Value for Money!
12.01.2007
Pro:
Gitarren, Gesang, zeitloser deutscher Heavy/Powermetal
Kontra:
praktisch nichts
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
Häufigkeit der Nutzung
Dieser Tonträger ist:
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 Truhe156
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:10
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 26 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
"Sagas Of Iceland, Vol. 1" ist das 3. Album der deutschen Powermetalband Rebellion, die im Jahr 2000 von Uwe Lulis und Tomi Göttlich gegründet wurde nachdem sie die Band Grave Digger verlassen hatten. Es wurde 2005 von Massacre Records veröffentlicht und kommt auf über eine Stunde Spielzeit. Demnächst erscheint übrigens auch das nächste Album von Rebellion. Es hört auf den Namen "Miklagard" und wird voraussichtilich am 27. Februar 2007 veröffentlicht.
In einigen Zeitschriften und Internetmagazinen wurde "Sagas Of The Iceland, Vol. 1" vorgeworfen, wegen der darin erzählten Wikingergeschichten und der musikalischen Ausrichtung eine äußerst langweilige, unoriginelle und klischeebeladene Veröffentlichung zu sein. Ich wiederum halte Rebellion an sich für eine großartige deutsche Band, die viel mehr Aufmerksamkeit und Lob verdient als sie bisher gekriegt hat; und "Sagas Of Iceland Vol.1" ist ihr bisher bestes Album. Dabei waren die Vorgänger garnicht soübel: "MacBeth", das Erstlingswerk, ist eine gelungene Heavy Metal-Adaptation von Shakespeare's MacBeth, und die zweite Veröffentlichung, "Born A Rebel", macht als bewusst klischeehaft gehaltene Partyplatte (Heavy Metal Fans auf Motorrädern etc.) auch was her. Immerhin ist es nicht immer so dass ich nur gaaanz originelle, ausgefallene, grenzverschiebende Musik hören möchte. Meshuggah, Opeth, Disillusion... Das Alles mag ja großartige Musik sein. Aber irgendwann brauch ich einfach mal wieder eine Ladung "old school"-Metal, den ich mir anhören kann ohne über die Bezeichnung einer neuen Musikrichtung nachdenken zu müssen. Da finde ich es angenehm dass es noch Bands gibt, die einfach ehrliche Musik machen und die nie mit dem Ziel angetreten sind, mit ihr einen Innovationspreis zu gewinnen. Dass "Sagas Of Iceland" in meinen Augen so ein tolles Album ist liegt aber nicht nur daran dass es einfach konsumierbar ist; das würde dem Werk nicht gerecht werden. Es ist einfach der Umstand dass man zu jeder Sekunde der CD die Spielfreude raushört, die die Truppe um Uwe Lulis & Co. zu Tage fördert. Aber dazu später mehr.
Das Konzept des Albums basiert auf den alten Wikingersagen und der Geschichte Skandinaviens. Klischeehaft ist das Album dadurch aber kaum, denn es wird nicht (wie z.B. bei den Viking-Metallern Amon Amarth) darüber gesungen Christenfrauen zu schänden und Häuser zu verbrennen und andersherum und gleichzeitig. Stattdessen enthält das Album wirklich einen sehr gut recherchierten Auszug all dieser alten Legenden und Sagen; neben dem Booklet ist so auch beispielsweise ein zusätzliches, sehr informatives Blatt enthalten auf dem nochmal auf Deutsch die gesamte auf dem Album enthaltene Wikingerhistorie mit ihren Hintergründen etc. beleuchtet wird. Die Stücke auf dem Album drehen sich dabei jeweils um bestimmte Abschnitte dieser Geschichten und Sagen und werden mit klassischer Heavy Metal-Besetzung (2 Gitarren, Bass, Schlagzeug, Gesang... Mehr braucht man nicht um glücklich zu sein!) gespielt. Die Instrumentalfraktion versucht sich dabei auch nicht in übertriebener Virtuosität; man gibt stattdessen dem Ziel, spannende, funktionierende Songs zu gestalten den Vorrang. Und das ist gut so, denn zwar ist jedes Stück im Endeffekt von der Grundstruktur gleich aufgebaut; dennoch wird es nie langweilig, da in jedem Stück eine toll ausgearbeitete Bridge vorhanden ist die zum genaueren Zuhören motiviert und Abwechslung bringt.
