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Souled out - Tower Of Power

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Soul, Funk und R&B von den alten Herren ...

5  04.11.2002

Pro:
Funky, R&B voller Groove und Soul

Kontra:
mit rd .  50 Minuten leider etwas kurz

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

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jfsjbb

Über sich:

Mitglied seit:09.05.2000

Erfahrungsberichte:119

Vertrauende:13

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 24 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

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Die Band
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Die aus der San Francisco Bay Area stammende Formation "Tower of Power" ist ein schlagender Beweis dafür, dass funkige, soulige und Schweiß treibende R&B-Musik nicht unbedingt von goldbehängten Kunstgeschöpfen mit hochglanzpolierten Glatzköpfen aus der elektronischen Retorte stammen muss. Insbesondere die Live-Auftritte der Band sind immer wieder ein Erlebnis, das so manche der sogenannten Nachwuchsstars recht alt aussehen lässt. Die 10 Herren beweisen, dass man auch nach Jahrzehnten im Geschäft noch ganz gewaltig für Stimmung sorgen kann, ohne dabei auf aufwendige und trotzdem irgendwie billige Showeffekte setzen zu müssen.

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Das Album
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Auf "Souled Out" finden sich 12 Tracks mit einer Gesamtspieldauer von rd. 50 Minuten. Dies ist eigentlich der einzige Kritikpunkt, den ich bei dieser Platte finde: auf einer CD hätte locker noch eine knappe halbe Stunde mehr Musik Platz, und es würde sicher nicht langweilig werden. Alle Tracks leben von dem einzigartigen Ineinandergreifen des Schlagzeugs von Herman Matthews, des Gebläses von Emilio Castillo, Bill Churchville, Barry Danielian, Stephen Kupka und David Mann, ind insbesondere vom sensationellen Bass-Spiel von Francis Rocco Prestia. Er ist wohl der einzige Bassist der Welt, der gnadenlos funkige Basslines abliefert, ohne ein einziges Mal den Daumen zu verwenden. Gottseidank scheint er seine gesundheitlichen Probleme (eine Lebertransplantation wurde erforderlich) überwunden zu haben und ist auf dem Weg der Besserung.

Nun zu den Tracks im einzelnen:

- Souled Out 3:49
Eine mitreißende Uptempo-Nummer, die als Lehrstück sowohl für eine R&B-Rhythmusgruppe als auch für ein absolut ideales Bläser-Arrangement dienen kann. Hinzu kommt der Text, der vom Besuch eines angesagte Clubs handelt, wo sich die angesagte Szene zu "some funky rhythm'n'blues" treffen wird; nur leider wird es voll sein, um nicht zu sagen ausverkauft ("sold out").

- Taxed to the max 4:19
Etwas sparsamer arrangiert als der Reißer "Souled Out" und insgesamt etwas zurückhaltender, jedoch keinesfalls fad oder langweilig. Vielmehr steht bei dieser Nummer der Text im Vordergrund, in dem heftig über die Steuer geschimpft wird.

- Keep Comin' Back 3:47
Nochmals etwas zurückhaltender, beinahe schon eine Ballade (wenn auch vom Tempo für eine Ballade etwas zu flott) - für meinen Geschmack eine der schwächeren Nummern des Albums (schwach auf einem insgesamt hohen Niveau!). Die Bläser halten sich sehr zurück, dafür wird ein recht ansprechender Satzgesang geboten.

- Soothe You 3:51
Hier ist nun die in der vorhergehenden Nummer schon fast erreichte Ballade. Schöner Satzgesang, weiche Bläser, ein Tempo, in dem man ganz langsam mit dem Hintern wackeln kann (andere geeignete Körperbewegungen überlasse ich Eurer Fantasie).

- Do You Wanna (Make Love To Me) 3:51
Hier wird's wieder richtig funky: Treibender Rhythmus, knackiger Bass und vor allem Bläsereinsätze, die wie Nadelstiche aus den Boxen kommen - für meinen Geschmack geht das ganze ein wenig zu sehr in Richtung Level 42, aber das ist wie gesagt Geschmackssache.

- Lovin' You Forever 4:15
Nochmals eine Ballade, dezente Bläser, ruhiger Rhythmus und ein Bass, der es erfolgreich schafft, der Nummer den notwendigen Drive zu geben, ohne den eine Ballade eben gerne schläfrig wirkt.

