Erfahrungsbericht über

Rolle mit Hip Hop - Afrob

Gesamtbewertung (83): Gesamtbewertung Rolle mit Hip Hop - Afrob

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Z auf HipHop-Pfaden

3  29.10.2001

Pro:
s . T .

Kontra:
s . T .

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

Häufigkeit der Nutzung

Dieser Tonträger ist:

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Z-Gotenks

Über sich: So, wieder zurück. Werde wohl in Zukunft wohl hauptsächlich zu Medien/Musik schreiben. Grüße und Dan...

Mitglied seit:03.06.2000

Erfahrungsberichte:130

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 270 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

„Moin Leute!“, wie man hier im Norden zu sagen pflegt.

Meine heutige Meinung soll ausnahmsweise mal nicht (wie sonst üblich) von Hamburger HipHop-Sounds á la „Mongo Clikke“ und Co handeln, sondern vom Album eines Abkömmlings der in Stuttgart gelegen HipHop-Community namens „Kolchose“: Afrob!
Dieser ist momentan zwar mit seiner aktuellen LP „Made in Germany“ am durchstarten, doch mein Bericht soll sich auf den Vorgänger „Rolle mit HipHop“ beziehen, da ich mit dieser Platte eine ganz besondere Verbindung habe.

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Übersicht
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1. Einleitung
2. Wer ist Afrob?
3. Cover/ Design
4. Titelübersicht
5. Titelbeschreibungen
6. Facts
7. Fazit

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Einleitung
********

Wie erinnere ich mich noch an diesen denkwürdigen Tag zurück ; der Tag an dem mein Leben eine leicht positive Wendung nehmen sollte und ich endlich den richtigen Pfad beschreiten würde...

Der Tag, an dem ich das erste mal richtig mit „richtigem“ HipHop in Berührung kommen sollte.

Es war regnerisches Wetter an irgendeinem Spätsommertag 1999. Ich bin mit einem Freund per Bus in die Stadt gefahren, da jeder so seine Erledigungen machen musste.
Als wir schon fast wieder auf dem Rückweg waren, bekam ich wieder den Ohrwurm wie schon seit Wochen zuvor fast jeden Tag. Eine prägnant-präzise Querflötenmelodie auf phattem Bass und schrägen Computerinstrumentals; die unverkennbare Melodie von „Reimemonster“. Fast zeitgleich kamen wir an einem Musikstore vorbei, in dem groß auf Plakaten ein Album namens „Rolle mit HipHop“ angepriesen wurde.
Ratet mal was, Ohrwurm Promotion waren von und für den gleichen Künstler, Afrob halt.
Also bin ich nichts wie in den Laden und habe sofort 30 Dm für diese Cd investiert.

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Wer ist Afrob?
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Afrob (beim bürgerlichen Namen R. Zemichiel) wurde in Italien geboren, ist in Braunschweig aufgewachsen und ist nach einem Umweg über Karlsruhe schließlich in seiner heutigen Heimat Stuttgart gelandet.
So viel ist über die Biographie zu sagen, denn genaueres weiß niemand (ich zumindest *gg*), außer dass er seit 1994 mit dem Rapding vertraut ist.
Hervorgegangen ist der er aus der aus dem Schoß der legendären Kolchose-Clique, der unter anderem DJ Thomilla, Massive Töne, Freundeskreis und Skillz en Masse angehören.

Einige der HipHop-Headz dort draußen meinen, Afrob sei wack (=lahm, schlecht). Ich kann dem teils zustimmen. Seine Musik ist zwar nicht gerade so mein Ding, aber ich respektiere, da er dennoch ganz straight rüberkommt und schließlich muss er wissen, was er macht.

Die vielen Feature-Tracks zwischen ´94 und ´98 mit Spax, MC Rene, Blumentopf, Massive Töne, David Peh gaben ihm den Schub mit seinen Kolchosekollegen und Produzenten Wasi (von Massive Töne), DJ Thomilla, Don Phillipe, Thommy W. (Freundeskreis) & DJ Friction eine eigene LP auf die Beine zu stellen.

Dieses Debütalbum "Rolle mit HipHop" startete bis auf Platz 13 der Media Control Charts durch und Afrobs Single "Reimemonster" ( mit Ferris MC ) gilt schon heute als eine der Hymnen des deutschsprachigen HipHop.
Nach dem einschlagenden Erfolg, auf den ich nachher noch genauer eingehen möchte, folgten erneut einige Features. Bis vor einiger Zeit seine 2. LP „Made in Germany erschien“ doch dazu ein andermal.

