Erfahrungsbericht über

Rudolf Affaire Mayerling - das - Cast Album Wien

Gesamtbewertung (1): Gesamtbewertung Rudolf Affaire Mayerling - das - Cast Album Wien

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Der unverstandene Kronprinz Rudolf und die junge Baroness Mary

5  19.12.2009

Pro:
Kompositionen und stimmliche Qualitäten der Sänger

Kontra:
(in manche Stücke hört man sich besser erst rein, dann gefallen sie mehr nach jedem Hören)

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

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Gaudicaesar

Über sich: Hallo aus Zell am See/Österreich. Ich bin 41 Jahre alt und komme ursprünglich aus dem Rheinland (gen...

Mitglied seit:13.01.2004

Erfahrungsberichte:72

Vertrauende:4

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 59 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Das Musical "Rudolf - Affaire Mayerling" ist seit Februar 2009 und noch bis Ende Januar 2010 das aktuelle Musical der Vereinigten Bühnen Wien im Raimund-Theater. Für Musical-Fans ist auch schon die CD ein wirkliches Erlebnis mit der Musik vom Komponisten von Jekyll und Hyde und mit einer wahren Geschichte, die an tolle Musicals wie "Elisabeth" erinnert (es geht ja auch um die gleiche Familie!).
Einen noch besseren Eindruck von allem hat man natürlich, wenn man das Musical live oder auf DVD gesehen hat, aber auch nur die Musik auf der CD spricht für sich und erzählt die Geschichte von Kronprinz Rudolf und seiner großen Liebe, der jungen Baroness Mary Vetsera, sehr einfühlsam und bezeichnend.


FACTS ZUR CD
Ich habe sie direkt im Theater erworben. Sie ist auch über das Internat z.B. bei der Homepage der Vereinigten Bühnen Wien erhältlich zum Preis von EUR 19,50.
Mit 17 Liedern enthält sie die wichtigsten Stücke und Solos aus der Aufführung – darunter auch 2 Lieder (von Mary und von Kaiser Franz Josef), die jetzt auf der Bühne nicht mehr gesungen werden (warum auch immer…).

Hülle und CD ziert das Logo des Musicals – der Schriftzug „Rudolf“, darunter „Affaire Mayerling“ und dahinter das Wappen mit Krone und doppelköpfigem Adler.

Im Booklet findet man Informationen zu den Verantwortlichen für das Bühnenstück (Regie, Bühnenbild, Choreographie…), die Besetzung, die Geschichte, die erzählt wird mit ein paar Farbfotos der Aufführung und die Texte der Lieder.


DIE GESCHICHTE
1888 in Wien, Kronprinz Rudolf, der Sohn von Kaiser Franz Josef und Kaiserin Elisabeth (Sisi), ist unglücklich in seiner Ehe mit Stephanie von Belgien, mit der er eine Tochter hat und mit der politischen Situation im Land. Er wird als Thronerbe aufgezogen, hat jedoch keinerlei Macht und kein Verständnis mehr für die politischen Strategien seines Vaters, der sich seiner Meinung nach zu sehr am Deutschen Reich orientiert und die Unruhen im eigenen Land leugnet bzw. ignoriert. Als Julius Felix macht er im liberalen Neuen Wiener Tagblatt auf die Probleme aufmerksam und spricht so großen Teilen des Volkes aus der Seele. Würde seine Identität bekannt, wäre das allerdings Hochverrat.

Dann lernt er die junge Mary Vetsera kennen, die von ihrer Tante, Gräfin Larisch, in die Gesellschaft eingeführt wird. Es ist Liebe auf den ersten Blick, obwohl Mary ursprünglich alles, was Kronprinz und Hof verkörpern, verachtet und für Julius Felix schwärmt. Doch beide sind machtlos gegenüber ihren Gefühlen. Hieran können auch der intrigante Ministerpräsident Graf Taaffe, der Kaiser, Mary’s Tante und auch Rudolfs Ehefrau, die um ihn und ihre Position als künftige Kaiserin Österreichs kämpft, nichts ändern.

