Liebe Leserinnen, liebe Leser,
im Dezember 2009 fragte mich mein Mann:
„Hast du schon von Mumford & Sons gehört?“
„Nein“, antwortete ich. „Mumford & Sons“ – das klang nach einer Firma aus Großbritannien. Hatte die Firma, in der mein Mann arbeitet, etwa einen neuen, vielversprechenden Kunden gefunden?
„Mumford & Sons ist eine Gruppe aus Großbritannien“, klärte mich mein Mann auf. „Ihre CD wurde in der Musikzeitschrift …. sehr positiv besprochen.“
Nach dem Gespräch vergaß ich Mumford & Sons für eine Weile – mein Lieblingsradiosender trug jedoch dazu bei, dass ich mir Mumford & Sons wieder ins Gedächtnis rufen sollte, denn dort spielte man die ganze Zeit „The Cave“ und „Little Lion Man“ dieser Gruppe. Diese Titel sind so eingängig, dass ich sie bald „intus“ hatte und nie mehr vergaß.
Als dann im Frühjahr 2010 noch der Comedian Michael Mittermaier die CD „Sigh No More“ von Mumford & Sons im ARD-Morgenmagazin wärmstens als „Kulturtipp“ empfahl, war ich überzeugt: Diese CD musste ich haben!
Wer ist Mumford & Sons?
Mumford & Sons ist keine Firma – sondern eine Band aus Großbritannien, die Folkrock spielt.
Die Band wurde 2007 in London gegründet und spielte auf einigen Folk-Veranstaltungen in Großbritannien. Ihre Teilnahme am „Glastonbury Festival 2008“ bescherte ihnen den großen Durchbruch in Großbritannien – der Weg war frei für das erste Album, nämlich „Sigh No More“. Die drei Singles, die bisher ausgekoppelt wurden, kamen alle in die britischen Charts.
“Mumford & Sons“ bestehen aus folgenden Mitgliedern:
Marcus Mumford – Sänger, Gitarrist und Schlagzeuger
Winston Marshall – spielt die Zupfinstrumente Banjo und Dobro
Ben Lovett – spielt Keyboard und Akkordeon
Ted Dwane – spielt Bassgitarre Bei dem Album „Sigh No More“ wurden sie noch von vielen Gastmusikern unterstützt, beispielsweise von Nick Etwell, der Trompete und Flügelhorn spielt, und von Christopher Allen, der Cello spielt.
(Quelle: Wikipedia und das Booklet meiner CD – mit meinen eigenen Worten wiedergegeben)
Informationen über die CD „Sigh No More“ von Mumford & Sons“
Erscheinungsdatum der CD in Deutschland: 4. Dezember 2009
Musikgenre: Folkrock
Laufzeit der CD insgesamt: 48 Minuten und 41 Sekunden
Plattenfirma: Cooperative Music (Universal)
Als Komponisten und Texter sind im Booklet “Mumford & Sons” – also alle Mitglieder der Band – angegeben.
Ich habe die CD für 13,99 Euro im April 2010 bei Amazon.de gekauft. Ich habe die „New Version“ (neue Version) dieser CD bekommen. Für mich war hier der Preis ausschlaggebend. Die „New Version“ war billiger.
Was bei dieser CD der Unterschied zur der anderen (älteren?) Version – außer dem Preis (bei Amazon kostet diese andere
Bilder von Sigh No More (New Version) - Mumford & Sons
Version gerade 19,99 Euro und ist nur in ein bis vier Wochen lieferbar) ist, weiß ich nicht, da ich nur diese „New Version“ habe und die andere Version noch nie gesehen habe.
Folgende Titel sind auf der CD „Sigh No More“ (New Version) enthalten:
1. Sigh No More
2. The Cave
3. Winter Winds
4. Roll Away Your Stone
5. White Blank Page
6. I Gave You All
7. Little Lion Man
8. Timshel
9. Thistle & Weeds
10. Awake My Soul
11. Dust Bowl Dance
12. After The Storm
Titelliste und meine Meinung zu den Songs:
Titel 1 – Sigh No More
Leise und verhalten höre ich eine Gitarre zu Beginn, der Gesang klingt wie ein Männerchor. Als Hörerin meine ich schon fast, es handle sich um eine Ballade. Aber nein, der Song wird schneller – herausragend sind hier die Zupfinstrumente und Gitarren, auch eine Trompete, ein Keyboard und ein Akkordeon höre ich. Das Schlagzeug ist verhalten.
In dem Song gibt es immer wieder Passagen, während derer der Sänger nur von einer Gitarre begleitet wird.
Titel 2 – The Cave
Wieder stimmt eine akustische Gitarre auf den Song ein – dann höre ich den Sänger. Während der die Strophen singt, ist die Instrumentierung verhalten. Erst, als es auf de Refrain zugeht, höre ich mehr Zupfinstrumente, Gitarren und auch Schlagzeug. Besonders gelungen finde ich die Passagen, in denen nur Zupfinstrumente, wie Dobro und Banjo, eine Rolle spielen. Während des Songs tauchen Klavierklänge, ein Keyboard und eine Trompete auf – und immer wieder ein Männerchor. Ein schöner schneller Titel, der schnell ins Ohr geht und gute Laune macht.