Was dennoch ein bisschen schädliche Wirkung auf mich und andere hat, ist, dass er einen Vertrag unter dem Fanta 4-Lable „Four Music“ hat. Nicht gerade positiv, da die deutsche HipHop-Community so langsam den Respekt vor solchen Pseudorappern wie Smudo und Thomas D. verloren hat.
Außerdem ist der größte Teil auf seine Hommes DJ Tommek und DJ Thomilla auch nicht mehr gut zu sprechen, da diese einst Beats von Hamburger Produzenten geklaut haben. Tja, und da diese auch als Repräsentanten der Kolchose gesehen wurden, fiel dies in geringerem Maße auch auf die Clique und somit Afrob zurück.

Dennoch finde ich es nicht ganz richtig, Afrob aufgrund solch einer Lappalie gleich als „wack“ einzustufen. Azad zum Beispiel ist auch unter dem Label „3P“ tätig, dass eher für schlechten Rap á la Moses P. bekannt ist, und kann trotzdem gute Reime kicken.
Doch geht es heute nicht um Azad, sondern um Afrob und mit diesem ist es sogar wieder eine ganz andere Sache. Jetzt endlich zur Cd.

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Cover/ Design
***********

Das Cover ist schlicht gehalten, ein zierliches weiß prägt den Hintergrund. Davor ist Afrobs Gesicht im unteren, rechten Drittel und seiner Afromähne auf dem noch verbleibenden Platz zu sehen.
Die angewandte Schattentechnik ist einfach genial, den die Konturen werden perfekt hervorgehoben, was eine interessante Wirkung hat und auch schon allein von der Ausdrucksfähigkeit für den Kauf verantwortlich sein kann.

Was bei einer HipHop-Platte mal wieder nett kommt, ist, dass im beiliegenden Heftchen die Lyrics (=Texte) niedergeschrieben sind. Der restliche Platz ist mit privaten Photos von Afrob bei allen möglichen Photos (auf Tour, beim Fußball, beim Chillen etc.) verziert.

Als derbsten Joke nehme ich seine Pose vor einer Gruppe Soldaten auf. Im Allgemeinen ist bekannt, was für eine Meinung er gegenüber der Judikative in Deutschland vertritt, da kommt mir das Lächeln auf den Gesichtern der Jungs geradezu ironisch vor.

Im allgemeinen wirkt das Design der CD-Hülle sehr ansprechend auf mich. Warum? Weil es sehr schlicht gehalten ist und trotzdem eine Menge ausdrückt.

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Titelübersicht
***********

01. Intro (2:20)
02. Reimemonster feat. Ferris MC (3:36)
03. Hip Hop Fans [Skit] (0:22)
04. Rolle mit Hip Hop (4:06)
05. Ambaciata (3:23)
06. Geschichten Aus Der Nachbarschaft (3:45)
07. Bullenflash Teil 1 [Skit] (0:56)
08. Hörst Du Diesen Schrei ? (4:24)
09. Bullenflash Teil 2 [Skit] (0:51)
10. Wo Ihr Auch Seid feat. Johan (3:52)
11. Spektakulär Teil 1 feat. Wasi (1:17)
12. Prime Time RMX `99 (4:24)
13. Immer Noch Kaffer En Mass feat. Spezializtz (4:05)
14. Einfach feat. Meli (4:18)
15. RingRing [Skit] (0:11)
16. Es Trafen Sich ... [Skit] (0:31)
17. Spektakulär Teil 2 feat. Wasi (2:48
18. Geht Ab (4:21)
19. Call From Boston [Skit] (1:39)
20. Keiner Für Den Andern feat. Skillz En Masse (4:55)
21. Marlena & Branka [Skit] (1:01)
22. Lieb Den Scheiß feat. Max (3:51)
23. Prime Time `99 (4:42)

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Titelbeschreibungen
****************

Vorwerg, ich bewerte die Tracks nach folgenden Kriterien:
1. Beat
2. Style (=Art des Rappens)
3. Message

Dies wird alles zusammen in einen Kochtopf geworfen und nach meinem Geheimrezept haben wir als endgültige Bewertung eine Prozentzahl zwischen 0-100 % ;)) Soll heißen, dass je nach Titel, die einzigen Kriterien mehr oder wenige eine wichtige Rolle spielen.
Bei Skits zählt nur die Originalität.

