Leidenschaftspathologe wird zum netten Zahnarzt
28.11.2008
Pro:
Guter Sound, Sven hat eine tolle Stimme, Jacob Bredahl brüllt auch mal mit
Kontra:
Drums klingen irgendwie komisch, für die Band ungewöhnlich ruhiges und softes Album
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
Häufigkeit der Nutzung
Dieser Tonträger ist:
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 MetalAbu
Über sich:
Danke für die Angebote - aber Leserunden sind einfach zeitlich nicht drin, hab viel zu viel zu tun (...
Mitglied seit:02.03.2007
Erfahrungsberichte:254
Vertrauende:50
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 113 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Aborted wurde 1995 in Beveren (Belgien) gegründet und steht beim Label Century Media unter Vertrag. Line-Up im Moment: Sven de Caluwe - Vocals (Anal Torture, In-quest, ex-Leng Tch'e, ex-Whorecore, They:Swarm) Sebastian "Seb Purulator" Tuvi - Gitarre, Vocals (Aosoth, Garwall, Genital Grinder, Maleficentia, Balrog, VI) Peter Goemaere - Gitarre (Emeth, Herfst, Leng Tch'e) Sven Janssens - Bass (Battalion, Disown, Unleash the Fury, Crimson Falls, Axamenta) Dan Wilding - Drums (Misery, Killing Mode)
Line-Up bei diesem Album: Sebastian "Seb Purulator" Tuvi - Gitarre, Vocals (Aosoth, Garwall, Genital Grinder, Maleficentia, Balrog, VI) Matty Dupont - Gitarre (Agathocles, Emeth) Dave Haley - Drums (Psycroptic, Ruins, The Amenta, Nervecell, Disseminate) Peter Goemaere - Bass (Emeth, Herfst, Leng Tch'e) Sven de Caluwe - Vocals ((Anal Torture, In-quest, ex-Leng Tch'e, ex-Whorecore, They:Swarm) Gastsänger: Jeff Walker (Carcass, Electro Hippies, Blackstar, Brujeria, Jeff Walker und Die Fluffers) bei "A Methodical Overture" und "Odious Emanation" Jacob Bredahl (ex-Hatesphere, Chaosium, Allhelluja, Barcode, Straight to Your Face) bei "Avenious"
Gitarrensolo bei "Underneath Rorulent Soil": Henrik Bastrup Jacobsen (ex-Hatesphere, Koldborn, Sadogoat) 1. The Chondrin Enigma 04:20 2. A Methodical Overture 03:25 3. Avenious 04:41 4. The Spaying Seance 04:25 5. And Carnage Basked in Its Ebullience 03:10 6. The Foul Nucleus of Resurrection 04:13 7. Archetype 03:12 8. Ingenuity in Genocide 03:42 9. Odious Emanation 03:37 10. Prolific Murder Contrivance 03:07 11. Underneath Rorulent Soil 04:51
Kennt ihr das? Eine eurer Lieblingsgruppen schafft den Weg aus dem Untergrund ins Rampenlicht der Öffentlichkeit und verdient ein bisschen Geld damit. Daran ist an sich nichts verkehrt, im Gegenteil. Musiker sollen ja auch was davon haben, wenn sie uns schon so gut unterhalten. Aber wenn die Band dann versucht den Gewinn zu maximieren, und dafür sogar den Stil in Richtung Massentauglichkeit ändert, dann kann man daran nichts gutheißen. Auch die Belgier Aborted (oder wahrscheinlich eher die das Label Century Media, denn bei Aborted selbst wird nicht sooo viel ankommen) haben erkannt, dass roher, brutaler Deathgrind den Fans zwar irre Spaß macht, aber nicht viele Leute Fans von derartiger Musik sind. Deswegen wurde ganz einfach mal ein richtig stinklangweiliges und beschissenes Album wie "Slaughter & Apparatus: A Methodical Overture" aufgenommen. Zwar hat der kommerzielle Erfolg auch Vorteile für den Hörer, hat die Scheibe doch in den weltberühmten Antfarm Studios von Tue Madsen einen richtig schwer