Mein Favorit Nummer 1 auf dieser CD.
Titel 3 – Winter Winds
Der Song erinnert mich an ein Seemannslied – einen Shanty. Vorherrschend sind hier Zupfinstrumente, ein Schlagzeug, Gitarren und eine Trompete. Diese Instrumente verleihen dem Song etwas Bombastisches, „Pompöses“. Toll finde ich hier das Trompetensolo und das Becken (Teil des Schlagzeugs), das man schlagen hört.
Titel 4 – Roll Away Your Stone
Ein Beginn mit langsamen Gitarren verheißen ein langsames Stück – plötzlich jedoch wird die Gitarre schneller, der Sänger setzt ein und zum Refrain hin scheinen Gitarre und Zupfinstrumente zu “rasen”. Ein schöner schneller Folksong ist das – immer wieder wird er unterbrochen von langsameren Passagen.
Markant sind hier auch Zupfinstrumente – wie Banjo und Dobro – und ein Männerchor, der hin und wieder auftaucht. Das Schlagzeug ist immer wieder verhalten hörbar. Besonders gut gefallen mir die Passagen, während derer sich Zupfinstrumente und Gitarren abwechseln. Langsam klingt das Stück aus – mit einem Schlusssatz des Sängers.
Mein Favorit Nummer 4 auf dieser CD.
Titel 5 – White Blank Page
Wenn man den Anfang hört, denkt man schon wieder an eine Ballade. Der Sänger singt nicht alleine, bald singt ein anderer mit – zu Gitarrenbegleitung. Mit einem „Schlagzeug-Wumm“ wird der Song plötzlich bombastisch und schneller. Mehr Instrumente setzen ein – Schlagzeug und Zupfinstrumente. Sie machen den Song etwas schneller – wobei sich im Gesamten langsamere, leise Songpassagen mit schnelleren, lauteren Passagen abwechseln. Hier höre ich auch Streicher, die mit den Zupfinstrumenten und dem Schlagzeug ein Solo spielen. Klasse finde ich auch den „Männerchor“, der mal gemeinsam mit dem Sänger, mal ohne ihn „aaaah“ singt – und mit diesem „aaaah“, gesungen von dem Sänger, hört der Song auch auf.
Titel 6 – I Gave You All
Langsam beginnt der Titel – der Sänger wird von einer akustischen Gitarre begleitet. Später setzt ganz verhalten ein Schlagzeug ein. Im Refrain höre ich einen Männerchor, der „I Gave You All“ singt. Ganz toll finde ich es, wenn die Zupfinstrumente einsetzen, später elektrische Gitarren und Violinen – und der Song dramatischer wird. Auch die Stimme des Sängers wird dann fordernder, schneller. Mit einem sanften „I Gave You All“, das mehrfach gesungen wird, und einer verhaltenen Gitarre endet der Song.
Titel 7 – Little Lion Man
Neben „The Cave“ wurde auch dieser Titel als Single ausgekoppelt und schaffte es in die Hitparaden. Er beginnt mit einem „abgehackten“ Gitarrensound – der auch immer wieder mal im Song selbst erscheint. Dann setzt der Sänger ein. Im Refrain singen mehrere Sänger.
Ein schöner eingängiger Titel ist das – schnell, ein Ohrwurm. Sehr dominant sind die Zupfinstrumente und das Keyboard, die den Sänger begleiten, aber auch mal ein tolles Solo mitten im Song bringen. Auch Gitarren höre ich, auch ein Klavier und Schlagzeug.
Sehr langsam – und vor allem plötzlich – ist der Song zu Ende.
Mein Favorit Nummer 2 auf dieser CD.
Titel 8 – Timshel
Ein langsamer Titel, der durch seinen Chorgesang besticht. Die singenden Männer werden von Zupfinstrumenten begleitet. Eine gewisse Dramatik erreicht der Song im Refrain, wenn auch ein Schlagzeug zum Einsatz kommt und der Gesang dann lauter und eindringlicher wird.
Titel 9 – Thistle & Weeds
Ein sehr getragener, durch einsetzende Pauken oft ein bisschen „schwergängiger“ Song, finde ich. Wenn ich ihn höre, habe ich den Eindruck, die Sänger sitzen in einem Ruderboot und rudern – was eine große Anstrengung bedeutet. Interessant ist in dem Titel auch eine instrumentale Passage, in der nur Schlagzeug, Keyboard, Klavier und Gitarren zum Einsatz kommen. Der Sänger singt auch sehr oft „I will hold on“ in einer großen Inbrunst – bevor dann Violinen und Schlagzeug zum Einsatz kommen. Leise und lautere Passagen wechseln sich in dem Titel ab, was dem Titel eine große Dramatik verleiht.