1. Intro
*******

Nach monströser Streicher-Einleitung á la DSS-Ankündigung streichen leichte Klänge über den Beat. Das Intro besteht nicht direkt aus Raps, sondern wird von Cuts (die übrigens sehr tight (= prall, stark) sind) von DJ Friction geprägt.
Als Ankündigung wird in einem Cut (= Scratch) „Rolle mit HipHop... DAS Ding für das Jahr ´99“ geliefert.

Beat= 95 %
Style= /
Message= 60 %

Gesamt= 80 %

2. Reimemonster feat. Ferris MC
**************************

Eine der HipHop-Hymnen schlechthin. Als ich es das erste Mal gehört habe, war ich von Afrobs Style total geflasht (=mitgenommen). Mindestens genauso gut bringt Ferris seine Reime auf den Punkt.
Der Beat ist einfach hammermäßig, typischer Benztown (=Stuttgart) Style, das hätte ich Thomilla (hat diesen Track produziert) ehrlich gesagt, gar nicht zugetraut. Man hört deutlich heraus, dass nicht gesamplet, sondern selber produziert wurde. Und hinzu kommt dabei noch das schon kultige Flötengedudel= Kopfnickerbeat schlechthin.
Im Nachhinein und bei öfteren Hören bin ich jedoch erst letztens zu dem Entschluss gekommen, dass der Text dämlicher Schrott (quasi keine Aussage) ist. Das macht jedoch nicht so viel aus, da es ganz klar ein Partysong ist.

Beat= 96 %
Style= 98 %
Message= 20 %

Gesamt= 90 %

3. Hip Hop Fans [Skit]
******************

Afrob hält eine Ansprache an das Publikum in Köln, womit er die Leute zum Kochen bringen will, während er auf der Bühne performt.

Originalität: 20 %

4. Rolle mit Hip Hop
****************

Afrob erzählt von seiner Liebe zum Rap. Bringt via Metaphern zum Besten, wie hart das Business ist und wie er sich durchgekämpft hat.
Fast komisch wirkt so im Vergleich schon der eher ruhigere Beat, der auf jeden Fall zum Chillen (=Ausspannen) geeignet ist.
Von der Art wie es aufgenommen ist, hätte es glatt auch als Singleauskopplung erschienen sein... was bei diesem Album ein Kompliment sein dürfte.

Beat= 87 %
Style= 70 %
Message= 70 %

Gesamt= 75 %

5. Ambaciata
***********

Unterstützt wird Afrob hier von einem mir nicht bekannte amerikanischem Rapper, der auch nicht bei der Titelübersicht genannt wird (schätze aber mal, es soll Gentleman sein). Der Beat klingt ziemlich nach Underground, aber nicht gerade von den Fersen reißend, da der Bassgehalt fehlt.
Die Aussage Afrobs ist einfach Hammer, jedoch fällt es schwer zuzuhören, da sein Style recht abgehackt klingt. Eher besser macht es da schon der englischsprachige Anonymus.
In Sachen Aussage: Afrob gibt seine Einstellung und das Denken anderer Leute über ihn zum Besten.

Beat= 70 %
Style= 60 %
Message= 80 %

Gesamt= 70 %

6. Geschichten aus der Nachbarschaft
*******************************

Einer DER Partytracks der LP. Der Nacken knacken auf jeden Fall schon im ersten Takt. Wenn der Sprechgesang einsetzt geht der Beat jedoch leider etwas zurück, dafür flowt (Flow= Zusammenspiel von Lyrics & Beat) Afrob über ihn wie nichts Gutes.
Der Refrain scheint mir ohne jeglichen Zusammenhang zu den einzelnen Parts, die selber schon recht undurchsichtig wirken. Ansonsten soll das ganze über seine Jugend handeln.

Beat= 72 %
Style= 90 %
Message= 25 %

Gesamt= 63 %

7. Bullenflash Teil 1 [Skit]
*********************

Afrob ist mit einigen seiner Hommes (=Freunde) im Auto unterwes, bis sie plötzlich von den Bullen angehalten werden. Dabei haben sie noch irgendwo im Wagen ihr Weed (=Grass) und finden es nicht, um es zu verstecken. Heisst, dass wenn die Beamten es finden, haben sie ziemlich viel Dreck am Stecken.

