Ausnahme-Soundtrack zum Superpreis
01.08.2000
Pro:
Echte Höhepunkte der schwarzen Musik der 70er
Kontra:
"Short Eyes" ist bemüht, bleibt aber Zugabe
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 dcbe
Über sich:
Unglaublich - 10 Jahre!
Mitglied seit:03.05.2000
Erfahrungsberichte:246
Vertrauende:52
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 4 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Ja, es gibt "Superfly" auch solo zu kaufen, doch seit letztem Jahr ist eine Doppel-CD auf dem Markt, die diesen Klassiker mit einem weiteren Mayfield-Soundtrack ("Short Eyes") verbindet - in bester Qualität zu einem sensationell günstigen Preis (ca. 20,- DM). Dass hier gleich zwei Alben für so wenig Geld zu haben waren, wirkte als Kaufanreiz schon mal gut. Dass aber das erste gleich noch das epochale Meisterwerk "Superfly" war, machte diese Kombination für mich zu einem Muss. Worum geht es bei "Superfly"? Na ja, die übliche Drogen / Ghetto / Armer Schwarzer Junge läßt sich mit dem Bösen ein - Geschichte. Ein recht durchschnittlicher Vertreter des Blaxploitation-Genres der 70er. Was den Film unvergeßlich macht, ist Curtis' Musik. Neben dem bekannten Titelstück und dem allseits beliebten "Pusherman" birgt "Superfly" noch mindestens drei weitere Juwelen ("Gimme Your Love", "No Thing On Me" und die Moritat vom toten Freddy, letztes Jahr noch bei South Park lustig gecovert). Dieser Soundtrack hat es mehr als verdient, damals in den USA millionenfach verkauft zu werden. Neben "Trouble Man" und "Shaft" bietet er wohl die beste schwarze Filmmusik der 70er - im sozialen Engagement vielleicht etwas angestaubt, aber musikalisch absolut zeitlos. Kräftiger Funk, unterstützt von flüssigen Bläsersätzen, angereichert mit herrlich schleimigen Streichern und lustigen Filter- und Halleffekten. Dazu Curtis' unverwechselbar hohe Stimme - wunderschön. Kein Wunder, dass Musik aus "Superfly" in den letzten Jahren unzählige Male gesampelt und gecovert wurde.
Dass "Short Eyes" im direkten Vergleich deutlich abfällt, mag mit den geänderten Zeiten zusammenhängen (der Film kam immerhin einige Jahre später), vielleicht zeigt sich hier aber auch Curtis‘ kreative Erschöpfung angesichts seiner Vierfachrolle als Musiker, Filmproduzent, Mitautor und Schauspieler. Wie dem auch sei: Schon aus Gründen der Vollständigkeit ist es schön, auch dieses eher zweitrangige Mayfield-Werk dabei zu haben. Und was den großen Klassiker angeht: Kaufen. Unbedingt.
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25.08.2000 18:39
Endlich mal jemand, der wirkliche Musik entsprechend zu würdigen weiß... (Lies auch mal meinen Kommentar zu Deiner Meinung zu ABC...)