Exellenter Prog-Metal-Appetizer !
04.06.2007
Pro:
s . B .
Kontra:
NIX !
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
Häufigkeit der Nutzung
Dieser Tonträger ist:
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 Anacrusis
Über sich:
Wie man in weniger als 60 Sekunden einem Artikel ein "sh" mit dem Kommentar "die Glie...
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Obwohl dies das Debütalbum der fünf Holländer darstellt, kommt es mir so vor, als wären SUN CAGED alte Bekannte. Und so wird es wohl vielen Freunden progressiver Klänge gehen, denn diese Truppe geistert schon seit 1999 durch die Szene. Mit den drei abgefeierten Demos sowie durch umjubelte Support-Auftritte für QUEENSRYCHE und VANDENPLAS waren sie in aller Munde. Spätestens seit ihrem Aufspielen beim europäischen Prog-Power-Festival 2002 zählen SUN CAGED zu den interessantesten Newcomern auf dem Frickel-Sektor. Ein Album war eigentlich nur eine Frage der Zeit. Diese war 2003 gekommen, denn Lion Music haben sich damals der Band angenommen und erfreuen die Menschheit nun mit dem hier vorliegenden Silberling. Überzeugt schon das ansprechende, etwas an Travis-Smith-Arbeiten-erinnernde Artwork, so bin ich bereits nach wenigen Takten des Openers 'Sedation' völlig aus dem Häuschen. Mit dem fetten, aber gleichzeitig warmen Sound im Rücken, den der Keyboarder Joost van den Broek zusammen mit Arjen Lucassen (AYREON,STAR ONE) hingezaubert hat, jagt der Fünfling hier so ein musikalisches Feuerwerk hoch, dass man sich unweigerlich fragt, warum es so lange gedauert hat, bis SUN CAGED einen Deal in der Tasche hatten. Die Jungs schaffen es mit spielerischer Leichtfüßigkeit, die komplexesten Songstrukturen in harmonische Melodien einzubetten. So entsteht ein wohliges Feeling beim Anhören, das ein unweigerliches Bedürfnis nach erneutem Hören hervorruft. Ohne die Band jetzt musikalisch mit DREAM THEATER vergleichen zu wollen, kann ich nur sagen, dass in diesem Album mindestens soviel Potential steckt (musikalisch wie auch kommerziell) wie in den amerikanischen "Brothers-In-Frickel". Es macht einfach einen Höllenspaß - oder aber es ist ein himmlisches Vergnügen, je nach religiöser Ausrichtung - immer tiefer in vertrackt-abgehobene Nummern wie 'The Eighth Day' oder 'Home' einzudringen. Das Zusammenspiel von Gitarrist Marcel Coenen, der vormals schon bei LEMUR VOICE zu überzeugen wusste, und Tastendrücker Joost van den Broek ergibt ein herrlich homogenes Song-Gewebe, das mal fett und heavy in der Magengegend drückt oder mal sanft verspielt Gänse häutet. Im Hintergrund agiert eine Rhythmussektion, die wahrscheinlich noch mit verbundenen Augen CYNIC- oder ATHEIST-Songs spielen kann. Rob van der Loo, zuständig für vier- bis fünfsaitige tieftönende Dynamik, und Dennis Leeflang , auch schon mal bei WITHIN TEMPTATION tätig, pulsieren durch die neun facettenreichen Kompositionen dermaßen aufeinander abgestimmt, dass jeder, der nicht zumindest seine Füßchen wippend in Bewegung setzt, ohne Rhythmusgefühl zu leben scheint. Beileid übrigens.
Über allem jodelt Andre Vuurboom mit seiner kraftvollen, recht hohen Stimme, die aber zum Glück nur sehr selten in höchste Höhen abdriftet und selbst dort nicht an den Nerven des Hörers zerrt. Zumeist agiert der gute Mann aber in - für Normalsterbliche - erträglicheren Stimmlagen und passt sich exzellent den Stimmungen der Songs an. Auch in den nicht wenigen ruhigen Momenten, wie im jazzigen Mittelteil von 'Secrets Of Flight', touchiert er behutsam die Gehörgänge seiner Anhänger, während er beim modernen 'Soil' mit aggressiven Schreien überzeugen kann. Bevor ich jetzt abschließe, muss ich unweigerlich noch einmal auf das extrem faszinierende Keyboardspiel eingehen. Es ist schier unglaublich, mit welcher Soundvielfalt Joost van den Broek immer wieder und überall kleine Nuancen zu setzen vermag. Ich weiß nicht, wie oft ich diese Scheibe jetzt schon gehört habe, aber immer noch entdecke ich an allen Ecken überraschende Effekte, die teils gar zum Schmunzeln anregen - soviel dazu, dass progressive Musik ausschließlich kopfgesteuert sei. Im Falle SUN CAGED habe ich diesen Eindruck zumindest nicht, diese Musik kommt aus dem Bauch und geht auch dort wieder hin und trotzdem wird man niemals satt davon. Ein exzellenter Appetizer, der 2003 als Prog-Album des Jahres durchs Ziel gegangen ist! Ich denke mal, resümierende Worte kann ich mir jetzt schenken, oder?
Tracklist: __________ 1. Sedation 2. Sun Caged 3. Home 4. Soil 5. Hollow 6. Closing In 7. The Eighth Day 8. Secrets Of Flight 9. Unchanging
Die Band (2003): Marcel Coenen - Guitars Dennis Leeflang - Drums Rob Van Der Loo - Bass Joost Van Den Broek - Keyboards Andre Vuurboom - Vocals
In den 4 Jahren bis zu der zweiten Scheibe "Artemisia" (2007) gab es folgende Umstellungen innerhalb der Band: Die Band (2007): Marcel Coenen - Guitars Paul Adrian Villarreal - Vocals, Guitar Roel Vink - Bass Rene Kroon - Keyboards Roel Von Helden - Drums
Technische Daten: _____________________ Release: 22.10.2003 Label: Lion Music Stil: Progressive Metal
Homepage der Band: http://www.suncaged.com
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09.07.2007 01:46
Kenn ich nicht, bin aber kein Bauer, also werd ich mal reinhören LG Anne
11.06.2007 15:11
Und wieder mal ne Band die ich (noch) nicht kenne. Also mich nerven ja die höchsten Stimmhöhen, das is schon mal ein Pluspunkt wenn der Sänger nicht so eierab-mäßig rumturnt. Die Musikbeschreibung klingt hochinteressant, für ausgefallenere Formulierungen ists zu warm! :) Travis Smith ist ein echter Künstler, seine Arbeiten machen mir oft genug ne Gänsehaut. Wow! Der hats drauf.
07.06.2007 11:13
das ist ein richtig guter Bericht :-) - Otto