- Gotta Make A Change 3:38
Wenn "Do You Wanna (Make Love To Me)" funky war, so ist es diese Nummer noch viel mehr. Sowohl die Bläser als auch die Rhythmusgruppe jonglieren sich gegenseitig die Sechzehntel zu, dass es nur so eine Freude ist. Tanzbar ist das ganze zwar streckenweise nicht mehr, es geht aber ab wie ein geschmiertes Uhrwerk.

- Diggin' On James Brown 4:39
Wenn der Text nicht vom Altmeister selber handlen würde, dann könnte man meinen, da hätte sich eine Nummer von James Brown auf das Album verirrt. Meine absolute Lieblingsnummer der Platte, zumal sie im Text eine Abrechnung mit den ganzen modernen Musikerscheinungen enthält, die immerwieder darin endet, dass man sich doch besser an James Brown halten sollte ...

- Sexy Soul 4:43
Relativ seichte Tanzmusik, den Discofox-Freaks (zu denen ich nicht gehöre) dürfte es gefallen. Dies ist meinem Geschmack nach die schwächste Nummer des Albums, aber wie gesagt, das ist rein subjektiv.

- Just like You 4:27
Hier geht's wieder etwas deftiger zur Sache: Ein beinahe (aber eben nur beinahe) schwerfällig wirkender Rhythmus, gewürzt mit scharfen, aber nicht dominanten Bläsern, marschiert unaufhaltsam durch das Stück.

- Once You Get A Taste 4:01
Eine ideale Party-Nummer, wenn man nicht auf den Text achtet: Hier geht es nämlich um Drogen ("Once you get a taste, there's no turnin' back" - Einmal auf den Geschmack gekommen gibt's kein zurück ...). Das Schlagzeug groovt, der Bass pumpt, die Gitarre stichelt und die Bläser schlagen gnadenlos zu ...

- Undercurrent 5:01
Die einzige Instrumentalnummer des Albums, wunderbar arrangiert, angenehmes mittleres Tempo, Stephen "Doc" Kupka versucht streckenweise recht erfolgreich, mit dem Baritonsaxophon in der Rhythmusgruppe zu "wildern", indem er sich aus dem Bläsersatz ausklinkt und kurze Phrasen mit dem Bass synchron spielt. In meinen Augen das beste Lehrstück für Nachwuchsbands, zumal das technische Niveau hier relativ "überschaubar" ist.

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Fazit, persönlicher Eindruck
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Ich bin erst relativ spät mit Tower Of Power in Berührung gekommen. Diese Art von Musik hat mir zwar eigentlich immer schon gefallen, aber ich war jahrelang entweder auf die Blues Brothers oder auf James Brown (bzw. Maceo Parker & Co.) fixiert. Erst der Kontakt mit einer Band, die einige dieser Nummern in Repertoire hatte, hat mich dann auf den Geschmack gebracht, und im Gegensatz zu vielen Bands, die mich momentan stark begeistert haben, mich aber nicht auf Dauer fesseln konnten, habe ich mich an Tower Of Power, hier insbesondere an dem Album "Souled Out" und hier wiederum an den Nummern "Souled Out", "Diggin' On James Brown" und "Undercurent" noch lange nicht sattgehört. Ich kann diesem Album nur meine uneingeschränkte 100%ige Empfehlung mitgeben.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
red_mini_one

red_mini_one

04.06.2006 01:33

Toller Bericht! TOP gehört auch zu meinen Lieblingsbands und "Souled Out" liegt bei mir oft im CD - Player. Auch das aktuelle Album "Oakland Zone" finde ich spitze, obwohl es nicht wirkliche "Hits" à la "Diggin' on J.B." beinaltet. Leider habe ich TOP bisher nur einmal live erlebt, aber das war ein supertolles Konzert! lg, red_mini_one

Giggi2002

Giggi2002

05.11.2002 17:08

Dafür ist dein Bericht wohl um so länger *Lach*,sehr gut...gruß Giggi :o)

Brettermeier

Brettermeier

05.11.2002 10:24

Ja ja , gerade die "Good Ol' Boys" (nicht "Blues-Brothers"-spezifisch gemeint ;-) legen immer wieder Platten vor, die Langzeitstabilität zeigen! Ich sehe, auch in Richtung Musik haben wir offenbar die selbe Richtung! Ein sehr fundiert geschriebener und selbstverständlich "s.h." Artikel!! Dei Text macht mir Appetit auf die Tower Of Power! Schade nur, daß ich just eine Bestellung bei Amazon abgehandelt habe :-( VLG von dem John Lee Hooker und Blues Brothers -Fan ....... Brettermeier (Scheiße! Was? 'ne Streife! Nee! Doch! Scheiße!)

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  1. red_mini_one
  2. squatshi
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