Here comes the sun
05.08.2011 (31.08.2011)
Pro:
wiedermal wundervolle Songs
Kontra:
die ein wenig brauchen bis sie zünden
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
mehr
 Moonspell
Über sich:
Hin und weg vom neuen Paradise Lost Album - was ne Macht!
Mitglied seit:30.06.2002
Erfahrungsberichte:360
Vertrauende:50
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 43 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Hallo zusammen, heute möchte ich euch das kürzlich erschienene Werk eines meiner liebsten, wenn nicht mittlerweile meines liebsten Künstlers vorstellen – nämlich „The Graduation Ceremony“ von Joseph Arthur. Arthur ist in unseren Breitengrad immer noch nicht wirklich bekannt, woran das liegt, weiß der Teufel, in Amerika hat er sich sehr wohl einen Namen gemacht, stürmt aber auch dort nicht die Charts, muss er aber auch gar nicht. Am bekanntesten ist er wohl in den USA/Kanada und in Frankreich.
Joseph Arthur tingelt seit gut 20 Jahren durch die Welt, angeblich in einem Wohnmobil, ist permanent auf Tour, mal mit Band, mal solo, mal um seine Konzertabende mit einer Kunstausstellung zu verknüpfen, denn er malt auch (u.a. das aktuelle Coverbild, welches im Original für 14.200 Euro auf seiner Homepage zum Verkauf steht, pro Monat gibt es 1-2 Bilder die dort ebenfalls für ca. 1000 Euro angeboten werden, Nachdrucke natürlich wesentlich billiger, für ca. 100 Euro)
Woher kenne ich seine Songs? Vor 2-3 Jahren lief sein Song „In the Sun“ bei einer Douglas-Werbung weltweit, in der Serie Scrubs, Greys Anatonomy“ ausserdem wurde er von Mike Stipe und Chris Martin (R.E.M bzw. Coldplay) gecovert. Zudem liefen Songs u.a. bei Shrek, American Pie 2, Nie wieder Sex mit der Ex, und vielen anderen Serien und Filmen. Das mag jetzt nach Spaßmusik klingen, wenn man die Filmtitel hört, sind sie nicht – die Songs erklingen nämlich in den traurigen, melancholischen Momenten.
Was für Musik macht Arthur eigentlich? Kurz gesagt könnte man sagen – wonach ihm ist. Das würde aber einen zu großen Rahmen umspannen, einigen wir uns auf Singer/Songwriter-Musik, dabei gerne experimentell. In früheren Alben gerne Synths eingesetzt, Hammondorgeln und rockigere Gitarren auf dem letzten Album (da allerdings auch ausdrücklich als „Joseph Arthur & The lonley Astronauts“ – seine Liveband), diesesmal wieder eher ruhig, melancholisch, aber stets auch positiv.
Ein paar Beispiele die mir aus dem Genre einfallen die etwas ähnlich klingen sind, William Fitzsimmons allerdings nicht so traurig, Tina Dico allerdings nicht so poppig, und Angus Stone. Ein weniger poppiger und kommerzieller/kitschiger James Blunt vielleicht auch noch.
The Graduation Ceremony
Ich möchte weniger eine Einzeltrackbeschreibung liefern als viel mehr das Ganze einfangen, denn als das wirken Josephs Alben am besten, was nicht heißt dass keine potentielle Hits vorhanden sind. „The Graduation Ceremony“ klingt wie eine Reise durch herbstliche Wälder, einsame Landstraßen die vom Abendrot begleitet werden, Lagerfeuer in lauen Spätsommernächten, dabei jede Erfahrung ein Genuss. In anderen Liedern spürt man deutlich Herzschmerz, „Someone to love“, „Love never asks you to lie“, wobei gerade ersteres auch bestens in die späten 60er gepasst hätte, und der Refrain etwas von „Summerwine“-Feeling versprüht, wobei es deutlich hmm country-lastiger erklingt. Hierbei wird dann auch klar, warum ich James Blunt als eventuellen Vergleich erwähnt hab, Arthur singt auch gerne mal ziemlich hoch. Bei den ersten Durchläufen mag es sein, dass man das Gefühl hat, dass Album ist langweilig, oder eintönig, so geht es mir jedenfalls oftmals bei eher ruhigeren Alben aus dem Singer/Songwriter-Bereich. Ich war erst ein wenig enttäuscht, weil ich wenige Hits entdecken konnte. Nach dem zweiten, oder dritten Durchlauf, blieb mir dann der erste Ohrwurm in meinen Gewinden „Watch our Shadows Rise“ Ich habe diesen Song mit einem Kumpel den ich gut 5 Jahre nicht mehr gesehen hatte, bei Sonnenaufgang im Auto gehört, leicht betrunken, und seitdem ist das Lied nicht mehr aus meinen Gehörgängen verschwunden (nicht in einem unserer Autos, keiner ist danach gefahren - allein zum Musikhören eingestiegen :) )
Es hat so perfekt zur Stimmung gepasst, es ist wie ein Sonnenaufgang bei dem man sich absolut wohl fühlt, leicht melancholischer Vers, und im Refrain verschwinden alle Schatten, und die Sonne geht auf „Here comes the sun, watch our shadows run“ heißt es so schön im Refrain – gerne. Ich empfehle euch diesen Song auch als Anspieltipp Nr. 1 auf diesem Album, bei youtube als offizielles Video. www.youtube.com/josepharthurofficial dort gibt es eine Menge an Studio und Liveversionen, Videos von seinen Ausstellungen, oder auch welche die ihn beim Malen zeigen. Immer ein Besuch wert, da wöchentlich etliche neue Videos hochgeladen werden.
