Macht das Tor zum Blues auf
14.11.2002
Pro:
Erstklassiger Blues
Kontra:
Nix
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 mallorno
Über sich:
Mitglied seit:07.11.2002
Erfahrungsberichte:30
Vertrauende:4
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 19 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Keb' Mo' ist einer der besten Blues-Musiker die zur Zeit über den Planeten wandeln. Zumindest ist das meine Meinung, daher möchte ich den Lesern dieses Berichts das Album "The Door" (c) 2000 etwas näher bringen. Auf dem Album befinden sich 12 Stücke, die eine Gesamtspielzeit von ca. 49 Minuten ergeben. Das Cover der CD zeigt auf der Vorderseite einen grinsenden Keb' Mo', der im Hintergrund als laufende, verwischte Figur nochmal auftaucht. Dazwischen lieg ein Tor mit einer kleinen Treppe. Die Rückseite zeigt das Tor etas größer und den Meister selbst mit einer Gitarre. Im Inlay sind für die wo mitsingen wollen die Texte abgedruckt.
Keb' Mo' ist mittlerweile fast 50 und steht seit er zwanzig 20 ist Auf der Bühne. Eigentlich heist der aus Los Angeles stammende Musiker Kevin Moore, aber der Schlagzeuger Quentin Dennard verpasste ihm den Spitznamen Keb' Mo'. Zur Musik kam er als 12jähriger, frischgebackener Gitarrenbesitzer, ein Konzert von Taj Mahal hörte. Von da an war es um ihn geschehen. Das Ergebnis waren einige Platten, die man alle empfehlen kann. Nun will ich aber noch ein paar Worte über die einzelnen Stücke verlieren.
The Door: Ein lässiger Song mit dezentem Einsatz von Instrumenten. Man hört ein leichtes Schlagzeug, zwei Gitarren, Orgel und eine Bluesharp. Natürlich auch Gesang. Das Stück animiert einen zum Fingerschnippen, der Rhythmus verlangt es einfach. Gegen Ende wird der Gesang zweistimmig. Loola Loo: Ein sehr einfaches Arrangement, das auf die Wurzeln des Blues zurückgeht. Eine Gitarre und Gesang. Ich glaube einen leichten Einfluss aus New Orleand, oder Loisiana (seine Mutter stammt von dort) zu hören. Sehr ruhig, aber nicht balladesk. Die Gitarre ist dezent eingesetzt, aber nicht unterbesetzt.
It hurts me too: Was zunächst anfängt wie ein Baumwollfeld persönlich (um Anno 1930), entwickelt sich dann zu einem poppigen Stück, das einen Rhytmus wie eine fahrende Eisenbahn hat. Hier wird Tradition mit Moderne gekonnt verkuppelt. Come on back: Ein etwas getragenes Stück, das ich fast schon als Ballade bezeichnen würde. Leichte Gitarrenklänge mit einer sphärischen Orgel im Hintergrund. Die Soli sind ausgewogen und verlieren sich nicht in "wer spielt am schnellsten", sondern in schönen, bluesigen Melodien. Gegen Ende werden noch Backgroundsänger eingesetzt.
Stand up (and be strong): Ein fetziger Titel, bei dem auch ein Banjo mitklimpert. Der Schwerpunkt allerdings liegt eindeutig bei Orgeln und Synthies. Ich kann mir nicht helfen, aber man glaubt jeden Moment, daß James Brown aus den Boxen springt. Anyway (Anspieltip): Ein trauriges Lied über eine Liebe, die er nicht wagt einzugehen. Er möchte gerne, aber fühlt sich aus irgendeinem Grund nicht gut genug. Er schenkt seiner Angebeteten einen gefunden Ring und rennt weg. Das ganze Lied kann kurz mit 2 Zeilen daraus beschrieben werden: I can't deny my feeling But there's all this bullshit in the way Ich sag nur: schnüff, schneuz, heul
Don't you know: Starker Einsatz eines Banjos, ständig dreht man sich um und wartet auf Fuzzy oder Festus. Die Instrumentalisierung ist wieder sehr einfach gehalten, aber als Gastinstrument hört man ein Akkordeon, das sich sehr gut einfügt. It's all coming back: Zu einem Walking Bass gesellen sich zur Abwechslung mal Blasinstrumente. Deutlich kann man den Dialog von Gesang und Instrument hören, es ist wie eine Unterhaltung, wenn auch nicht übermäßig stark. Der Refrain erinnert mich etwas an Duke Ellingon oder Count Basie. Trotzdem empfinde ich das Stück als etwas schleppend. Das Ende ist ein typischer Bluesriff.
Gimme what you got: Sehr modern, sehr rhytmisch. Der Blues kommt hier ausschließlich über die Gitarrenmelodien von Keb' Mo'. Das besondere ist der dezente Einsatz eines Wha-Wha(*). Für mich könnte es mehr mit diesem Effekt geben, ich liebe ihn. Mommy can I come home: Die treffendste Beschreibung wäre Schlaflied. Ein einsamer Keb' Mo' spielt auf seiner Gitarre. Mehr gibt es nicht, aber das reicht. Den Text interpretiere ich so: Eine junge Frau oder ein Mädchen ist im Streit von zuhause weg und will wieder nach Hause. Das Stück ist zwar spartanisch, aber klingt dennoch riesig.
Change: Sehr poppig für Blues. Ich höre eine gewisse Ernsthaftigkeit raus, keine Unbeschwingtheit wie bei "The Door". Der Refrain ist im Gegensatz zu den ruhigen Versen etwas kräftiger, jedoch ohne aufdringlich zu wirken. Die Instrumente sind die üblichen, im Hintergrund legt ein Synthie einen Soundteppich. Der Blues kommt aber auch nicht zu kurz. The beginning: Ein Stück das sich mit dem Tod beschäftigt. Der Tod ist gleichzeitig auch ein Anfang. Das Arrangement ist sehr ruhig und langsam, nur leichte Klavierklänge und Keb' Mo's Gitarre und Gesang. Schlagzeug hört man nicht, das wäre auch fehl am Platz.
Fazit: Es sind viele Ohrwürmer auf der CD. Die Stücke sind sehr abwechslungsreich, hauptsächlich zwischen Tradition und Moderne (Sein Album "Just like you" dagegen ist nur modern). Der Spagat gelingt. Die Instrumentierung bringt immer wieder eine neue Überraschung, so das die CD eigentlich nie langweilig wird. Sein Gitarrenspiel überzeugt einfach durch gekonnten, melodischen Einsatz. Natürlich mit viel Blues in den Fingern. (Werner Lämmerhirt hat das mal auf einem Konzert so treffend bemerkt: "Wenn die Musik nicht in den Finger kommt, sondern im Oberarm steckenbleibt, dann ist das Heavy Metal.") The Door von Keb' Mo' ist mir volle 5 Sterne wert, weil: Man findet hier einen guten Durchschnitt seiner Musik, aber keine durchschnittliche Musik.
(*) Wer nicht weiss was das ist, der höre sich die Titelmelodie von "Die Straßen von San Fransisco" an.
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Der Sänger und Gitarrist Kevin Moore, bekannt unter der Slang-Abkürzung seines ...
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