King Canute Yorke
21.12.2007 (14.12.2008)
Pro:
Yorke in Hochform, das Artwork
Kontra:
wenig bis gar nichts
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 meteohh
Über sich:
i shouldn't visit this place## meine berichte wurden von meteohh vorher anderweitig als meteo oder H...
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Die Überraschung des Jahres 2006 lieferte nicht ein Newcomer ab, vielmehr legte ein gesetzter Herr aus Oxford (England) sein Solodebüt vor. Die Verwirrung rührte dabei weniger von dem erstaunlichem Stil oder der Qualität der einzelnen Songs, sondern einfach nur von der Tatsache der Existenz des Albums. Thom Yorke - seines Zeichens Sänger und ewig grummelnde Rampensau bei Radiohead - veröffentlichte mit "The Eraser" einige Tracks, die zwischen und während der Arbeit an den letzten drei Radiohead-Alben entstanden waren. Ursprünglich bloße Sound-Experimente und -Spielereien entstanden unter der fürsorglichen Hand Nigel Godrichs als Produzent etwa ein Dutzend Songs, von denen sich neun auf dem Album finden.
Die Entstehungszeit lässt vermuten, was im ersten Absatz bereits verraten wurde, große Neuerungen finden sich nicht in Thom Yorkes Solo-Veröffentlichungen im Vergleich zum Radiohead'schen Schaffen der Jahre mit der Zwei vorne. Die Gitarren fehlen (fast), alles ist bestimmt durch elektronische Frickeleien. Es blubbert und klackert an allen Enden, dazu viel Piano und - nun doch noch eine freudige Nachricht - Mr. Yorkes Stimme vermischt sich nicht in einem Brei mit der synthetischen Sound-Matrix sondern erklingt klar nach vorne gemischt. Trotz der Kategorisierung als Elektronik fallen Stücke wie "The Clock" durch eine enorme Wärme auf, die auch daher rührt, dass vieles oder alles klingt - und das gewollt - als höre man es durch ein altes störanfälliges Röhrenradio. Sicher eignet sich "The Eraser" ebenso wie "Kid A" oder "Amnesiac", sich darin vollkommen zu verlieren. Ausgelöscht wird man von ihr in so verschiedenen Situationen wie einem intensiven Arbeitstag vor dem Rechner, einer längeren Bahnfahrt oder einem Gang durch eine überfüllte klein- oder großdeutsche Innenstadt.
Dennoch verbleibt nach Konsum des Albums - besondere Highlights sind "The Clock", "Black Swan", "Atoms For Peace", "And It Rained All Night" und "Harrowdown Hill" - … aber auch diese hinterlassen einen leicht schalen Beigeschmack. Nein, die Formulierung ist falsch. Weiter ausgeholt, erfährt der euphorische Fan im Jahre 2006 schmerzlich, auch sein heiß verehrter Lieblingskünstler ist kein unumstößliches Genie, der sich jeden Moment neu erfindet und uns vollkommen neu "hinwegflasht". Vielmehr verdeutlichte der Drahtseilakt zwischen medialer Verweigerung und Medien(über)nutzung für die eigenen - gut gemeinten - Interessen (Globaler Wandel, Umweltschutz) eine gewisse "Bonoisierung" von Thom Yorke. Diese abfällige Bezeichnung auf die musikalische Entwicklung und Darbietung zu übertragen, ist gewagt, aber durch eine gewisse Redundanz - zwischen Radiohead und The Eraser - gerechtfertigt. Aber … für jeden Musikinteressierten, der mit dem Radiohead'schen Oeuvre nicht zu sehr vertraut ist, könnte dieses Album mit all seiner halbwegs widerspenstigen Elektronik und Thom Yorkes Leidensgesang eine echte Offenbarung sein. Vielleicht beweisen Radiohead mit ihrem siebten Studio-Album im Jahre 2007/08 ja, dass ihre Fans sie nicht zu unrecht als "Genies" verehrt haben. Der unglaublich verehrenswerte Pluspunkt des Albums "The Eraser" ist viel eher das Artwork. Wie beim Schaffen der "Mutterband" zeichnet auch hier Stanley Donwood dafür verantwortlich. Sowohl die Flashanimationen auf theeraser.net als auch das aufklappbare Cover der CD beruhen auf Donwoods Serie von Linoleumdrucken namens "London Views", die unter www.slowlydownward.com/ londonviews.html einzusehen sind. Ein unglaubliches Schwarz-Weiß Szenario, das mit einer Überschwemmung Londons spielt und weitere Katastrophen, die die englische Hauptstadt in ihrer Geschichte ereilt haben, thematisiert. Im Zusammenspiel mit diesem Artwork, das mit Fug und Recht als Teil der Musik angesehen werden kann, erhöht sich die Wirkung des "Erasers" um einiges.
www. theeraser.net www.slowlydownward. com/ londonviews.html Der andere Eraser. Offiziell und legal bei you tube: www.youtube.com/ watch? v=-xz8FXgLpI4
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02.01.2009 20:00
Schande, kenn ich ja noch gar nicht die CD! Das muss man ändern! ;-) Thomas
27.03.2008 15:36
ich hab die scheibe erst jetzt kürzlich erstanden und bin auch noch nicht so richtig zur intensiven tuchfühlung gekommen, aber ich muss sagen, dass ich doch sehr positiv überrascht war. der gute thom kanns auch allein, soviel steht fest. und sollten radiohead jemals irgendwie in ihrer eigenen kreativität versumpfen, dann müssen vielleicht gar nicht traurig sein, weil yorkeboy zur stelle ist. vielleicht.
24.12.2007 16:27
ußerst interessanter Geschmack ;o) LG D.