Gefühlvolle Instrumentierung
03.09.2003
Pro:
Musik zum Schwelgen und Schweben
Kontra:
Titel 6 reißt einen aus allen Träumen
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
mehr
 FlatArt
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:83
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 44 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Da isser wieder. Diesmal muss mein Fanal Sting dran glauben ;-) Aber eins nach dem anderen. Wie bereits erwähnt liegt Sting auf meiner persönlichen Beliebtheitsskala ganz weit oben. Und natürlich gibt es von ihm glücklicherweise reichlich hochwertiges Futter für die vom Einheitspop total schwindlig gehörten Ohren. Dream of the blue turtles, Nothing like the sun, The soul cages, und so weiter. Am 29. September kommt sein neuester Longplayer auf den deutschen Markt: Sacred Love. Kann man kaufen - unbesehen sozusagen. Wenn man ihn mag. Wie ich eben. Meine Meinung: Alles feinste Ware. Aber nun zurück zum Thema: The living Sea! Sting, mehr als erfahren, was Film-Soundtracks angeht, wurde von den IMAX-Filmern für den gleichnamigen Film im Jahre 1995 um seine musikalische Mithilfe gebeten. Für das visuelle Abtauchen in die Flora und Fauna der Tiefsee nahm Sting sich einige seiner eigenen, früheren Songs und schuf neue Variationen dieser Themen, andere vornehmlich instumentale Stücke komponierte er eigens für diesen Film und verwob alles in einer ruhigen und doch kräftigen Melange. Speziell die Klassiker "Fragile" und "Why should I cry for you?" kommen so zu zwei- bzw. dreifachen Ehren und auch "Mad about you" darf ein wunderbares Intro sein Eigen nennen.
Kommen wir nun zur Einzelkritik: 1. Fragile (additional Intro) Zart, zurückhaltend beginnt das 30-sekündige Intro des Guitarrenfestes Fragile. Wenn dann die eigentliche Melodie einsetzt, dann hat die durch das Intro erzeugte Vorfreude endlich Platz zur Entladung. Immer noch - oder immer wieder - zaubert Fragile ein Kribbeln auf meinen Rücken. Das bekannte Ende wird für das Finale aufgespart, hier ist der Übergang fliessend zu ...
2. Why should I cry for you? [Instrumental] Auch dieser Titel bekommt erst einmal ein zusätzliches Intro und die Klarinette übernimmt den Gesangspart, sprich instrumentiert die Hauptmelodie. Damit aber nicht genug ist es zudem eine Variation des Originals. Leise, verspielt, gut! 3. Cool breeze Sting hat sich wohl von den Aufnahmen inspirieren lassen und zum Hin und Her fliehender Fischschwärme, dem Auf und Ab der Korallenfische eine locker-fluffige und dennoch eingängige Melodie erschaffen. Der Meister war am Werk.
4. Mad about you Intro neu Nummer 3. Auch hier zeigt Sting seine Klasse. Als Instrumental beginnend schafft er den fliessenden Übergang zum eigentlichen Song. Immer noch hält sich die verspielte Grundstimmung der Vorgänger auf dem Tonträger. Man kann träumen und und sich treiben lassen. 5. Ocean waltz Ähnlich wie Titel Nummer 3 brilliert Ocean waltz durch sein Guitarrenspiel, die getragene Melodie, sparsam unterstützt vom Synthi. Nach etwas mehr als 3 Minuten ist es leider schion vorbei und man wird mehr als heftig geweckt von
6. One world / Love is the seventh wave Das Lied selbst ist gut, ohne Frage, liefert jedoch für den Gesamteindruck der CD (ohne die dazu gehörenden Bilder des Films) einen nicht notwendigen Bruch im Hörgenuss. Immerhin - jetzt sind wir wieder wach. Aber bereits 7. Why should I cry for you? [additional Intro] hüllt uns wieder in den wohlig warmen Klangteppich der ersten 5 Titel. Willkommen zurück. Wieder bekommt (ähnlich wie bei "Mad about you") der Gesangstitel eine Variation des Grundthemas als Intro vorangestellt. Der Gesangsteil ist dann auch verkürzt, aber ein Outro als Übergang gibt es doch dazu.