Rudolf ist hin und her gerissen zwischen seinen Gefühlen und dem, was man von ihm erwartet. Wie zu damaligen Zeiten in diesen Kreisen üblich, verbringt er viel Zeit im Bordell und trinkt außerdem zuviel Alkohol. Nicht zuletzt auch daher hat er keine sehr stabile Gesundheit. Sein Vater droht ihm schließlich, Mary und ihrer Familie zu schaden, wenn er die Affaire nicht beendet. Er schickt Mary fort, doch sie bringt es nicht über sich, ihn zu verlassen. Auf ihren Wunsch hin bringt er sie an den einzigen Ort, an dem er er selbst sein kann – sein Jagdschloss in Mayerling, wo er zunächst seine Geliebte und dann sich selbst erschießt.

Was damals in Mayerling wirklich passiert ist, wird man nie mit 100prozentiger Sicherheit sagen können, doch es spricht Vieles dafür, dass es sich so oder ähnlich, wie im Musical dargestellt und besungen, abgespielt hat. Gerade dieser wahre Hintergrund macht die Geschichte noch tragischer und bewegender.
Grundlage für das Musical war Frederic Mortons Roman „Ein letzter Walzer“.


DIE HAUPTDARSTELLER
Die Sänger auf der CD sind die nach wie vor in Wien spielende Erstbesetzung des Musicals mit bekannten Namen aus der Musicalszene:

DREW SARICH als Kronprinz Rudolf
Drew Sarich ist Amerikaner und in Deutschland und Österreich bereits aus diversen Musical-Produktionen bekannt. Unter anderem spielte er Quasimodo im Glöckner von Notre Dame in Berlin, Jekyll und Hyde im gleichnamigen Musical in Köln, Jean Valjean in Les Misérables in London uva.
Er überzeugt in „Rudolf“ mit nach Bedarf kraftvoller oder weicher Stimme und – dann auf der Bühne - tollem Schauspiel (das kann man auf der CD natürlich nur erahnen…). Man nimmt ihm den in sich zerrissenen Kronprinz, der leidet und keine Perspektive mehr sieht, wirklich einwandfrei ab. Man hört kaum, dass es sich nicht um einen Muttersprachler handelt, höchstens, weil er „besonders hochdeutsch“ singt und spricht – von amerikanischem Akzent keine Spur.

LISA ANTONI als Mary Vetsera
Lisa Antoni kommt aus Wien und hat Gesang studiert. Sie ist bereits in diversen, international weniger bekannten Operetten- und Musicalproduktionen aufgetreten und spielte auch in Les Misérables in Graz. Sie ist eine tolle Besetzung als Mary – mit überzeugender Stimme, die sie in zahlreichen Solos unter Beweis stellen kann. Auch mit Uwe Kröger kann sie in einem „Streitgesang“ problemlos mithalteni. Auch sie eine Idealbesetzung!

UWE KRÖGER als Ministerpräsident Eduard Graf Taaffe
Zu Uwe Kröger muss man eigentlich nicht viel vorstellen – er ist wohl der bekannteste deutschsprachige Musicalstar, aus Phantom der Oper (singt auch in der letzten Verfilmung von 2004 in der deutschen Fassung das Phantom), aus Elisabeth als Tod (wohl seine Durchbruch-Rolle), aus Mozart, Sunset Boulevard, den 3 Musketieren und und und. Zuletzt spielte er im Raimund-Theater in Rebecca die männliche Hauptrolle, Maxim de Winter. Er ist sehr wandlungsfähig und überzeugt als intriganter Ministerpräsident in Rudolf genauso wie als tragischer Held in Rebecca – entsprechend auch seine unbestrittenen stimmlichen Fähigkeiten.

