American Rock... und amerikanische Filme...
21.08.2001 (15.03.2002)
Pro:
Ein melancholisches Album
Kontra:
Wenig abwechslungsreich
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 Senilm
Über sich:
FREE Musicjournalism // The world ends on a sunny day // Sympathy for Empathy // Alive and kicking....
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 27 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Everclear ist eine (un)typische amerikanische Rockband aus Portland, Oregon welche aus den 3 Musikern Art Alexakis, Sänger und Gitarrist, Greg Eklund, Schlagzeug und Hintergrundvocals sowie Craig Montoya besteht, welcher sich wiederum als Bassist und Hintergrundvocalist verantwortlich zeigt.
Auf dem Cover sind die 3 Musiker mit hochgehaltenen Akustikgitarren vor einem im viktorianischen Stil erbauten Haus zu bewundern. Das Booklet selbst bietet Playlist mit Texten, Produzenteninfo und die obligatorische Schleimerei äh Danksagung. Ein Gag ist die CD, welche einen Smiley mit heruntergezogenen Mundwinkeln darstellt. Doch nun zum akustischen Teil: Erster Titel ist " Songs from an American Movie". Mit Countrymusik auf Akustikgitarre, säuselt uns Alexakis vor welche Erlebnisse man aus amerikanischen Filmen heraus haben kann.
Titel Nr. 2 ist " Here we go again", hier sind leichte Funkeinflüsse zu erkennen. Gitarre und Schlagzeug spielen die Hauptrolle, der Sänger kann sich stellenweise leider nicht gegen die Instrumente durchsetzen und kann eigentlich nur zum Refrain richtig überzeugen. Thematik des Songs ist, das man in einer langjährigen Beziehung in der Vergangenheit gemachte Fehler nie richtig vergessen machen kann. Nächster Titel ist "AM Radio", hier wird zu Beginn ein 60er Jahre Radio eingespielt und dann gehts richtig Partymässig los. Funky Gitarrenakkorde, ein lässiger Drumbeat wie in den 70ern, bleibt das ganze jedoch Rock und der Gesang passt superb dazu, wurde etwas mit mit Hintergrundrauschem versetzt. Passt aber superb zur Gesamtatmosphäre des Songs. Thematik sind die Zeiten als man noch Radio hörte ! Die RadioDays !
4. Song "Brown Eyed Girl" beginnt mit Shalalala, kalifornischer Strandsound pur. Ein lässiger Beat und sich leicht im Hintergrund bewegende Gitarren lassen hier der Stimme den Vortritt. Alexakis erzählt uns von einer Sommerliebe. Grease lässt grüssen ;-) ! Nach diesem netten Stück Sommerträumerei geht es weiter mit "Learning how to smile". Geigen geben den Einsatz und Alexakis beginnt uns eine Geschichte eines Losers zu erzählen, welcher jedoch nie verlernt hat zu lachen. Ein eingängiger Gitarrenakkord laden zum Träumen ein und schnell hat einen der Track soweit gebracht.
Weiter gehts mit "The Honeymoon Song" in dem ausnahmsweise Greg Eklund den Gesangspart übernimmt. Akustikgitarre und melancholischer Gesang lassen uns weiterträumen, ein sehr ruhiger entspannter Song! 7. Titel ist "Now that it`s over". Hier bestimmt der Rock. Krachende Drums legen los. Um dann der Gitarre und dem Sänger den Vortritt zu lassen, welcher uns erzählt was sich aus einer gescheiterten Liebesbeziehung noch herausholen lässt. Der Song ist leicht experimentiell später bekommen auch Orgeln ihren Einsatz und das ganze wirkt dann etwas chaotisch. Nun ja der Sänger lässt sich ja zum Glück nicht aus der Ruhe bringen.