8. St. Agnes and the burning train Nach "Cool breeze" und "Ocean waltz" wieder ein überaus gefälliges Instrumental. Mit 2:43 Minuten Länge bildet es aber eigentlich nur den Übergang zu 9. Tides Der Titel ist zwar länger, setzt aber an die Geschichte der Instrumentals auf dieser CD nahtlos an. Gefühlvoll. Cremig. Geschmeidig.
10. Why should I cry for you? Eine neue Variation mit Steeldrums bringt uns eine neue "entfernte" Variation des Grundthemas. 11. Arriaval Wie eine Fiesta unter Wasser. Das Guitarrenspiel leicht gedämpft, dennoch mitreißend und rythmisch.
12. Jellyfish lake Verspielt, leise, und mit herrlicher Wiederkehr der Klarinette aus Titel 2. Man möchte die Augen schliessen und unter der Meeresoberfläche dahintreiben. Das Spiel der Fische könnte nicht schöner musikalisch beschrieben werden. 13. Fragile Als Krönung und Abschluß die Fragile-Version von "Nothing like the sun" mit dem finalen und alles erlösenden hohen Guitarren-Ping.
Würde ich nicht wissen, dass diese Musik für einen Unterwasserfilm geschrieben/angepasst wurde, ich würde es dennoch vermuten. Zu leicht fällt es mir, der Musik niedliche, kunterbunte Fische mit ihrem Tanz vor Korallenbänken zuzuordnen. Und was könnte man mehr von einem Soundtrack verlangen. Danke STING!
Am Rande: Ich wohne in Hamburg und bin tagtäglich (bei einem Heimweg von 15 Kilometern durch die City) dem hektischen Verkehr der Großstadt ausgesetzt. Um dem eigenen Aggressionspotenzial zu begegnen, lege ich häufig diese CD ein und gleite mit einer wunderbaren Ruhe an die heimatlichen Gestade. Kann ich allein zu diesem Zweck schon empfehlen ;-) Auch ein Candlelight-Dinner könnte damit gewinnen. Allerdings sollte man dafür Titel 6 auslassen. Was sonst: Der IMAX-Film ist leider nicht mehr ohne weiteres erhältlich. Die DVD gibt es unter amazon.com. Trotz intensiver Suche konnte ich keinen deutschen Versender finden.
Auf http:www.sting.com kann man zur CD relativ wenig erfahren. Unter Soundtracks wird der Film zwar gelistet, aber außer der Aufzählung der Titel findet man dort nichts. Was aber nicht bedeutet, dass diese Website nicht grundsätzlich eine Empfehlung wäre. Für Interessierte: Die CD selbst ist für 9,99 Euronen derzeit bei Amazon zu haben. Was bleibt? KAUFEN ! Wenn man Sting mag. Wie FlatArt eben ;-) _____________________
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08.10.2003 22:33
Tolle Plattenbesprechung! Sting solo ist nicht ganz so mein Fall, Police hingegen schon. Interssieren würde mich trotzdem (natürlich) das Stück "One world / Love is the seventh wave"...
10.09.2003 19:08
...und wieso wusste ich noch nicht mal, dass Sting diesen Soundtrack gemacht hat? Danke Ciao, danke Frank. PS: Ich denke Du wolltest "entgehen" anstatt "begehen" sagen: "Um dem eigenen Aggressionspotenzial zu begegnen.."
09.09.2003 15:42
Du meine Güte!!! DREI Versionen von "Why should I cry fo you"? Und ich bin so pleite, daß mir selbst 9,99 Euronen ein Loch in die Tasche reißen würden, wenn ich denn überhaupt das Geld für eine Tasche hätte... Wir waren übrigens schon immer arm, "wir hatten ja früher nichts", und wenn ich von meinem 27-Stunden-Barfuß-Marsch zur Schule bzw. nach der Nebenverdienstnachtschicht im Frühdienst zurück kam, faltete meine gramgebeugte Mutter eine halbe Zeitungsseite zu einem notdürftigen Behältnis, in dem wir 17 Kinder nacheinander baden mußten. Sinnvolle Kommentare gibt es erst wieder, wenn ciao stabil ist und dann auch bestimmt nicht von mir. Viele Grüße, K.