Ohrwurmüberfluss.
26.06.2004
Pro:
alle 12 Songs, von A bis Z
Kontra:
unverschämt kurz für ein Vollpreisprodukt
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 23Skeebob
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:194
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 89 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Dover – eine kleine, beschauliche Stadt in England, in der alle Menschen glücklich, zufrieden und ruhig leben. Dover – Hauptstadt von Delaware in den USA, bekannt wegen des Colleges. Auch hier: nette Menschen, alles ist beschaulich, ein Idyll. Dover – Spanische, in Deutschland leider recht unbekannte, Rockband. Von leise weit entfernt. The flame – Neues Album von Dover. Und Thema dieses Berichts. DOVER
Ich will euch nicht mit einer langen Biografie der Band langweilen, sondern nur mit den wichtigsten Infos versorgen, damit ihr euch ein Bild machen könnt, wer Dover überhaupt ist. Die Band besteht aus den Schwestern Cristina (Gesang, Gitarre) und Amparo (Gitarre), die tatkräftig von den beiden Herren Alvaro (Bass) und Jesus (Schlagzeug) unterstützt werden. 1992 wurde die Band gegründet und hat in dieser Zeit fünf Alben veröffentlicht. SISTER, DEVIL CAME TO ME, LATE AT NIGHT und I WAS DEAD FOR SEVEN WEEKS IN THE CITY OF ANGELS sind die Namen der Alben, die vor THE FLAME veröffentlicht wurden. Und allein schon dieser eine unglaublich lange Albumname dürfte klar machen: Dover sind alles – bloß nicht gewöhnlich. DEVIL CAME TO ME wurde zum Beispiel in gerade einmal 3 Wochen produziert und Songtitel müssen nicht zwangsläufig etwas mit dem Songtext zu tun haben. Das Cover von THE FLAME ist ein weiterer Beweis für diese Eigenständigkeit: die Bilder der Bandmitglieder auf dem Cover sind schlicht und einfach hässlich. Überhaupt: Dover machen Musik und sind keine Models, ihr Äußeres ist ihnen völlig gleichgültig. Sehr lobenswert, hat man doch in der heutigen Musikwelt den Eindruck, dass die Chartplatzierung vom Gewicht der Silikonimplantate abhängt. THE FLAME
Tracklist: [1] The flame [2] 27 years [3] Leave me alone [4] My fault [5] Mi sombrero [6] Afterhours [7] Honest [8] Someone else’s bed [9] Die for Rock & Roll [10] On my knees [11] One black day [12] All my money 12 Songs umfasst das Album, die zusammen eine Lauflänge von 30 Minuten erreichen. 30 Minuten, die viel zu schnell wieder vorbei sind.
EINDRÜCKE – LETS ROCK Das Schlagzeug gibt den Takt vor, die Gitarren erklingen, bohren sich mit ihrem fröhlichen Spiel direkt in die Gehörgänge und schon ist es geschehen: Dover fasziniert. THE FLAME ist ein grandioser Heuler, ein ca. 140-sekündiges Glücksgefühl. Der Rhythmus ist wie geschaffen zum mitwippen, Cristina singt die Strophen sanft und angenehm vor sich hin, während im Hintergrund immer wieder die E-Gitarren reinplatzen. Im Refrain geht’s dann richtig rund, die Gitarren dröhnen fleißig vor sich hin und Christinas heisere Stimme überschlägt sich beinahe. Sehr gelungene Komposition, die man sich immer wieder anhören kann.
