...2001
Die Songs
Der Titel dieser CD ist tatsächlich "Stationen von heute bis gestern", da mit der Single begonnen wird, die zum Erscheinungsdatum der CD (2001) gerade aktuell war, und danach geht es immer weiter zurück, bis mit den letzten Tracks schliesslich ihre ältesten (kleineren) Erfolge ... Bericht lesen
Erfahrungsbericht von schlagergalaxie über Stationen - Tina York 05.01.2008
Produktbewertung des Autors:
Klangqualität:
ausgezeichnet
Langzeithörspaß:
mittelmäßig
Dieser Tonträger ist:
Pro:
enthält alle ihre Hits und guten Lieder
Kontra:
auch manches, was man nicht braucht
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Hinweis: überarbeiteter Bericht (Oktober 2008). Die hilfreichen Bewertungen stammen aus der Zeit der Erstfassung.
Die Interpretin
Tina York (bürgerlich Monika Schwab, * 29.04.1954) ist die Schwester von Mary Roos (bürgerlich Rosemarie Böhm, geb. Schwab, * 9.01.1949). Obwohl sie nicht schlecht singt, kann sie mit ihrer Schwester nicht ganz mithalten. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum ihr nie der wirklich grosse Durchbruch gelang. Hinzu kommt, dass sie zwar mit "Wir lassen uns das Singen nicht verbieten" einen ganz guten Erfolg verbuchen konnte, dieser es ihr aber danach erschwerte, im anspruchsvolleren Schlagersegment Fuss zu fassen.
Allgemeine Produktinfos
Umfang: 1 CD mit 21 Tracks; Gesamtspielzeit: 71 Minuten und 10 Sekunden.
Kopierschutz: nein
Cover: zwei Fotos von der Interpretin "übereinandergelegt"
Rückseite: Tracklist mit Zeitangaben, als Hintergrundbild eine im Hellblauen verwischte Uhr (identisch mit der CD-Vorderseite, siehe Scan)
Booklet: zum Auseinanderfalten, sodass man schliesslich eine Art beidseitiges Poster vor sich hat, in der Grösse von 2 x 4 CD-Cover. Auf der einen Seite sind alle Single-Cover der auf der CD enthaltenen Lieder abgebildet, auf der anderen Seite hat man eine kurze Tracklist, eine ausführliche Tracklist (Komponisten, Texter, Jahr der Erstveröffentlichung), ein wenig Biographisches, einen kleinen persönlichen Brief an den Käufer der CD, und natürlich das Coverbild.
Der Titel dieser CD ist tatsächlich "Stationen von heute bis gestern", da mit der Single begonnen wird, die zum Erscheinungsdatum der CD (2001) gerade aktuell war, und danach geht es immer weiter zurück, bis mit den letzten Tracks schliesslich ihre ältesten (kleineren) Erfolge aus den 1970ern an die Reihe kommen. Im grossen und ganzen handelt es sich um fröhliche Schlager. Etwa das erste Drittel ist austauschbare Schlagerware von der Stange, dann wird es langsam besser und es kommen auch ihre wenigen wirklich guten Lieder, insbesondere "Ein Adler kann nicht fliegen" und "Einer wird kommen", aber auch ihre Bierzeltschlager "Wir lassen uns das Singen nicht verbieten" sowie die "Liechtensteiner Polka".Kommentierte Tracklist:
01 Ich darf das (2001) Ein fröhlicher, poppiger Schlager zum Thema Älterwerden: "Aber ich, ich darf das, zum Älterwerden hab' ich später noch Zeit (...) ich war nie ein Kind von Traurigkeit" und was die Umgebung dazu so sagt, z.B.: "Sei nicht so vorlaut, geh's ruhiger an, du bist ja keine 20 mehr". Finde den Song zwar nicht schlecht, aber mehr auch nicht.
02 Tief in meinem Herzen (2001) Eine eher belanglose Schlagerballade über eine Frau, die nach langer Suche endlich ihre Liebe gefunden hat.
03 Viel zu nah am Feuer (2000) Austauschbarer Popschlager.
04 Jetzt oder nie (1998) Ein leicht poppiger Schlager. "jetzt oder nie, ich nehm mein Leben selbst in die Hand" Gefällt mir etwas besser als die vorhergehenden Songs.
