Liebe Leserinnen, liebe Leser,
den nun folgenden Bericht habe ich bereits Anfang Juli 2011 fertig gestellt. Es geht um die CD
The Dreaming
der britischen Sängerin
Kate Bush.
Wie kam ich auf diese Musik - und meine Langzeiterfahrungen damit
Diese Musik kenne ich schon seit den 1980er-Jahren. Ein guter Bekannter von mir, bekennender Kate-Bush-Fan, den ich 1985 in Bad Reichenhall (Bayern) besuchte, besaß die Schallplatte, die ich mir unbedingt auf Kassette aufnehmen wollte. Ich spielte diese Kassette so lange, bis sie leierte, unzählige Male Bandsalat hatte und unbrauchbar war. Aber kein Problem – ich nahm mir die Musik einfach neu auf Kassette auf.
Irgendwann lieh ich mir diese Schallplatte meines Bekannten erneut aus (er wohnt unterdessen schon lange in Baden-Württemberg) und nahm sie mir auf CD mit Hilfe des Computers auf.
Vor einigen Monaten entdeckte ich bei Amazon.de, dass es die Kauf-CD „The Dreaming“ zum Preis von 8,99 Euro gab. Da musste ich doch einfach zugreifen, und die Bestellung war rasch getätigt.
Seit einigen Monaten besitze ich endlich also die Musik auf CD in hervorragender Klangqualität, die ich schon einige Jahrzehnte kenne! Die mir vor allem als „Entfruster“ – also Musik zum Abreagieren - schon oft gute Dienste geleistet hat!
Informationen über die CD „The Dreaming“ von Kate Bush
Erscheinungsdatum der Schallplatte in Deutschland: 1983
1987 erschien „The Dreaming“ erstmals auf CD, war aber lange Zeit vergriffen.
2011 wurde die CD erneut aufgelegt - Erscheinungsdatum der CD „The Dreaming“ mit der EAN-Nummer 5099902929620: 13. Mai 2011
Gesamtspielzeit: 43 Minuten, 27 Sekunden (10 Songs)
Musikgenre: Pop/Rock
Über Kate Bush
Kate Bush (geboren 1958) wurde 1975 von David Gilmour (Gitarrist von Pink Floyd) entdeckt. Ihr erstes Album „The Kick Inside“ mit dem Nummer-Eins-Hit „Wuthering Heights“ (ein Song, der übrigens Handlungen des gleichnamigen Romans von Emily Bronté zum Inhalt hat - übersetzt heißt der Titel „Sturmhöhen“) erschien 1978 und brachte Kate Bush sofort den internationalen Durchbruch.
Kate Bush singt nicht nur und spielt Klavier – sie schreibt ihre Songs auch selbst. Weitere Alben folgten – beispielsweise „Lionheart“ (1978) und „The Hounds Of Love“ (1985).
"The Dreaming" war das vierte Album der Sängerin.
„Hounds Of Love“ war das kommerziell erfolgreichste Album von Kate Bush. Auf ihm
Bilder von The Dreaming - Kate Bush
sind die Titel „Running Up That Hill“ und „Cloudbusting“ enthalten, die große Single-Hits wurden.
Kate Bush lebt mit ihrem Partner und ihrem Sohn in der Nähe von London. 2011 erschien ihr neuestes Album „Director’s Cut“.
(Quelle: Wikipedia)
Folgende Titel sind auf dem Album „The Dreaming“ enthalten
1. Sat In Your Lap
2. There Goes A Tenner
3. Pull Out The Pin
4. Suspended In Gaffa
5. Leave it Open
6. The Dreaming
7. Night Of The Swallow
8. All The Love
9. Houdini
10. Get Out Of My House
Die einzelnen Titel und meine Meinung dazu
Titel 1 – Sat In Your Lap
Mein Lieblingstitel auf dieser CD ist das Stück Nummer 1. Eine flotte Nummer, mit Klavier, Schlagzeug und Keyboard – und Kate Bush, die ihre Stimme immer wieder ändert. Mal schreit sie, mal ruft sie, vor allem singt sie mit einer Stimme, die man auf ihren ersten drei Alben von ihr so nicht kannte.
Eine Nummer mit viel Geschrei, allerdings melodischem Geschrei – und Kate Bush singt hier alles, die Leadstimme, die Backgroundstimme, die dazwischenruft. Ein vielleicht zu Anfang gewöhnungsbedürftiges Stück mit einer interessanten Melodie und vielen „Stimmvariationen“ von Kate Bush. Hört man das Stück jedoch immer wieder an, findet man es irgendwann genial – und absolut hörenswert!
