The High End Of Low - Kaufempfehlung
05.09.2010
Pro:
Devour, Blank And White, Unkillable Monster
Kontra:
I Want To Kill You Like They Do In The Movies, Wight Spider
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 SpaceAgeJunkie
Über sich:
Mitglied seit:05.09.2010
Erfahrungsberichte:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 22 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Genau 15 Jahre ist es her, als der von keinem geringeren als durch Trent Reznor (Nine Inch Nails) entdeckte, und im Lauf seiner Karriere zum amerikanischen Staatsfeind mutierte Schock-Rocker Marilyn Manson sein erstes Album veröffentlichte. Seit dem Debut anno 1994 (Portrait Of An American Family) bis hin zum 2009 veröffentlichen, aktuellen Album (The High End Of Low) hat sich einiges getan. Über die Jahre hinweg gab es diverse musikalische, als auch beeindruckende Steigerungen und Wandlungen im Auftreten und vor allem in der öffentlichen Wahrnehmung der Kunstfigur des Marilyn Manson. Vom phrenetischen Hassprediger auf einem wahnsinnigen Kreuzzug gegen das Christentum (Antichrist Superstar), über eine androgyne Super-Ikone der Past-Glam-Rock Ära (Mechanical Animals) bis hin zum „intellektuellen Ammokläufer“ und Anti-Helden der Holy-Wood Ära (In The Shadow of the Valley of Death) hat Mr. Manson es immer und immer wieder geschafft, die breite Öffentlichkeit zu spalten, zu schockieren, als unantastbare Verkörperung des Bösen die Welt in Angst und Schrecken zu versetzen. Mit genau 15 Songs kehrt nun also dieses psychotisch- chaotische Wesen zurück und ist bereit, dem geneigten Zuhörer erneut in eine kaputte, verletzliche und deutlich mitgenommene Welt zu entführen. Gleich beim ersten Song, der durch seichtes Gitarrenspiel unterstützt, jedoch hauptsächlich von Mansons melancholisch- tragischer Stimme getragen wird, bekommt man ein beklemmendes, gänsehautähnliches Gefühl. Eine quälende, schier unendlich scheinende Spannung baut sich während der ersten Minuten auf. Die vorgetragenen Worte des Protagonisten wirken so intensiv, so unfassbar düster und schmerzend traurig, dass man im ersten Augenblick fast vergessen mag, wer hier eigentlich am „musizieren“ ist. Der erhabene, unstreitbare „Anti-Christ“ hat sich geöffnet, dem Anhänger seine verwundete Seele für einen Augenblick lang Einblick gewähren zu lassen. So überraschend dieser durchaus gelungene Einstieg auch sein mag, so abrupt wird der selbige beendet: Ohne Vorwarnung bricht der Titel ab. Stille.
Das nächste Stück kommt einer unaufhaltsamen Dampfwalze, auf ihren zerstörerischen Weg in Richtung gemeinsamer Zweisamkeit, roh und geschmacklos, gefährlich und brutal sehr nahe. Textfragmente wie „Take you down, down from the inside I want to smash into your face, like a plane, and drown in between your legs” lassen keine Fragen über eventuelle sexuelle Vorlieben des Hauptdarstellers offen. Blümchensex war gestern – Manson praktiziert einen gelungenen Gewaltexzess aus Musik und Lyrik. Und ehe man sich über die zurückgewonnene Stärke dieses rauen, nicht einmal drei Minuten andauernden Industrial- Rockers freut, wird man vom relaxten „Leave A Skar“ gerade zu überrascht. So eingängig war Manson selten. Zusammen mit dem im Verlauf folgenden Stücken a la „Blank And White“ und „Unkillable Monster“ lernen wir Marilyn Manson auf eine erfrischende und unverbraucht- wirkendende Art und Weise kennen, wie man sie sich auf dem doch sehr angestrengt emotional wirkenden Vorgängeralbum (Eat Me, Drink Me) gewünscht hätte. Für Abwechslung und Innovation im Rahmen des typischen Manson-Soundgewandes bietet The High End Of Low eine wahre Fundgrube an schwarz-funkelnden Diamanten. Im besonderen Maße herausregend sind beispielsweise die Songs „Four Rusted Horses“, ein düsterer Country-Rocker, als auch die erste, nach allen Regeln der Kunst abgehende Single-Auskoppelung „Arma-Goddamn-Motherfuckin-Geddon“.
Leider gibt Manson nicht durchgängig die so sehr gewünschten und dennoch äußerst selten erreichten 100 Prozent. Es wird vor allem deutlich, dass die Platte gerade zum Ende hin etwas schwächelt und an Dynamik und Variation verliert. Das neunminütige “I Want To Kill You Like They Do In The Movies“ entfaltet seine wahre Größe wahrscheinlich erst im Rausch diverser Medikamente und Narkotika. Ebenfalls unbedeutend und allenfalls „nett“ fallen „Wight Spider“ oder das an Alice Cooper erinnernde Stück „I Have To Look Up Just To See Hell“ aus. Die Spannung, das gewisse Etwas, oder eine „Explosion“ wie beispielsweise im Opener lassen schmerzhaft auf sich warten. Zusammenfassend kann jedoch mit ruhigem Gewissen das Prädikat „empfehlenswert“ ausgestellt werden. Auch wenn das Album seine Schwachstellen hat, so werden auch die aus meiner Sicht eher „seichten“ Stücke ihre Liebhaber finden.
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06.09.2010 19:40
Nicht so mein Ding, aber nett vorgestellt! ;-)
06.09.2010 09:24
Weiter so ! LG Yo