Erfahrungsbericht über

The Fall - Gorillaz

Gesamtbewertung (2): Gesamtbewertung The Fall - Gorillaz

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Fall der Gorillaz...

1  06.10.2011

Pro:
+  ein Jodel am Ende und wenigstens eine ganz gute Nummer

Kontra:
-  experimentelle Sounds für die wenigen Leute, die sowas mögen .  .  .

Empfehlenswert: Nein  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

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Hollgo

Über sich: ★ Nichts ist manchmal besser als wenig...★

Mitglied seit:21.10.2009

Erfahrungsberichte:625

Produktvideos:3

Vertrauende:72

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 63 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Gorillas leben bekanntlich im afrikanischen Urwald, wo sie auch selten geworden sind. Dazu gibt es schon seit einigen Jahren eine Gruppe, die sich nach dieser Menschenaffenart benannt hat und die nicht ganz ohne Charterfolge schon Einiges an guter Musik abgeliefert hat. Wie verhält es sich aber mit dem bislang neuesten Album der Gruppe mit dem Titel "The Fall", welches im April 2011 erschien ?

So kam ich zu diesem Album

Ein Angebot bei buecher.de machte mich auf dieses Album aufmerksam. Da ich schon einige Titel der Gruppe kannte und ganz gut fand, war ich schon interessiert. Für gerade einmal 6,99 € kaufte ich so die Scheibe - in einem speziellen Digipack. Ärgerlich, da ich später erfuhr, dass dieses Album für eine gewisse Zeit als kostenloser Download von den Gorillaz angeboten wurde.

Zur Gruppe "Gorillaz"

1998 wurde die Band, bestehend aus ihren bis heute bei der Band spielenden Grundungsmitgliedern Damon Albarn (Gesang) und Jamie Hewlett (Zeichner) gegründet. Albarn und Hewlett arbeiten dabei mit einer sich ständig wechselnden Zusammensetzung von Musikern und Produzenten zusammen.
Die Comicfiguren, die besonders in den Musikvideos der Gruppe auftreten, sind mit Charaktereigenschaften und ausführlichen Biografien versehen und sind eigens von Zeichner Jamie Jewlett quasi als "Avatare" für die jeweils an einem Song beteiligten Künstler und/oder Produzenten erschaffen worden - insofern kann man die "Gorillaz" schon als so etwas wie eine "virtuelle Band" im engeren Sinne bezeichnen,da in Videos eben generell die Comic-Avatare der betreffenden Künstler auftreten.

2001 veröffentlichte die Gruppe mit ihrem gleichnamigen Album "Gorillaz" ihre erste Album Cd, welches der Band einen Eintrag im Guinness-Buch der Rekorde als „erfolgreichste virtuelle Band“ einbrachte.
Stilistisch bewegt sich die Band im Crossover zwischen Electropop, aber auch Einflüssen von House Music und Rap.

Zum Album "The Fall"


Etwas zum Konzept

Hierzu zitiere ich aus einem Kapitel der Plattform Wikipedia:

The Fall wurde in einer Zeit von 32 Tagen während der Gorillaz North American Tour 2010 aufgenommen und am 25. Dezember 2010 vorgestellt.

Bilder von The Fall - Gorillaz
The Fall - Gorillaz The Fall - Gorillaz
The Fall - Gorillaz
Die einzelnen Titel von The Fall sind Städten der Tour gewidmet und wurden auch jeweils in der betreffenden Stadt aufgenommen, später dann fertiggestellt und abgemischt. Es handelt sich bei den Aufnahmen um Titel, die überwiegend in Hotelzimmern aufgenommen wurden. Zunächst war es Mitgliedern des offiziellen Fanclubs Sub Division als kostenloser Download nutzbar, von anderen konnte es, ebenfalls ohne Bezahlung, online angehört werden. Am 15. April 2011 erschien es dann als reguläres Album der Band im Handel. Erstmals schaffte ein Gorillaz-Album nicht den Sprung in die Top 10 der britischen Charts, was laut Damon Albarn kein Wunder sei, da man The Fall vier Monate lang als kostenlosen Download angeboten habe. Die Idee, so Albarn, sei eine völlig andere gewesen.
Zum Album an sich

15 Stücke mit einer Gesamtspielzeit von 43 min, 20 sec. hat das bislang neueste Werk der Gruppe zu bieten. Nachfolgend möchte ich die einzelnen Stücke mal ein wenig näher vorstellen und meine jeweilige , kurze Einschätzung dazu abgeben.
1.: Phoner to Arizona (4:14)

Deftige Beats, ein paar hochgepitchte Sounds, die auch Stimmen sein könnten, so monoton wie langweilig/langwierig hört sich "Phoner to Arizona" an - erinnert irgendwie an Fabrikatmosphäre, in der schemenartig immer und immer wieder dasselbe passiert. Nicht mein Ding und kopfschmerzerzeugend beim längeren Zuhören.