CLAUS DAM als Kaiser Franz Josef
Auch Claus Dam, gebürtiger Däne, kann nach klassischer Gesangsausbildung schon auf viele Rollen auch in diversen Musicals und auch in Wien zurückblicken, darunter Klassiker wie South Pacific und Annie get your Gun oder Les Misérables, Jesus Christ Superstar, die Schöne und das Biest, Mamma Mia, Freudiana… Er überzeugt als Kaiser Franz Josef mit seiner markanten Stimme, hat aber leider nur eine kleinere Rolle.
Unverständlicherweise hat man sein Solo kurz vor Schluss („Ich schütz den Staat“) in der aktuellen Aufführung und somit auch auf der DVD-Aufzeichnung vom Musical raus genommen, was ich überhaupt nicht verstehe. Ich hatte es seinerzeit noch auf der Bühne gesehen und da auch die CD von der „Anfangszeit“ des Musicals stammt, ist es dort glücklicherweise noch zu finden!

CARIN FILIPCIC als Marie Gräfin Larisch
Sie ist eine besonders beim Wiener Publikum bekannte und beliebte Musical-Sängerin – auch stammt sie selbst aus der österreichischen Hauptstadt. Sie sang dort zuletzt eine eher schrille Rolle in Rebecca und konnte jetzt in Rudolf wieder mehr ihre musikalischen Qualitäten unter Beweis stellen als Mary’s Tante. Ihr wirkliches Können zeigte sie aber im Musical Romeo und Julia als Amme mit entsprechendem, umwerfend kraft- und gefühlvollem Solo. Als Gräfin Larisch hat sie weniger „wichtige“, aber nicht weniger überzeugende Auftritte darunter aber auch eine schöne Ballade. Man kennt sie u.a. noch aus Les Misérables, Grease, Mozart…

WIETSKE VAN TONGEREN als Kronprinzessin Stephanie
Wietske van Tongeren ist Holländerin - obwohl sie hochdeutsch singt und die Aussprache an sich komplett richtig ist, hört man dennoch leicht den holländischen Akzent – was bei Rudolf allerdings auch nicht weiter stört. Stephanie, die sie darstellt, war schließlich auch keine Österreicherin, sondern stammte aus Belgien. Die Sängerin hat ein abgeschlossenes Schauspiel-, Tanz- und Gesangsstudium und verfügt auch über Musical-Erfahrung, z.B. spielte sie in Stuttgart die Titelrolle im Musical "Elisabeth" und in Wien die weibliche Hauptrolle in Rebecca an der Seite von Uwe Kröger. In „Rudolf“ hat sie die eher undankbare Aufgabe, als betrogener „Racheengel“ ihrem Mann das Leben schwer zu machen – dementsprechend eher schrill ist auch ihr Auftritt in ihrem Solo „Du bleibst bei mir“. In „Rebecca“ kam ihre überzeugende Stimme ohne diese Färbung auch mehr zur Geltung – aber sie ist wandlungsfähig und wird ihrem Part hier voll gerecht.


DIE SONGS
Wie gesagt sind auf der CD alle wichtigen Nummern des Bühnenstücks wiedergegeben – und noch 2 mehr, die in der ursprünglichen Bühnenversion enthalten waren.
Entsprechend dem Thema handelt es sich hauptsächlich eher um Balladen, eher langsam und getragen –schließlich ist das ja auch kein lustiges Stück. Manchmal gibt es von mir auch ein paar Anmerkungen zur Darstellung der Lieder auf der Bühne, die für das Verständnis/den Eindruck nicht unwesentlich sind…

WIE JEDER ANDERE MANN (PROLOG)
Kurze musikalische Einleitung, leicht drohend aufbauend mit der Hauptmelodie, zu der Rudolf später eines seiner bewegenden Solos singt.
Wenn man die Tonfolge zum ersten Mal hört, wirkt sie leicht „schief“/von der Abfolge her eher ungewohnt, aber später hört man sich rein.

DU WILLST NICHT HÖREN (Rudolf und der Kaiser)
Die Ansichten der beiden stimmen nicht überein, der Kaiser kann seinen Sohn nicht verstehen und nimmt ihn nicht ernst. Er ist dem Staat verantwortlich und verschließt sich Neuerungen. Ein eher schnelles Stück, da eine Art „Streitgespräch“ – nicht einfach zu singen. Ein Duett, das die gegenteiligen Positionen gleich zu Anfang im Musical offensichtlich macht.

