Soundtracksongs She´s the one- Petty, Tom

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Soundtracksongs She´s the one- Petty, Tom

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Tom's the one

4  08.04.2002

Pro:
Klasse Songs, toller Sound

Kontra:
Gegen Ende abfallend

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

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chilislover

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 50 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Es stellt sich immer wieder die selbe Frage: kann ein Künstler, der den Olymp bestiegen hat, jemals diesen schöpferischen Akt wiederholen? Anders gefragt: ist es möglich, nach einem Meisterwerk an Platte daran anzuknüpfen, ohne einen laschen Abwasch zu produzieren?

Man könnte genauso gut fragen, warum viele zu lange weitermachen, um als Schatten ihrer selbst dahinzuvegetieren und nur noch dem Namen nach vom Glanz alter Zeiten leben.

Aber es gibt auch andere, Musiker, die wie guter Rotwein in der Flasche reifen. Tom Petty ist so jemand. Er ist jetzt über 20 Jahre dabei; sein künstlerischer Höhepunkt, seinen Olymp, hat er 1994 mit Wildflowers gehabt. Eine Platte, die an Samtigkeit, Gelassenheit und Brillianz nicht mehr zu erreichen ist.

Aber Tom macht weiter, und nicht schlecht. Er hat eine Ebene erreicht, ein Hochplateau, das es ihm erlaubt, alle paar Jahre eine Scheibe vorzulegen, die von vorne bis hinten durchhörbar ist, unterhält und nie enttäuscht. Nebenbei findet man immer wieder Perlen, wie auf dieser CD hier.

She’s the one ist ein Soundtrack zu einem mittelmäßigen Film, meines Wissens auch nicht sonderlich erfolgreich, um ehrlich zu sein, hab ich ihn auch nicht gesehen.

Umso besser ist das, was Tom an Musik dazubeisteuert. Wieder unterstüzt von seinen Heartbreakers liefert er ein teilweise leichtes, swingendes, rockendes Album ab, nicht zu tiefschürfend und tiefgehend wie Wildflowers, aber nicht weniger unterhaltsam.

Das Werk beginnt mit Walls (Circus), einem schönen Track, getragen von einem Klavierakkord, der einem Gitarrenriff gleich durchgehend das Stück untermalt. Die Gitarre hat hier nur begleitenden Charakter, im Gegensatz zu der Orgel, die schön ein paar Akkorde in den Wall of Sound malt. Tom singt gewohnt lässig, in den mittleren Tonlagen, wo er ja schließlich zuhause ist. Some days are diamonds, some days are rocks. Der Refrain ist schön von seinen Heartbreakern als Chor mitunterlegt, und ein lahmes Gitarrensolo gönnt man sich auch. Die Melodie des Songs ist nicht zu süß, nicht zu bitter, bejahend, aber bitte easy. Klassische Petty-Nummer.

Grew up fast ist dagegen eine der Perlen, von denen ich eingangs sprach. Sehr ruhig beginnend verbreitet der Song direkt eine andere Stimmung. Er singt vom aufwachsen, von Einsamkeit, von Eltern, die nie so sind, wie wir sie uns vorstellen.... ruhig, fast schon leise, zu einer wummernden Orgel, bis er schreit: You know, who I am, begleitet von Drumms, die erwartungsvoll pochen und 3-4 harten Gitarrenakkorden, bis es wieder ruhig wird und er zu Bongos, Orgel und Gitarrensprenkeln vom weitere Aufwachsen singt... bis der Song erneut explodiert, hey, my brother, if got no fight with you... schließlich entlädt sich der Spannungsbogen zu einem lauten Mittelteil, die Band steigt voll ein, mit Chor, um schließlich ins Orgel und Gitarrensolo zu münden. Blues-Harmonien bestimmen den Songs, ein hartes Gegenstück zu dem soften und spielerischen Beginn der CD.

Zero from outer space ist eine schnelle, harte Nummer, Rock ‚n’ Roll, polternd und klassisch in den Harmoniefolgen. Mundharmonika und eine E-Steel-Gitarre bestimmen den Sound des Songs. Im Refrain werden die Töne nicht nur von den Instrumenten, auch vom Gesang langgezogen und geleiert, harte Abgehnummer.

Climb that hill ist wieder klassisch Petty. Midtempo, auch etwas härter vom Sound her, rockend und mit einer weichen Stimme gesungen, die sich schön von dem tieferen Gitarrensound abhebt. Das Schlagzeug und der Bass rollen im Gleichschritt, perfekt wie ein Metronom durch den Song, nur von ein paar Breaks unterbrochen. Klasse.

Change the locks ist ein bluesige Rocknummer, die stetig das Motive wiederholt, textlich als auch musikalisch. Beginnend mit voller Lautstärke und voller Instrumentierung wird es mit Einsetzen des Gesangs ruhiger, Tom erzählt davon, sein Auto zu wechseln, das Schloß auszutauschen, sein Look zu ändern, etc, damit sie ihn nicht mehr erkennt und nicht mehr findet. Nach dem kurzen Stück Strophe folgt ein mehere Takte langes Gitarrenriff, dass sich schließlich zum wortlosen Refrain steigert, der hart und voller Rückkopplungen und hartem Schlagzeugsound wieder zur Strophe beruhigt.... klasse Song.

