... „Songs of darkness, words of light“ ist die logische Konsequenz, wenn auch karger, schroffer als bisher. Es ist, als wollten sich die Briten auf das Wesentliche konzentrieren, auf die Essenz der Dinge. Die üblichen Trademarks bleiben dennoch erhalten: Doom-Metal aus dem Handbuch ... Bericht lesen
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Erfahrungsbericht von Das_Ky über Songs of Darkness, Words of Light - My Dying Bride 28.04.2004
Produktbewertung des Autors:
Cover-Design:
exzellent
Klangqualität:
ausgezeichnet
Langzeithörspaß:
wird nie langweilig
Häufigkeit der Nutzung
ab und zu
Dieser Tonträger ist:
der beste des Künstlers
Pro:
Letztendlich wurde der Produktvorschlag doch angenommen .
Kontra:
Es hat verdammt lang gedauert !
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
My Dying Bride stehen für all das Dunkle, Unwirkliche, Verzweifelte in meinem Leben. Eine düstere Konstante, die sich mittlerweile über ein Jahrzehnt hinzieht. A decade of hopelessness, sozusagen. In dieser endlos scheinenden Zeit haben wir gemeinsam Höhen und Tiefen durchlebt. Vor allem die Tiefen sind im Nachhinein beeindruckend anzusehende Täler der Niedergeschlagenheit, ausstaffiert mit feinstgewobener Seelenqual, lichtlos, unrettbar, unendlich. Depressionen von allerhöchster Qualität und Güte, unverkäuflich, aber bezahlbar, sonst könnte man sie sich nicht ohne weiteres leisten. Was habe ich mit dieser Band gelitten ... da macht Ausweglosigkeit noch richtig Spaß.
Sei’s drum, was zählt ist das Hier und Jetzt. Bereits der Vorgänger „The dreadful hours“ war eine atemberaubend schöne Platte. Die gesammelten Erfahrungen aus mehr als 10 Jahren Musikgeschichte, das gebündelte Leid, aber auch Trost und Linderung in Form wunderbarer Melodien hielt sie bereit. „Songs of darkness, words of light“ ist die logische Konsequenz, wenn auch karger, schroffer als bisher. Es ist, als wollten sich die Briten auf das Wesentliche konzentrieren, auf die Essenz der Dinge. Die üblichen Trademarks bleiben dennoch erhalten: Doom-Metal aus dem Handbuch und doch stets neu definiert; ausufernde Songs (durchschnittlich 7,5 Minuten pro Stück), tiefschürfende Lyrik; molltönende Gitarrenlinien, harsche Riffs, hier und da aufgelockert durch Violinen und Klavier oder gar düster-sakral verstärkt von einer Kirchenorgel; die Stimme eine Mischung aus Growls, Kreischen und qualvollem Klargesang, zuweilen ertönen gesprochene Verse.
Lichtstrahlen sind eher spärlich gesät. Kommen sie zum Vorschein, ist die Wirkung aber umso tiefgreifender; Augenblicke der Geborgenheit inmitten tiefer Trauer. Die Band hat die Messlatte höher angelegt als jemals zuvor und dabei durften sich bereits die früheren Outputs nicht selten „Meisterwerk“ nennen. Die Vergangenheit ist in vollem Maß vorhanden, alles was jemals die Musik von My Dying Bride ausgemacht hat, findet sich hier wieder – jedoch nicht als stumpfe Wiederholung, sondern als Reminiszenz, als Tribut an die eigene Unsterblichkeit. Für diese CD haben sie aus dem dunkelsten Brunnen geschöpft, den sie in sich finden konnten und es überrascht, wie überzeugend sie damit immer noch sind.
Schon der Opener „The wreckage of my flesh“ bietet einige sehr starke Momente, einen geradezu unheimlichen Sog der Faszination. Trommeln wie galoppierende Feuerrösser, eine verzerrte, unmenschliche Stimme die Unaussprechliches von sich gibt, eine Agonie der tiefen Töne – die passende Umgebung ist geschaffen und erwartet ihren Tod. Aaron Stainthorpes ruhiger, fast losgelöster Vortrag tut sein übriges. Scheinbar gleichgültig zählt er die Trostlosigkeiten seines Lebens auf. Ein ungewöhnliches Stück, das Spannung auch aus seinen Gegensätzen erzielt. Die entstellten Schreie zu Beginn und der erzwungen leidenschaftslose Gesang ergänzen sich auf merkwürdige Art und Weise. 8 Minuten schwärzeste und dabei weitgehend klischeefreie Kunst.
“My wine in silence” ist so etwas wie eine Doom-Ballade geworden. Sie wird dominiert von einem sehr schönen Gitarrenthema, einfach, aber effektiv. Eine warmherzige Traurigkeit verbreitend, erörtert sich Aaron einmal mehr über die Liebe, ihr Misslingen und die garstigen Folgen für Herz und Seele. Dies ist eine der raren Gelegenheiten für wohligen Kummer, das Sich-Fügen in das Unvermeidliche. Und doch, und doch – der wüste Kreisch-Part in der Mitte des Liedes markiert ein letztes Aufbegehren. Ganz so ergeben in und erschlagen von den erdrückenden Gefühlsaufwallungen der Liebe sind wir scheinbar doch noch nicht. Für den Großteil des Tracks sind aber wehes Schwelgen und Dahinleiden angebracht, also bitte kurz an dieser Stelle den passenden Gesichtsausdruck aufsetzen. Danke.