Titel 10 – Awake My Soul
Ein langsamer Song, in dem eine Gitarre im Hintergrund die immer gleichen Töne spielt, eine andere Gitarre und ein Keyboard spielen immer wieder mal lauter und verleihen dem Song eine Dramatik. Ein langsamerer Folksong, aber keine Ballade. In der Mitte taucht auch eine elektrische Gitarre auf, die gegen Schluss des Songs mit dem Keyboard eine schnelle Melodie spielt, die Sänger singen diese schnelle Melodie mit. Dazu hört man Zupfinstrumente, die dem Song ein bisschen Country-Musik-Charakter verleihen.
Titel 11 – Dust Bowl Dance
Ein langsamer, getragener Titel, leise beginnt er – mit dem Sänger und einem Klavier. Dann setzen Zupfinstrumente ein.
Ich finde die Passagen, die von den Zupfinstrumenten gespielt werden, außerordentlich gut. Auch ein Klavier und eine elektrische Gitarre kommen zum Einsatz, sie begleiten zügig den Sänger, der schon fast einen wütenden Tonfall in seinen Gesang legt. In der Mitte des Songs gibt es sogar mehrere richtige rockige Instrumentalsolo mit Klavier, E-Gitarre und Schlagzeug. Das klingt total klasse! Zum Schluss hin wird der Song leise, verhalten – nur der Sänger und das Klavier sind zu hören – genauso verhalten wie zu Anfang, und auf einmal endet der Song.
Dies ist eine Nummer, die wirklich schon in Richtung Rockmusik geht.
Mein Favorit Nummer 3 auf dieser CD.
Titel 12 – After The Storm
Eine Ballade – sehr langsam und beschaulich. Der Sänger wird durch Zupfinstrumente begleitet. Immer wieder gibt es sehr verhaltene Paukenschläge.
Das Booklet
Das 20-seitige Booklet finde ich sehr gelungen. Es macht mir immer wieder Spaß, darin zu blättern. Die Seiten sind stabil und glänzen leicht. Die Texte aller Titel sind abgedruckt – gut lesbar – schwarze Schrift auf weißem Grund. Dazwischen gibt es immer wieder Farbfotos der Bandmitglieder mit ihren Instrumenten.
Und im Booklet sehe ich auch, wie ein Dobro aussieht. Wikipedia hat mir nur schriftlich beschrieben, dass ein Dobro ein Zupfinstrument ist – in dem Booklet der CD „Sigh No More“ sehe ich das Dobro auch noch abgebildet.
Auf der zweitletzten Seite des Booklets gibt es Danksagungen und Infomationen, wer für die Erstellung dieser CD zuständig war, wer die Songs geschrieben hat und dass die CD in London aufgenommen wurde.
Auf dem Coverfoto ist ein Haus abgebildet – ich nehme mal an, es steht irgendwo in Großbritannien. Die Bandmitglieder stehen hinter einem großen Fenster dieses Hauses.
Meine Erfahrungen mit dieser Musik
1992 war ich in Irland – das erste und einzige Mal (weitere Besuche scheiterten bisher an den Reisepreisen). Seitdem bin ich auch ein Fan von irischer Folkmusik und habe auch einige CDs.
Und hier gleich um die Ecke ist ein Irish Pub (eine irische Kneipe), da gibt es immer wieder mal Konzerte – und einige davon habe ich schon besucht.
Kein Wunder also, dass mich Mumford & Sons und die CD „Sigh No More“ immer mehr interessierten – je mehr ich davon hörte. Im Internet konnte ich in die Titel „reinhören“ – und beschloss: die CD wird gekauft.
Der Gesang klingt so, wie man ihn von irischer Folkmusik kennt – aber das hier sind Briten, und sie können den Iren – was Folkmusik anbelangt – durchaus das Wasser reichen.
Seitdem ich diese CD habe, läuft sie bei mir sehr oft – ich höre den Titeln zu, ich höre sie aber auch mal nebenher, beim Bügeln beispielsweise oder wenn ich am PC sitze. Diese Musik ist anders als viele Musik, die in den Charts ist. Mir gefallen die Stimmen der Sänger, mir gefallen die Instrumente – und ich merke: das sind noch Leute, die Instrumente spielen können und für ihre Songs keine Computereffekte brauchen. Das ist ruhige, aber auch mal fröhliche Musik, die mich nicht nervt, sondern der ich sehr gut zuhören kann.
Mein Fazit:
Wer Folkmusik mag und nichts dagegen hat, dass sie auch von Briten gemacht wird, sollte mal in die CD „Sigh No More“ von Mumford & Sons hineinhören.
Aber Vorsicht! Bei dieser CD überwiegen die Folkelemente – die Rockelemente halten sich da schon mehr im Hintergrund. Man sollte also schon eine gewisse Liebe zur Folkmusik haben, um an der Musik des Albums „Sigh No More“ Gefallen zu finden.
Da ich Folkmusik mag und mir diese CD sehr gut gefällt, vergebe ich dafür 5 Sterne und eine Hörempfehlung.
Danke fürs Lesen und Bewerten!
03.12.2011 11:01
Du bist ja schon lange Fan :)
30.11.2011 23:16
BH ist klar
27.10.2011 14:18
kannte ich bisher ebenfalls nicht