Produktbewertung des Autors:
| Pro: |
Einfache Bedienung, gute Geschwindigkeit |
| Kontra: |
zu viele Bugs für professionelle Anwendung |
| Kompletter Erfahrungsbericht |
|
Die Rubrik "Sequencer-Software" trifft hier zwar nicht zu, aber es ist trotzdem einen Bericht wert.
Mit Wavelab kann man nämlich wirklich gut arbeiten, wie ich seit ein paar Monaten feststelle.
Ohne, wie z.B. Pro Tools, ein professionelles Studio zu simulieren, bietet es einem umfangreiche Bearbeitungsmöglichkeiten auf einer übersichtlichen Oberfläche.
Nachdem ich mich ein bißchen eingearbeitet hatte, stellte ich fest, daß Wavelab für gewisse Schnippeleien noch sehr viel besser geeignet ist als Pro Tools...
Die Maus ist dabei ein Multifunktionswerkzeug, je nachdem, wo auf der Region man sich befindet, kann man damit entweder die Region verschieben, Level oder Panning beeinflussen, die Ränder auf- oder zusammenziehen, markieren oder sogar markiertes per drag&drop herausziehen, um es entweder woanders in der Session (=Montage) abzulegen oder getrennt im 2-Spur Editor zu bearbeiten.
Der rechte Mausklick erspart einem dabei oft das lästige Suchen von Funktionen im Menü. So kann man z.B. die Aufnahme an einer bestimmten Stelle starten, den Clip teilen (geht aber schneller mit Shortcut), die Hüllkurve bearbeiten, zwischen Pan und Level-Ansicht umschalten und sogar solche Dinge wie Effekte einfügen, Timestretching und Pitchshift kann man so beguem erreichen.
Die "normale" Ansicht von Wavelab ist allerdings der 2-Spur-Modus, in den Mehrspurmodus muß man erst einmal wechseln.
Wavelab kommt mit allen Formaten klar, die gebräuchlich sind und verarbeitet auch größere Datenmengen in einer angenehmen Geschwindigkeit. Man kann Tracks oder MP3s direkt von CD importieren und auch Material direkt als MP3 exportieren.
Mittels der "Datei"-Ansicht im oberen Teil des Editors hat man schnell und unkompliziert Zugriff auf Audiodateien auf der Festplatte.
Für Effekte (VST und DirectX werden unterstützt) gibt es allerdings nur 6 Wege in der Mastersektion. Wer den jeweiligen Effekt nur auf einzelnen Clips haben möchte, muß sie also entweder direkt darauf insertieren (was allerdings nicht mit allen Plugs geht und auch gerne mal zu Abstürzen führt) oder sie daraufrechnen, was einen vor die lästige Aufgabe stellt, sich dafür Dateinamen und Speicherorte auszudenken, und den bearbeiteten Clip danach wieder an die richtige Stelle in der Montage zu setzen...
Die Mastersektion braucht man zum größten Teil wegen des "Apply"-Buttons, über den "gemastert" wird, man kann entweder markiertes oder die gesamte Montage mit den insertierten Plugs auf zwei Spuren herunterrechnen.
Wenn man an einer Session schon länger herumgebastelt hat, kann es allerdings auch schon mal sein, daß der Mauszeiger anfängt herumzuspinnen und nicht mehr das macht was man möchte, man kann dann meistens die Lautstärke nicht mehr verändern. Wenn das passiert ist die Session auch mit Neustart nicht mehr zu retten, man sollte also immer Sicherungskopien machen.
Ansonsten ein sehr schönes semiprofessionelles Programm daß ich empfehlen kann.
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