„A doomed lover“ setzt dem wilden Treiben schließlich ein würdiges Ende. Zähflüssig wie Bittersirup bohrt es sich durch die Gehörgänge und füllt diese vollständig aus. Gitarrentragik par exellence im Mittelteil. Einer der ganz, ganz großen Songs von Band und Platte, Liebe, Verlangen, Desaster – alles vorhanden. Dieses Stück hat eine dieser endlosen, hypnotisierenden Schlussphasen. Mehrere Minuten lang drehen sich Gitarren und Schlagzeug um sich selbst, umkreisen und beengen den Hörer, bis er endlich nichts mehr wahrnimmt außer dieser einen großen Wahrheit: My Dying Bride, der Rausch, der Wahnsinn, die Genialität. Ein perfekter Abschluss.
Ist dieses Album nun wirklich das Non-Plus-Ultra, der ultimative Kick, die Krone der Schöpfung? Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich als langjähriger Fan empfinde „Songs of darkness, words of light“ als der Weisheit letzter Schluss. Noch besser soll die Band bitte nicht mehr werden, sonst muss ich bei jedem Lied weinen und das ist schlecht für die Haut. Die geheiligte Ergriffenheit, die sich meiner beim Anhören dieser Scheibe bemächtigt, reicht mir voll und ganz. Diese CD ist wundervoll und einzigartig, jedoch vielleicht nur für mich und in einer ganz bestimmten Stimmung. Hörerlebnisse sind leider nicht übertragbar, aber möglicherweise möchte der eine oder andere diese ganz spezielle Reise in die Abgründe der Menschlichkeit trotzdem unternehmen und wer weiß, vielleicht geht er dabei nicht einmal verloren, sondern kehrt zurück, gleichermaßen erfüllt wie entleert.
Die letzten beiden Studioalben, „The dreadful hours“ und eben die „Neue“ bieten sich sehr gut für den Einstieg in die Welt dieser beeindruckenden Band an. Sie sind hart und düster, wirken aber keinesfalls abschreckend auf den unvoreingenommenen Geist. Okay, sie benötigen Zeit und Aufmerksamkeit und eine gewisse Aufgeschlossenheit gegenüber rüden Tönen. Aber dafür ist der Lohn auch umso höher. Einen Versuch ist es wert.
Hervorheben möchte ich letztlich noch das wiederum wunderschöne Coverartwork, schon seit Jahren eine Kunst für sich. My Dying Bride schmücken sich mit tiefschwarzem, aber stets unaufdringlichem Layout. Eine feine Sache, das. Und so selten. Einen kleinen Überblick bietet der Merchandising-Katalog unter: http://www.heavymetalonline.co.uk/acatalog/Online_Catalogue_MY_DYING_BRIDE_60.html Das aktuelle Cover sieht man in allen Einzelheiten auf der offiziellen Homepage www.mydyingbride.org wo sich auch alles weitere Wissenswerte über die Band befindet.
„Make this day like the night. Songs of darkness and words of light.”
Sorry Wishi, aber den Titel „Platte des Jahres“ muss ich dir grad schon wieder wegnehmen.
Tracklist 1 The wreckage of my flesh 2 The scarlet garden 3 Catherine Blake 4 My wine in silence 5 The prize of beauty 6 The blue lotus 7 And my fury stands ready 8 A doomed lover
Discography As the flower withers Turn loose the swans The angel and the dark river Trinity (3 EPs zu einer CD zusammengefasst) Like Gods of the sun 34.788 % … complete The light at the end of the World Meisterwerk I und II (Best of) The dreadful hours The voice of the wretched (Live) Songs of darkness, words of light
Pro: Doom-Metal vom Feinsten Kontra: das gefällt nicht jedem
...Liebe Leser und insbesondere die Metaller unter euch!
Neulich hat sich innocence mal wieder ´ne CD gekauft. Es handelt sich um die Neue Scheibe von meinen geliebten "My dying bride"- Jungs, die nach der "Songs of darkness- words of light" mit "A line of deathless kings" mal wieder einen schönen Wurf gelandet haben, der konsequent an das Vorgängeralbum anschließt.
I. Die Band
1991 kam bei Peaceville eine EP namens "Symphonaire Infernus Et Spera Empyrium" , was das Debut der britischen Jungs mit dem schönen, für Doom-Metal geradezu praedestinierten Namen, war . Wo Paradise Lost sich in die Weichkeksrichtung entwickelt haben, sind "My dying bride" noch immer da, wo sie hingehören, nämlich in den tiefsten Tiefen des menschlichen Seins angesiedelt, und zwar mit stetig anwachsender Brillianz. Der Durchbruch kam dann endgültig...
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Ciao Mitglieder bewerteten diesen Erfahrungsbericht insgesamt als sehr hilfreich