Supertramp machen in Jazz und Blues
26.01.2003
Pro:
abwechlungsreich - toll gespielt
Kontra:
etwas cool
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 plumtree
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:165
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 21 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Ähnlich wie bei Pink Floyd ist auch bei Supertramp die Frage, ob es ohne eine der Hauptpersonen nicht eine Mogelpackung ist.. So war es bisher jedenfalls immer. Bis auf die erste CD ohne den Hitlieferanten Hodgson waren die CDs nicht soo toll. Und das sollte mit "Slow Motion" nun anders werden? Als das Album 2002 erschien war ich sehr skeptisch und habe mich erstmal zurückgehalten. Dann ein paar Mal gehört und nun kann man ja mal drüber schreiben:
1. Slow Motion - Der Einstiegssong macht mit den ersten Takten klar woher die Musik kommt. Das klingt so typisch nach Supertramp, daß man erst mal schauen muß ob das wirklich eine neue Platte ist. Etwas verschlepptes Mid-Tempo, die charakteristische Stimme Rick Davies und am Ende das fulminante Saxofon Helliwells. Ansonsten klingt es exakt wie eine Melange aus ganz vielen Supertramp Liedern. Wow - das ist mal ein klasse Anfang, der jeden Zweifel schwinden läßt. 2. Little By Little - Leider geht es genau so weiter. Beinahe das gleiche Tempo - wieder Davies Stimme in den Vordergrund gemischt. Das ist also, trotz hübscher Einfälle, der erste große Langweiler. Und dann auch noch 3 Minuten zu lang! Die CD ist erst 2 Lieder alt und hat schon Hänger...
3. Broken Hearted - Man könnte den Song fast rockig nennen. Deutlich schneller, mit leichten Rock'n'Roll Einflüssen ist vor allem Helliwells Sax-Solo auf dem Basssaxofon erwähnenswert. Der Rest ist O.K., aber kaum der Rede wert. 4. Over You - Etwas swingender Bläsersatz und der Versuch eines leichten Gesangs. Wunderbar arrangiert, klingt der Song wie ein Spaziergang auf 'ner Sommerwiese. Dieser Hauch von Jazz steht den Supertrampern sehr gut. Mehr davon!
5. 10th Avenue Breakdown - Boah, was für ein Anfang. Toller Klavierlauf, der den Song einleitet, dann ein Jazz-Rock Rhythmus, der wirklich vertrackt klingt und dann wirklich immer jazziger wird. Dazu sehr komplex instrumentiert. Ein langer, aber nicht langweiliger, Instrumetalteil beschließt den Song mit einem laaangem Outro. Das klingt zwar ganz und gar untypisch für eine Supertramp, ist aber brilliant gespielt. Super, aber wer Supertramp erwartete wird etwas verschreckt sein. 6. A Sting In The Tail - Bluesig geht's weiter. Harmonika, Orgel - wieder phänomenale Instrumente und ein arrangement das ihnen viel Raum lässt. Wann hätte man je einen solchen elegant servierten Blues von dieser Kunstrockband erwartet. Dazu noch mit einem wirklich guten Text versehen. Das ist der dritte geile Song in Folge - wohin mit meinen Vorurteilen?
7. Bee In Your Bonnett - Nach dem Stachel im Arsch (äh, Schwanz) gibt's nun Hummeln (Bienen) im Hintern. Ist Rick Davies analfixiert? Egal - auch dieser Song ist ein Treffer. Das klingt auch wieder nach einem Supertramp-Klassiker. So offen und leicht habe ich Rick Davies noch nie gehört. Das ist sonst Hodgsons Job! 8. Goldrush - Ein Country Song, passend zum Titel, auf diesem Album. Ja - und es funktioniert. Klingt ganz anders und doch nach Supertramp
9. Dead Man's Blues- Eingringliches Klavierspiel, eine jaulende Gitarre, mal wieder, das spitzenmäßige Sax Helliwels, der bluesige Gesang Rick Davies und fertig ist der tolle 8 Minutensong. Es ist immer noch unerwartet solche Jazzrocknummern von Supertramp zu hören. Bis auf den kleinen Hänger am Anfang ist die CD erstaunlich gut geworden. Einige Kritiker meinten ja überraschungsfreie Rockmusik zu hören. Dem kann ich nicht zustimmen. Hier wird mit viel Spielfreude gerockt und , man höre und staune, gejazzt. Der letzte Song gibt allen Musikern viel Raum zum Improvisieren, wenn auch in einer festen Songstruktur. Es ist unverkennbar die eine Hälfte von Supertramp, aber inzwischen die bessere. Die Musik ist überraschender und nicht vorhersehbar. Im Gegensatz zu Hodgsons Album kann dieses hier allein bestehen. Die Klangqualität ist hart an der Grenze zur Sterilität. Das ist auch der einzige Vorwurf. Die Musik wirkt häufig unterkühlt. Fast emotionslos gespielt.
Aber die Songs sind prima und es ist die beste Supertramp-CD seit langem. Aber ähnlich der Roger Hodgson-CD fehlt auch hier der Gegenpart, der einfache Song, die kleine Melodie am Rande. Also muß man auch hier bemerken, daß ein gutes Supertramp-Album, eine Mischung aus Beidem ist. Der Vollständigkeit halber will ich auch hier dem Spaß einer Playlist, zusammengestellt aus den jeweils neuesten CDs der Protagonisten, frönen. Es ist die identische, die auch dem Bericht über Roger Hodgsons Album "open The Door" als Anhang beiliegt
1. Supertramp: Little By Little 2. Roger Hodgson: Hungry 3. Supertramp: Slow Motion 4. Roger Hodgson: In The Garden 5. Supertramp: Broken Hearted 6. Roger Hodgson: The More I Look 7. Supertramp: Bee In Your Bonnet 8. Roger Hodgson: Say Goodbye 9. Supertramp: Over You 10. Roger Hodgson: Showdown 11. Supertramp: Sting In The Tail 12. Roger Hodgson: Along Come Mary 13. Supertramp: Tenth Avenue Breakdown 14. Roger Hodgson: For Every Man
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24.02.2006 11:31
Ist mit doch tatsächlich ein Album durchgegangen! :-) Ich denke das fehlt definitiv in meiner Sammlung! Grüße, Matthias
27.01.2003 23:23
Fool's Overture, Breakfast in America und School bleiben natürlich ungeschlagen - aber schön, daß du diese Band mal wieder in Erinnerung weckst ;)) Ganz liebe PinkFloyd'sche Grüße, Christoph
26.01.2003 23:20
Sehr guter Bericht...nur du must berücksichtigen, dass Roger Hodgson die Band verlassen hat, weil die beiden (Rick und Roger) einfach zu unterschiedlich waren und die Diskrepanzen zu gross geworden sind. Frage: Wie lange dauert eine Ehe, wenn man sich nur streitet... Hoffnung: Vielleicht kommen die ja (wie Modern Talking) nach Jahren wieder zusammen. Den Vergleich mit Modern Talking bitte ich zu verzeihen...passte vom Ablauf nur irgendwie...