... The Number Twelve Looks Like You sind der amerikanische Berg. Der Weisheit. Und obwohl sie keiner so wirklich leiden kann, haben sie doch eines gemeinsam: Sie sehen alle gleich aus. Nummer Elf. Mongrel ist arabisch und heißt nicht Michael. Oder war es einfach nur der Stamm der Azteken, bevor ... Bericht lesen
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Erfahrungsbericht von hlemmur über The Number Twelve Looks Like You - Mongrel 17.08.2007
Produktbewertung des Autors:
Cover-Design:
gut
Klangqualität:
ausgezeichnet
Langzeithörspaß:
wird nicht schnell langweilig
Pro:
Mon
Kontra:
Grel
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Es geht bergauf. Stetig, steil, stumm. Die Wanderer sind unterwegs und es gibt keinen Berg, der sie aufhalten könnte. Höchstens der Ipf. Würde man ihn fragen, warum er lieber Wurst als Salami mag: Er würde schweigen. The Number Twelve Looks Like You sind der amerikanische Berg. Der Weisheit. Und obwohl sie keiner so wirklich leiden kann, haben sie doch eines gemeinsam: Sie sehen alle gleich aus. Nummer Elf. Mongrel ist arabisch und heißt nicht Michael. Oder war es einfach nur der Stamm der Azteken, bevor das Salz ihnen aus der Hand fraß? So oder so: The Number Twelve Looks Like You wissen wie man einem mit dem nackten Hinterteil ins Gesicht springt. Number 10 looks like two. Und Nummer 6 wäre lieber die 5. Das Leben kann einem sämtliche Illusionen nehmen und trotzdem träumt man von trockenem, ein wenig gammeligen Fleisch, dass vor lauter Curryfülling nicht mal aufstoßen könnte, wenn man ihm Geld bieten würde.
"Mongrel" schlägt wieder einmal so viele Brücken, dass das Zählen anstrengender als das Zuhören wird. Die beste Brücke bietet gleich "Imagine Nation Express". Das Break, das den Art-Refrain einläutet ist so raffiniert, dass einem die Gänsehaut die Pickel ausdrückt. Der Eiter findet seinen Weg in den Abfluss, doch was ist mit den Ohren? Hallo? Eins, zwei, Test. Gänsehaut gibt es doch eigentlich nur, wenn das in dem ganzen diffusen Puzzle kürz ein Fragment so klar wird, dass man es mit eigenen Augen sehen kann. Und das können The Number Twelve Looks Like You besser als Paul von Mauer. Obwohl "Mongrel" ein Album ist, dass auch Physikstudenten nicht mit den Rechenschieber nachvollziehen können. Die Stichworte klingen inzwischen langweilig, aber die Zusammensetzung macht das Muster komplett. Und alles Bands, die abartige technische Fähigkeiten haben, haben auch ein anderes Arrangement-Verständnis. Deswegen klingen The Number Twelve Looks Like You auch nicht wie Psyopus, obwohl sie daheim in der gleichen Schublade eingesperrt sind und bitterlich weinen. Arp.
Jazz. Grind. Arabisches Gummi. Hardcore. Metal. Kaputter Gesang. Wilde Percussionsattacken. Cleaner Gesang. Noise. Flamenco. Synth-Teppiche. Alternative. Ja, Alternative. Und im ganz verschrobenen Universum sogar Pop. Versteckt unter dem Teppich des Lebens. Winken sie mal, Herr Schröder!
mon·grel [muhng-gruhl, mong-] - noun. 1. a dog of mixed or indeterminate breed 2. any animal or plant resulting from the crossing of different breeds or varieties. 3. any cross between different things, esp. if inharmonious or indiscriminate. - adjective 4. of mixed breed, nature, or origin; of or like a mongrel.
Wäre die Tollwut ein Wandteppich, dann würde er aussehen wie der "Mongrel" morgens um halb acht. Vor dem ersten Kaffee. Vor der ersten Zigarette. Vor dem Spaß und vor dem Morgenmuffel. Der Mantel in Schweigen gehüllt. Grandfather. Die arme Fresse. Unaufhörlich könnte man sich verbiegen, leiden. Und dann kommt dieser Moment der Klarheit und alles ist gut. Im Mischmasch der Gefühle erkennt man nur daran, ob die Spree den Weizen trennt. Oder war es der Hopfen die Spreu? So oder so: "Alright, I Admit It... It Was A Whore House" könnte auch die Puppen tanzen lassen, wenn sie aus Granit wären. Ach. Sie sind aus Granit? Dann bitte eine Pina Colada, zwei Einläufe und vier mal die Nummer 12. Ohne Worte, aber mit Taten.
Und wenn die Scheiße erst so richtig heiß ist, dann kristallisiert sich die Perle des Kerns heraus, der 40 Minuten lang Wärme spendet. Der Heiligenschein der Mafia. Die Erfüllung eines Genres, das sich langsam mit toten Haifischen füllt. Pro Song essen The Number Twelve Looks Like You mindestens 2 von ihnen. Nummerisch. Und damit meine ich auch War From A Harlots Mouth. Berlin hin oder her. "Paper Weight Pigs" (1 kg Papier ist schwerer als ein 1 kg Schwein - habt ihr schonmal Papier getragen?) schlägt Brücke Nr. 666 und diesmal auch noch zur denkenden Industrie in ihrer wütenden Phase. Was auch schon die Schweine sagten, als sie noch lebten. Fragt Schwein Oberlin, sobald er keine Kugel mehr im Rücken hat und sein Buch geschrieben hat. Es wird ihm noch zum Verhängnis, sein Leben.
Ich habe keine Angst. The Number Twelve Looks Like Me. Bye bye, beiden. El Pinata De La Muerte. Zum Schluss spielen alle nochmal Halma und freuen sich am Ozean. In Orange County gibt es immer Blumen, selbst zur Mittagszeit. Ich höre, also bin ich. Die Brezel des Lebens wühlt sich durch den Schlamm und findet Bassisten, die das spielen können, was andere fühlen, wenn sie an den Dalai Lama denken. Was bleibt ist die Angst. Denn die kommt doch. Ich habe Angst. The Number Twelve Looks Like You können so viel mehr als die anderen Pappkameraden, die gerne sie wären. Deswegen muss man ihnen huldigen. Am besten in der Kniebeuge. Mit beiden Beinen in die Luft, die Arme nach links. Ein lautes Halleluhjah. Kein Nachtisch und am besten gleich ins Bett. Milch und Kekse sind überbewertet. Wenn ich groß bin, kaufe ich dieses Haus. Den Teppich? Der kann bleiben, wo er ist.
The Number Twelve Looks Like You -> Szene -> Impuls -> bessere Liegestühle -> größerer Vorschuss -> We all look like number 12.
Mongrel. Remember Mongrel?
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THE NUMBER TWELVE LOOKS LIKE YOU Mongrel (Eyeball Records, 2007)
01. Imagine Nation Express 02. EL Pinata De La Muerte 03. Jay Walking Backwards 04. Grandfather 05. Alright, I Admit It... It Was A Whore House 06. Paper Weight Pigs 07. Sleeping With The Fishes, See? 08. Cradle In The Crater 09. The Weekly Wars 10. The Try (Thank You)
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