Originalität= 80 %

8. Hörst du diesen Schrei ?
**********************

Friction an den Maschinen zeigt sein Können. Der Beat gehört mit zu den besten des ganzen Albums, da er eine chillige sowie auch düstere Atmosphäre vermittelt. Bassgehalt 1 a.
Afrob klingt jedoch leider ein bisschen verkrampft.
Der Refrain dürfte eigentlich alles aussagen:
„Hörst du diesen Schrei ?/ Meine Leute, wer ist mit mir Mann, scheißegal wo ihr auch immer seid/ Afrob ist auf Mission, meine Leute was geht ab?/ Genauso auch wie ihr hab´ ich dieses Scheißgelaber satt“

Beat= 96 %
Style= 70 %
Message= 83 %

Gesamt= 83 %

9. Bullenflash Teil 2 [Skit]
*********************

Mittlerweile sind die Leute in ein Gespräch mit der Polizei verwickelt. Sie versuchen handfest zu argumentieren, dass sie am Ende der Straße wohnen und nicht betrunken sind. Trotzdem sollen sie aussteigen, worauf die ersten Anzeichen von Respektlosigkeit zum Vorschein kommen.
Weil Afrob öfters das Wort „Scheiß“ benutzt (jedoch nicht im Zusammenhang mit der Beamten), wird er gebeten, ruhig zu sein. Er entgegnet sofort, dass er sich nicht sein Maul verbieten lässt, woraufhin eine kleine Rangelei ausartet und er mit aufs Revier soll.
Meine Props (= Respekt) an Afrob, so etwas aufzunehmen.

Originalität= 100 %

10. Wo ihr auch seid feat. Johan
**************************

Lahmer Beat, klingt wie aus einem billigen Porno herausgesamplet, dafür eines der wenigen Stücke, in denen mal richtig Bass eingesetzt wird.
Der Text ist ziemlich aussagelos (wie bei allen Partytracks dieses Albums), alles schon mal wo gehört. Jedoch kann der Beat dieses Manko nicht ausgleichen, was unter anderem auch nichts Afrobs Style schafft.
Kurz: Auf diesen Beat geht gar nichts... außer Johans Refrainpart, obwohl dieser auch ziemlich einfallslos ist.
Schwächste Single.

Beat= 10 %
Style= 40 %
Message= 20 %

Gesamt= 25 %

11. Spektakulär Teil 1
******************

Solche Titel sind es, die mich zu der Liebe zum Rap bewegen. Der Text ist zwar genauso undurchsichtig, wie andere Stücke aus dieser Scheibe, jedoch merkt man deutlich, dass hier ein versteckt Message drinstecken soll und außerdem hat man hier dieses gewisses „Geht was“-Gefühl.
Der Beat (von Wasi und Tommy W.) ist gespickt von künstlerischen Raffinessen, außerdem liebe ich Holzbläser auf dicken Bässen ;)).
Afrobs Style kann man mit einem Wort beschreiben: Dope!
Besonders stark finde ich den Gesangspart am Ende:
„Also komm, so ist das Leben, mach das beste draus/ auch wenn du unten bist gibt es einen Weg heraus/ ist ´en Teufelskreis Tag aus Tag ein/ doch alles was mal war, muss nicht immer sein“

Beat= 96 %
Style= 94 %
Message= 96 %

Gesamt= 95 %

12. Prime Time RMX ´99
********************

Ok, wieder mal etwas partymäßiges, schön und gut. Aber was soll immer diese laschen Texte dazu?
Meiner Meinung nach hat Afrob es nicht so mit der Aussage, aber das Problem ist, dass nicht mal tighte Doppelreime in seinen Werken vorhanden sind und Flow erst dann entsteht, wenn der Beat hundertprozentig stimmt.
Andere Mcees können da schon mehr rausholen.