Es braucht nur ganze zwei Tracks, um herauszufinden, was die Stärken der Band sind: 27 YEARS strömt so angenehm aus den Boxen, ist so eingängig und einfach, wie Musik nur sein kann, ohne billig zu wirken. Ein schönes Gitarrensolo, einpeitschende Drums und das ganze kombiniert mit Cristinas Stimme, die in diesem Song beinahe zärtlich klingt und eher poppig als rockig. Dovers Gespür für eingängige Gesangslinien und Hooklines machen sich schon bei diesem zweiten Song bemerkbar. Danke, mehr davon. Es soll hier aber keineswegs der Eindruck entstehen, dass die Musik von Dover in die Richtung Pop-Musik einzuordnen ist. Track 4 beweist eindrucksvoll das Gegenteil. Cristinas Stimme klingt in MY FAULT herrlich rauchig und heiser, sie schreit einige Male auch einfach ins Mikro. Es ist erstaunlich, wie schnell und oft diese Frau ihre Stimmlage komplett ändern kann: mal beinahe schon honigsüß, um dann im nächsten Moment aggressiv und „dirty“ (yeah!) zu klingen. Große Klasse. Dazu passen die dröhnenden Gitarren, die hier stur ihre wenigen Akkorde wiederholen und Jesus’ aufdringliches, einprägendes Getrommle.
Ruppig geht’s auch bei Track 6, AFTERHOURS, zur Sache. Die jaulende Leadgitarre, die ein nettes Solo darbieten darf, harmoniert perfekt mit Cristinas einmal mehr ziemlich heiserer Stimme, die sich mehrmals beinahe überschlägt. Geht gut ins Ohr, ist knackig kurz und ein Song, den man immer wieder gerne hört. DIE FOR ROCK & ROLL könnte man wörtlich nehmen, wenn man sich den Titel anhört. Die verzerrte, jaulende Gitarrenmelodie, die den Titel einleitet, haut mich aus den Socken und macht dann die Bühne für Cristina frei, die die Strophen so schön zuckersüß darbietet, dass ich einmal mehr nicht umhin komme, mich darüber zu wundern, welch stimmliches Potenzial in dieser zierlichen Person steckt. Der Song ist schnell, rockt ordentlich und lädt zum pogen ein. 154 Sekunden Adrenalinschub.
Dreckig-heiser lässt es Cristina und Band bei ONE BLACK DAY krachen. Die Drums peitschen aus den Boxen, die Gitarren preschen nach vorne und wiederholen ihre wenigen Akkorde wieder und wieder – bis dann plötzlich der Song wieder so schön ruhig und sanft wird. Diese Übergänge zwischen hart und zart gelingen der Band unglaublich gut, die einzelnen – an sich völlig unterschiedlichen – Songteile passen hervorragend zusammen. Aber Dover beschränken sich nicht nur auf diese schnellen, kompromisslosen Track, die musikalisch eindeutig in der Sparte Punk-Rock einzuordnen sind. Tracks wie HONEST oder SOMEONE ELSE’S BED sind ruhiger, letzteres sogar balladesk. Hier erweist sich Cristinas wandlungsfähige Stimme als großer Vorteil, denn sie kann auch ruhige, befühlvolle Songs und das Gefühl, das sie vermitteln will, stimmlich gut ausdrücken. SOMEONE ELSE’S BED ist langsam und wird musikalisch nur von einer sanften Gitarrenmelodie begleitet. Ein schönes Lied und deutlich massenkompatibler als die meisten anderen Tracks der Gruppe. Aber trotzdem: trotz dieses akustischen Tracks, der so gar nicht zu den anderen Songs des Albums zu passen scheint, erkennt man immer noch Dover.
MI SOMBRERO geht so schnell ins Ohr, dass es beinahe einer Unverschämtheit gleichkommt. Wieder einer dieser ruhigeren Tracks, der nur im Refrain seine volle Kraft entfalten darf, ist es hier wieder Cristina, die das Lied mit ihrem Gesang prägt und glaubhaft macht. An diesem Gespür für eingängige Songs sollten sich andere Gruppen eine gehörige Scheibe abschneiden Überhaupt: obwohl nur 30 Minuten lang, fällt kein Song aus dieser überaus professionellen Produktion heraus. Dover variieren und spielen leidenschaftlich vor sich hin, wie sie das wollen und den Hörer freuts.
