Selbstmord gefällig?
30.12.2005
Pro:
Traumhaft schöner Schmerz . . .
Kontra:
. . . oder Trittbrettfahrer?
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 fjoelskaldr
Über sich:
Mitglied seit:01.08.2005
Erfahrungsberichte:4
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 9 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als hilfreich bewertet
1994 scheint ein guter Jahrgang zu sein, zumindest, was Musik betrifft. "Sixteen Stone", "Superunknown" und "Dookie" sind nur einige der Alben aus diesem Jahr, die Musikgeschichte geschrieben haben. Und "The Mind's Eye" steht dem um nichts nach. Obwohl außer "Inside" kein Song größere Bekanntheit erreicht hat, muss man hier von einem Meisterwerk sprechen. Diese Band kann Bilder malen. Bilder von Unwettern, die über ein altes zerfallenes Haus ziehen. Der Himmel erscheint grau, die Wiesen verblassen durch den Regen und lassen den Horizont verschwimmen. Der Raum, in dem du sitzt, ist in ein düsteres Licht getränkt und die schweren, verstaubten Vorhänge aus dunkelrotem Samt vervollständigen die Impression es Weltuntergangs. So denkt man bei Songs wie "Footsteps", "America" und "Horse". Schmerzhafte, bedrückende Songs. Man möchte schlafen, auch wenn es heller Tag ist, um diese grausame Welt nicht mehr sehen zu müssen. "When My Ship Comes In", "Sunshine & Butterflies" und das Instrumental "Prayer Before Birth" hingegen demonstrieren den Tod selbst. Sie lähmen, man wird müde, man fühlt absolut nichts. Es ist wie eine Wiese ohne Blumen, kein Wind, kein Geräusch, die nordische Sommersonne scheint durch eine dicke Wolkendecke und wärmt nur schwach. Doch dann kommt die Wiedergeburt. Man wird wach, spürt, wie die Stärke zurückkommt. "Rest In Peace", "An Illusion" und "Scared Of Ghosts" lassen so fühlen. Doch auch die Kryptik der Texte trägt zur Stimmung bei, indem man erst auf den zweiten oder dritten Blick erkennen kann, worum es tatsächlich geht. Alles in allem ist es aber Musik, die man aktiv hören muss, die die volle Aufmerksamkeit beansprucht und ohne die ein verregnter Nachmittag nur halb so deprimierend wäre.
Leider erinnert die Scheibe doch allzu sehr an andere Bands aus dieser Zeit aus einer kleinen Stadt namens Seattle - obwohl ich oft Stiltskin den anderen Kollegen vorziehen würde.
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30.12.2005 19:18
Da wüsste ich aber nun wirklich gerne, welche Instrumente da zum Einsatz kommen, wenn Stiltskin (zu wievielt?) die düsteren Bilder malt.