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Wieder einmal hat Willie Nelson ein brandneues Album auf den Markt gebracht. Und wieder einmal hat er sich etwas Besonderes einfallen lassen: Ein Live-Konzert mit Willie und diversen Duett-Künstlern unterschiedlichster Musikrichtungen, aufgenommen im denkwürdigen Ryman Auditorium, der früheren Grand Ole Opry, in Nashville.
Willie Nelson ist ein Urgestein der amerikanischen Country Music. Der sogenannte „Outlaw“, das sind Leute, die sich nicht anpassen wollen und ihr eigenes Ding durchziehen, hat es trotz seines eigenwilligen Wesens geschafft, seine Musik gut zu verkaufen. Mit ihm zusammen wurden solche Größen wie Johnny Cash, Waylon Jennings und Merle Haggard berühmt. Alle vier traten auch als „Highwaymen“ gelegentlich gemeinsam auf.
Willie hat diverse Superhits geschrieben, schon vor vielen Jahren, genaugenommen Anfang der 60er, sang die weibliche Legende der Country Music Patsy Cline seinen Hit „Crazy“, der um die Welt ging. Willie brauchte damals Geld und hatte deshalb eben mal ein paar Hits für den Nashville Markt aus seiner Feder fließen lassen. Das nämlich kann er: Hits und Songs schreiben, die einem Massenpublikum gefallen.
Willie selbst und seine Stimme sind gewöhnungsbedürftig. Doch Willie lädt sich so oft Gäste ein, dass man auf ihn gar nicht mehr so unbedingt achtet. Er steht im Guinness Buch der Rekorde als Interpret mit den meisten jemals aufgenommenen Duett-Titeln auf Platz 1. Den Abstand zu den Nächstplatzierten hat er mit seinem brandneuen Album weiter ausgebaut, denn „Stars & Guitars“ ist ein reines Duett-Album.
Willie hat sich noch nie auf Leute bestimmter Musikrichtungen festgelegt. So verwundert es nicht, dass auch diesmal wieder Stars aus sämtlichen Nischen mit dabei sind. Aufgenommen wurde dieses Album im ehrwürdigen Ryman Auditorium in Nashville am 27. Mai 2002. Die Titel sind fast allesamt „Country pur“. Die Interpretationen und die „Friends“, also die Gäste, allerdings nicht unbedingt. So beginnt Willie gleich ein Duett mit Sheryl Crow, und zwar mit dem Country Klassiker „Whiskey River“. Als erster Song des Albums wurde zu Beginn natürlich der Applaus des Publikums mit aufgezeichnet. Da muss jede Menge losgewesen sein auf den kargen und harten Holzbänken des Ryman Auditoriums in Nashville.
Country-Superstar Toby Keith ist mit dem Ohrwurm „Good Hearted Woman“ dabei. Überflüssig, Country Fans von diesem Titel etwas erzählen zu wollen. Willie und Waylon Jennings haben ihn vor vielen, vielen Jahren zusammen geschrieben und zum Bestseller gemacht.
„Maria (Shut Up And Kiss Me)“ wird gesanglich großartig von Rob Thomas und Bill Evans unterstützt, Lee Ann Womack mit ihrer klaren, unverkennbaren Stimme erklingt in „Mendocino County Line“. Dieses Duett ist hochaktuell und läuft momentan in den amerikanischen Radiostationen auf und ab. Eine melodische, eingängige Nummer.
Dass Country in den USA lange nicht den schlechten Ruf wie hierzulande genießt, beweist auf diesem Album nun mein ganz besonderer Schatz Jon Bon Jovi, der auf dem Album zusammen mit seinem Gitarristen Richie Sambora absolut selbstverständlich die Heiligen Hallen der Country Music betritt. Willie´s Hit “Always On My Mind” steht auf dem Programm. Und es klingt einfach klasse mit Jon´s eingängiger Stimme und Willie´s unverkennbarem Gesang. Ich liebe es, dass die Grenzen in den USA so verschwommen sind zwischen sämtlichen Musikrichtungen. Ich glaube, nur wir Deutschen brauchen Schubladen auch noch für Musik. Wie beschränkt wir hierzulande sind! Echt schade drum! Das Publikum im Ryman tobt bei Jon Bon Jovi und Willie im Duett – da hätte ich mitgetobt!
Altstar Ray Price gibt sich mit seinem Hit „Night Live“ die Ehre. Hier wird´s so richtig schön altmodisch und traditionell. Ryan Adams, Hank Williams Urenkel, nämlich „Hank III“, und kein geringerer als Keith Richards bringen mit „Dead Flowers“ rockige Stones-Power ins Ryman. Klar hält Willie hier gut und gern mit!
Norah Jones stimmt mit Willie zusammen den Blues „Lonestar“ an. Aaron Neville ist in „Stardust“ dabei“ und für „Don`t Fade Away“ kommen Brian McKnight und Bill Evans auf die Bühne.