drückenden, transparenten Sound bekommen. Die Drums klingen zwar etwas hölzern, aber sonst ist das schon oberste Liga. An dieser Stelle kann ich aber auch schon aufhören mit den Lobeshymnen. Der Opener "The Chondrin Enigma" (wer das Video dazu anschauen will schaut mal ganz unten, da habe ich einen youtube Link eingefügt) ist für Bandverhältnisse sehr experimentell. Statt durchgehend geschrammelter, ultratiefgestimmter Gitarren und dem perversen Grunzgesang von Sven gibt es sehr viel Mid Tempo Groove, der aber alles andere als mitreißend ist. Und es gibt sogar klaren Gesang! Pfui! Bis hierhin war ich ja anfangs noch gut gelaunt und dachte mir: Schöner Scherz, jetzt geht's gleich los... Aber: Pustekuchen! Nix! Wenn ich mir zu "A Methodical Overture" schon Jeff Walker, den Sänger von Carcass, einer der wichtigsten Bands im Extreme Metal Bereicht überhaupt, als Gastsänger hole, dann gebe ich ihm doch einen Song, der ihm auf die Stimmbänder zugeschnitten ist. Aber auch hier: Gähnende Langeweile! Jetzt aber... einer meiner Lieblingsbrüllwürfel ist zum Duett mit dem Bandkopf Sven de Caluwe geladen... jetzt wird's sicher unschön, heftig und gewalttätig... *freu*... was? Schon wieder verarscht? Zwischen den beiden gab es doch schon ein so schönes Grunz/Brüllduell bei "Threading on Vermillion Deception" (vom "The Archaic Abattoir" Album, 2005). Das ist einer der Albumhöhepunkte. Beim 2007er Album passiert aber nicht viel. Wo ist der Gore? Wo ist der Grind? Wo ist das Geprügel? Das Schweinegrunzen? Wo bleibt der Spaß? Sind Aborted nun eine wirklich ernsthafte Death Metal Band geworden? Soli, wie sie hier zum Einsatz kommen, sind nicht schlecht, aber wo bleibt mein Geballer? Hallo??? Hört mich irgendjemand? Hilfe!!!!! Ein klein wenig besser wird es dann schon, denn die folgenden vier Songs haben zwar auch diesen verdammten Klargesang, ballern aber ansonsten sehr ordentlich und lassen zumindest hoffen. Doch schon "Ingenuity in Genocide" versinkt wieder in belanglosem Kindergarten Death Metal. Und Jeff Walker ist offensichtlich einfach nur geldgeil. Warum sonst würde er sich an derartigem Schwachsinn wie "Odious Emanation" beteiligen? Furchtbar, dass sich bis zum Schluss nichts mehr ändert. Und der Rausschmeißer schießt dann den Vogel endgültig ab. Wäre "Underneath Rorulent Soil" noch ein bisschen melodischer, dann würden sich sogar die Jungs Bullet For My Valentine für so ein Blutarmes Liedchen schämen.
Fazit: Erkenntnis Nr. 1: FUCK THE CLEAN VOCALS! GOREGRUNTS KICK ASS! Erkenntnis Nr. 2: Aborted sind von rücksichtslos zerstückelnden Leidenschaftspathologen zu netten Zahnärzten geworden, die mit Eisspray und Betäubung bohren. Ergebnis: Das Label hat mit diesem Album sicher ein paar Euros mehr verdient als mit den Vorgängeralben. Dafür haben Aborted aber die Fans ihrer Wurzeln schlicht und einfach vor den Kopf gestoßen. Der durchschnittliche Radiohörer würde zwar auch vor diesem Album noch schreiend wegrennen, der geneigte Deathgrinder kriegt bei so etwas aber Sodbrennen.
Zum Reinhören: http://www.myspace.com/abortedmetal
Zum Gucken: Videoclip zu "The Chondrin Enigma" http://www.youtube.com/watch?v=ThefPzZbFRI
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08.12.2008 10:43
Schön, wie du dich aufregst;)
01.12.2008 20:06
toppbericht
01.12.2008 17:51
G.E.N.I.A.L.