Erfahrungsbericht über

T.I.Vs T.I.P. - T. I.

Gesamtbewertung (2): Gesamtbewertung T.I.Vs T.I.P. - T. I.

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T.I. vs T.I.P.

5  16.07.2007 (24.08.2007)

Pro:
abwechslungsreiches, innovatives und gut durchdachtes Album

Kontra:
eventuell zu kommerzielle Absichten

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

Häufigkeit der Nutzung

Dieser Tonträger ist:

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Cloud2907

Über sich:

Mitglied seit:28.06.2000

Erfahrungsberichte:59

Vertrauende:9

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 123 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Es ist kaum ein Jahr her als das Release des Albums "King" unsere tot geglaubte Kultur wieder neu belebte. Über mehr als 2 Millionen verkaufter Platten weltweit und ein Grammy in der Kategorie "Best Rap Solo Perfomance" für "What You Know", sowie weitere zahlreiche Awards bestätigten, was den meistens Hip Hop Hörern ohnehin schon klar war: Der wohl zur Zeit beste Künstler dieses Genres stammt nicht aus der Hip Hop-Metropole New York, sondern aus Atlanta und heißt mit bürgerlichem Namen Clifford Joseph Harris, besser bekannt als T.I.

Nach so einer sensationellen Leistung, tritt das Nachfolgealbum natürlich ein schweres Erbe an. Es ist in etwa so, als würde man von Michael Jackson ein neues "Thriller" fordern. Dennoch lies dies T.I. nicht abschrecken, sich wieder das Mic zu schnappen, um 18 neue Songs aufzunehmen. Das Ergebnis nennt sich "T.I. vs T.I.P." Wie der Name schon sagt, soll dieser Longplayer eine Außeinandersetzung zwischen dem Künstler T.I. und seiner eigentlichen Person T.I.P. darstellen.
Was sich zunächst seltsam anhört, wird einem klar, wenn man die Hintergrundgeschichte hierzu kennt:
T.I.P. war der frühere Künstlername von T.I., welchen er aber auf Druck seines Labels ändern musste, um eine Verwechslung mit dem New Yorker Rapper Q-Tip auszuschließen. Dennoch bezeichnet er sich seit seinem zweiten Album "Trap Muzik" immer wieder selbst als T.I.P. und ist vor allem in seiner Heimatstadt fast ausschließlich nur unter diesem Namen bekannt.

Dieses Thema wurde in der Musikgeschichte schon sehr oft aufgegriffen (z.B. "Split Personality" von Cassidy), jedoch waren die Umsetzungen bisher noch nie wirklich gelungen. Die Ursachen hierfür haben verschiedene Gründe.

Welchen Weg T.I. und sein Kontrahent T.I.P. hierbei einschlagen, seht ihr hier:


1) Act I: T.I.P. (8 von 10)
Dieses Intro führt mit einem sehr schön rhythmischen und für Hip-Hop Verhältnisse eher ungewöhnlichen Beat den Hörer in die Thematik des Albums ein: T.I. vs T.I.P. Es geht hier um die veschiedenen Persönlichkeiten von T.I. Zum einen ist da der erfolgreiche Geschäftsmann T.I., zum anderen der Junge von nebenan T.I.P. Wie dieser erste Akt schon sagt, befasst sich der erste Teil mit T.I.'s Hoodcharakter T.I.P.

2) Big Shit Poppin' (10 von 10)
Dieser Track dürfte T.I.-Fans und Mixtape-Liebhabern nicht mehr fremd sein. Es ist die erste Singleauskopplung des Albums und dieser auch sehr würdig. Ein richtig fetter von Mannie Fresh produzierter Beat und dazu dieser gewohnt lässige Swagerstyle von T.I. eröffnen die Tracklist des Albums.

3) Raw (6 von 10)
Eine sehr eingängige und einfache Hook, gefolgt von einem etwas abgehackt klingenden Rap zischen über einen Beat, der dank der Synthesize-Effekten im Hintergrund wie eine Art Abklatsch von Swizz Beatz Produktionen klingt. Ich persönlich finde den Track nicht schlecht, er ist aber im Vergleich zu anderen Tracks des Albums eher schwach.

4) You Know What It Is (8 von 10)
Dank der Mitwirkung von Wyclef Jean hat dieser Track einen deutlichen Dancefloor Einfluss. Doch das tut ihm absolut keinen Abbruch, sondern bereichert das Album vielmehr durch etwas mehr Abwechslung.

5) Da Dopeman (10 von 10)
Düsterer Beat zu einem noch düstereren Text. T.I.P. beschreibt hier die Hintergrundgeschichten vieler Dealer, erklärt wie und warum sie in die Szene kommen und lenkt auf diese Weise mal wieder die Aufmerksamkeit auf die gesellschaftlichen Missstände in den USA - sehr gelungen.

6) Watch What You Say To Me (6 von 10)
T.I. erledigt seine Sache eigentlich ganz ordentlich und der Part von Jay-Z ist auch ziemlich gut, aber der Funke will irgendwie nicht überspringen. Vielleicht liegt es auch daran, dass Beat und Rap nicht wirklich harmonisch zueinander wirken. Die Hook ist dafür eigentlich ganz okay. Es ist halt so ein typischer Track, den man nicht skipt, aber auch nicht wiederholen lässt.

