The truth is only known by guttersnipes
01.01.2006
Pro:
Experimentfreudiger Punk, Leichter Reggae - Touch, Bestes Punkalbum
Kontra:
"Protex Blue"
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
Häufigkeit der Nutzung
Dieser Tonträger ist:
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 rebelwaltz
Über sich:
Mitglied seit:31.12.2005
Erfahrungsberichte:3
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 15 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallo liebe Ciao-Gemeinde, Ich schreibe einen Artikel über dieses Album, da die anderen 3 Erfahrungsberichte meiner Meinung nach nicht wirklich ausführlich sind und ich dieses Album den Lesern nahe bringen will. Ich habe den Bericht mehr auf Details als auf eigene Bewertung ankommen lassen, dennoch bleibt die Bewertung natürlich nicht aus. » Interessante Hintergründe « Im April 1977 erschien das selbstbetitelte Debutalbum von "The Clash". In England kletterte die 14 Stücke umfassende LP bis auf Platz 12. In den USA erschien das Album, leicht verändert, merkwürdigerweise erst 1979. Dort schaffte das Album es jedoch nur auf Platz 100. Die Stücke sind verschieden lang, wie üblich für Punkalbum sind einige Stücke keine 2 Minuten lang, aber es gibt auch Ausnahmen - Zum Beispiel "Police and Thieves", dass 6 Minuten lang ist. Bei "What's my name" wirkte Keith Levine mit, der jedoch bald darauf ersetzt wurde. In meinen Augen ist es ihr einziges Album, dass überwiegend aus Punk "besteht"
» Cover « Das Design des Covers ist in Grün gehalten. In der Mitte ist ein Schwarz-Weiß Bild von Simonon, Strummer & Jones. Rechts unten ist ein orangefarbiger "The Clash" Schriftzug. Bei der US-Version des Albums befindet sich der Schrifzug oben rechts. Auf der Rückseite sieht man eine weitere Schwarzweiß-Kopie. Das Bild stellt eine Szene der Unruhen in Nottinghill / Brixton dar. In meinen Augen ist das Cover absolut gelungen. Das zweiseitige "Booklet" ist weniger brauchbar, doch besonders gute Booklets gab es bei keinem The Clash-Album. » Die Nummern«
Das Album beginnt mit "Janie Jones". Textlich hervorragend, aber auch perfekt umgesetzt. Es ist purer Punk, aber doch hat es bemerkenswert wenig mit den Sex Pistols zu tun. Janie Jones gibt es übrigens wirklich. "Remote Control" ist ein ebenso überzeugendes Lied, gesungen von Jones. Die Sozialkritik wird hier richtig deutlich, es ist textlich wirklich klasse, wie ein Zitat beweist: "Who needs the Parliament - sitting making laws all day - They're all fat and old -Queuing for the House of Lords".
"I'm so bored with the USA" ist ein (wie überraschend) USA-kritisches Lied. Textlich anspruchsvoll, musikalisch wertvoll. In meinen Augen ein viel zu unterschätztes Lied. "White Riot" ist ein aggressiver Punksong, kurz und bündig. Aber vielfach missverstanden. "Black people gotta lots of problems, but they don't mind to throw bricks" ist keineswegs rassistisch gemeint, sondern bezieht sich schlich und einfach auf die Nottinghill-Unruhen - sozusagen befürwortet der Song das Schmeißen von Ziegelsteinen.
"Hate & War" ist ein heute ebenso aktueller Song, der durch den Refrain zum Ohrwurm wird. Titel sagt alles, Hass & Krieg ist das Thema. Jones & Strummers Stimmen ergänzen sich perfekt. "What's my name" ist keine schlechte Nummer, auf Dauer jedoch etwas penetrant. Der Refrain wiederholt sich zu oft und zu lange, das "Ohhh, Ohh" im Hintergrund erscheint ebenfalls zu oft.
"Deny" könnte man mit "Liar" von den Sex Pistols vergleichen, klingt aber um Längen besser. Hinter der Botschaft "Deny - you're such a liar!" steckt viel Text - Alles in Allem ist der Song wirklich klasse. Am besten gefällt mir folgender Zeit: "Do you think I'm a raving idiot? Just got off the boat! Step in live, sign this form ..Baby ain't got hope .. You ain't got a hope!". Klingt ausgezeichnet und wird perfekt von Drums und Gitarre beherscht. "London's Burning" klingt einfach einzigartig, die "schmutzigen" Gitarren bilden ein perfektes Team mit der Stimme Strummers, die ganz einfach ideal für diesen Song "zugeschnitten" ist.
"Carrier Opportunities" ist ein typischer Punksong, der Refrain ist das Musterstück. Auch die letzten 10 Sekunden, "Careeer, Careeeeeer, Careeeeer Opportunities are the one that never gonna knock" sind eine Wohltat für die Ohren. "Cheat" - Der Rhytmus macht den Song erst richtig gut. Besonders der Anfang dieses Songs - "I get violent - when i'm fucked up, I get silent - when I'm drugged up" ist wirklich geil. Das langsame Fade-Out am Ende schließt diesen Song ab.
"Protex Blue" ist das schwächste Lied. Es beginnt gut, doch der Rhytmus und der Refrain verschlechtert diesen Song ungemein. Protex Blue ist übrigens ein damals populärer Kondomautomat gewesen. "Police & Thieves" ist der beste Song des ganzen Albums. Er übertrifft das Original von Junior Murvin & Perry, (letzterer hatte später noch einen großen Einfluss auf The Clash) um Längen. Der Song ist wirklich einzigartig. Beginnt ruhig & dann kommt ein Refrain, der erst bei hoher Lautstärke so richtig perfekt ist. Die Gitarren sind hier wirklich fantastisch gesetzt, und auch inhaltlich glänzt der Song, auch wenn der Inhalt nicht von The Clash stammt. Der Song ist über die Ähnlichkeit der Polizei und Dieben & über das "Verkaufen der Ideale" (And all the peacemakers turn war-officers=). Durch diesen Song kamen The Clash zum Reggae & Ska.
"48 Hours" lockert die Stimmung, beginnt langsam, wird sehr schnell und hat die wunderbare Textzeile - "Monday's coming like a jail on wheels" in sich. Gehört ebenfalls zu den besten Songs des Albums. "Garageland", ist quasi die Verfassung der Band. "We're a garage band, we come from garage band", sprich in die Richtung, "Wir stehen zu unserer Herkunft, wir sind eine 'echte' Band". Das Album endet also mit einem hervorragenden Lied, und ist sogleich auch der Abschied vom "reinen" Punk.
» Fazit « Nach "London Calling" das beste Album von der Band. "Police and Thieves" & " 48 Hours" sind meine persönlichen Favoriten. Ich kann fast jedem Song etwas abgewinnen, nur "Protex Blue" könnte man streichen Würde mich über Kommentare zu meinem zweiten Artikel freuen . Ich hoffe, er gefällt euch genauso gut wie der alte, oder evtl. besser. Ich habe mich auf Songbeschreibung spezialisiert.
Grüße, rebelwaltz
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01.01.2006 20:01
Danke! Nunja, war mein Zweiter Bericht, aber danke für eure Kommentare! Es freut mich, dass er euch gefällt. Habt ihr Verbesserungsvorschläge?
01.01.2006 19:53
Sehr guter Erstbericht. Willkommen!
01.01.2006 19:49
Willkommen bei Ciao, ein frohes neues Jahr und ein wirklich guter Bericht ;-) :-) LG -lil