Titel 2 – There Goes A Tenner
Nach “Sat In Your Lap” ist dies eine ruhigere, fast schon melodischere Nummer, die mit Klavier und einem zuerst ruhigen Gesang von Kate Bush beginnt. Aber schnell wird der Song dramatisch und schnell. Ein Ohrwurm ist der Song nicht. Ich kenne die Nummer schon seit Jahrzehnten, aber noch immer könnte ich sie nicht auswendig vorsingen.
Eine Ballade ist das nicht, eher ein flotter Popsong mit einer interessanten Melodie. Kate Bush wird begleitet von Trompeten, die dem Song etwas Volkstümliches verleihen. Jedoch ist das, und das merkt man am Rhythmus, ein schneller Popsong. Keyboard, Gitarren und Schlagzeug tun das Übrige, damit die Nummer ein Popsong bleibt.
Mein Favorit Nummer 2 auf dem Album.
Titel 3 – Pull Out The Pin
Der Poptitel, der zum Thema hat, wie man einen Nagel irgendwo rauszieht, beginnt sehr dramatisch mit einer schon fast opernhaften Stimme von Kate Bush und Keyboardgeräuschen sowie dezentem Schlagzeug. Ab und zu hört man auch eine Männerstimme, die Kate Bush begleitet. Irgendwann setzt auch Klavier ein, was den Song angenehm macht.
Eine Frauen-Hintergrundstimme, gesungen von Kate Bush, schreit jedoch irgendwann – und das immer wieder - und lässt vermuten, dass sich der Song im Laufe seiner Dauer noch dramatischer, noch krasser entwickeln wird.
Aber so ist es nicht. Ich höre E-Gitarren und ein Hubschraubergeräusch und ein Gewirr an Frauenstimmen – wobei die Hintergrundfrauenstimme immer nervender schreit, ja, fast schon heult (das Geheule erinnert mich fast schon an einen Gruselfilm, in dem eine Frau einem Gespenst begegnet) – und denke: wie wird sich der Song entwickeln? Er bleibt aber bei den gut klingenden Gitarren und einigen merkwürdigen Geräuschen, das Geschrei ist gänzlich weg – und das ist gut so.
Für mich ein gut zu hörender Song – bis auf das Hintergrundgeschrei, das hätte auch wegbleiben können.
Titel 4 – Suspended In Gaffa
Ein sehr brav klingendes Stück mit Klavier und Keyboard, Kate Bush singt wirklich „sittsam“. Das Schlagzeug ist verhalten hörbar.
Kate Bush wird jedoch im Refrain lauter – sie schreit fast, aber nur fast. Irgendwann „balanciert“ sie ihre Stimme aus – und dann klingt sie fast wie eine Opernsängerin. Die Lautstärke des Songs ist erträglich.
Ich finde den Song schön – und der Hintergrundgesang (helle Frauenstimmen – natürlich werden sie von Kate Bush gesungen) ist erträglich, so dass ich den Song mag.
Titel 5 – Leave It Open
Ein Song, der mal schneller, mal langsamer wird – und immer wieder dramatisch, aber auch weniger dramatisch. Kate Bushs Stimme klingt so, als stünde sie in einer großen Blechmülltonne und sänge da. Ihre Hintergrundstimme klingt hell, fast so, als sänge hier Mickey Mouse.
Ab und zu höre ich eine Männerstimme.
Vom Sound her klingt der Song mal, als passe er in einen Fantasyfilm – aber auch einmal, als sei er Bestandteil eines Horrorfilms – vor allem, wenn Kate Bush immer wieder mal so schreit, als ob sie sich verletzt habe.
Ich kann den Song hören, finde aber, es gibt weitaus bessere Stücke auf dieser CD.
Titel 6 – The Dreaming
Der Titel klingt, als ob sich Kate Bush in einem Bergwerk befände. Dieser Gedanke kommt mir immer, wenn ich das Schlagzeug höre. Eine getragene Nummer, die mich vom Tempo und dem Einsatz des Schlagzeugs an einen Marsch erinnert. Vielleicht ein Marsch in einem Bergwerk. Kate Bush ändert immer wieder ihre Stimme, mal klingt sie dunkel, mal hell – aber auch durch Computereffekte wurde die Stimme verfremdet. Im Hintergrund höre ich immer wieder merkwürdige Geräusche – beispielsweise das Blöken von Schafen.
Mit einem Dudelsack klingt der Song aus.
Ich finde ihn okay, kenne ihn schon lange – ein bisschen ausgeflippt, aber gut zu hören.
Titel 7 – Night Of The Swallow
Ein sehr leise beginnendes Stück – mit Klavier und einer sehr schrillen Stimme von Kate Bush. Sie singt mit Hingabe, Schlagzeug und Keyboard setzen ein, der Song ist langsam.