Beat= 60 %
Style= 20 %
Message= 40 %

Gesamt= 40 %

13. Immer noch Kaffer en mass feat. Spezializtz
***************************************

Doper Beat, Props an Wasi, der diesen produziert hat. Kategorie „Underground“
Harris zeigt in seinem ersten Part Afrob, wozu ein MC fähig ist. Zwar ist es keine Hammerstory, doch dafür stimmt der Flow und die Metaphern sind vom feinsten.
Afrob kommt leider nicht an das vorgegebene Limit heran, jedoch gibt er sich meiner Meinung nach, dass er seine Message hier jedoch schon besser auf den Punkt bringt. Dennoch fehlt meiner Meinung nach hier der Flow.
Dean kann auch nicht an seinen Kollegen Harris herankommen, jedoch merkt man, wie deutlich Fake Reimer hier nicht ungestraft davonkommen sollen.

Beat= 90 %
Style= 80 %
Message= 95 %

Gesamt= 88 %

14. Einfach feat. Meli
*****************

Der aussagekräftigste und verständlichste Song des Albums. Afrob rappt über die Beziehungskiste mit einem Mädel, wobei er im Chorus von „Skillz en Masse“ Abkömmling Meli unterstützt wird. Tja, und leider wird nichts aus dem Happy End für Afrob, was man schon an der Unschlüssigkeit des Mädchens im Refrain feststellen kann:
„Ich wollt´, es wär´ so einfach/ doch weiß ich, dass ich dich nicht für mich allein hab´/ siehst du Himmel, lügst du Blaues, ich kann dir nicht trauen/ Tausend Phrasen, tausend Frauen, was soll ich dir glauben“
Der Beat ist recht gewöhnungsbedürftig. Generell habe ich nichts gegen Blues-Elemente nur scheint mir zu diesem Beat die chillige Atmosphäre durch das Saxophon hervorgerufen etwas unpassend.

Beat= 60 %
Style= 74 %
Message= 90 %

Gesamt= 75 %

15. RingRing [Skit]
****************

Zum Abschluss von „Einfach“ meldet sich das Mädchen noch einmal auf Afrobs Anrufbeantworter. In diesem Fall derber Einfall.

Originalität= 75 %

16. Es trafen sich...
****************

Kollegen von Afrob hängen auf der Straße rum, als Afrob plötzlich vorbeikommt. Öder Small Talk.

Originalität= 25 %

17. Spektakulär Teil 2
******************

Ich hätte ehrlicherweise kaum gedacht, das Spekt. Teil 1 noch zu toppen wäre, doch mit diesem zweiten Teil hat sich Afrob geradezu selber übertroffen... und das liegt hauptsächlich an der jetzigen Message und diesmal ist alles straight:
Es geht um die Perspektivlosigkeit der heutigen Jugend. Wie sie ihre Bildung vernachlässigen, in ihrer Traumwelt leben und nur am kiffen sind.
Dann der gewohnte Chorus von Wasi, was mit einem sehr chilligen Abschlussbeat vollendet wird, Hammer...

Beat= 98 %
Style= 99 %
Message= 100 %

Gesamt= 99 %

18. Geht ab
**********

Dieser Reim rollt wahrlich voran wie bei Russen das rollende R... so könnte man Afrobs Style in diesem Stück bezeichnen.
Der Beat jedoch klingt leider wieder ´n bisschen aus Country- und Pornomix.
Textmäßig scheint es (bei Afrobs Texten weiß das niemand so genau ;)) eine Hommage an seine Heimatstadt Stuttgart zu sein. Partytrack.

Beat= 43 %
Style= 70 %
Message= 60 %

Gesamt= 55 %

19. Call from Boston
*****************

Name dürfte doch alle sagen…

Originalität= 30 %

20. Keiner für den Andern feat. Skillz en Masse
**************************************

Hammerbeat von Don Phillipe, nach üblichem „SeM“ Style, wie man es gewohnt ist.
Gegen Ende werden die Faulen fleißig, zumindest, was es textemäßig angeht ;))
Refrain dürfte alles sagen:
„Du nur für dich, ich nur für mich/ keiner für den Andern, jeder nur für sich/ so läuft es heutzutage, damit finde ich mich ab/ die Starken überleben, die Schwachen geben ab“
Auf die einzelnen Parts kann ich leider nicht eingehen, da der Inhalt wirklich sauschwer zu interpretieren ist, da Afrobs Texte nur so von Zweideutigkeiten glänzen.
Auf alle Fälle bringen es Meli und Afrob flowmäßig 1 a.

