Wer ist Gary Moore?
16.11.2002
Pro:
wunderbare Songs
Kontra:
- / -
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
mehr
 anansie
Über sich:
ich bin vor allem schüchtern...
Mitglied seit:16.11.2002
Erfahrungsberichte:6
Vertrauende:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 39 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Gary Moore ist ein Ausnahmemusiker wie er im Buche steht: Er hat es sich nie leicht gemacht und doch war er konstant als Musiker und Unternehmer erfolgreich. Sein neues Album Scars bestätigt diesen Presse O-Ton und setzt noch eins drauf: Der Junge kann rocken, und wie. ~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~ Das letzte Album floppte musikalisch und kommerziell anscheinend sehr stark; Gary hatte versucht, etwas neues zu machen und war damit auf die Nase gefallen. Dieses Ziel verfolgt er auch mit Scars, allerdings auf anderen Wegen: Zum einen hat er sich für eine Trio-Formation entschieden, bestehend aus Skunk Anansie Bassist Cass Lewis (unverkennbar, diese Basslines) und Drummer Darrin Mooney, der schon vorher zu seinem Kader gehörte. Zusammen machen die drei nun extrem harmonischen Blues-Rock mit nicht unerheblichen Metal- und Jazzattitüden, der durch Garys verspielte Gitarrenriffs und Cass' groovende Basslines besticht. Ich erwische mich immer wieder dabei, wie ich im Bezug auf diese Platte von einer Rockband rede, und das im allerbesten Sinne.
Das Album würde ich ganz subjektiv in zwei Teile separieren. Der erste, doch sehr rockige Part führt geradlinig in die Platte ein und zeigt den jungen Hüpfern aus der Nu-Metal Ecke einmal mehr, wie mans richtig macht. Der zweite Teil besticht durch bluesiges Skalengehüpfe, ruhige, getragene Musik zum Chillen und entspannen. Mir persönlich aufgefallen ist vor allem die Vorliebe des Trios für starke Refrains, die sich in den zum Weinen schönen Bluestracks hervorheben wie eine Oase in der Wüste, wobei ich diese ganz spezielle Wüste sehr lieb gewonnen habe. Zu den einzelnen Songs:
01 When The Sun Goes Down Ein flotter Blues mit Rockattitüden gleich zu Beginn, es groovt unwahrscheinlich stark; ein Song der mich dazu verleitet, im Raum umherzuhüpfen. Persönlicher Untertitel: Finest Worksong 02 Rectify Ein Wort reicht um diesen Song zu beschreiben: Metal! Und zwar von der ganz feinen Sorte, im Fass gereift :) Garys Stimme zeigt hier was sie kann und hat so manchen Herzaussetzer beim Zuhöhrer zur Folge.
03 I Wasn't Born In Chicago Mein Lieblingstrack, dieses Stück beweist wie kein zweites, daß Blues nicht langweilig sein muss. Charakteristisch ist Cass 'Funky Bass' und der kräftige Refrain. 04 Stand Up You can do what you want, nobody can stop you baby... Hm... also ich will meinen Kopf rhythmisch auf und ab bewegen und nach den passenden Worten für diesen Song suchen: Groovy, rockig, Gary Moore.
05 Just Can't Let You Go Mit 7:40 sicher nicht das kürzeste Stück der Musikgeschichte, aber noch lange nicht das längste auf diesem Album. Hierbei handelt es sich um eine puristische Liebesballade, die den Zuhörer geradezu einlullt und zum Träumen verleitet, nur um ihn nach gewisser Zeit wieder mit dem rockigen Refrain in die Realität zurückzureißen und ihm seine Message aufzudrücken. Sehr schön! 06 My Baby (Shes So Good To Me) 16bar Blues plus Garys sagenhaft männliche Stimme erzeugen diese ganz besondere "New Orleans Club 11pm"-Atmosphäre, die man mag oder nicht. Ich mag den Song nicht so sehr, davon habe ich schon zuviel gehört um es noch aufregend zu finden. Aber für Blues-Fetischisten perfekt
07 World Of Confusion Strukturell ein groovender Jazzsong, sehr auffällig sind die in den Vordergrund gerückten Drums, die Mooney bekanntermassen verdammt gut beherrscht. 08 Ball And Chain Ein verträumter, schöner Song, der Moore viel Spielraum lässt um seine zahllosen und allesamt für mich unnachvollziehbaren Gitarrenriffs unter Beweis zu stellen. Erinnert sehr stark an Hendrix zu seinen besten Zeiten; mit über 12 Minuten vielleicht ein bißchen lang. Witzigerweise ist dieser Song nur eine Demo gewesen, die dem Trio aber so gut gefiel, daß sie leicht gekürzt(!) aufs Album kam.
09 World Keep Turnin' Round Aufwachen! Zielgeradenstimmung bei diesem rockigem Stück, das wieder einmal stark groovt. 10 Who Knows (What Tommorrow May Bring) Gary, Cass und Darrin verabschieden sich mit einem ruhigen, von einer einfachen Bassline getragenen Stück. Er verzichtet ganz bewusst auf viel Schnickschnack, nach der Devise weniger ist mehr und begleitet den Zuhörer auf eine Reise zu sich selbst. Einzig und allein die Bridge veranlasst die Musiker, mal etwas härter in die Saiten zu greifen. Ums auf bayrisch auszudrücken: Ein kleines Betthupferl; fehlt noch ein Glas Milch und die Zimmerbeleuchtung leicht abgedimmt...
Fazit
Wenn du nichts mit Gary Moore anzufangen weißt, höre dir bitte diese Scheibe an. Als ich sie kaufte hatte ich selbst Zweifel, ob sie das wäre, was ich mir darunter vorstelle, aber sie ist es; und noch mehr. Und wenn du auch nur annähernd interessiert an guter Musik bist kauf dir diese Platte, sie ist es echt wert. anansie
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Scars - Gary Moore
Ausgabedatum: 2006-07-07, Audio CD, Sanctuary (rough trade)
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12.12.2003 20:38
Sehr informativ! Gary Moore ist genial!!!
18.11.2002 07:29
Von Mr. Moore habe ich schon länger nichts mehr gehört. Vor seiner Blueszeit hat er ja schon einige Rockplatten gemacht. Mir persönlich haben seine Blues CDs sehr gut gefallen. Gruß Peter
16.11.2002 21:12
Herzlich Willkommen bei CIAO. Dein erster Bericht ist ja wirklich klasse. Mach weiter so und du wirst sehen wie viel Spaß man hier bei CIAO haben kann. vlg Forests