05 Das Haus am Meer (1989) Etwas langsamerer, poppiger Schlager, melancholisch, schwermütig, ernsthaft. Besonders der Refrain erinnert von der Melodie her an "Verdammt ich lieb dich" von Matthias Reim - und selbiger hat den Song in der Tat auch geschrieben. Den finde ich ganz gut hörbar, auch wenn ich mich an die in den Strophen immer wieder auftauchende, etwas schneidend klingende Mundharmonika erst gewöhnen musste. "Das kleine Haus am Meer, in dem wir so glücklich waren, steht schon so lange leer, das Haus am Meer, und nach all diesen Jahren, fahr' ich wieder mal hin, zu dem Haus, auf dem Felsen am Meer."
06 Vergiss mich nicht (1987) auch melancholich / nachdenklich und hierzu kann man ohne schlechtes Gewissen Ballade sagen.
07 Ich will einen Mann mit Zärtlichkeit (1987) Eine dahinplätschernde Schlager-Ferkelei ;-) Könnte von der Musik her auch ein Mary Roos-Song sein, klingt jedenfalls irgendwie danach.
08 Es ging mir noch nie so gut (1986) Die deutsche Version von "I Wanna Wake Up With You" (Boris Gardener). Auch textlich an das Original angelehnt. Ob der Song unbedingt eine Coverversion gebraucht hat?
09 Little River (1984) Die deutsche Version des gleichnamigen Songs von Audrey Landers. "Sag mir, Little River, sag mir, wo die Sonne wohnt, sag mir, ob sich das Träumen, ob sich das Warten auf Liebe lohnt". Die Interpretation von Tina York ist nicht schlecht, Audrey Landers hat meines Erachtens die in dem Song durchklingende Sehnsucht allerdings besser rübergebracht.
10 Ich bin da (1981) Die deutsche Version des Maywood-Songs "Distant Love". Eingängig mit kraftvollem Refrain.
11 Ein Mann wie du (1977) Deutsches Cover von "Lay Love On You" (Luisa Fernandez). Disco-Schlager. "Ein Mann wie du, da bin ich ganz ehrlich, gefällt mir gut - das ist mir neu doch was ich tu, ist nicht ungefährlich, ein Mann wie du ist selten treu."
12 Ein Adler kann nicht fliegen (1977) Vielleicht ihr bestes Lied, auch textlich sehr gut. Musikkennner werden sofort heraushören, dass deutliche Parallelen zu "A Little Bit Of Heaven" (Pia Zadora) vorhanden sind. Jedoch: Das Lied von Pia Zadora gab's erst Jahre später (Jack White hat dafür weite Teile aus vorliegendem Lied rezykliert). "Du bist erst 16 und hast schon genug, von deinem Elternhaus, Du schmiedest Pläne, es steht für dich fest, das hältst du nicht mehr aus, du musst endlich hier raus, Doch lass dir sagen: Ein Adler kann nicht fliegen, so lange er im Käfig sitzt, Lässt man ihn frei, wird er bald zu spüren kriegen wie das Leben wirklich ist, Frei sein, das muss man versteh'n, erst dann ist es Zeit, fort zu geh'n."
13 Zwei junge Menschen (1976) Ist auch sehr gut. Von der Musik her hört man aber deutliche Ähnlichkeiten zu "Una Paloma blanca".
14 Das alte Haus (1976) Ein "leicht" discomässiger Schlager. Aus dem ESC-Vorentscheid 1976, belegte damit aber nur den letzten Platz und es blieb auch ihr einziger ESC-Versuch. Ganz so schlimm finde ich ihn aber nicht. Youtube: http://www.youtube.com/watch?v=nGrFRIY23Ds
15 Umarmst du mich, umarm ich dich (1975) Nichts besonderes. Aber immerhin entlockte es mir ein Schmunzeln.
16 Wir lassen uns das Singen nicht verbieten (1974) Ihr bekanntester, damit gelang ihr auch ein kleiner Durchbruch. Fröhliches Tschingdarassassa und Bumsvallera. Hat auch Tony Marshall aufgenommen (wer sonst?) Von ihr finde ich ihn aber gar nicht so schlecht. Youtube: http://www.youtube.com/watch?v=nmjsKVgb_aM (scheint live gesungen zu sein, vielleicht auch die Aufnahme nicht wirklich gelungen, denn die auf der CD vorliegende Studioversion ist sehr viel besser).
17 Liechtensteiner Polka (1974) Wieder Tschingdarassassa, Bumsvallera, Ufftata usw. War auch die B-Seite zu "Wir lassen uns das Singen nicht verbieten" und ist um einiges übler. Beide Lieder hintereinander sind die Härte :-) Youtube haben wir hier: http://www.youtube.com/watch?v=mTD08hrxIAI (entspricht auch nicht wirklich der auf der CD vorliegenden Studioversion, vor allem wegen der "Nebengeräusche", dürfte aber ein Playback sein).
