Erfahrungsbericht über

Sensor - Camouflage

Gesamtbewertung (2): Gesamtbewertung Sensor - Camouflage

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Camouflage - Sensor

5  17.03.2005

Pro:
Ein Fünkchen Retro, gepaart mit modernem Sound  -  absolut empfehlenswert !

Kontra:
Hat zu lange auf sich warten lassen .  .  .

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

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testorakel

Über sich:

Mitglied seit:01.01.1970

Erfahrungsberichte:1

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 23 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Camouflage - Sensor

Wenn ich eines NIE gedacht hätte, dann, dass Camouflage nach der phantastischen „Voices & Images“ und der – dank u.a. „Love is a shild“ immer noch überdurchschnittlichen „Methods of Silence“ - noch einmal ein wirklich gutes Album veröffentlichen würden.

Auf die ersten beiden Alben, die Camouflage in meinem Musiker-Herzen Platz reserviert hatten, folgten die zwar nicht ganz schlechten, aber dennoch recht uninsperierten und dröge produzierten „Meanwhile“ und „Bodega Bohemia“. Nach dem unsäglichen „Spice Crackers“ folgte der Versuch seitens der Plattenfirma mit einem „Best of“-Album etwas Wind in die längst eingemotteten Segel zu blasen – leider ohne bemerkenswerten Erfolg.

Dass die drei (zwischenzeitlich zwei) Jungs kein Fall für die „Was macht eigentlich...?“-Rubrik wurden, verdanken sie wohl einem mehr als zuträglichen Sinneswandel. „Back-to-the-Basics“ sollte das Rezept sein – und es ging auf! Mit Oliver Kreyssig holten Marcus Meyn und Heiko Meile den verloren Sohn zurück an Bord und schufen nun das Album „Sensor“. Camouflage pur! Ohne das Verlangen, irgendeinen Zeitgeist aufnehmen zu müssen – einfach nur schöner Synth-Pop.

Der Vorbote „Me & You“ schlug bei mir bereits ein wie Donnerhall. Derart lupenreinen Synth-Pop hatte ich schon lange nicht mehr gehört. Wie in alten Zeiten - und trotzdem recht modern klingend. Die Single ist auch gleich der Opener der „Sensor“. Im Anschluss demonstriert uns das Stück „Perfect“ Camouflage’s Vorliebe für dicke Klangteppiche, wobei sehr positiv auffällt, dass eben gerade der Gesang nicht in riesigen Hall-Fahnen versinkt. Dem sehr verspielten „Harmful“ (Wenn das eine echte Gitarre ist, dann fresse ich übrigens einen Besen!) folgt das geniale „Here she comes“. Hier zeigt sich, dass Marcus Meyn sich durchaus stimmlich nicht auf seinen Lorbeeren ausgeruht hat. Ein Extra-Lob für den sehr gefühlvollen und ausdrucksstarken Gesang.

Was dann folgt, ist der Hammer! „I can’t feel you“. Wenn das Musik-Business und die Welt im Allgemeinen nicht so unglaublich ungerecht wären, könnten die DJ „BoBo“s und „Ötzi“s schon einmal respektvoll zur Seite treten und Camouflage auf einem roten Satin-Teppich die Elfenbeinstufen zur unangefochtenen Nummer Eins empor schreiten lassen. Leider ist die Welt wie sie ist und wird von „Superstars“ regiert. Uns „echten“ Musikfans gibt das immerhin das Gefühl, anders zu sein.

Nach diesem Leckerbissen hätte ich jetzt gerne mal einen Ansatzpunkt für beißende Kritik. Es handelt sich hier schließlich um eine ernsthafte CD-Besprechung. Leider gönnen Camouflage mir dieses nicht und legen mit „Lost“ einen Song nach, der einmal mehr demonstriert, warum diese Band eben doch weit über Plagiaten wie De/Vision etc. steht. Liebevoll arrangiert und unheimlich abwechslungsreich.