Auch bei facebook ist er sehr aktiv und seine Homepage (www.josepharthur.com) wird bestens versorgt. „The Graduation Ceremony“ zu deutsch die Abschluss/Reifeprüfung, trifft es ganz gut, deswegen oben auch der Vergleich dass er die Erfahrungen genießt und überhaupt welche sammelt auf dem Weg vom ersten bis zum letzten Lied, oder eben auf der Reise. Die Lieder brauchen allerdings auch etwas Zeit bis sie in uns reifen (zumindest ging es mir so), dann allerdings findet man fast nur noch Perlen unter den 12 Songs.
Für Fans von Singer/Songwriter-Musik (was natürlich genauso wenig generell katalogisierbar ist wie „Rock“ oder „Metal“), relaxten Songs, mit durchaus tiefgründigen Texten, der ist hier angewiesen zuzuschlagen. Die Qual der Wahl hat der geneigte Käufer allerdings noch, das Album kommt auf Vinyl, CD, und auf der Homepage wird es in noch weiteren Versionen vertrieben (mit Autogramm, ohne Autogramm, mit Originaltextseite+Zeichnung von Inlayskizzen, etc.) Im Handel steht allerdings „nur“ das normale Album auf CD oder Vinyl.
Und sonst noch Hörproben wie gesagt, auf seiner offiziellen Youtube-Page, alleine damit habt ihr Stunden Genuß, oder seiner Homepage/Facebookseite. Eine komplette Discografie spar ich mir an dieser Stelle, es sind über 20 Tonträger, die er in den letzten Jahren veröffentlichte, u.a. in 4 Monaten 4 EPs mit jeweils 6-8 Songs, welche durchaus als reguläre Alben zu betrachten sind. Live zu erleben ist der Herr leider in Deutschland und Österreich relativ selten, alle paar Jahre mal für einige wenige Konzerte, die Franzosen haben es da besser, und in Amerika muss man schon im kleinsten, abgelegensten Dorf der Staaten wohnen um ihn nicht innerhalb von 100km einmal pro Jahr besuchen zu können ;)
Fazit: Von Joseph Arhtur Alben gekauft: alle Von Joseph Arthurs Alben jemals enttäuscht worden: nie
Das Album eignet sich perfekt als Musik im Hintergrund wenn man zB arbeitet (Dauerrotation im Büro), malt (inspiriert mich wirklich), den Haushalt schmeißt, auf der Couch abhängt um zu entspannen, am Balkon oder Strand, die Sonne genießt, beim Laufen im Mp3-Player, usw. Für Partys eher weniger geeignet, wohl aber auch zum genauen hinhören, und genießen, oder beim Autofahren, wenn man am frühen Morgen oder in der Abendsonne Richtung Ziel unterwegs ist und sein Fern/Heimweh noch mal richtig auskosten möchte.
Es ist meiner Meinung nach nicht sein allerbestes Album, aber eines unter vielen sehr sehr guten. Ich kann es allerdings auch nicht genau begründen warum es NICHT sein bestes ist, mögen wohl Gefühle und Erinnerungen mit älteren Alben sein, die mich davon abhalten es dazu zu ernennen und es ist im Grunde auch völlig egal. Zum Abschluss noch einige Anspieltipps:
Out on a Limb, Watch our Shadows Run, This is still my world, Someone to love Aus anderen Alben: Chicago, In the Sun, Favorite Girl, Devils Broom, September Baby, You could be in jail, Honey and the Moon
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The Graduation Ceremony - Joseph Arthur
Ausgabedatum: 2011-06-10, Audio CD, Megaforce (Soulfood)
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Arthur, Joseph - The Graduation Ceremony (Megaforce) CD Album
Release: 26.05.2011, Format: CD Album, Neuware, Inhalt: 1, Label/ Hersteller: ...
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Ausgabedatum: 2011-06-10, Audio CD, Megaforce (Soulfood)
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22.11.2011 08:58
Kannte ich bisher nicht, liest sich aber als sei es absolut was für mich - da werde ich mich gerne mal einhören :) viele Grüße, Ky
05.08.2011 12:49
wuppt (läuft gerade im Hintergrund, Dein Anspieltipp)...ich bastel gerade zuhause diverse Sachen für Geburtstage und Richtfeste und könnte das für diese "Geduldsarbeiten" echt gut im Hintergrund laufen lassen. Around the clock wäre es mir vermutlich in manchen Situationen zu melancholisch, aber sonst...angenehm;-)