2.: Revolving Doors (3:26)

Die "Gorillaz" bieten in ihren Alben immer mal wieder auch Musik an, die wohl auch einem breiteteren Publikum gefallen. "Revolving Doors" jedenfalls ist so ein Stück - ordentliche Synthies sorgen für eine schon fast an "80s Style" erinnernde Grundatmosphäre, während gesangstechnisch das Flair eines morgendlichen Sitzens in einem Diner beschrieben wird.
3.: Hillbilly Man (3:50)

Ganz akzeptabel, wenn auch eher "deprimierend" ist dieses Stück, welches zusammen mit Mick Jones entstand. Eher ideenlos finde ich jedenfalls die Synthieparts dieses Stückes - letztlich ein mässiges Werk...

4.: Detroit (2:03)

"Electronic Body Music" könnte ich diesen Track wohl mit am Besten in seiner musikalischen Richtung beschreiben. In dieser instrumentalen Nummer wimmelt es nur so von Assoziationen, die bei mir aufkommen, wenn ich an die Musikuntermalungen klassischer Computergames (besonders der Kategorie "Jump & Run" auf dem Amiga 500 denke - nun, diese Art der "Nostalgie" kann freilich nur erleben bei dieser Musik, wer diese alten Klassiker noch kennt. Jedenfalls ist der in seiner Grundstimmung eher "happy" gestimmte Sound voll von Quietsch- und Wuppgeräuschen und der Synthie zeigt hier durchgehend, was er zu leisten im Stande ist. Für Nostalgiker bestimmt OK, ansonsten wohl mit "experimentell" zu umschreiben und bestimmt nicht jedermanns Geschmack...
5.: Shy - Town (2:54)

Erneut ein überwiegend instrumentales Stück, welches auch irgendwie ein wenig ideenlos auf dem Keyboard vor sich hingeklimpert wurde. Um die Atmosphäre richtig zu verstehen, muss man sich wohl in die merkwürdigen Weiten der Musikwelt der "Gorillaz" hineinversetzen - oder man kapituliert sofort und gibt angesichts der monotonen Grundwirkung entnervt auf...

6.: Little Pink Plastic Bags (3:09)

Planlos, ideenlos brummelt der Bass vor sich hin, im Hintergrund wird von rosa Plastiktüten gesungen, die es irgendwo am Highway gibt - der Sinn des Ganzen ist wohl nur in meiner im Fazit stehenden Annahme eines "Konzeptalbums", welches eine Reise von Detroit nach Arizona und dann weiter nach Kalifornien beschreibt, zu verstehen. Musikalisch kann ich diesem Track gar nichts abgewinnen.
7.: The Joplin Spider (3:22)

Merkwürdig mal wieder. Kaum verstehbare Unterhaltungen durch ein Telefon, ein Hund bellt, dann erschallt ohrenbetäubend ein Rückkopplungsgeräusch - wer hier noch keine Kopfschmerzen bekommen hat, bekommt nie welche.

8.: The Parish of Space Dust (2:25)

"Wir lassen einfach mal das Radio laufen, gehen auf Sendersuche und mischen dazu ein paar Synthies ", so erstmal die Grundidee dieses Stücks. Nachdem knapp 40 Sekunden dieser Nummer durch sind, setzt ein kurzer Gesangspart ein, der wohl das Stück als "musikalischen Gruß" an die vielen kleinen Privatradiosendestationen in Texas ausgeben soll. Naja, sinnlos und mässig originell, aber die Angesprochenen wird es freuen...
9.: The Snake in Dallas (2:11)

Eine Schlange in Dallas ? Wo ? Ich höre nur ideenlos sich immer wiederholende Soundmuster, dazu ein "Hi" und weitere, kopfschmerzerzeugende Geräusche...

10.: Amarillo (3:24)

Es wird mal wieder gesungen, wenigstens mit einer erkennbaren Melodie mit einer synthetisierten Eisenbahngeräusch als Untermalung. Dennoch ist auch dieses Stück eher zäh wie Leder und nicht wirklich nach meinem Geschmack.
11.: The Speak It Mountains (2:14)

"It is the dawn" / "the time has shifted" / "the air is thin" - diese drei Sätze, von verschiedenen Sprechern und Sprecherinnen fast wie im Kanon wild durcheinander gesamplet, dann Stille, dann wird zu Synthgedudel von 3 aufwärts gezählt - fertig ist "The Speak It Mountains". Erneut ein sehr experimentelles Stück für Leute, die in der Lage sind, die Kunst dahinter zu verstehen...