7) Hurt (9 von 10)
Jetzt wird klar warum der Track davor so schwach war, denn dadurch wirkt dieser noch fetter als er ohnehin schon ist. Die Gastparts von Busta Rhymes und dem hierzulande unbekannten Alfa Mega werten das ganze nochmals auf. Insbesondere Basta's krasser Rapstyle passt perfekt auf einen durch sehr harte DoubleBeats geprägten Beat.

8) Act II: T.I. (8 von 10)
Derselbe Beat wie bei Track 1 leitet das nächste Kapitel des Albums ein: T.I.

9) Help Is Coming (10 von 10)
Oh, yes. Das ist T.I. in seiner Bestform, wobei das wohl auch an der Mitarbeit von dem derzeit wohl besten Producer New Yorks Just Blaze liegt. Leider ist es ihre einzige Zusammenarbeit auf dieser Scheibe. Die Message ist klar: Hip Hop verkauft sich nicht mehr so gut wie früher (ein Problem das weltweit zu beobachten ist). Der Grund hierfür ist, dass die kommenden Generation zu wenig von der eigentlichen Kultur und ihren Ursprüngen wissen und oft nur Clischees mitbekommen...aber das ist wieder eine andere Geschichte. T.I.'s Ansage ist klar: "Say hello to da man who can save hip hop" Hoffen wir mal, dass er eine ähnliche Welle auslösen kann wie Onyx, Nas oder NWA in den 90ern.

10) My Swag (10 von 10)
Nachdem Wycleaf Jean bereits mit T.I.P. zusammengearbeitet hat, lässt er es sich natürlich nicht nehmen auch T.I. zu unterstützen. Und dieser Mann hat so ein verdammt gutes Gefühl für Sommerhits. Letztes Jahr verhalf er Shakira mit "Hips don't lie" zu weltweitem Erfolg und dieses Jahr sorgt er für den richtigen Flow bei T.I. Wenn die Single noch rechtzeitig ausgekoppelt wird, dann werdet ihr diesen Sommer nichts anderes mehr im Radio hören. Das garantiere ich euch.

11) We Do This (4 von 10)
Meiner Meinung nach der schwächste Track des Albums. Vor allem die Hook nervt, weil sie doch etwas rocklastig ist. Die Rapparts hingegen sind ganz okay, trotzdem skip ich mal lieber...

12) Show It To Me (9 von 10)
Ich hätte nicht gedacht, dass irgendjemand nochmal mit Nelly zusammenarbeiten würde nach seinem Missgeschick mit "Sweat/Suit", aber T.I. versucht es, was meiner Meinung nach ein Fehler ist, da der Track an sich wirklich gut ist. Insbesondere durch die Samba-Elemente in dem Beat hebt es sich von den anderen Tracks des Albums ab. T.I.'s Part und vor allem seine Hook sind sehr lobenswert, Nelly hingegen kann nicht wirklich überzeugen. Dennoch macht der Song Laune, ohne Nelly wäre es wohl eine 10 geworden.

13) Don't You Wanna Be High (7 von 10)
Das ist wieder einer dieser Tracks, deren Funktion es ist das Album zu füllen. Er ist nicht schlecht, aber auch nicht der Oberhammer, aber man hört sich ihn trotzdem mal an. Der Beat erinnert mich aufgrund der Melodie an "Pac's Life" von Tupac, bei dem T.I. ja auch mitwirkte.

14) Touchdown (10 von 10)
Das ist wohl die Überraschung des ganzen Albums, ach was des ganzen Jahres: Eminem featerd T.I. Ich hätte niemals gedacht, dass sich ein Südstaatler Unterstützung von einem Rapper der "White Trash"-Schicht holt. Aber dabei kam ein richtiger fetter Track raus, der von Eminem produziert wurde. Selbst die Rap-Parts passen trotz ihrer unterschiedlichem Style sehr gut zusammen, was wieder einmal zeigt, dass Eminem ein sehr guter Producer ist. Er hatte ja auch einen guten Meister...

15) Act III: T.I. vs T.I.P. The Confrontation (8 von 10)
Zur Überraschung aller führt derselbe Beat wie schon bei Track 1 und 8 in das abschließende Kapitel des Albums. Es gibt hier nicht viel zu sagen, weil es im Prinzip dasselbe ist wie schon zuvor und daher auch dieselbe Bewertung.

