Ur-Vater aller Sampleplayer, bzw. "Rompler" (was für ein Ausdruck). Ein Gerät, das gesampelte Wellenformen / gesampelte Natur-Sounds an Board hat. Das Prinzip ist modernen Sampleplayern nicht unähnlich, man kann die Klänge sofort nach dem Einschalten spielen, Ladezeiten von Festplatten (wie sie bei Samplern im allgemeinen nunmal üblich sind) entfallen! Das war natürlich ein Segen für viele Musiker, die ein nicht allzu dickes Bankkonto vorweisen konnten (so wie ich). Zum erstenmal brauchte man für "richtige Naturklänge" keinen teuren Emulator oder sonstigen für Otto-Normalverbraucher unerschwinglichen Vertreter aus der Sampler-Ecke.
In dem 19 Zoll/1HE Gerät steckten zwei Mbyte an Samples, verteilt auf insgesamt 99 Multisamples (eines der Multisamples besteht ausschließlich aus Drum- und Percussionsounds, die sich über die Tastatur verteilt anspielen, bzw. über Midi antriggern lassen), über scheckkartenförmige PCM-Karten aus der SN-U-Serie kann man den Fundus an Klängen erweitern, wobei der U-110 vier dieser Karten gleichzeitig aufnehmen kann. Die Klänge selbst sind in 12bit und mit einer Abtastrate von 32 kHz aufgezeichnet (zum Vergleich, CD-Standard: 16bit / 44,1 kHz), als Effekte bietet der U-110 Chorus und Tremelo. An Anschlußmöglichkeiten sind neben dem obligatorischen MIDI-Trio (In/Out/Thru) ein Stereo-Ausgang, 6 Einzelausgänge und ein Kopfhörerausgang vorhanden, das Netzteil ist im Gerät eingebaut, ein Zusatznetzteil braucht man also löblicherweise nicht, desweiteren ist der U-110 31-stimmig und sechsfach multimbral. Die Klanggestaltungs-/Editiermöglichkeiten sind recht spartanisch ausgefallen, aber das Teil erhebt ja auch schließlich nicht den Anspruch, ein waschechter Synthesizer zu sein. Der U-110 bietet neben weiteren Klängen Klaviere, verschiedene Bläser, Streicher, Gitarren, Bässe und Schlagzeug, es empfiehlt sich, die - übrigens hervorragenden - PCM-Cards zu nutzen, damit kann man den Expander sinnvoll, bzw. nach eigenem Geschmack erweitern. Selbstverständlich können Sie hier nicht die Qualität und die Vielfalt eines modernen Sample-Players erwarten, dennoch kann er auch heute noch seine Daseinsberechtigung haben.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass sich dieses Instrument live sehr gut durchsetzt, ich denke da ganz speziell an den Pianosound, der sich in einem alten Rock´n Roll-Titel, hart angeschlagen (gehämmert) hervorragend im Gesamtbild macht, bei Verwendung einer guten, gewichteten Tastatur "klingelt" es geradezu, Rock´n Roll-Pianisten wissen, was ich meine. Weiterhin wollten mir die bissigen Brass-Sections zuweilen sehr gefallen. Der Sound ist etwas drahtig und rauh, nicht gerade hifi-mäßig, man kann sagen, er hat den typischen "80er Jahre-Charme", jedenfalls kann man dem Klangbild einen gewissen Charakter nicht absprechen. Ich habe den U-110 damals auch multitimbral genutzt, allerdings stößt man hier schnell an die Grenzen. Zum Einen sind 31 Stimmen nicht gerade besonders viel, zum Anderen hatte ich den Eindruck, dass das "Timing" u.U. leidet/"wackelt", wenn man mehrere Klänge gleichzeitig ansteuert. Trotzdem, wenn Sie nur zwei oder drei Sounds gleichzeitig nutzen und hier polyphoniemäßig nicht in die Vollen gehen, fällt das kaum ins Gewicht. In diesem Zusammenhang möchte ich erwähnt wissen, dass das Gerät rauscht, live mag das zu verschmerzen sein, für professionelle Studioaufnahmen ist das aber im Allgemeinen ein Grund, anderen Tonerzeugern den Vorzug zu geben. Zur aktuellen Gebrauchtmarktsituation: U-110 Module habe ich in Kleinanzeigen und in Ebay letztens mehrmals für unter 70,00 EURO gesehen (Stand: Oktober 2007). Bedenken Sie aber, dass Sie als Besitzer dieses Expanders mit Sicherheit auch nach den passenden PCM-Cards schielen werden, und die sind mittlerweile doch rar und manchmal unverhältnismäßig teuer. (Weil man sie auch für einige U-110 Nachfolger verwenden kann.) Ich kann ganz besonders die Karten "Superstrings", "Sax and Trombone" und "Electric-Guitar" empfehlen.
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01.10.2009 10:16
BH für Deinen Klasseerstbericht. Dorothea
05.07.2008 17:22
klasse dein Erstbericht
16.05.2008 13:16
Für den ersten Bericht mehr als in Ordnung!