Beat= 90 %
Style= 90 %
Message= 90 %

Gesamt= 90 %

21. Marlene & Branka [Skit]
***********************

„Derbe, hier kommt ja ein Skit nach dem nächsten!“, mögen jetzt sicherlich einige von euch denken. Keine Angst, dies ist der Letzte.
Dieser beschäftigt sich mit dem Gespräch zweier Frauen über den Begriff „Ich lieb den Scheiß!“.

Originalität= 93 %

22. Lieb den Scheiß feat. Max
************************

Schöner chilliger Beat von Don Phillipe.
Max (FK) unterstützt Afrob im Chorus. Afrobs Art scheint auf diesen Beat eher lahm, die Aussage ist leider auch nicht gerade der Reißer, na ja...

Beat= 76 %
Style= 35 %
Message= 40 %

Gesamt= 54 %

23. Prime Time ´99
****************

Als Abschluss genau der gleiche Text wie bei PT RMX... ratet mal, woher das „Remix“ kommt ;))
Ok, immer noch der gleich Text, dafür ist der Beat absoluter Hammer und Afrobs Style kommt darauf viel besser.

Beat= 93 %
Style= 90 %
Message= 40 %

Gesamt= 77 %

___
Facts
*****

Preis: 29,99 Dm
Label: Four Music
Höchste Chartplatzierung: Platz 13
Kontakt:
Four Music
Mörikerstr. 67
70199 Stuttgart
Fax: 0711/ 96666401
Homepage: www.Afrob.com/ www.fourmusic.com

____
Fazit
****

Empfehlenswert für:
· Headz, die HipHop lieben
· Fans
· Anhänger Kolchose
· Leute, die einen Einstieg in die HipHop-Community haben wollen.
· Leute, die Texte zum Nachdenken haben wollen.

Nicht empfehlenswert für:
· HipHopper, die Battleraps vorziehen.
· Leute, die bisher nur Rap aus dem Radio kennen.
· Anhänger des Mongo Styles.

Anspieltipps:

· Intro
· Reimemonster
· Rolle mit HipHop
· Hörst du diesen Schrei ?
· Spektakulär Teil 1
· Immer noch Kaffer en Mass
· Spektakulär Teil 2
· Einfach
· Keiner für den Andern
· Prime Time ´99

Ich kann die Platte guten Gewissens weiterempfehlen, da sie auch schon einen gewissen Kultstatus erreicht hat und in keiner guten Sammlung fehlen darf.
Jedoch nicht zu empfehlen ist sie meiner Meinung nach für Anhänger des Westberliner Battleraps und Radio Acts wie Samy Deluxe (obwohl Afrob eine Single featured), da die Texte nicht gerade so den Anklang finden würden.

Die Beats sind allerdings auch Geschmackssache, sie passen nicht so wirklich in jede Kategorie hinein, da sie doch zu typisch für Stuttgart sind.

Letztendlich kann ich nur noch hinzufügen, dass die Platte einen gewissen Status hat, da ich durch sie erst den HipHop zu schätzen und lieben gelernt habe.

Sie war zwar nicht „DAS Ding für das Jahr ´99“ und hat die Aktualität ohnehin schon verloren, dennoch sollte jeder, der in den deutschen Roots schnüffeln möchte zugreifen.

Für diejenigen, die freshen Kram von Afrob haben wollen, können zu seiner aktuellen LP „Made in Germany greifen“, ein kontroverseres und beatmäßig professionelleres Album, doch dazu ein andermal...

Peace, Z [© 29.10.01]


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Ash_05

Ash_05

29.11.2001 20:22

Ich glaube das war die erste Deutsche Hip-Hop Cd die ich mir gekauft habe, die nicht von den Mongos war. Hat mich aber derbe geflasht, war mal was anderes, 4 real halt!! payce

walkers

walkers

19.11.2001 18:44

sehr ausführlich!

Kafeebone

Kafeebone

15.11.2001 22:28

Geiler Bericht ich hab die Platte auch und werd sie nach deinen Beschreibungen von den einzelnden Songz jetzt erst mal richtig auf mich wirken lassen. Meiner Meinung nach sind Samy Anhänger die Idealen Hörer von Afrob Styls. Sie haben beide eine Ernste Messege und Kiffen sich die Birne weg. Die Beats und Raps sind gar nicht so unterschiedlich. Schau doch auch mal bei mir vorbei. Yoo

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