Reiter des Ostens
07.02.2005
Pro:
abwechslungsreich - tolle Produktion - gute Laune Musik
Kontra:
für eine Metalband untypische Lieder wie Lazy Day
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
Häufigkeit der Nutzung
Dieser Tonträger ist:
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 brightsim
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:25
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 30 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Knapp 10 Jahre gibt es die Apokalyptischen Reiter nun schon und mit Samurei liefern sie ihr fünftes Studioalbum ab. Abgesehen vom Albumnamen handelt bei der aktuellen Veröffentlichung der Thüringer nicht viel über fernöstliche Kultur. Rein stilistisch orientiert sich Samurei an das sehr gute Vorgängeralbum Have A Nice Trip - Fans der alten Platten Softer and Stronger oder All You Need Is Love sollten auf jedenfall vor dem Kaufn reinhören, da sich die Truppe musikalisch in den letzten 4 Jahren doch sehr weiterentwickelt bzw. verändert hat. Natürlich soll das nicht heißen, das neue Werk sei schlecht, ganz im Gegenteil. Die Thüringer stehen dazu sich verändert zu haben und lassen sich in keine Schublade stecken.
Waren die älteren Veröffentlichungen noch leicht als guter Death- und Black-Metal zu identifizieren machen es einem die Reiter nun nicht mehr so einfach voreilig über die Musik zu urteilen. Jeder Song stellt eine Einheit für sich dar und unterscheidet sich vom anderen. Mit dem etwas deplaziert wirkenden "Lazy Day" findet sich sogar ein Reggae Song auf der Platte. Das einzige, das sich durch wirklich alle Lieder hindurchzieht ist die schier wahnsinnige Produktion. Jeder Ton wird klar aus den Lautsprechern gewuchtet. Hinter dieser steckt der Däne Tue Madsen, der in der letzten Zeit durch seine weitgehend hervorragende Arbeit auf sich aufmerksam gemacht hat. Genug geschwafelt, Zeit die einzelnen Lieder genauer unter die Lupe zu nehmen:
Das neue Epos startet mit dem Song "Wahnsinn". Sofort wird gute Stimmung versprüht. Fuch steuert sehr guten klaren Gesang bei, der sofort im Ohr hängen bleibt. Hinzu kommt ein Refrain, der schon den Opener zu einer sehr gelungenen Arbeit macht. Das Drumming ist im niederen Tempo angesiedelt, treibt den Song an und eine Minute vor Ende wird noch ein Gitarrensolo eingeworfen, das schon einmal gut auf das Album einstimmt. Weiter geht es mit Erruption. Beinahe schon punkige Gitarren und Keyboardarbeit machen machen den Anfang für dieses Lied. Im mittelprächtigen Refrain gröht Fuchs "Erruption". Nach einer Minute offenbart sich das ganze Potential des Liedes. Eine wunderschöne Melodie, verstärkt durch tollen klaren Gesang leitet jedoch bald wieder in die anfängliche punkige Stimmung über. Dennoch ist auch Erruption ein gelungener Song, im direkten Vergleich zu den anderen Hits fällt er jedoch zurück.
Nummer 3 nennt sich Rock'n'Roll. Gesanglich wird es hier etwas härter. In den 2 Minuten findet sich kein klarer Gesang. Ansonsten guter Durchschnitt, nichts besonderes, aber auch nicht schlecht. Silence Of Sorrow ist der erste wirkliche Kracker auf der CD. Mit furiosem Gitarrenspiel, dynamischem Drumming und Growls startet die Granate und schon 1 Minute erklingt der Ohrwurm-Refrain schlechthin. Fette Gitarren, tolles Drumming mal klarer, dann wieder brutaler Gesang wechseln sich ab und sorgen für Abwechslung.
Auf Track Nummer 5, "Der Teufel", geht es wahrlich diabolisch zur Sache. In Sachen Tempo schlägt der Song alle Werke, die man auf Samurei finden kann. Der brutale Gesang passt wie die Faust aufs Auge. Ein kurzer Part im Lied setzt wieder auf klaren Gesang, alles in allem ist auch dieser Abschnitt gut gelungen, auch wenn ich selbst getrost darauf verzichten könnte. Nach dem kurzen melodischen Ausflug startet die Tempojagd erneut. In allen Belangen ein einzigartiger Titel, den man sich gerne oft hintereinander anhören kann. Reitermaniacs entpuppt sich zur ultimativen Reiterhymne. Langsames Drumming, schöne Melodien, keifender Gesang und passender Keyboardeinsatz schaffen mit dem guten Refrain ein wundervolles Klanggewand.
