If you ain't got that swing…
09.03.2008
Pro:
reifer, selbstbewusster, facettenreicher Swing, Alt und Neu, Coversongs ! ! !
Kontra:
neeein
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 dahia
Über sich:
Mitglied seit:30.01.2007
Erfahrungsberichte:490
Vertrauende:79
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 116 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
The Puppini Sisters The Rise and Fall of Ruby Woo If you ain't got that swing…
…you'll get it when listening to the fabulous Puppini Sisters.
Gute Musik kann oftmals dieselbe Wirkung haben wie Schokolade. Sofern sie schön süß ist, nicht salzig oder gar bitter. Damit fallen langsame, träge, traurige Stücke mal heraus. Musikalische Schokolade wäre für mich so etwas wie Swing. Swing ist mein Ding und lässt mich von meinem Sitz aufspringen und herumtanzen. Und Swing ist auch genau das Ding der Puppini Sisters. In ihrem ersten Album haben sich die Puppini Sisters mit dem Swing der 40er Jahre beschäftigt. Im neuen Album geht es etwas fetziger zu... mit mehr Instrumentalbegleitung, mehr Pomp, mehr Sex. Passend zum Swing der 60er Jahre also.Haben sie den Zeitsprung gut überstanden? Now follows "the rise and fall of ruby woo"…
Bio:
Die Puppini Sisters sind keine Schwestern im eigentlichen Sinne, verwandschaftliche Bande bestehen zwischen Marcella Puppini, Stephanie O'Brian und Kate Mullins nicht. Die drei Frauen sind Studienkolleginnen am Saint Martins College of Art and Design gewesen, haben zu dritt Modedesign studiert. Nach abgeschlossenem Studium bekam Marcella eine Anstellung bei Vivienne Westwood. Die Idee zu einer 40er Jahre Dreierkombo kam ihr nachdem sie den oscarnominierten Zeichentrickfilm "Das Große Rennen Von Belleville" sieht und der Musik von Benoit Charest lauscht. In ihrem ersten Album verschrieben sich die drei Damen dem Swing der 40er Jahre. Nun also ein Zeitsprung von 20 Jahren...
Preis, Kaufstätte:
15,45€ bei amazon.de
Cover: Die Puppini Sisters machen nicht nur musikalisch, sondern auch optisch was her. So auch auf dem Cover des aktuellen Albums. Woher die 3 Damen wohl den Albumtitel her haben? Man weiß es nicht ^.^ Wohl wieder eine Spontan-Idee nach dem Sehen eines verrückten Films ^.^ Auf dem Cover sieht man die 3 hübschen Damen in maritim angehauchten Kostümen. Die Atmosphäre ist nostalgisch, aber auch ironisch durch verschiedene Farben bei der Verzierung der sonst einheitlich maritimblauen Kostümen.
Das dazugehörige Booklet liefert wieder eine Vielzahl an hübschen und auch ironischen Bildern über die stilistischen oder auch stillosen Merkmale der 30er Jahre plus Geschmacksverirrungen ^.^ Es ist auf jeden Fall einen näheren Blick wert...
Trackliste: 1. Spooky 2. Walk like an egyptian 3. Old cape cod 4. Soho Nights 5. I can't believe I'm not a millionaire 6. It don't mean a thing 7. Could it be magic 8. Jilted 9. Don't sit under the apple tree 10. Crazy in love 11. It's not over 12. And she sang 13. We have all time in the World
Einzelne Tracks ausführlich erläutert:
Spooky: Ein Original sixties song als Einführung… im Original von Dusty Springfield, aber wirklich schön für die Dreiergruppe umgesetzt. Dazu muss man sagen, dass die musikalische Umsetzung und die Arrangements alle aus der Feder der drei Frauen stammen.
Walk like an egyptian: Ein sehr originelles Cover des Songs der "Bangles". Ein sehr schneller Titel. Wieder ein schönes Zusammenspiel der Stimmen, die wunderbar miteinander harmonieren. Die drei Frauen singen zumeist zusammen, so dass ihre Stimmen ein einziges Klanggebilde bilden. Herrlich! Ein Song, der vor Swing nur so strotzt, aber auch orientalisch angehaucht ist. Wie kanns auch anders sein bei diesem Titel?!