Ups, da ist mir wohl ein Depeche-Mode-Stück dazwischen gerutscht. Als der Gesang anfängt, nehme ich die Steilvorlage dankbar auf. Endlich mal ein absolut belangloses Stück (Es ist ja nicht so, dass ich darauf gewartet hätte...). „I’ll follow behind ist nett, aber eben wirklich nichts besonderes. Weiter zum nächsten Titel.

Herr Meyn hat Pause. Ein kurzes Instrumental-Intermezzo, das gut in den Kontext passt und immer noch besser ist, als das nachfolgende Stück „Blink“, welches mich leider schmerzvoll an die „Spice Crackers“ erinnert. Hätte ich ein Haus, würde ich es darauf verwetten, dass eben dieses Stück zu dieser aus meiner Sicht unrühmlichen Camouflage-Zeit entstanden ist.

Gut, dass es im Jahre 2003 möglich ist, ohne dem Vinyl Kratzer zuzufügen, dem nächsten Erguss des Künstlers sein geneigtes Ohr zu schenken.

„Thief“ kennen wir ja schon. Die Single, die vor langer Zeit ein neues Album angekündigt hat, welches dann so nie erschienen ist. Die Album-Version von „Thief“ ist weniger eingängig als die Single-Version. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass die Band mit dieser Version besser leben kann. Kein schlechter Song, aber eben auch nicht so richtig gut.

Mit „Together“ erlebt die „Sensor“ einen weiteren Hochpunkt. Hier wird noch einmal vereint, was dieses Album ausmacht: Interessante Arrangements, sorgfältig ausgewählte Sounds und ein enorm gereifter Gesang. "74 Minutes" ist wieder ein rein instrumental gehaltenes Stück. Ich bin mir da immer nicht so ganz sicher, ob man bei so etwas nicht mal einfach den Produzenten sich hat austoben lassen, weil man noch etwas Füllmaterial brauchte. Wobei - wenn ich an "Isolation" von der Thief-Maxi denke - das hat mir schon gefallen! "You turn" ist irgendwie nicht so mein Fall, weil mir der Refrain nicht so gefällt. Wobei der Gesang teilweise in den Strophen in sehr positiver Weise an Dave Gahan erinnert. Das letzte ausgewiesene Stück geht zu Ende, der Laser will sich gerade aus den Rillen erheben, da steigern dann doch noch mal ein paar Töne den Mehrwert der Scheibe. Hätte nicht mehr sein müssen, aber ok.

Wie das bei einem Album immer so ist: Die weniger guten Songs lassen die richtig guten in einem noch helleren Licht erstrahlen. Und von diesen guten Songs gibt es auf diesem Album überdurchschnittlich viele.

Hätte ich einen Hut auf, ich würde ihn abnehmen und mich verneigen. Nicht ganz bis zum Boden, aber immerhin andächtig und voller Achtung vor einem wirklich gelungenem Comeback. Wir sehen eine Band, die im Jahre 2003 zu ihren Wurzeln zurückgekehrt ist, ohne dabei nach Retro zu klingen.

Dieser Bericht wurde von mir bereits unter www.slenderflame.de veröffentlicht.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
billjoel49

billjoel49

18.03.2005 13:18

so ists anders! ;-) Umbewertet. ........ Gruß Edgar

herzhausen

herzhausen

17.03.2005 20:22

text bei sich selber klauen ist natürlich ok, immerhin hast du das recht an deinem text. ich veröffentliche manche sachen auch mehrmals und schreibe dann auf der hp: "text erschien bereits bei ciao" und im text "text erscheint auch bei xyz". ansonsten haben hier irgendwelche kanaillen auf ciao nichts anderes zu tun, als sogenannte faker zu jagen... solche dummbatzen wird man dann nicht wieder los, ist schlimmer als ein fußpilz. wir sind hier in deutschland! rasen betreten verboten und draussen gibts nur kännchen! und zur musik: jaja, love is a shield, waren das zeiten... hört sich aber verdammt gut an, deine rezi. wenn themanwitththeplan sich die scheibe kauft werde ich bei ihr mal reinhören ;-). liebe grüße, vera

bienemaja1972

bienemaja1972

17.03.2005 18:06

sorry aber Fakes mag ich gar nicht .

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Camouflage sind wieder da und das in der original Besetzung mit der man auch ...

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