Erfahrungsbericht über

The Death of Adam - 88-keys

Gesamtbewertung (1): Gesamtbewertung The Death of Adam - 88-keys

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Who the fuck is 88-Keys?

5  17.12.2008

Pro:
konsequent durchgezogenes Konzept, Produktionen auf höchstem Niveau, rabenschwarzer Humor,

Kontra:
nichts,

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

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Klangqualität:

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Mitglied seit:09.04.2004

Erfahrungsberichte:811

Vertrauende:114

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 151 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Selbst gestandene Hip-Hop Kenner dürften sich die Frage nach dem Gesicht hinter dem Pseudonym 88-Keys stellen, denn der in Harlem, New York beheimatete Produzent/Rapper ist trotz einer fast zehn Jahre andauernden Karriere bisher nicht wirklich einer großen Masse aufgefallen. Wenn überhaupt, dann dürften ihn vielleicht noch einige Jünger der Rawkus-Ära in ferner Erinnerung haben, denn in dieser leider viel zu früh geendeten Zeitspanne konnte man etwa Mos Def und Talib Kweli auf einigen Instrumentals von Charles Misodi Njapa, so 88´s bürgerlicher Name, hören. Da zwischen Rawkus und Heute aber auch schon wieder eine Menge Zeit liegt, hat sich 88-Keys wohl gedacht das es endlich mal an der Zeit ist aus dem Schatten zu treten und etwas handfestes auf den Tisch zu legen. Zwei Jahre hat letztlich die Arbeit an seiner Debüt-Platte "The Death Of Adam"gedauert und in Anbetracht des Ergebnisses fragt man sich erst recht: "Wo steckte dieser Kerl eigentlich die ganze Zeit?".

Denn "The Death Of Adam" ist nicht nur ein in jeder Faser seiner Compact Disc Innovatives und auf höchstem Niveau produziertes Album, sondern auch einer der am besten abgestimmten Genre Beiträge der mir seit langer, langer, langer Zeit untergekommen ist. Hinzu wagt sich 88 noch daran seinem Album ein konsequent durchgezogenes Konzept aufzuerlegen, was nicht nur in Hip-Hop Gefilden als sehr gewagt gilt. Doch wenn man Kanye West einen seiner besten Freunde schimpfen darf und ihn auch noch als Executive Producer ins Boot locken konnte, auf eine übersichtliche aber auch starke Gästeliste mit Namen wie Redman, Bilal, Phonte und den aufstrebenden Newcomer Kid Cudi blicken kann und selbst als Produzent eine Menge auf den Kasten hat: was soll denn da Bitte noch großartig schief gehen?

Und so ist "The Death Of Adam" eines der wenigen Alben geworden, welches man sich wirklich von vorne bis hinten geben kann, vielleicht aber auch muss um hinter die gesamte Story, die einem hier dargeboten wird, zu kommen. Erzählt wird nämlich die Geschichte des fiktiven Charakters Adam, den man, ganz Vorsichtig betrachtet, als Sexsüchtig einzustufen kann, auch wenn es mit der Potenz hin und wieder mal hapert. Und wie schon ein anderer Adam vor ihm, kann auch der Protagonist von 88-Keys´s Longplayer letzten Endes nicht die Finger von der verbotenen Frucht lassen und beißt schließlich ins Gras. Doch bis es soweit kommt, erleben wir Adam erstmal von seiner lebenslustigen Seite. Der Opener "Morning Wood" (den man frei mit "Morgenlatte" übersetzen würde) gibt schon einmal Zeugnis darüber ab, was einem auf der 14 Track starken Platte geboten wird. Verschlafene Backgroundvocals, unauffällige Pianospielereien und ein hämmerndes Snare/Bass Arrangement liefern die perfekte Grundlage für 88´s Raps die zwar nicht überragend sind, doch im Gesamtbild sehr gut funktionieren. Und so verhält es sich auch mit dem Rest des Albums. Denn eines muss man ganz klar sagen: 88-Keys ist Raptechnisch kein Common oder Rakim, auch lassen sich seine lyrischen Ergüsse keinesfalls mit denen eines Jay-Z oder Andre 3000 nur im Entferntesten messen. Aber man muss auch ganz klar festhalten das ein gutes Album ohne komplette Perfektion in diesen Bereichen entstehen kann. Und dies wird mit "The Death Of Adam" eindrucksvoll zur Schau gestellt.