EIN HÜBSCHER KRIEG (Mary, ihre Tante Gräfin Larisch, Ensemble)
Eine der wenigen eher heiteren Nummern im Stück. Gräfin Larisch geht mit ihrer Nichte Kleider einkaufen – schließlich soll sie entsprechend in die Gesellschaft eingeführt werden. (Entsprechend locker auch viel Tanz und Anprobe mit dem ganzen Ensemble auf der Bühne bei der Aufführung - man kann auch nicht nur melancholische Dinge darstellen und muss die Stimmung zwischendurch etwas auflockern).

MARYS LIED (Mary)
Mary’s erstes Solo, sie ist noch ahnungslos, was passieren wird, voller Erwartung. Ein schönes Stück, aber nicht so einprägsam/markant wie ihre weiteren Auftritte.

SO VIEL MEHR (Mary und Rudolf)
Das erste Duett zwischen Mary und Rudolf – obwohl sie beide nebeneinander auf der Bühne stehen, singt jeder für sich, denn sie denken nur aneinander nach ihrer 1. Begegnung. Bezeichnend das 1. Urteil von Mary über den Kronprinzen: „Er ist all das was ich nie ausstehn konnt’“. Schon ein sehr schönes Liebeslied, beide sind vom anderen fasziniert – es war nicht nur ein erstes kurzes Gespräch sondern „so viel mehr“.

WOHIN FÜHRT MEIN WEG (Rudolf)
Die ersten instrumentalen Töne sind schon sehr dunkel und lassen nichts Gutes ahnen. Rudolf zweifelt, genug Kraft für seinen weiteren Weg zu haben. Eine schwere Ballade mit entsprechendem Orchestereinsatz und tollem Gesang. Soll er seinen Vater hintergehen und hat er die Kraft dafür?

VERTRAU IN UNS (Mary)
Rudolf ist verzweifelt und weiß nicht was er tun soll. Er will sich zu ihrem Besten von Mary trennen. Sie spricht ihm Mut zu – erst eher sanft, dann kraftvoll und überzeugend. Eine wundervolle Ballade – die starke Mary und der schwache, verletzliche Rudolf, den sie mit ihren Worten aufrichtet. Die Stimme von Mary ist ein Wahnsinn.

DIE FÄDEN IN DER HAND (Taaffe, Franz Josef, Ensemble)
Ein flotteres Stück des Ministerpräsidenten mit dem Ensemble, der über alles die Kontrolle hat und behalten will. Auch er nimmt den Unmut der Bevölkerung nicht ernst. Auf der Bühne gibt es die dazu passende Tanzeinlage. Uwe Kröger singt hier eher hart und souverän.

DUBLEIBST BEI MIR (Stephanie)
Die betrogene Ehefrau Rudolfs „erwischt“ ihn in der Hofburg mit seiner Geliebten Mary. Die Frauen „zicken“ sich kurz an und dann sagt sie ihrem Mann mit diesem Lied ziemlich deutlich die Meinung. Er wird sie bis an sein Lebensende nicht loswerden, sie wird Österreichs Kaiserin sein und die entsprechenden Ehrerbietungen genießen. Das Stück ist sehr markant, schwer zu singen – wie oben schon geschrieben wird es von der Sängerin wohl etwas übertrieben gesungen, denn normaler weise hat sie eine weniger „quäkende“ (übertrieben formuliert) Stimme, die hier aber wohl bewusst eingesetzt wird, um die Rolle Stefanies zu betonen.

WIE JEDER ANDRE MANN (Rudolf)
Rudolf grübelt wieder und wünscht sich, ein ganz normaler Mann und kein Prinz zu sein. Der Druck, der auf ihm lastet, ist fast nicht erträglich für ihn. Wieder eine sehr schwere, melancholische Musik:“…Zeig mir ein Königreich, wo Prinzen keine Sklaven sind…“, „… Mein Leben hier als Prinz – für mich ist es nur Quälerei, ich gäb’ es auf, wär’ ich nur frei…“. Bezeichnende Formulierungen, wie er seine Rolle sieht. Auch das wieder eine tolle Ballade, kraftvoll gesungen.