Genauer auf die einzelnen Songs einzugehen macht eigentlich keinen Sinn, immerhin weiß man nach einem kurzen Blick auf das Plattencover sofort was da auf einen zukommt. Dennoch möchte ich es mir nicht nehmen lassen, auf ein paar besondere Perlen dieses Albums hinzuweisen: "The Sons Of Dragonslayer" ist ein angenehm schnelles Powermetalstück, bei dem Uwe Lulis genau zeigt wo er sonst immer die Axt geschwungen hat.
"Ragnhild's Dream" Ist auch ein typisches Heavy/Powermetalstück. Einfach mit ordentlich dampf runtergezockt, Helden die Frauen Retten, tolle Leadgitarrenläufe und ein todschickes Solo im letzten Drittel des Stücks. So muss das gehen! Da sag' doch noch einer dass Klischees was schlechtes sind. Lieber ein klischeehaftes neues Powermetalalbum, als zum 10.000. Mal "Heavy Metal Breakdown" von Grave Digger anzuhören... Obwohl, warum nicht. Immerhin ists ein tolles Stück ;) In dieselbe Kerbe wie "Ragnhild's Dream" schlägt auch "Eric The Red", und zeigt wieviel Abwechslung mit den immerselben Powerchords und Rhythmen möglich ist. Großartig! Und das Solo ist für Heavy Metal-Verhältnisse auch noch ziemlich abgefahren.
Auch das letzte Stück, "Harald Hadrade", ist nen Durchlauf wert. Es ist langsamer gehalten als die vorher genannten Stücke und kommt dementsprechend fett und heavy daher. Eine tolle abschließende Wikingerhymne! Und ob man es glaubt oder nicht: Mit dem Stück "Freedom" zeigen Rebellion, dass selbst im Heavy/Powermetalbereich noch Innovationen möglich sind, ohne dabei unnötig modern zu klingen.
Was gegenüber einigen anderen HeavyMetal-Bands aüßerst angenehm ist ist der Umstand, dass der Sänger auch in einigermaßen humanen Tonregionen seiner Beschäftigung nachgeht. Im Klartext heißt das: Man nimmt dem Guten Mann trotz seiner Rolle als Sänger einer Old-school-Heavy Metalband ab, dass er Eier hat *hust* Wenn man das gesamte Album betrachtet kann man durchaus sagen dass es (besonders für Heavy-Metal-Maßstäbe) sehr abwechslungsreich ist. Die Geschwindigkeit der Stücke variiert von schleppend bis schnell, es gibt balladesk anmutende Akustikgitarreneinlagen (z.B. "Harald Harfager" (NICHT "Harald Hadrade"!) und ordentlich bratende Gitarren (z.B. der Beginn von "Ruling The Waves"). Am schönsten ist allerdings der Umstand dass man einfach die Spielfreude der Band an allen Ecken und Enden mitkriegt, und das motiviert dazu die Platte jederzeit mal wieder aufzulegen. Und... Langweilig wirds nie! Außerdem stellt man schnell fest dass die Band durchaus einen eigenständigen Stil pflegt der absolut nicht den Vorwurf, eine billige Grave-Digger Kopie in Jung zu sein, zulässt. Der Gesang von Michael Seifert und die Gitarrenarbeit von Uwe Lulis haben durchaus Wiedererkennungswert.
Der einzige Kritikpunkt ist die schreckliche Frauenstimme am Ende des Balladenteils von "Harald Harfager"... Aber das dauert nur 8 Sekunden und ist dementsprechend kein sonderlich schwerwiegender Kritikpunkt. Abschließend lässt sich sagen, dass dieses Album für jeden Metalfan geeignet ist, der wie ich einfach mal zwischendurch seine Dosis anständigen Heavy Metal braucht, der von einer gut gelaunten Truppe ohne unnötigen Schnickschnack heruntergezockt wird. Solche Bands gibt es leider heutzutage viel zu wenige... Und wer schon Grave Digger mag, der wird Rebellion eh lieben. Davon abgesehen kriegt man ein tolles Album mit gut recherchierten, interessanten Infos über die Wikingerhistorie, handwerklich gut gemachter Musik einer sehr sympathischen Truppe und einer langen Spielzeit. Value for Money halt.
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Ausgabedatum: 2005-05-27, Audio CD, Massacre (Soulfood)
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 nitlem
 Pinya
 Ingo_S
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12.01.2007 21:32
Trifft meinen Geschmack ! lg panico:-)