18 Wo die Sonne scheint (1973) Ich sing vor und ihr singt nach und dann alle zusammen. Ufta, Ufta, ... mehr muss man meines Erachtens dazu nicht sagen. Youtube gibt's auch: http://www.youtube.com/watch?v=9smrREcdXhc
19 Einer wird kommen (1972) Neben "Ein Adler kann nicht fliegen" wahrscheinlich ihr bester Song. Hier geht's auch wieder etwas poppig/discomässig zu.
20 Papa ist dafür (1971) ... und Mama ist dagegen. Das grosse Problem, seit die Erde besteht. Kein Highlight auf dieser CD.21 Oh Mama Goodbye (1970) Abschiedslied der selbständig werdenden Tochter. Naja, irgendwie passt da die Musik nicht so ganz, zu modern um sich bei Mamas einzuschleimen :-)
Meinung und Bewertung
Diese CD enthält meines Erachtens alles, was man von Tina York braucht. Es sind sowohl alle ihre guten, anspruchsvolleren Songs enthalten, als auch ihre erfolgreichen Bierzeltschlager, mit denen sie bekannt geworden ist. Ebenso ist damit auch alles enthalten, womit sie grössere Hitparadenerfolge feiern konnte. Und es sind auch ein paar Songs dabei, die man nicht braucht ;-) Hat man ein Grundinteresse an ihrer Musik, oder ist man einfach nur mal neugierig, ist man mit dieser CD keinesfalls schlecht beraten, da die Songauswahl für eine Best Of passt. Die Bierzeltschlager und ein paar andere Songs sind einfach Gutelaunemusik, die man sicher gut auf entsprechenden Parties oder auch im Karneval einsetzen kann. Vielleicht sollte ich mich ja mal mit "Wir lassen uns das Singen nicht verbieten" unter ein paar Techno-Jünger begeben oder den Song mal im Auto am Parkplatz abspielen, wenn ich vom Einkaufen zurückkomme und wieder mal so einer vorbeifährt, wo die Bässe so dröhnen, dass es rundherum alle aushebt. Insbesondere die anspruchsvolleren Songs sind aber dafür wohl nicht geeignet und die kann man sicher auch so einfach immer wieder mal hören. Ab und zu auch die ganze CD, denn obwohl die Songs recht unterschiedlich sind, bilden sie zusammen doch irgendwo ein Ganzes, das nicht so schlecht ist. Auch wenn eine Verallgemeinerung etwas schwierig ist, da ihre Karriere eben mehrere Schlagersegmente abdeckt. Ich vergebe 4 Sterne und eine Empfehlung, weil es zwar eine gute Auswahl ist, die sowohl ihre weniger anspruchsvollen, als auch ihre anspruchsvollen Songs abdeckt, es aber eben nicht so viele gute Songs von ihr gibt. Jedenfalls sehe ich das so. Die von Ciao vorgegebenen Produktdetails - beachtet sie einfach nicht, denn so vereinfachen kann man's zum Teil nicht.
Kaufgrund / Bezugsquellen
Ich selbst habe die CD eben aus dem Grund gekauft, weil ich sozusagen ihre "brauchbaren" Songs (siehe Meinung) und einen guten Überblick haben wollte, ohne mich zu sehr zu vertiefen. Zu diesem Zweck habe ich zuvor auch noch die Meinung anderer Musikfreunde, sowohl zur gesamten CD, als auch zu einzelnen Songs eingeholt. Und in dieser Hinsicht bin ich auch keinesfalls enttäuscht. Gekostet hat sie mich etwa 14 Euro, so genau weiss ich es nicht mehr. Momentan (3.10.2008) bekommt man sie u.a. bei folgenden Onlineshops (Preise in Euro):
A&M / Weltbild: 17,99 (+ 4,25 fixe Versandkosten)
Alphamusic: 14,99 - versandkostenfrei ab 50,00 innerhalb Deutschlands
Amazon: 17,99 (Statt-Preis, sonst kostet sie anscheinend 19,99) - versandkostenfrei ab 20,00
Amazon Marketplace: gebraucht ab 5,67, neu ab 13,85 (plus 3 bzw. 6 Euro Versand)
eBay: ein Sofortkauf-Angebot zu 15,45 (+ 2,50 Versand aber nur innerhalb Deutschlands)
=> eine ganz schöne Bandbreite. Es hängt wohl davon ab, ob man nur diese eine CD oder vielleicht auch noch anderes bestellt (um die Versandkosten niedrig zu halten). 0