Ein weiteres Highlight ist die ruhige Ballade „Angel Flying Too Close To The Ground“ mit Patty Griffin, bevor Sheryl Crow nochmals mit Willie und Bill Evans in „For What It`s Worth” auftritt.
Im Klassiker „Mama’s Don’t Let Your Babiers Grow Up To Be Cowboys“ lebt Willie sich mal wieder so richtig nach seiner Fasson aus. Im Takt ist hier von seinem Gesang her wie immer gar nichts, aber dennoch schafft er es jedes Mal erneut, zum Refrain genau dort zu sein, wo die anderen auch gelandet sind. In diesem Fall sind das „Matchbox Twenty“.
Einer durfte auf diesem Album ganz und gar solo singen, wer das heutige Business kennt, weiß, dass dafür nur einer in Frage kommt, nämlich Vince Gill. Der Willie Nelson Hit „Blue Eyes Crying In The Rain“ erfährt durch Vince einmal mehr puren Genuss. Mir kommt es noch gar nicht so lange vor, dass ich Vince in Nashville als Newcomer der Country Music interviewte, nachdem er zuvor im Bluegrass bereits einen Riesennamen hatte. Mittlerweile ist Vince einer der größten Country Stars aller Zeiten.
Vince sagt von der Bühne aus auch gleich seine musikalische Nachfolgerin an diesem denkwürdigen Konzerttag an: Emmylou Harris, die mit Willie zusammen „Til I Gain Control Again“ intoniert. Für mich kein Highlight, denn zugegebenermaßen habe ich es nie verstanden, was die Leute an Emmylou´s Stimme so mögen. Geschmacksache, für mich klingt sie immer ein bisschen neben den Tönen. Und wenn Gram Parsons in den wilden Spätsechzigern nicht an Drogen gestorben wäre und Emmylou als sein Vermächtnis übriggeblieben wäre, wer weiß, ob man je so extrem von ihr Notiz genommen hätte. Genauso drückte sie sich übrigens selbst in einem Interview aus und ich meine, sie hat es schon sehr gut selbst erkannt und eingeschätzt, dass sie ohne Gram Parsons nie zum Superstar avanciert wäre.
Ryan Adams ist Willies Duett-Gast bei „The Harder They Come“ und gegen Ende, als 17. Titel des Albums, singt die gesamte „Family“, also Willie’s Roadband, gemeinsam Willies Klassiker „On The Road Again“. Hier ist natürlich jede Menge los, nicht nur auf der Bühne, sondern hörbar auch im Publikum. Da beben die Heiligen Hallen des Ryman Auditoriums, wie man unschwer selbst auf der CD hören kann. Zu guter Letzt stimmt Willie im Jubel des Publikums den Rock’N’Roll „Move It On Over“ an.
Neben den erwähnten Stars holte Willie sich die besten Studiomusiker Nashvilles hinzu, wie z. B. Richard Bennett, Dan Drugmore und Glenn Worf. Ansonsten lief das denkwürdige, hier auf CD gepresste Willie Nelson Konzert ab, wie wir es von Willie gewohnt sind: Die Musik steht immer im Vordergrund, Worte zwischen den einzelnen Songs werden nicht zu viele gemacht und die Musiker arbeiten erstklassig, wie wir es aus Nashville nicht anders kennen! Eine lohnenswerte Scheibe nicht nur für Willie Nelson Fans!
klasse bericht! respekt!! nur: merle haggard war mitnichten ein "highwayman" , neben willie, johnny cash und waylon jennings stand kris kristofferson :o)
Ich glaube mit Deinem Musikgeschmack kann ich mich wirklich anfreunden ;-). Schön finde ich die liebevolle Beschreibung von Willie Nelson´s Stimme, die ich persönlich sehr treffend finde. Lg Miri
ays On My MindJON BON JOVI & RICHIE SAMBORA 4-Don't Fade AwayMcKNIGHT, Brian 5-Funny How Time Slips AwayDAVE MATTHEWS BAND 6-Dead FlowersR. ADAMS & K. RICHARDS & HANK 7-Blue...
ays On My MindJON BON JOVI & RICHIE SAMBORA 4-Don't Fade AwayMcKNIGHT, Brian 5-Funny How Time Slips AwayDAVE MATTHEWS BAND 6-Dead FlowersR. ADAMS & K. RICHARDS & HANK 7-Blue...
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11.07.2003 16:26
klasse bericht! respekt!! nur: merle haggard war mitnichten ein "highwayman" , neben willie, johnny cash und waylon jennings stand kris kristofferson :o)
16.03.2003 18:14
Emmylou Harris liegt immer knapp daneben...respektlos! ;-)
02.01.2003 03:43
Ich glaube mit Deinem Musikgeschmack kann ich mich wirklich anfreunden ;-). Schön finde ich die liebevolle Beschreibung von Willie Nelson´s Stimme, die ich persönlich sehr treffend finde. Lg Miri