MUT ZUR TAT (Rudolf)
Rudolf fasst wieder Mut – er will sich mit aller Stärke für Veränderungen einsetzen, denn sein Land braucht ihn und er wird alles ihm Mögliche tun. Erneut ein tolles, überzeugendes Stück des Kronprinzen, diesmal etwas heller, optimistischer, mitreißend.

DER WEG IN DIE ZUKUNFT (Rudolf, Ensemble)
Rudolf hält – Taaffe ablösend – eine Rede vor der Bevölkerung, anlässlich einer Ausstellungseröffnung. Es gelingt ihm, das Volk mitzureißen und von seinen Ideen zu überzeugen, die auch in die politische Richtung gehen. Die Menschenmenge jubelt ihm zu, trägt ihn auf ihren Schultern – was von Taaffe misstrauisch aus dem Hintergrund beobachtet wird. „Kämpft mit mir für das ungelebte Leben frei von Ungerechtigkeit....!“ Das Lied ist ein richtiger „Ohrwurm“ und bleibt einem auch nach dem Musicalbesuch noch gut in Erinnerung – eher flott, optimistisch, antreibend. Rudolf kraftvoll im Vordergrund, das Ensemble ihn bestärkend und zu seiner Unterstützung.

DIE LIEBE LENKT (Gräfin Larisch)
Eine Ballade der Gräfin, die nach dem triumphalen Abgang Rudolfs die Bühne betritt. Zunächst ist nicht ganz klar, warum die düsteren Rhythmen, die fast einem Trauermarsch ähneln. Ihr ist wohl klar, dass Rudolf es nicht schaffen wird, dauerhaft erfolgreich zu sein und dass sein Untergang nur eine Frage der Zeit ist. Auch die Liebe kann ihn hier nicht retten. Starker Auftritt der Sängerin, aber deprimierend und genau das Gegenteil zum vorher gesungenen „Weg in die Zukunft“ – ein Hinweis auf das drohende tragische Ende, dem Rudolf und Mary nicht entrinnen können.

WENN DAS SCHICKSAL DICH EREILT (Taaffe, Mary)
Taaffe bestellt Mary zu sich und will sie mit einem Scheck davon überzeugen, Rudolf zu verlassen. Sie könne ihn ohnehin nicht dauerhaft halten. Doch sie ist nicht käuflich und bietet dem Ministerpräsidenten die Stirn, lässt sich von ihm nicht einschüchtern. Tolles Duett zwischen der jungen Frau und dem Intriganten, der nur an der eigenen Macht interessiert ist. Kraftvolle Stimmen, gegeneinander stimmlich eingesetzt, starker Rhythmus.

KANN ICH EINFACH GEHEN? (Mary) (jetzt nicht mehr im aktuellen Bühnenstück!?)
Rudolf möchte, dass Mary zu ihrem eigenen Schutz das Land verlässt. Auch der Kaiser hat ihr und ihrer Familie gedroht. Jetzt ist auch die sonst so selbstbewusste und starke Mary ratlos, was sie tun soll. Vernunft kämpft gegen Liebe – in einem langsamen, schwermütigen, kraftvollen Stück. Sie wird Rudolf immer lieben, will sich aber zwingen, zu gehen.

ICH SCHÜTZ DEN STAAT (Kaiser Franz Josef) (jetzt nicht mehr im aktuellen Bühnenstück!?)
Wie schon geschrieben, hat man dieses Stück unverständlicherweise nach der „Sommerpause“ raus genommen, obwohl es eigentlich die Situation Kaiser-Sohn am Schluss, die unüberbrückbare Kluft zwischen ihnen, noch einmal sehr deutlich gemacht hat! Zunächst wird nochmal „Du willst nicht hören“ vom Anfang aufgenommen. Rudolf hat durch Unterstützung einer politischen Verschwörung mit seiner Unterschrift Hochverrat begangen, was dem Kaiser durch Spitzel zugetragen wurde. Er kann nicht mehr sein Nachfolger sein – der Kaiser ist erschüttert über das, was sein Sohn getan hat, ist aber allein dem Staat verantwortlich. Er kann Rudolf nicht helfen, sein Sohn hat Unrecht, ist ein Narr. Seine letzten Worte an Rudolf:“Du bist nicht würdig, mein Nachfolger zu werden.“, was in der neueren Fassung ohne das Lied so im Raum stehen bleibt. Sehr ergreifend.

