The Haunted Made Me Buy It
14.05.2001
Pro:
Arschtritt
Kontra:
Kurze Spielzeit : 36 Min
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
Häufigkeit der Nutzung
Dieser Tonträger ist:
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 Kervorkian
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:95
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 60 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Kurz nachdem die seeligen At The Gates aufgegeben hatten (Unter anderem veröffentlichten diese mit "Slaughter Of Soul" einen unsterblichen Klassiker und gelten als die Urväter von Bands wie In Flames oder Dark Tranquility), gründeten ein paar übriggebliebene Hansel mit Unterstützung diverser Kumpels (z.b. Hansdampfinallengassen Jensen, der unteranderem bei Wichery die Axt schwingt und Ex-Mary Beats Jane-Fronter Peter Dolving) eine neue Band names The Haunted. 1998: Das Debüt, das sich allerdings mehr in thrashigen Gefilden austobte, anstatt At The Gates Konkurrenz machen zu wollen, was ja eigentlich die logische Konsequenz gewesen wäre. Für Peter Dolving kam Marco Aro (ex-Face Down, die leider auseinanderbrachen als Peter die Band in Richtung Entombed und Marco wie gesagt bei The Haunted unterkam), nun liegt der Nachfolger des Debüts mit dem obercoolen Titel (fast schon DER Albumtitel 2000) "The Haunted Made Me Do It" vor. Wie man schon erkennen kann, beschäftigt sich der Titel mit den ganzen Prozessen gegen Matalbands, die Jugendliche dazu verleitet haben ihre Familie samt Haustier abzuschlachten. Passend, dass auf dem Cover Bilder von irgendwelchen Mördern verewigt sind und Bandname/Titel mit Blut dekoriert wurde. Auf dem Backcover befindet sich der Bauplan zu einer Pistole und Tipps zur Selbstverteidigung. Im Booklet wird das Konzept fortgeführt: Ein Kassenzettel macht darauf aufmerksam, was man sich so alles im Laden kaufen kann, um die Tat zu erleichtern, bzw. überhaupt auszuführen. Was sagt uns das ? Um mal so richtig Amok zu laufen, sollte man schon mindestens 1573,68 $ Investieren. Dann müssten allerdings sie Chancen recht gut stehen einigen verhassten Leutchen die letzten Minütchen ihres ärmlichen Lebens so unangenehm wie möglich zu gestalten... Und welches Wort furzt uns hier in den Kopf ? Richtig, Totschläger. Und was heißt das auf Englisch ? Richtig, Slayer. Und schon hätten wir einen klanglichen Anhaltspunkt. Denn "Dark Intentions" und "Bury Your Dead" kann man nicht besser beschreiben. "Dark Intentions" mimt dabei das 1:30 Minütige, zähe Intro, in bester Slayer Manier, die sich ja auch immer recht viel Zeit lassen, bis geprügelt wird. Wrrrrrrrrrooooooom ! "Bury Your Dead" hätten Slayer in ihrer Hochphase nicht besser hinbekommen. Auch wenn der Refrain fast schon ein wenig von "Angel Of Death" geklaut ist (Sprecht mal "Bury Your Dead" schnell und undeutlich aus...), aber kann das wirklich negativ sein ? Eben. Der dritte Song "Trespass" klingt eher etwas nach At The Gates und schon sind die Slayer-Coverband Vorwürfe vom Tisch. Mit "Leech" dringen The Haunted eher in den etwas modernen Thrash rein, der auch gleich ´ne ganze Ecke relaxter aus den Boxen drömmelt. Den Härtemäßigen Teiefpunkt erreichen die Jungs mit "Hollow Ground", bei dem sie allerdings zeigen, wie man schöne Harmonien in ein Thrash-Gebräu einbindet, ohne dass es auffällt. Lang halten es die Schweden allerdings nicht im Mid-Tempo aus. Das 1:35 Minütige (!!) "Revelation" haben The Haunted wohl aufgenommen, weil es ihnen peinlich war mit "Leech" und "Hollow Ground" groovigen Softstoff aufgefahren zu haben. Hier schepperts ordentlich. High-Speed Thrash mit Old-School Death Einsprengseln und Blastbeat-Explosion am Ende. So stell ich mir immer ICE-Gebretter vor. Hat was von Vader. Kein Wunder, dass sich The Haunted nach dem Song nicht mehr im Mid-Tempo verlieren und das 36-Minütigen Brett im Up-Tempo zu Ende bringen. Auf dem Weg dorthin fallen besonderst "Silencer" (Besser kann man modernen Retro-Thrash [toller Wiederspruch] nich spielen...) und der Rauschmeißer "Victim Iced" (nettes Wortspiel) auf. Der Song kurbelt das Tempo nochmal souverän aus der Tempo 30 Zone heraus und poltert in bester Slayer-Manier jeden Seerosen-Gießer nieder.
Ein gottverdammter Killer. Oder um es mit der letzten Meinung auf den Punkt zu bringen: Arschtritt.
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The Haunted Made Me Do It - the Haunted
Jetzt aber mal Butter bei die Fische: Slayer sind auch nicht das, was sie waren. ...
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19.05.2001 19:30
So? Ex- At The Gates + Vader-Elemente, das müßte ich ja direkt mal abchecken. Gruß, Sim
17.05.2001 17:12
Eine geile Scheibe das und außerdem hat man noch was zu lachen (wg. Booklet). Schön schön. Grüßle, Kyria.
17.05.2001 13:27
Kommt selten vor, dass ich beim Lesen einer Plattenkritik so gut unterhalten werde! Zumal das ÜBERHAUPT NICHT meine Art von Mucke ist! Gruss, Ulman