Käte schwächelt
24.02.2003
Pro:
gute Klangqualität - ein paar hübsche Songs
Kontra:
zu viele mäßige Songs
Empfehlenswert:
Nein
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 plumtree
Über sich:
Mitglied seit:01.01.1970
Erfahrungsberichte:165
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 28 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Nach ihrem Überfliegeralbum "Hounds Of Love" war Kate Bushs kreatives Potential offenbar zunächst völlig aufgebraucht. In der Zeit danach gab es ein, sehr gutes, Best Of...Album (The Whole Story)und ein paar Einspielungen mit oder für andere. Unvergessen ihr Duett mit Peter Gabriel (Don’t Give Up, 1987). 1989 hatte sie ihren Akku wieder aufgeladen und legte ein neues Album vor: "The Sensual World". Ich erinnere mich nicht mehr ganz genau, meinte aber eine Art Resignation von ihr in Erinnerung zu haben, dass ein Album von der Qualität "Hounds Of Love" kaum zu toppen sei. Jedenfalls wurde "Sensual World" von der Kritk wohlwollend, aber etwas lässig aufgenommen. Neben ihren Stammmusikern, Del Palmer (Bass), Stuart Eliott (Drums) gibt es Gastauftritte von David Gilmour (Gitarre), Eberhard Weber (Bass), Nigel Kennedy (Violine) und vor allem dem Trio Bulgarka. Also eine hochkarätige Besetzung, die zum Gelingen beitragen sollte.
Für einen alten Kate Bush Fan wie mich führte natürlich kein Weg an diesem Album vorbei. Nach längerer Zeit habe ich mal wieder hervorgeholt um euch darüber zu berichten: 1. The Sensual World - Der Tielsong war eine Art "Hitchen". Alle die Kate Bush mochten fanden den Song klasse, alle anderen merkwürdig. Der schnelle, wiegende Ryhtmus und ihre klagend, geheimnisvolle Stimme bilden eine starken Kontrast, der durch einen irischen Folkeinschlag gemildert wird.
2. Love And Anger - Die Gitarre könnte auch bei Pink Floyd auftauchen. Zufällig wird sie von einem gewissen David Gilmour gespielt. Vielleicht kennt den ja jemand... Ansonsten wird der Song durch einen ungewöhnlich harten Sound bestimmt. Trotz der prima Gitarre mag ich diesen Song überhaupt nicht. Er ist ganz und gar gewöhnlich 3. The Fog - Dieser Song versöhnt dagegen wieder. Von der Stimmung her könnte es ein vergessener "Ninth Wave" Song des Vorgängeralbums sein. Nigel Kennedys Geige verstärkt dieses Gefühl noch. Ein traumartiges Gefühl macht sich breit und wird durch einen Erzähler vertieft. Aber diese Geige ist das größte. Sie zieht einen hinein und hinein...
4. Reaching Out - Ein irres Ding! Fängt ganz leise an, Kate gibt die Operndiva - dann setzt das Klavier mit ein paar hingeworfenen Akkorden ein und das von Michael Nyman arrangierte Orchester macht die Minioper perfekt. Phänomenal!!!
5. Heads We're Dancing – Die Geschichte einer Frau die mit Hitler tanzte. Musikalisch an Depeche Mode angelehnt. Harter Industrial Beat. Diese Art Musik kann sie nicht so gut. 6. Deeper Understanding - Eine frühe Vision von der Übernahme menschlicher Gefühle durch Computer. Musikalisch ist dieser Song wieder besser, sehr ungewöhnlicher Chor durch das Trio Bulgarka. Und auch die typischen Beep-Geräusche um einen Computer darzustellen konnte sie sich leider nicht verkneifen
7. Between A Man And A Woman - Ein weiterer Füllsong, der eigentlich vor allem langweilt. Dieselben sattsam bekannten Klavierakkorde wie immer, jaulende Gitarren und zum ersten beginnt ihre Stimme zu nerven. 8. Never Be Mine - Balladesk geht's weiter. Ja auch dieser Song ist schön instrumentiert, gut gesungen - aber langweilig. Einzig der sehr ungewöhnlich pumpende Bass von Eberhard Weber versöhnt etwas mit dem ansonsten belanglosen Liedchen. Klingt, als wenn sie ihn von den "Lionheart"-Session übrig hatte und für dieses Album etwas aufgebrezelt hat
9. Rocket's Tail - Hier fängt es wieder ungewöhnlich an mit dem ungewöhnlichen Gesang des Trio Bulgarka, die A Capella mit Kate Bush eine wunderbare Minute singen. Und dann setzen die Instrumente Hardrockmässig ein. Was soll das denn. Der Song wäre ohne die Instrumente wirklich beindruckend gewesen, aber so nimmt sie ihm das Spezielle. 10. This Woman's Work - Nachdem man sich durch fünf mehr oder weniger fade Songs gekämpft kommt, ganz überraschend, so eine Kate-Bush-Perle die mit fast allem versöhnt. Kate Bush allein am Klavier, untermalt von einem Orchester. Ein paar hingetupfte Akkorde hier, ein kleiner Klavierlauf dort, dazu ein ganz sanfter, zerbrechlicher Gesang, leicht hallig, und ein einsetzendes Orchester. Mehr braucht der Kate Bush Fan doch gar nicht zur Glückseligkeit! Großartiges Lied.
11. Walk Straight Down The Middle - Nur Drums, Bass und Synthie bilden die Grundlage dieses Songs. Der schwebende Sound erinnert etwas an Sting, ist aber erdiger, zum Schluß wird's experimentell - beinahe etwas bluesig. Kein krönender, aber ein versöhnlicher Abschluß. An eine Sache erinnere ich mich noch genau. Als ich die CD zum erstenmal hörte, war ich sehr enttäuscht - und dieses Gefühl schleicht sich auch bei neuerlichem Anhören wieder ein.
Offenbar war "Hounds Of Love" noch viel schwieriger zu verdrängen als gedacht. Sie versucht auf diesem Album wieder zurück zum Songwriting zu kommen. Es sind einfach 11 Lieder, ohne inneren Zusammenhang. Dummerweise sind mindestens zwei Songs einfach schlecht. Weitere drei Songs sind bestenfalls mäßig. Bleiben vier wirklich gute Lieder(Sensual World, The Fog, Reach Out, This Woman's Work). Aber die Meinungen darüber, welches nun die guten Songs sind, gehen weit auseinander… Da nützt dann auch das liebevolle Booklet und die gute Aufnahmequalität nichts.
"The Sensual World" ist ein eher schwaches Album von Kate Bush. Wenn man ihren eigenen Maßstab anlegt, sogar ein miserables
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12.03.2003 16:53
Ich kenne aus diesem Album nur die gleichnamige Single - und finde sie nur "ganz nett". Da gab es schon wesentlich besseres von ihr!
26.02.2003 21:44
Ich denke da aber völlig anders. Gerade "Rocket's tail" finde ich genial.
25.02.2003 14:05
wie immer ohne Tadel! MFG Rulazz