Angel Dream (no.4) erinnert etwas an Springsteen (I’m on fire). Ruhig, nur Stimme und Gitarre, mit einem durch übermäßigen Hall extrem verzerrten Snare-Drum-Sound erzählt Tom ruhig und mit ein paar Streicher als Unterstützung, das er einen Engel gesehen hat. Ein Liebeslied, aber gar nicht so langsam, also keine richtige Ballade.
Hope you never ist eine im leicht depremierenden Tembre gespielte Rocknummer mit ruhiger Strophe und einer Orgel, die einen Spinett-Sound drauf hat, in der davon erzählt wird, das sich das Mädel am besten nie in jemand verliebt, der wie sie selbst ist.... Der Refrain wird etwas lauter und rockiger, aber nicht zu sehr. Tom singt eindringlich, wie eigentlich fast immer, fast schon hypnotisch.

Asshole ist ein schräges Stück Musik. Gitarre und Streicher begleiten hier Tom, lässig und irgendwie fies erzählt Petty mehr, als er singt, das sie alles tut, das man sich wie ein Arschloch fühlt.... Eine Pittoreske, eine Fingerübung, recht unterhaltsam, aber auch verzichtbar.

Im Gegensatz zu Supernatural Radio. Einer der Songs, weswegen man sich die CD kaufen sollte. Ruhiger Beginn, Midtempo, bis eine Gitarre anfängt anzuschlagen, auszuklingen, mit leichten Pickings, um erneut locker anzuschlagen... Ruhiger, etwas hoher Gesang von Petty, ruhig noch alles, bis zur Bridge, laut und mit schön angeschlagener Gitarre, steigernd... bis sich zur Strophe wieder eine kleine Beruhigung einsetzt, die Orgel kommt hinzu, wieder zu Bridge, laut und voll der Sound, holpernd das Schlagzeug, übergehend in einen Mittelteil mit einem hypnotischen Gitarrensolo, das wieder in die Strophe mündet.... Der nächste Refrain erneut laut und voll, bis das ganze wieder in ein hypnotisches Gitarrensolo endet, das immer härter und länger wird, jammend schon fast.... Klasse Nummer...

California ist dagegen ein locker, leichter Petty-Pop-Song, kommt fast auf den Opener raus, schön in seiner Einfachheit, fast nebensächlich, fast zu schlicht, wäre da nicht der klasse Gesang von Petty, der seit Wildflowers einfach weis, wie er singen muß, damit man ihm zuhört.... Ein schönes Mundharmonikasolo in der Mitte des Songs veredelt ihn, mehr als man erwarten konnte...

Hope on board ist ein Instrumentalstück, lediglich Akustikgitarre und Streicher, Skip-Kandidat.

Es folgt eine 2. Version von Walls, rollend und noch lässiger, fast im Vorbeigehen gesungen von Petty, als ob er die erste Version so sehr verinnerlicht hätte, das er diese Nummer hier nicht mehr richtig betonen könnte. Verzichtbar.

Angel Dream (No. 2). Richtig, die 2. Variante von Angel Dream, fast so schön wie die erste, nur ohne Hall-Drums. Schön, aber halt schon mal gehört...

Hung up and overdue ist dann mal wieder ein richtiger, neuer Song. Fast schon beatleske fängt er an, Klavier und mehrstimmiger Gesang zu deprimierenden Harmonien, slow und holpernd das Ganze. Lässiger Refrain, mit Orgel unterstützt und einem Beatles-Break danach, Steicher setzen ein.... deprimierend und gelangweilt hört sich dieser Song an, nicht der schlechteste auf der Platte, aber kein Highlight....

Airport ist dann ein Klavier-Orgel-Blues-Stück, ohne Gesang, also rein instrumental, ohne Bezug zum Rest der Platte, nicht schlecht, nur was soll’s hier?

Fazit: Bis California eine klasse Scheibe, Petty vom feinsten, danach merkt man halt, dass es ein Soundtrack ist. Der Schluß der Scheibe mit den Alternativ-Versionen und halt Hung up und Airport enttäuscht ein wenig; dafür reissen die ersten 10 Songs es halt wieder raus.

Der Spannungsbogen ist mieserabel für eine CD; für einen Soundtrack wahrscheinlich O.K. .

Aufgrund dieser Mängel vergeb ich nur 4 Sterne, aber mit einem dicken Plus.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Knopfler

Knopfler

08.04.2002 14:50

Ich bekam diese Scheibe erst neulich, hab sie noch nicht angehört. Aber was ich im Ohr behalten konnte, hat mir nach Wildflowers auch wieder sehr gefallen!

Veedra

Veedra

08.04.2002 00:18

Ich kenne leider nicht viel von Tom Petty - aber was ich kenne find ich gut. Liebe Grüße.

Cannonball

Cannonball

08.04.2002 00:09

Ein schöner Bericht. Greetz Cannonball

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