Runrig Konzertberichte

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Beat the drum

5  13.11.2007

Pro:
Wie bei Runrig üblich ein tolles Konzert

Kontra:
Leider viel zu selten in Deutschland

Empfehlenswert: Ja 

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

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squarerigger

Über sich: Besonders am Herzen liegt mir derzeit meine Meinung zur (Nicht-)Zukunft der Atomkraft. - Besucht me...

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 78 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Seit 1991 bin ich begeisterter Fan der schottischen Band Runrig. Damit dürfte ich hierzulande wohl eher zu den Fans der ersten Stunde gehören, denn damals spielte die Band noch in kleinen Hallen vor wenigen Hundert Zuschauern. In der Zwischenzeit hat sich ihre Fangemeinde deutlich erhöht. Seit 1991 habe ich keine Deutschland-Tour von Runrig verpasst, insofern war klar, dass ich auch mindestens ein Konzert der aktuellen "Everything you see"-Tour besuchen würde.

Im Rahmen dieser Tour spielt bzw. spielte Runrig an folgenden Orten:

06.11.2007 Bremen, Pier 2

07.11.2007 Hannover, AWD Hall

08.11.2007 Leipzig, Haus Auensee

09.11.2007 Berlin, Columbiahalle

10.11.2007 Bielefeld, Ringlokschuppen

12.11.2007 Rastatt, Badener Halle

13.11.2007 Köln, Palladium

14.11.2007 Mainz, Phönixhalle

15.11.2007 Oberhausen, Arena

Ich besuchte das Konzert in Rastatt am 12.11.2007. Ehe ich darüber berichte, möchte ich für all Jene, die Runrig nicht kennen, noch kurz die Band vorstellen.

Seit nunmehr 34 Jahren existiert Runrig bereits. Gegründet wurde die Band 1973 von den Brüdern Calum und Rory MacDonald. Zu Beginn tourten sie noch als Tanzkapelle durch die Welt der schottischen Highlands und Inseln. Recht bald aber fanden sie ihren ganz eigenen Stil, eine Mischung aus schottischem Folk und Rockmusik. Mit diesem Sound gelang ihnen auch außerhalb ihrer schottischen Heimat der Durchbruch. So sind sie heute insbesondere in England, Dänemark und Deutschland recht beliebt und haben dort eine treue Fangemeinde. Dies zeigt sich auch daran, dass die Deutschland-Konzerte immer recht schnell ausverkauft sind.

Im Laufe der Zeit kam es zu diversen personellen Veränderungen. Die Konstante bilden nach wie vor die MacDonald-Brüder. Heute präsentiert sich die Band in folgender Besetzung:

Calum MacDonald (seit 1973): Perkussion, Gesang, geb. 12.11.53

Rory MacDonald (seit 1973): Bass, Gitarre, Gesang, 27.07.49

Malcolm Jones (seit 1978): Gitarre, Pipes, Akkordeon, geb. 12.07.59

Iain Bayne (seit 1980): Schlagzeug, 20.01.60

Bruce Guthro (seit 1998): Gitarre, Gesang, 31.08.61

Brian Hurren (seit 2001): Keyboard, Gesang, 09.10.80

Mit Ausnahme von Bruce Guthro stammen alle Mitglieder der Band aus Schottland. Guthro kommt von Cape Breton Island, Nova Scotia, Kanada, hat jedoch schottische Ahnen, so dass er gut in die Band passt.

Ich persönlich finde ja die Altersspanne der Bandmitglieder sehr faszinierend. Wenn man sieht, dass Keyboarder Brian Hurren erst 1980 geboren wurde, so können eigentlich alle anderen Bandmitglieder locker sein Vater sein. Trotz dieser Altersunterschiede präsentiert sich die Band jedoch als sehr homogene Einheit.

Doch nun genug der Vorrede. Widmen wir uns dem Konzert am 12.11.07 in Rastatt.

Eigentlich ist die Badner Halle in Rastatt ja nicht wirklich für große Konzerte geeignet. Der eigentliche Saal ist recht klein, so dass Besucher auch noch im Foyer stehen müssen. Von dort aus ist die Sicht aufgrund diverser Stützpfeiler recht eingeschränkt. Dennoch spielt Runrig seit Jahren bei jeder Tour dort. Dies lässt sich vor allem damit begründen, dass in dieser Region viele treue Runrig-Fans wohnen. Wenn man die Geschichte der Band Revue passieren lässt, so kann man behaupten, dass in der Region rund um Karlsruhe, zu der Rastatt ja gehört, wohl die Deutschland-Karriere der Band begonnen hat. Insofern führt für Runrig natürlich kein Weg an dieser Gegend, in der es leider nicht allzu viele gute Konzerthallen gibt, vorbei.

Als Vorgruppe hatte Runrig diesmal Madviolet ausgewählt. Hierbei handelt es sich um zwei Frauen aus Nova Scotia, der Heimat von Sänger Bruce Guthro. Sie präsentieren eine Mischung aus Folk und Singer-Songwriter-Musik, dargeboten nur mit Gitarre und Geige. Vom Stil her erinnern die Beiden an die vor einigen Jahren in Deutschland relativ bekannte Band Wonderwall. Schlecht fand ich ihre Musik jedenfalls nicht, wobei man natürlich anmerken muss, dass es Vorbands immer schwer haben, denn eigentlich will sie niemand wirklich hören. Dennoch gelang es den Beiden, eine gute Stimmung in der Halle zu verbreiten.