12.: Aspen Forest (2:50)

Hierbei handelt es sich um ein Instrumentalstück, welches ein wenig vom Sound her an frühe Computerspiele erinnert (ich denke, in "Gianna Sisters", einem Spiel auf dem Amiga 500, schonmal Ähnliches gehört zu haben). Ein wenig "dröge" wird das Hörvergnügen während des knapp 3-minütigen Gedudels dabei schon , aber für mich als Computergamer der alten Schule sind diese Klänge zumindest nicht allzu fremd... ;-)
13.: Bobby in Phoenix (Feat. Bobby Womack) (3:18)

Irgendwo in diesem ganz netten, gitarrengetragenen, überwiegenden Instrumentalstück hat sich der gute, alte Soulsänger Bobby Womack (der männliche Part der einstigen "Womack & Womack", die mit dem Titel "Teardrops" anno 1988 einen großen Hit hatten) versteckt, der tatsächlich für zweieinhalb Strophen eine ganz gute Probe seines noch nicht verblichenen Könnens abgibt. Einer der wenigen Highlights dieses Albums...

14.: California and the Slipping of the Sun (3:24)

Endlich sind wir in Arizona angekommen, da geht doch schon die Sonne unter. Das ist genau das, was dieses erneut durchgesamplete und experimentelle Stück dem Hörer wohl sagen will. Nun, das Thema "Artwork" hatten wir in diesem Bericht ja schon zur Genüge...
15.: Seattle Yodel (0:38)
Zum Abschluß entlassen und die "Gorillaz" mit einem mehrfach gesampleten Jodler, der durchaus so auch auf dem Oktoberfest oder irgendwo in der Schweiz aufgenommen worden sein könnte... Ein Gag eben...
Auf einen Blick

  • Titel: The Fall
  • Künstler: Gorillaz
  • Genre: Pop international; Alternative; Brit Pop; Independent; Mainstream
  • Label: Parlophone / Vertrieb: EMI Electrola
  • Veröffentlichungsdatum: 15. April 2011
  • 15 Tracks / Gesamtspielzeit: 43 min, 20 sec.
FAZIT
Durchgängig anhörbar ist "The Fall" auf jeden Fall nicht - dafür sind einfach sehr, sehr viele teils sehr abgehobene und experimentelle Stücke auf diesem Album drauf, die zum "so mal eben anhören" schonmal nix sind. Jedenfalls stellt dieses Album eine virtuelle und abgespaced-musikalische Reise - entsprechend der Gorillaz-Tour 2010 durch die USA dar - beginnend mit einem "Phoner to Arizona", also einem Anruf nach Arizona, starten wir mit den Gorillaz in Detroit, dann geht es durch Tennessees "Hillbilly"-Höhen und durch Texas bzw. Dallas bis nach Phoenix, Arizona, um in Kalifornien zu enden. Zum Schluß gibts nen "Yodel", fertig.
Nun, einen gut anhörbaren Titel gibt es mit "Revolving Doors" schon zu vermelden, der Rest ist ein Mix aus "Konzept/Kunst/Artwork" und eben "speziell". Mein Geschmack ist es nicht wirklich, sodass ich dieses Album auch nicht empfehlen möchte - zumindest für den Massengeschmack ist diese Musik / sind die Klänge und Samples eher weniger etwas. Ich gebe insgesamt 1 Sternchen und keine Empfehlung. Ich denke, dass dieses Album bestimmt nicht nur aufgrund der Tatsache, dass es zeitweise kostenlos aus dem Netz geladen werden konnte, nicht richtig zünden konnte, es hat auch was mit der gebotenen Qualität zu tun - mal eben auf die Schnelle im Hotelzimmer während einer Tour was aufnehmen und publizieren ist eben meistens eine Sache, die schonmal schief geht - wie dieses Album eindrucksvoll bestätigt.
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Jewels00

Jewels00

16.10.2011 18:08

bh

Sydneysider47

Sydneysider47

08.10.2011 17:54

Ich habe mir mal ein Gorillaz-Album aus der Bücherei ausgeliehen, nicht dieses hier, aber ein anderes. Mich konnte die Musik auch nicht überzeugen. Die Musik wirkt für mich anhörbar in Kombination mit den Musikvideos, da sieht man dann auch die gezeichneten Figuren. Allerdings gibt es meist nur Musikvideos der Singles, hört man dagegen nur die Musik, ist die Qualität doch eher zweifelhaft und auch nicht mein Fall. Sehr kritisch und gut beleuchtet. Viele Grüße und bh!

Gering

Gering

08.10.2011 16:48

bh

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