Testimony: Vol.1, Life & Relationship - India. Arie

Erfahrungsbericht über

Testimony: Vol.1, Life & Relationship - India. Arie

Gesamtbewertung (1): Gesamtbewertung Testimony: Vol.1, Life & Relationship - India. Arie

 


Schütt mir dein Herz aus

4  13.08.2006

Pro:
wunderbare lieblich - rauchige Soulstimme, gute Melodien

Kontra:
es fehlt die Innovation

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

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derDosch

Über sich: gone

Mitglied seit:29.07.2003

Erfahrungsberichte:227

Vertrauende:18

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 64 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Gute Nachricht für alle männlichen India.Arie Fans: Die hübsche Afroamerikanerin mit der charismatischen Stimme und dem dicken Bankkonto ist wieder zu haben. Genau das teilt sie uns auf ihrem dritten Longplayer „Testimony vol. 1, Life & Relationship“ mit. Ein Konzeptalbum, genauer gesagt ein Break-up Album ist es geworden. Doch bevor sich der Hörer auf ein traurig- bitteres Melancholievergnügen einstellen kann, nimmt sie dem Hörer im Booklett diese Erwartungen:

„This album took three years to create because I had to do the emotional work to get to the point where I wasn’t simply complaining but rather sharing my lessons and experience in love and heartbreak.”

Aha, also doch kein Herzschmerz. Schade eigentlich, irgendwie hört man doch Künstler gerne leiden, oder? Aber das India uns hier kein fröhliches Sommeralbum auftischt, ist auch klar. Vielmehr hat sie es von einer abgeklärten und reflektierten Seite angegangen und zeigt uns die lyrischen Ergebnisse ihre Reflektionen.

Der Aufbau des Albums ist also klar, so befasst sich „THESE EYES“ mit der Trennung. Eine klackende Snare, eine (übriges von India selbst geblasene) Trompete klingt einsam und verletzt. Gesang und Soundgeflecht werden schön von Pianoklängen verwoben und machen insgesamt ein sehr guten Eindruck. Der Hörer lernt, dass die zerbrochene Beziehung wohl mehr als ernst war. Das belegen Zeilen wie

“Are we meant to be man and wife?
The answer I don't know
Of life's many mystery's what intrigues me the most
Is who our children would have been
I guess we'll never know
Even as I walk away I'll always keep the hope”


Die emotionale Reise geht mit “THE HEART OF THE MATTER,” einer Donald Henley Coverversion, weiter. Es ist die einzige Coverversion dieser LP, normalerweise schreibt die zweifache Grammygewinnerin ihre Songs selbst. Obwohl nicht selbst geschrieben, fügt sich der Song doch perfekt in das Konzept ein. „I got a call today, I didn’t want to hear, but I knew that it would come/ An old true friend of us was talking on the phone/ she said you found someone.” Es geht nun darum, das Leben ohne den Partner zu lernen und die Trennung umzusetzen. Musikalisch wurde das mit Streichern und einem dazu im Kontrast stehenden doch recht kräftigen Bassbeat.

Ein wirkliches Highlight folgt mit „GOOD MORNING.“ Hier bekommt der Hörer dann doch ein großes Stück der erwarteetn Melancholie. Lediglich über Gitarre, Percussions und ruhigen Streichern singt India:

“Good mourning silence
Good morning to myself
Good mourning to the pain in the center of my chest
It's crazy how much I miss
a simple good mourning kiss
Good mourning independence or is it loneliness?
I know I said I wanted this but I have regrets”

Doch trotz der Traurigkeit kommt ein Zurück nicht mehr in Frage, die letzte Strophe strahlt schon etwas Positivismus aus:

“Good mourning acceptance
Good mourning inner strength
I'm loving every moment
even the strain“

Gleich darauf ist man schon wieder bereit für die erste „PRIVATE PARTY.“ India feiert sich selbst. Hier findet sich auch der obligatorische Gruß an Vorbild und Labelkollegen Stevie Wonder: „Happy Birthday to myself“ singt sie und klingt dabei gar nicht traurig, „I’m just celebrating me.“

In den folgenden Songs löst sich das Konzept, es geht nicht mehr vordergründig um die zurückliegende Beziehung. Andere Themen werden angesprochen oder in „THERE’S HOPE“ einfach auf einen universelleren Kontext ausgeweitet. Bemerkenswert ist „INDIA’S SONG,“ bei dem sich India beispielsweise mit dem Thema Rassismus auseinandersetzt und singt „I wanna go where the mountains are high enough to echo my song [...] I wanna go where the wind calls my name.“ Die Musik verändert also alles. Umgesetzt wurde dieser Song etwas ruhiger mit Perkussions, Streichern, Akustikgitarre und einer unglaublich stark und sympathisch singenden India.Arie.

Das es nicht immer die Pop- Motwon Soul Melange sein muss, zeigt sie bei dem Kleinod „SUMMER.“ Samt Mandoline, tippelnden Drums und Akustikgitarren entstand hier ein schöner und vor allem melodischer Countrysong. Dieser Song verpackt das Beziehungsaus in die bewährte Jahreszeitenmetapher, die man aber selten so schön vorgetragen gehört hat.

Bei der Single „I AM NOT MY HAIR“ schafft es India dann, dass ich zum ersten Mal einen guten Song mit Beteiligung von Hip Hopper Akon höre. Hand Claps und Klaviertupfer treffen auf Scratches und eine trockene Bassline. Textlich geht es darum, dass man die Persönlichkeit nicht mit dem äußerem Erscheinungsbild gleichsetzen kann. Von einer gescheiterten Beziehung ist nichts mehr zu hören.

Mit der „Jedes ist seines Glückes Schmied“ Aussage wird das Album mit dem Song „I CHOOSE“ beschlossen. Ein sympathischer Midtemposong, der von einer selbstbewussten India.Arie und ein paar Funkelementen getragen wird.

Alles in allem hält India.Arie das Break-up LP Konzept nicht vollends durch, was vielleicht auch gewollt ist. Ganz bewusst lässt sie Dinge wie Wut, Verzweiflung und Verbitterung weg. Diese Dinge wären sicherlich Teil gewesen, hätte sie dieses Album vor zwei Jahren aufgenommen. So bekommt man es hier mit einer – wie üblich eigentlich – reflektierten und überlegten India.Arie zu tun. Ihr Songwriting ist und bleibt wegen seiner Schlichtheit sympathisch und auch der bewährte Mix aus akustischen Instrumenten und programmierten Beats geht vollends auf. Trotzdem reicht es wieder nicht zur Bestmarke, dafür bietet sie zu wenig Innovation und zu wenige echte Highlights.




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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
mary-p

mary-p

26.08.2006 12:51

Na ich weiß ja nicht... Nachdem ich ihr zweites Album eher bescheiden fand, traue ich India nicht mehr so wirklich. Und apropos Konzeptalbum: Kennst du das erste Album von Syleena Johnson?

rafsmy

rafsmy

25.08.2006 23:11

Not my hair find ich auch sehr gut. Dem Rest konnt ich aber nicht so viel abgewinnen.

Saturn1985

Saturn1985

13.08.2006 19:33

Ach, eine coverversion hier und da ist schon mal in Ordnung. Solange die restlichen Songs dahinter nicht untergehen oder aus einem rein kommerziellen Grund gecovert wird, find ich das okay. Und das ist bei ihr sicher nicht der Fall. MfG

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