Gegen 21.00 Uhr war dann die kurze Umbaupause nach der Vorgruppe beendet. Das Licht im Saal ging aus, die Bühne war noch dunkel. Und dann ertönten die für den Beginn von Runrig-Konzerten so typischen Klänge von Malcolm Jones' Midi-Pipes. Damit begann ein fast zweistündiges Konzert, in welchem die Band nicht nur die Songs des aktuellen Albums "Everything you see", sondern auch viele ältere Stücke spielten. Das älteste gespielte Stück war "An toll dubh" aus dem Jahre 1981. Wie bei Runrig üblich wurden auch einige gälischsprachige Songs dargeboten. Auch die Mischung aus langsamen Balladen und eher schnellen Rocksongs war wiederum sehr ausgewogen.

Geprägt wurde das Konzert natürlich primär durch die beiden Sänger Bruce Guthro und Rory MacDonald, welche sich auch bei der Moderation gegenseitig die Bälle zuspielten. Aber auch die anderen Bandmitglieder kamen nicht zu kurz. Natürlich sind sie sowieso alle mit ihren Instrumenten für den Gesamtsound der Band unentbehrlich. Aber gerade beim traditionellen Akustik-Part konnten sie auch einmal in den Vordergrund treten. Wie seit Jahren bei den Runrig-Auftritten üblich, standen dabei Calum MacDonald, Malcolm Jones, Iain Bayne und Brian Hurren mit großen Trommeln auf der Bühne und lieferten ein wahren Perkussions-Feuerwerk, während sich Bruce Guthro mit der akustischen Gitarre zurückhielt. Keyboarder Brian Hurren hatte zudem seinen fast schon traditionellen Gesangspart bei "Book of golden stories".

Nach rund eineinhalb Stunden war die Zeitreise durch die musikalische Geschichte der Band mit "Hearts of olden glory" zunächst einmal beendet, aber glücklicherweise folgten noch zwei Zugabenrunden, in denen u.a. mit "Protect and survive", dem obligatorischen "Loch Lomond" und dem inzwischen schon traditionellen "Book of golden stories" einige Highlights des Konzerts folgten.

Nachfolgend möchte ich die komplette Setliste des Konzerts in Rastatt wiedergeben (ich hoffe, ich habe keinen Song vergessen *g*):

The year of the flood

Pride of the summer

Road trip

Ocean Road

Proterra

An toll dubh

Sona

The engine room

Every river

Maymorning

An reiteach

Scandinavia

Stamping ground

Clash of the ash

Skye

Hearts of olden glory

Something's got to give

Protect and survive

Loch Lomond

Book of golden stories

Alles in allem war auch dieses Runrig-Konzert wieder super, wobei ich zugeben muss, das ich bei dieser Band noch nie einen schlechten Gig erleben musste (und ich war schon bei circa 20 Auftritten von Runrig). Die Spielfreude der Sechs ist nach wie vor ungebrochen. Man merkt ihnen an, dass sie auf der Bühne Spaß haben und daher immer sehr gut motiviert sind. Und man merkt auch, dass sich die Jungs gut verstehen. Somit sind natürlich wichtige Voraussetzungen für gute Konzerte gegeben. Wenn dann noch gute Songs (primär aus den Feder der MacDonald-Brüder) und virtuoses Beherrschen der Instrumente (eigentlich bei allen Bandmitgliedern) dazukommen, dann kann eigentlich nichts mehr schiefgehen. Insofern vergebe ich gerne volle fünf Ciao-Sterne und würde, falls möglich, auch jederzeit noch höher bewerten. Auch meiner Liebsten, die nicht gerade ausgewiesener Runrig-Fan ist, hat das Konzert sehr gut gefallen. Hier zeigt sich halt, dass Runrig noch eine richtige Live-Band ist. Die Jungs schaffen es, mit ihrer Bühnenpräsenz und Ausstrahlung das Publikum in ihren Bann zu ziehen.

Ach ja, beim Konzert in Rastatt gab es noch eine Besonderheit. Während des letzten Lieds kamen die beiden Mädels der Vorgruppe auf die Bühne und stimmten ein "Happy birthday" an. Percussionist Calum MacDonald feierte nämlich am Tag des Konzerts seinen 54. Geburtstag, was von den Fans mit stehenden Ovationen gewürdigt wurde. Ein schöner Abschluss für ein tolles Konzert. Mit dem üblichen "God bless!" von Rory MacDonald (Wer die Biographe dieses Mannes kennt, der weiß, dass das bei ihm nicht nur eine Floskel ist) endete ein faszinierendes Konzert.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
hr.biernot

hr.biernot

16.10.2008 00:05

ich war natürlich in Mainz. ;-))))

jockel2001

jockel2001

25.05.2008 15:31

Hallo squarerigger. echt sehr hilfreich. Gruß Iotoh

t.schlumpf

t.schlumpf

17.11.2007 22:07

Du hast mich neugierig gemacht, ich werde mal nach den Gruppe Ausschau halten. Das hört sich ganz nach meinem Geschmack an, lg Tanja

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