16) Tell 'Em I Said That (10 von 10)
Ich denke, dieser Track könnte die unerwartete Überraschung des Albums werden. Beim ersten Anhören denkt man sich noch: "Ganz netter Track" Beim zweiten Anhören dreht man dann schonmal lauter und beim dritten Mal ist man kaum noch zu halten. T.I. lässt über sehr harte Bässe auf einer melodischen Unterspur seine Wut über diese ganzen möchtegern Gs ab, was besonders durch die eingängige Hook deutlich wird

17) Respect This Hustle (8 von 10)
Die Hook ist etwas gewöhnungsbedürftig, passt aber sehr gut auf den Beat. Der Beat selbst ist sehr gut, vor allem weil er während der Strophe etwas durchvariiert und somit einen sehr beeindruckenden Klang bietet. Die Aussage dieses Tracks ist eindeutig: T.I. hat es geschafft und das ist nunmal zu achten, also "respect this hustle"

18) My Type (9 von 10)
In dem letzten Track des Albums rappt T.I. aus seinem Leben und vor allem darüber, wer er ist. Der Beat ist eher ruhig. Es stechen eigentlich nur einige Klaviertöne hervor, was dem ganzen eine sehr schöne Melancholie verleiht. Durch diese Ruhe wird die Aufmerksamkeit des Hörers auf den Text gelenkt und man merkt, dass dieser sehr persönlich ist. Dadurch stellt "My Type" insgesamt einen sehr runden Abschluss des Albums und vor allem der Thematik des Albums dar.


Wie man schon allein an dem formalen Aufbau unschwer erkennen kann, ist das Album klar strukturiert. Zudem kommen noch die klanglichen und inhaltlichen Unterschiede der einzelnen Teile:

Act I zeigt deutlich die Wurzeln von T.I. und versucht seine Realness zu betonen. Das wird deutlich durch Tracks wie "Raw", der ganz klar einen Diss in Richtung Hater darstellt, oder "Dopeman", der den typisch kriminellen Weg vieler Jugendlicher aus der Hood beschreibt. Solche Tracks erwartet man eher auf Mixtapes oder auf Alben von Künstlern, die das Gangsta-Image viel mehr verkörpern als T.I.

Act II ist da schon sehr viel kommerzieller angelegt. Tracks wie "My Swag" oder "Show It To Me" werden nicht nur Gefallen bei Hip Hop Hörern auslösen, sondern zielen auch auf das R&B-, Dancehall- oder Pop-Genre.

Act III beschreibt eher die Wandlungsfähigkeit und Vielseitigkeit von T.I. Durch "My Type" macht er auf seinen einzigartigen Style und sein musikalisches Talent aufmerksam. Zudem wird hier mit "Tell 'Em I Said That" nochmal das Thema des Jungen aus der Hood aus Act I, sowie das Thema des erfolgreichen Buisness Man aus Act II ("Respect This Hustle") aufgegriffen.

Dieser Aufbau ist trotz seiner Genialität aber auch gleichzeitig der einzige Kritikpunkt an diesem Album. Dadurch, dass sehr unterschiedliche Stilrichtungen in den einzelnen Teilen eingeschlagen werden, muss sich T.I. vorwerfen lassen, dass er beabsichtigt eine breite Zielgruppe anzusprechen und somit die Kommerzialisierung seiner Werke vorantreibt, anstatt bei seinem Straßenjungen-Image zu bleiben.
Verstärkt wird dieser Vorwurf außerdem noch durch die nicht allzu knapp ausgefallene Anzahl prominenter Features. Mit Jay-Z, Busta Rhymes, Wyclef Jean, Nelly und Eminem werden - zählt man die Übergange zwischen den einzelnen Abschnitten nicht dazu - ein Drittel der Tracks dem Hörer versucht, schmackhafter zu machen.

Trotz dieser Kritik muss man anerkennend sagen, das der Konflikt zwischen T.I. und T.I.P. gut zur Geltung kommt, was neben der Struktur auch auf die Texte und die sehr unterschiedlichen Beats, aber auch das CD-Layout zurückzuführen ist.
Zudem wird dank der stets gleichen musikalischen Unterlegung der Übergänge und durch die Anordnung einiger Titel gewährleistet, dass der Hörer nicht drei komplett unterschiedliche Abschnitte vor sich hat. So gehört - allein vom Klang her - beispielsweise "Big Shit Poppin'" eher in Act II und "Touchdown" in Act I.

Abschließend lässt sich sagen, dass dieses Album nicht ganz an das Prequel "King" herankommt. Dennoch ist es eine richtig gute Scheibe, die durchaus das Potential zum Hip Hop Album des Jahres hat.
Für Hip Hop Fans ist diese Scheibe einfach ein Muss, aber auch Liebhaber anderer Musikrichtungen könnten ihre Freude daran haben.


Endbewertung:

Rechnerisch ergibt sich für das Album eine Note von 8,3. Aufgrund der gelungenen Umsetzung der Thematik und auch der Einzigartigkeit des Aufbaus entschließe ich mich jedoch nach oben aufzurunden. Als Gesamtnote ergibt sich somit: 9 von 10


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
molekulargewitter

molekulargewitter

30.09.2007 23:33

Kannte ich bisher noch nicht, werde ich mir vll. mal anhören :-)

Osiris_68

Osiris_68

09.08.2007 12:45

heyho, echt s.h.. Grüße Häns

Osiris_68

Osiris_68

06.08.2007 20:24

Guten Tag :) Cloud2907, sowas liest man gerne. tschüssi Hans

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