"All the cops in the donut shop say Ay oh whey oh, ay oh whey oh Walk like an egyptian" Old cape cod:
Weniger Swing, erinnert eher an alte, schwarz weiße Filme die in der Stadt der Liebe, Paris, spielen. Mit allem, was dazu gehört... langsames Akkordeon, ein wenig Schlagzeug, ein Himmel voller Geigen. Herrlich kitschig und romantisch und seeehr langsam. Und wunderschön... "If you spend an evening you'll want to stay Watching the moonlight on Cape Cod Bay You're sure to fall in love with old Cape Cod"
Soho Nights: Mehr Schwung, mehr Schnelligkeit. Sexy, und nächtlich kommt dieser Song daher. Erinnert an lange, schwüle Nächte in einer angesagten Großstadt, wenn man die Nacht durchtanzt und etwas zu viel getrunken hat... der erste selbstgeschriebene Song des Trios! Mehr als gelungen!
I can't believe I'm not a millionaire: Der Anfang erinnert an Country Music. Dann fangen sie an zu singen und man hat das Gefühl, man sitzt in einer zugerauchten, schwülen, hitzigen, zugequalmten Bar, in der die drei Frauen auf der kleinen Bühne stehen, und live singen. Sehr, sehr, sehr sexy und gemächlich, langsam. Hier sieht man auch, dass die drei schönen Frauen ein großes Volumen in der Stimme haben. Und man hört hier endlich auch alle drei Frauen einzeln singen. Sie haben es drauf... auf jeden Fall.
It don't mean a thing (if you ain't got that swing): Wieder ein schneller Titel. Der Titel könnte in die Irre führen. Wer bekommt bei diesem Song nicht den Swing in die Beine? :-)
Could it be magic: Cover von Barry Manilov. Aber wieder in der Puppini Sisters Manier. Das Arrangement stammt wieder aus der Feder der drei Damen. Verträumt, sinnlich, wieder das Klanggebilde der drei Stimmen, die zusammen singen und harmonieren. Das ganze Lied ist harmonisch, verträumt, etwas melancholisch. Noch eine neue Facette zeigt sich hier auf: die sweet girls können nicht nur lebensfroh singen, sondern auch melancholisch sein wie Katie Melua. Ein sehr schöner, romantischer, sehnsuchtsvoller Song. Und wieder fühlt man sich wie in eine verrauchte, hitzige Bar versetzt. Instrumentalbegleitung:
Jilted: Dieser Song ist Erotik für die Ohren. Vor allem das Saxophon erfüllt seinen Anteil daran. Der Song ist relativ langsam, aber knistert nur so beim Zuhören... die Sängerinnen haben sichtlich Vergnügen beim Singen und kosten jeden Ton aus. Manche sind sichtlich entzückt in die Länge gezogen. Herrlich... nur der Text könnte ein wenig irritieren, da er vom Verlassenwerden handelt. Aber anscheinend sind die Sängerinnen doch ganz froh darüber, dass der Mann gegangen ist. Erinnert mich vom Klang her an "Breakfast at Tiffanies", als Holly sich in einer Stripbar betrinkt...
"I tried new positions I learned his friends names I made myself sit through football games Oh, Been jilted Been jilted again" Don't sit under the appletree:
Baratmosphäre, knisternde Erotik wenn die Frauen anfangen zu singen. Pompös kommt der Anfang daher. Und langsam, in die Länge gezogen. Trompete und Saxophon tun dazu ihr bestes. Erinnert von der Atmosphäre an den Mama-Song im Musical-Film "Chicaco". Und dann, ganz plötzlich nimmt der Song an Schnelligkeit, und der Swing-Anteil im Lied zu. Crazy in love:
Wem dieser Titel bekannt vorkommt, der liegt nicht ganz falsch. Denn denselben Song hat Beyoncé Knowles vor einigen Jahren selbst gesungen. Hört man diesen Song in der 60er Jahre Swing Version an, dann wundert man sich... es scheint als wäre dieser Song in eben dieser Zeit geschrieben worden, und als wären die drei Damen mit einer Zeitmaschine in die Neuzeit verfrachtet worden. Kaum zu glauben, dass es noch eine andere Version von diesem Lied gibt. Es klingt so Original. Voller Pep, Schwung, Swing, Feuer. It's not over:
Mittlere Schnelligkeit, wenn man diesen Song mit dem vorigen vergleicht. Und wieder geht der Beat des Songs direkt in die Beine. Es ist ein Hexenwerk. Das Lied kommt nostalgisch rüber, ein wenig lateinamerikanisch, aber der Beat erscheint ziemlich modern. Und wieder eine Eigenkreation des Trios... ich hätte getippt, dass es ein Original-60er Swing Titel ist, aber fehlgeleitet ^.^ And she sang:
Die Melodie erinnert mich an das Thema des Films "Edward mit den Scherenhänden" mit Johnny Depp... mystisch, träumerisch, spooky :-) und zauberhaft... Und nicht nur instrumental, sondern natürlich vokal begleitet von den zauberhaften Stimmen von Stephanie O'Brian, Marcella Puppini, und Kate Mullins. "There was a girl who thought the world Was filled with gold and pearls She smiled with hazy eyes And lips that barely curled She had been taught she should believe And so her life went on And through the years she still could hear The echo of her song"
We have all time in the world: Verträumt, sehr verträumt… die Verliebtheit in einem Lied zusammengefasst. Der Anfang klingt wie ein Filmmusikthema der James Bond Filme. Dazu Vokalbegleitung. Erinnert an die blauen Stunden in Paris, wenn man auf dem Eifelturm steht und zusieht, wie die Lichter der Nacht das Tageslicht ablösen und die Seine in Abendlicht getaucht ist...