Titel 8 " Thrift Store Chair", indem Partnerschaftszwistigkeiten mit lockerem Humor abgetan werden. Akustikgitarre und Banjos begleiten Alexakis bei dieser Problembewältigung. Der Track wirkt sehr ruhig und entwickelt eine eigene Dynamik, welche wieder zum Träumen einlädt. Track 9 "Otis Redding", behandelt das Thema wie es wohl sein mag wie es ist wenn man auf dem Sterbebett liegt und sich noch ein Leben wünscht. Ein sehr eingängiger Gitarrenakkord und ein locker aufspielender Bass begleiten den Drummer der hier marschartig loslegt. Die Stimme gerät hier leider wieder etwas ins Hintertreffen. Doch ist sie immer klar zu verstehen.
10. Titel ist "Unemployed Boyfriend" ein Telefonanruf wird hier eingespielt, in dem ein Mädchen erzählt was ihr heute passiert ist und das leitet den besten Track des Albums ein. Gitarre und Drums ergänzen sich wunderbar im 3/4Takt, lassen der Stimme den Vortritt und Alexakis zeigt was er drauf hat. Er erzählt uns von der Liebe auf den ersten Blick, die nicht erwidert wird! Und zum Refrain wird richtig losgelegt, Alexakis zeigt seine Stimmgewalt und die Instrumente scheinen Ihn immer weiter treiben zu wollen. Ein klasse Song. Nun zum vorletzten Track des Albums mit dem Titel "Wonderful". Im Song geht es um die Momente in denen man die Augen schliesst und hofft dieser Augenblick würde nie vergehn. Der Schlagzeuger hat hier die erste "Stimme" und lockerer Gitarrensound begleitet ihn, der Bassist beweist im Track das der Bass auch mal zu melodiösen Stücken spielen kann. Alexakis träumt uns seine Weltvorstellung vor und schafft es auch diesen Track aufgrund seiner Stimme immer zu beherrschen.
Letzter Titel ist "Annabellas Song". Geige und Flöte lassen diesen Track wie eine Märchenmelodie beginnen. Akustikgitarre gibt leise ihren Einsatz und genau so leise säuselnd beginnt Alexakis uns von der Liebe seines Lebens zu erzählen. Ein romantischer Track für romantische Stunden zu zweit. Ein wunderbarer Titel zum miteinander Träumen. Ein sehr ruhiger besonnener Track der dieses ALbum ausklingen lässt. Fazit: Im Vergleich zum Vorgänger sind die Jungs von Everclear sehr viel ruhiger geworden, ein ruhiges, melancholisches Album das seine Rockherkunft jedoch nicht verschweigen kann.
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11.10.2001 11:47
Dein Bericht liest sich ja so ganz nett. Ich habe nur ein paar Schwierigkeiten mit deinen Textinterpretationen. In "Learning how to smile" geht es um einen Kerl, der alles andere als ein Loser ist. Er lässt einfach den ganzen Mist hinter sich und fährt mit seiner Freundin einfach ins Blauen hinein. Dort halten sie sich beide mir irgendwelchen Jobs am Leben, bis sie in Vegas heiraten. Dadurch lernt der Kerl erst wieder richtig zu lächeln. "Now that it's over" ist eine einzige Abrechnung mit der Verflossenen und hat kaum mehr was mir irgendeiner Versöhnung zun tun (...you politely go fuck yourself!) Wonderful hast du leider völlig falsch verstanden. Das Lied handelt von der Scheidung der Eltern und der Junge wünscht sich einfach, dass er die Augen schliessen kann und alles wird wieder so, wie es mal war. Er will sich von keinem erzählen lassen, dass alles um ihn herum ganz toll ist und er weiss selber ganz genau, was gut für ihn ist oder war("Star Wars Poster on my bedroom door"). Bei Everclear sollte man echt vorsichtig sein. Gerade auf diesem Album sind die Melodien ganz lustig und friedlich und die Lieder haben so schicke Namen wie "Wonderful" und "Learning how to smile", aber wenn man die Texte mal genauer betrachtet, dann merkt man, wieviel Wut und Aggression in den Songs steckt. Gruss -Garth
21.08.2001 20:25
Hi Markus! HAst mir wieder eine unbekannte Band näher gebracht ;) LG Toni
21.08.2001 19:10
Super ausführlich und fundiert. Danke!