LEAVE ME ALONE steht wohl irgendwo zwischen den härteren und den ruhigen Songs. Eine gelungene Mischung aus Gitarrenarbeit und Gesang, höchst einprägsam und knackig-kurz. Mehr braucht es gar nicht, um dem Hörer ein weiteres schönes Lied zu bieten. Track 10 entfaltet seine Genialität langsam, dann aber bestimmt. ON MY KNEES fließt schnell und doch so unverfroren eingängig aus den Boxen, im Hintergrund wird fröhlich geklatscht, so dass man einfach nicht still sitzen kann. Man muss mit dem Fuß mitwippen, mit dem Kopf nicken, die Hände im Takt klatschen lassen. Fröhlich und doch irgendwie gefühlvoll singt Cristina – danke danke danke, Dover!
Ruhig und besinnlich klingt das Album mit ALL MY MONEY aus....da werden noch einmal die Stärken der Band zu einem schönen, 2:15 Minuten dauernden Paket zusammengeschnürt. EMPFEHLENSWERT?
Ich denke, jeder, der diesen Bericht aufmerksam gelesen hat, dürfte diese Frage leicht beantworten können. Dover treffen ins Herz & in die Beine, präsentieren 12 Songs, die allesamt überzeugen können. Kein Song wirkt unpassend, keinen Song möchte man missen. 12 teils grandiose Hooklines, die an Eingängigkeit kaum zu überbieten sind, vereinen sich zu einem Album, das eigentlich stundenlang im CD-Player rotieren kann, ohne langweilig zu werden. Die Mischung aus den teils harten & abgehackten Gitarrenakkorden und Cristinas wandlungsfähiger Stimme stimmt immer, ohne wenn und aber. Überhaupt: im Gegensatz zu vielen anderen Bands, die sich nur über den/die Sänger/in definieren, kann Dover ohne Cristina ebenso wie ohne die Gitarrenarbeit ihrer Schwester bestehen. Cristinas mal rockig-heisere, dann wieder sanfte Stimme benötigt diesen Klangteppich, der mal ruppig-hart, dann wieder ruhig daherkommt, um ihre volle stimmliche Wandlungsfähigkeit unter Beweis zu stellen. Deshalb natürlich eine klare Empfehlung und ein dringender Appell, mal in die Musik der Band reinzuhören. Gelegenheit bietet die Homepage der Gruppe: unter www.dovercametome.com könnt ihr nicht nur völlig legal in alle Songs des Albums reinhören, sondern euch auch Videos anschauen, unter anderem das von THE FLAME.
FAZIT 30 Minuten, die viel zu schnell wieder vorbei sind, aber jede Sekunde bestens unterhalten. Obwohl die Musik von Dover nicht gerade von einer unglaublichen Kreativität lebt, schafft es die Band, schnelle und langsamere, harte und ruhigere Stücke so miteinander zu kombinieren, das niemals ein Anflug von Langeweile aufkommt.
Einprägsam, musikalisch und stimmlich jederzeit anhörbar, manchmal ungewöhnlich – Dover eben. Daher: verdient die beste Bewertung für dieses wunderbare Stück Musik. [derzeit bei amazon.de für 15,99 € käuflich zu erwerben]
Viele Grüße, Holger. PS: Dieser Bericht wurde schon in ähnlicher Form an anderer Stelle mit gleichem Titel und unter anderem Namen von mir veröffentlicht. Es handelt sich also keineswegs um eine Kopie, falls jemand auf diesen Gedanken kommen sollte.
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The Flame - Dover
Dover zählen in ihrer Heimat Spanien zu den erfolgreichsten Bands aller Zeiten. ...
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13.03.2005 05:08
sorry if a only speak you in english.Thaks four your opinion about dover,one of the best spanish groups.
12.07.2004 20:02
von mir gibts ein bh, weil alles drin ist und es das gewisse etwas, halt den letzten schliff hat!
01.07.2004 18:55
Yo du Freak! Kennst du mich noch...? Netter Bericht ist das! Ziemlich knorke. Schau dir mal meinen neuen Bericht an. MFG Jonathan