Aber weiter im eigentlichen Text. Nach jedem Titel erklingt, um das ganze etwas Cineastischer zu gestalten, die Stimme einer Erzählerin, die das Geschehen um Adam noch einmal knackig auf den Punkt bringt. So ist es sicherlich etwas schwer die Songs einzeln zu genießen, da "The Death Of Adam" eigentlich darauf ausgelegt ist als Ganzes gesehen und abgespielt zu werden. Kurz nachdem die Morgenlatte abgeklungen ist, stürzt sich Adam weiter ins Geschehen und lässt sich auf seine beste Freundin ein ("The Friends Zone"). Unterstützung holt sich 88 hier von der New Yorker Underground Rock-Gruppierung Shitake Monkey, die sich sehr gut in das von bollernden Bässen dominierte Soundgerüst eingeben. In "Handcuff 'Em" wird dann etwas genauer auf das eigentliche Liebesspiel eingegangen, was aber anscheinend ziemlich anstrengend für Adam gewesen zu sein scheint. Denn nur eine Nummer weiter besingt Kanye West schließlich die kleinen blauen Pillen, die so einigen älteren Herren wohl nochmal den zweiten Frühling beschert haben. Dabei bestimmen tiefe Bassläufe und geloopte Vocals das Instrumental von "Stay Up (Viagra)", auf denen man 88 hauptsächlich auf der Hook vernimmt während Kany beinahe die komplette Reimarbeit übernimmt und dabei die ein oder andere witzige Line von sich gibt. Das darauf folgende "There's Pleasure In It" ist im Prinzip ein einhalbminütiges Instrumental, das die Gehörgänge jedoch mit jaulenden Gitarrenriffs und antreibenden Vocalsamples verwöhnt. Danach soll´s für Adam in die zweite Runde gehen ("(Awww Man) Round 2?"), was für den werten Herrn aber offensichtlich ein wenig zu viel des guten ist. Ein verträumtes Instrumental begrüßt einem dann auf "Dirty Peaches" (!), doch noch mehr bleibt man an der wunderschönen Gesangsperformance von J'Davey hängen.

Allgemein lässt sich feststellen das die Wahl der Gastspots auf "The Death Of Adam" sehr gut funktioniert hat. So überragt etwa Phonte vom Duo Little Brother auf dem jazzigen "Close Call", bevor Redman auf den tempolastigen "The Burning Bush" (!) den Vogel aus lyrischer Sicht absolut abzuschießen weiß, denn er muss aus der Sicht von Adam feststellen das es nach dem letzten Beischlaf ganz schön im Intimbereich am jucken ist. Beim Arzt heißt es dann "(it´s) like Adam was fooled by Eve and it works". Offensichtlich wiederholt sich da eine gewisse Geschichte, wenn auch leicht abgeändert. Genau dieser rabenschwarze Humor und die biblischen Anspielungen sorgen dafür das "The Death Of Adam" so unverkrampft und locker ist und man einfach nur eine Menge Spass mit dem Storytelling der Platte hat. Für eine weitere herausstechende Nummer sorgt Kid Cudi auf dem von Bläsern eingeleiteten "Ho' Is Short For Honey", in dem Adam erfahren muss das sein ausschweifendes Liebesleben noch weitere Folgen hat. Das Problem an der Sache ist nur das Adam die werdende Mutter allerhöchstens gut leiden kann. Es kommt schließlich wie es kommen muss und Adam´s Leben findet langsam sein tragisches Ende. Für das letzte große Highlight auf den Album sorgt dann noch Bilal, der mit seiner jaulenden Stimme über das mit einer extrem smoothen Melodie ausgestattete "M.I.L.F." über heiße Mütter philosophiert.

\\\\ Tracklist ////
1. Morning Wood
2. Nice Guys Finish Last
3. The Friends Zone (feat. Shitake Monkey)
4 Handcuff 'Em
5. Stay Up! (Viagra) (feat. Kanye West)
6. There's Pleasure in It
7. (Awww Man) Round 2?
8. Dirty Peaches (feat. J´Davey)
9. Close Call (feat. Phonte)
10. The Burning Bush (feat. Redman)
11 Ho' Is Short for Honey (feat. Kid Cudi)
12. No. I Said I LIKED You
13. M.I.L.F. (feat. Bilal)
14. Another Victim

\\\\ Anspieltipps ////
The Burning Bush
Morning Wood
Stay Up (Viagra)
M.I.L.F.
Dirty Peaches

\\\\ Fazit ////
In der heutigen Zeit ist man aufgrund der herrschenden Qualitätsflaute, was den Musikbereich angeht, schnell dazu geneigt sämtliche Lorbeeren einem bereits halb gutem Werk zu schenken. Wenn es aber dieses Jahr auch nur ein Album verdient hat in den höchsten Tönen gefeiert zu werden, dann ist es für mich ganz klar "The Death Of Adam". Sicherlich ist 88-Keys selbst kein sonderlich begabter Rapper, aber seine Leistungen erfüllen ihren Zweck und werden mit den gut gewählten Gästen ausgeglichen. Darüber hinaus ist das Album aus technischer Sicht mit seinen Einflüssen aus Soul und Jazz einfach nur umwerfend geworden und die erzählte Geschichte überwiegt mit viel Witz und Charme, und katapultiert das Hörerlebnis fast auf cineastische Ebene. Für mich das Hip-Hop Album des Jahres.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Lieschen89

Lieschen89

13.01.2009 17:34

nicht mein geschmack

Game91

Game91

04.01.2009 16:12

Scheint wirklich interessant zu sein, muss ich auch mal reinhören. Lg Sven

hochsauerlaender

hochsauerlaender

29.12.2008 17:53

Angenehmes Silvesterfest mit einem guten Rutsch und alles Gute für das Jahr 2009 bereits jetzt.

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