DU BIST MEINE WELT (Mary und Rudolf)
Mary befindet sich am Bahnhof, nachdem Rudolf sie zu ihrem eigenen Besten fortgeschickt hat. Der Kronprinz will noch zu ihr, kommt aber erst nach der Abfahrt des Zugs dorthin. Er findet noch ihren Schal und glaubt, sie verloren zu haben. Doch sie konnte nicht einsteigen und kommt unerwartet zu ihm. Es folgt eine wundervolle Liebesballade – beide haben miteinander das größte Glück gefunden, trotz aller Umstände, Hauptsache, sie sind zusammen. Das Lied wurde auch als Single auf Englisch („I was born to love you“) veröffentlicht, etwas weniger auf Musical gemacht, sondern mit einem etwas moderneren, aufpeppenden Rhythmus vertont – mir gefällt die Musical-Version jedoch am besten, mit viel Orchester, einfach ein tolles Liebesduett.
Beide können nirgendwo mehr hin, alle sind gegen sie, also fassen sie einen letzten Entschluss: Er: „Besser sofort sterben, als jeden Tag ein bisschen.“ – Sie: „Bring mich nach Mayerling.“ Es folgt ein Instrumentalstück, indem die Melodie aus „Vertrau in uns“ wieder aufgenommen wird – auf der Bühne in sind sie im Schloss, Mary in einem prachtvollen goldfarbenen Kleid, vor einem großen Bett – daneben erscheinen mit schwarzen Kerzenleuchtern der Kaiser, die Gräfin, Taaffe und Stefanie – wie zum letzten Geleit, die dann langsam wieder die Bühne verlassen….
Dann singen Mary und Rudolf wieder, ganz langsam und gefühlvoll „Vertrau in Uns“, anschließend instrumental ein Walzer, das Licht geht aus und… 2 Schüsse und ein sehr kurzer musikalischer Abspann des Orchesters – eigentlich zu wenig, um das Erlebte wirklich zu verdauen. Beide liegen tot auf dem Bett.
Ein beeindruckendes Finale – an dem traurigen Ausgang lässt sich leider nichts ändern.


Unter www.musicalvienna.at gibt es tolle Bilder und auch ein Video, das einen super Eindruck von der Show vermittelt – oder man legt sich am besten gleich CD und/oder DVD zu, denn es lohnt sich wirklich!


FAZIT
Ein musikalisches Denkmal für den Kronprinzen und seine Geliebte Mary Vetsera – für die Ewigkeit aufgenommen – zum immer wieder anhören, genießen und „mitleiden“. In manche Stücke muss man sich erst einhören – dann gefallen sie immer mehr.
Rudolf - ein Musical, das sicher nicht für gute Laune und lustige, entspannende Unterhaltung sorgt, sondern tief bewegt und eher nachdenklich macht, mit tollen Balladen, die in Erinnerung bleiben.




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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
esp1

esp1

29.11.2011 07:53

ich hatte gerade letztes wochenende bei einer fahrt nach oö die live cd im auto dabei und hab voll aufgedreht, wirklich schönes stück, dabei hats mir beim ersten mal im theater gar nciht gefallen. erst beim zweiten mal war ich so richtig begeistert. lg

Katzimoto

Katzimoto

11.04.2010 00:17

Vond diesem Musical höre ich das erste Mal ...

Wapu2002

Wapu2002

23.12.2009 21:38

Das werd ich mir demnächst wahrscheinlich noch ansehn! Frohe Weihnachten und guten Rutsch ins neue Jahr, Walter

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