Zum Refrain hin wird das Stück dramatischer, die Melodie ändert sich – und Dudelsäcke setzen ein. Ich mag die Dudelsackmusik – weniger mag ich das „Uuuhh“ als Hintergrundgesang, das immer wieder mal zu hören ist. Das „Uuuhh“ klingt fast, als wolle es ein Windgeräusch symbolisieren.
Im Gesamten gesehen ein guter Song – mein Favorit Nummer 3 auf diesem Album.
Titel 8 – All The Love
Ein sehr ruhiges, langsames Stück – Kate Bush singt fast schon, als sei sie in einer Kirche. Begleitet wird sie von Klavier und Keyboard – und einem sehr dunklen Geräusch, das irgendwie unheimlich klingt. Welches Instrument solch ein Geräusch produziert, weiß ich nicht.
Generell gesehen, ist das für mich ein guter Song, nicht nervig, ruhig und inbrünstig gesungen.
Titel 9 – Houdini
Ein sehr sanfter, schön gesungener Song – so scheint es zuerst, Kate Bush singt langsam, wie eine Operndiva, sehr eindringlich.
Dann macht sie jedoch durch plötzliches Geschrei den Song richtig kaputt!
Ob die Geigen und das sanfte Klavier – und der ebenfalls leichte Gesang das Stück retten können? Ein Stück weit schon, da bin ich getröstet von dem harmonischen Gesang, den harmonischen Arrangements – bis dann Kate Bush wieder anfängt zu schreien.
Irgendwie hat sie mir mit dem Geschrei die Laune auf diesen Song verdorben. Könnte ich das Geschrei aus dem Song schneiden, würde ich es tun, denn ich finde, es passt gar nicht in den Titel.
Titel 10 – Get Out Of My House
Mit einer dunkleren Stimme singt Kate Bush, die Hintergrundstimme (die sie ja auch selbst singt) schreit dazu. Markant sind hier Trommeln, die immer wieder zu hören sind. Im Hintergrund gibt es Keyboard, Gitarren, ab und zu mal Klaviergeklimper. „Get Out Of My House“ heißt „Geh raus aus meinem Haus!“ und einige Hintergrundgeräusche, sowie der Gesang und das Hintergrundgeschrei erwecken in mir den Eindruck, dass jemand, der in dem Song vorkommt, gewaltsam aus einem Haus gejagt werden soll.
Gegen Schluss des Songs schreit Kate Bush auch noch so sehr, dass man denkt, sie wolle einen Tiger oder Wolf imitieren, damit irgendwer in dem Haus schnell und effektiv von dort verjagt wird. Auch höre ich immer wieder eine total verfremdete Männerstimme.
Für mich ist das ein ziemlich chaotischer Song. Kann man hören, muss man aber nicht.
Das Booklet
Das Booklet umfasst 12 Seiten. Davon sind neun Seiten gefüllt mit den Texten der Songs (die Schrift ist klein und in weißen Buchstaben auf schwarzem Hintergrund) und den Angaben, wer welche Instrumente bei welchen Songs spielte. Weiterhin lese ich die üblichen Angaben, die in einem Booklet stehen müssen. Beispielsweise, wo das Album produziert wurde und wem man Dank für die Produktion des Albums sagen sollte.
Mein Fazit
Da ich meine Hörerfahrungen schon zu Beginn des Berichtes dargelegt habe, kommt jetzt schon das Fazit.
Ich mag die CD „The Dreaming“ von Kate Bush schon sehr lange – auch wenn sie stellenweise recht chaotisch ist und ich nicht immer in Stimmung bin, alle „Schrei-Einlagen“ und alle „außergewöhnlichen Geräusche“ und das stellenweise laute Schlagzeug ertragen zu können. Aber gerade diese chaotische Musik ist für mich vorzüglich als „Entfruster“ geeignet – also Musik, die ich hören kann und auch höre, wenn ich mich „abreagieren“ muss/will.
Wenn ich frustriert bin, setze ich mich einfach hin, trinke ein Glas Mineralwasser oder eine Tasse Kaffee – und höre diese Musik eine Weile lang an. Am besten laut. Alle Titel kann ich nicht immer hören – ich zappe auch mal zum nächsten oder übernächsten Song. Aber ich fühle mich danach besser.
Ich denke, jede/jeder braucht eine oder mehrere „Entfruster“-CDs. Ich habe mehrere solcher CDs – eine davon ist „The Dreaming“ von Kate Bush.
So bleiben für mich vier gute Sterne und eine Hör-/Kaufempfehlung!
Vielen Dank fürs Lesen und Bewerten!
02.01.2012 23:26
danke für diese erinnerung an diese tolle stimme und diese scheibe ...! lg detlef
14.12.2011 19:31
Schulden beglichen, bh!
13.12.2011 14:34
Auch dieses bh kommt leider erst morgen!