"We have all the time in the world Just for love Nothing more Nothing less Only love"
Formale Daten zur CD: Titel: The Rise and Fall of Ruby Woo Künstler: The Puppini Sisters Genre: Jazz Schlagworte: Vocal Jazz; Traditional Jazz / Swing Medium: CD Set-Inhalt: 1 Veröffentlichungsdatum: 18. Januar 2008 Label: Verve Vertrieb: Universal EAN: 602517482043
Abschließende Meinung:
Endlich mehr Cover von neuen Songs, mehr Feuer, mehr Pep, mehr Instrumentalisierung, mehr Schwung und Schnelligkeit. Da zeigen sich ganz neue Facetten bei den zuckersüßen 40er Jahre Girls. Das erste Album war schon erste Sahne... doch erscheint mir die erste CD im Nachhinein doch etwas zu überzuckert. Für mich ist Crazy in Love der beste Titel auf dem Album. Ich hätte nie gedacht dass die Puppini Sisters diesen Titel von Beyoncé so gut umsetzen könnten.
Man sollte dem Regisseur, dem Komponist oder auch dem Drehbuchautor des Zeichentrickfilms "Das Große Rennen Von Belleville" danken... wenn ich nur daran denke dass uns OHNE diesen Film wohl eine der besten Musiktrios dieser Zeit enthalten gewesen wäre. NEIN daran will ich gar nicht denken. Die Mischung aus Altem, Bewährten und Neuen - Covern wie auch eigenen Kreationen - ist gewagt, aber gelungen. Wenn nicht sogar mehr als das. Das Album wirkt reifer, selbstbewusster. Die Ladies haben ihren eigenen Stil gefunden. Sind nicht mehr nur ein Albklatsch der Ladies-Truppe "Andrew Sisters". "Soho nights" und "It's not over" sind selbstgeschrieben.
Eine runde Sache, und wesentlich besser und origineller als das 1. Album! Klasse! Ich warte auch schon sehnsüchtig auf das 3. Album der Super-Swing-Combo... :-D
Fazit: Unbedingt anhören :-D
Quellenangaben:
http://www.lyricsmania.com/lyrics/puppini_sis ters_the_lyrics_9522/
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Release: 18.01.2008, Format: CD Album, Neuware, Inhalt: 1, Label/ Hersteller: ...
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19.05.2011 11:12
Wenn's die Andrews Sisters nie gegebene hätte, fiele mein Urteil vielleicht milder aus. So aber kann ich nur sagen: Der musikalische Gag - denn um etwas anderes handelt es sich bei den Aufnahmen leider nicht - nutzt sich doch reichlich flott ab. Es grüßt: der Spassprediger.
01.04.2008 15:58
Sensationell - muß ich mir unbedingt besorgen! Nach Deinem ersten Bericht über "Betcha Bottom Dollar" war ich auch wenige Tage später gleich im Laden und hab mir die CD geholt! Fand ich klasse...also gleich nochmal! Vorher laß ich Dir aber ein BH hier ;) LG, Benni
17.03.2008 13:48
ist zwar mein musikgeschmack, aber von denen habe ich noch nichts gehört! schöner bericht! mfg andre