Weiter gehts mit Barmherzigkeit. Rockiger Beginn und gute Gitarrenarbeit zeichnen das Lied aus. Nach einer Minute wird der Hörer durch ein Mörderbreak aus der Traumwelt gerissen. Kurz darauf wird die anfängliche Harmonie wiederhergestellt, nur kurz vor Ende des knapp 3:30 langen Stücks werden noch einmal härtere Töne aufgefahren. Per Aspera Ad Astra stellt ein weiteres Highlight der CD dar. Der Death Metal Auftakt mündet in einem bombastischen Refrain. Schlagzeugarbeit und Gitarrenmelodien passen wie die Faust aufs Auge. Sehr schön anzuhören, zumal die Mörderproduktion für ein unvergleichbares Hörerlebnis sorgt.
Lied Nummer 9 ist das oben bereits erwähnt Lazy Day. Nicht mein Fall, nichts was man auf eine Metal-scheibe packen sollte. Meinetwegen kann so etwas als Bonustrack auf eine limitierte Edition wandern, aber sein muss sowas nicht. Ein Ausrutscher der das Gesamtbild doch etwas stört! Natürlich wird es Leute geben, die auch diesem Lied etwas abgewinnen können, ich gehöre allerdings nicht dazu. Was solls, dafür sind die abschließenden Lieder umso besser. Die Sonne scheint ( ...mir aus dem Arsch, wie es im Refrain ertönt ) sorgt sofort für gute Laune. Auch wenn mich die punkigen Elemente nicht unbedingt ansprechen bereinigt mich der tolle Refrain von allen Einwänden.
Roll my Heart startet mit einer tollen Klaviermelodie und schönem Gesang. Alle Elemente scheinen ineinander zu verfließen. Schlagzeug, Gitarren, Keyboards und Gesang bilden die perfekte Einheit. Ein weiterer Ohrwurm, wie man ihn nur selten findet. Bei Hey Ho gehts noch ein letztes mal kraftgeladen zu Werke. Dicke Gitarrenriffs, wieder absolut sauberer Gesang und abwechslungsreiche Gestaltung zeichnen den Song aus. Das tolle, bombastische Ende sind ein weiters als Pluspunkt zu nennen.
Das sphärische "Northern Lights" beendet die sehr gute Scheibe. Alles in allem hat das Werk bei mir einen sehr guten Eindruck hinterlassen, auch wenn Lazy Day stört. Der eine aus 13 wirklich gelungen Songs soll aber kein Grund sein das Album nicht trotzdem zu mögen. Auch wenn ich persönlich "Have A Nice Trip" aus der neuen Ära bevorzuge, kann man getrost mal reinhören. Es lohnt sich
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19.07.2005 17:14
Zu unten: Also vielseitig finde ich die Reiterbande aber doch. Total hart, trotzdem eingängig und man nie weiß, wo der Song endet, eben weil da so viel passieren kann. Vielleicht kann man sich da über den Begriff streiten und sagen, das ist abwechslungsreich oder sonstwas. Allerdings kenn ich Lazy day auch nicht, ich kann also im Grunde gar nix dazu sagen.
19.07.2005 17:09
Ha! Die kenne ich nicht nur gut, von denen habe ich sogar was!!! :) Okay, von denen muss man auch was haben, Reiter sind echt geil. Mal sehen - Soft and stronger und All you need is love. Have a nice trip habe ich nach 2maligem Hören (mit sehr verkniffenem Gesichtsausdruck) wieder verkauft, weil sie mir nicht gefallen hat. Ich glaub mir war das zu poppig oder ich hatte auch einfach mal keinen Bock mehr auf die Band (passiert mir häufig dass ich dann die CD verkaufe und irgendwann bereu ichs dann). Cooler Bericht, aber ich glaub auf Samurai verzicht ich lieber vorerst. Man muss ja auch nicht immer alles von ner Band haben.
16.02.2005 17:26
vielseitigkeit endet bei mir beim kompletten bruch mit der eigentlichen musikrichtung. wie ich auch geschrieben habe, wird es sicher leute geben, denen das lied gefällt - nicht zu erwähnen, dass es bei dem lied anders zur sache geht, bzw. einfach auf "vielseitigkeit" zu schließen finde ich fahrlässig. da es hier darum geht leuten das album mit worten so gut wie möglich zu beschreiben, denke ich doch, dass für die meisten lazy day fehl am platz ist. würde eminem einen black metal song auf eine scheibe pressen wäre die doch auch "leicht" fehl am platz oder? als bonussong immer, aber nicht als standardalbumtrack. meine meinung