T. Rex - The Slider
30.05.2006
Pro:
Zeitdokument der Jugendszene 1972
Kontra:
Der aufgeschlossene Hörer wird kein Kontra entdecken und über eventuelle Schwächen mild lächeln !
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 EugenOhneland
Über sich:
Der Mensch von heute hat nur ein einziges wirklich neues Laster erfunden: die Geschwindigkeit. (A. H...
Mitglied seit:03.05.2005
Erfahrungsberichte:9
Vertrauende:1
Dieser Erfahrungsbericht wurde von 20 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
"I'm searching through this garbage, looking for a friend!" Mit dieser Attitüde schoss sich im kühlen englischen Sommer des Jahres 1972 ein Album namens "The Slider" in die britischen Charts und kletterte - quasi übernacht - von Null auf Eins. Die LP verkaufte sich innerhalb der ersten vier Tage nach Veröffentlichung über 100.000 mal und war - etwas später - auch jenseits des Atlantiks ein immenser Verkaufserfolg. T. Rex hatten wieder zugeschlagen und ein Album vorgestellt, welches zu Recht als ein Klassiker des Glam Rock bezeichnet wird.
Vollgestopft mit scheinbar aus dem Ärmel geschüttelten einfachen Hooks versprüht die Musik einen dekadenten, fast trashigen Charme. Die Songs des Albums sind eine Mischung aus schmutzigen und simplen Grooves, sexuellen Anzüglichkeiten und eingängigen Melodiefetzen. All das garniert mit fett verzerrten Gitarren, unglaublich verrückten Nonsens Texten a la "Fills my heart with pain, Fills my toes with rain" und angestaubter Hippie Spiritualität, die am deutlichsten in den mit Akustikklampfe unterlegten Balladen ihren Ausdruck findet. Alle Zutaten sind kurz und knapp in - für die damalige Zeit durchaus untypische - Drei-Minuten-Songs verpackt. Wir erinnern uns: in den frühen Siebzigern durfte ein Song schon mal eine Plattenseite füllen, oder?
Die Scheibe wurde von Tony Visconti produziert. Alles klingt sehr direkt und voll. Die Band spielt quasi im eigenen Wohnzimmer. Die Gitarren schrummeln zwar schön warm, haben aber immer genügend Biss, androgyne Background Chöre kreischen im Falsett, Streicher liefern fette Akkorde. Kurzum: die Arrangements sind ausgefeilt und eingängig und wirken selbst aus heutiger Sicht nur wenig angestaubt. Das Ganze könnte auch im Jahr 1998 von einer begabten aber leider total unterbewerteten englischen Underground Band aufgenommen worden sein. T. Rex klingen auf "The Slider" bei weitem nicht so heftig und hart wie viele damalige Zeitgenossen der Hard Rock Szene, welcher sich die Band wohl insgeheim zugehörig fühlte. Zäh wie Zuckersirup ziehen und stampfen einige Tracks mit gutem Rhythmus dahin. Das muss nicht schlecht sein! Marc Bolan, charismatisches Aushängeschild und Kopf der Band, stand ohne Zweifel mehr auf einen guten Groove als auf High-Speed Tempi oder endloses Gitarrengezerre. Sehr angenehm!
Fazit: Für die Anhänger des modernen Brit-Pop a la Pulp, Blur, Oasis und wie sie alle heißen, bietet sich mit "The Slider" die Möglichkeit, mal den originalen Stoff zu genießen und etwas über die Jugendkultur von 1972 zu erfahren. Ja! Das Album, man mag es nun glauben oder nicht, sollte damals in aller erster Hinsicht den Teenies das Geld aus der Tasche ziehen. Ist das wirklich alles schon 34 Jahre her? Hol' den Plattenspieler aus dem Keller und bring die Federboa mit! Wir trinken billigen Rotwein und Persico!
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The Slider - T.Rex
Ausgabedatum: 2005-01-03, Audio CD, Repertoire Records (Sony Music)
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02.06.2006 23:52
Ist mir zu knapp und zu undurchsichtig
30.05.2006 16:57
Ich gebe hier mal nur meinen Kommentar ab, weil die Bewertung nicht sooooo schrecklich gut sein würde ;-)) Deshalb kleiner Tip von mir: Überarbeite ihn nochmal und guck dir mal andere CD-Berichte an. Du solltest zu jedem Song etwas schreiben....sag mir Bescheid - dann komm ich gerne zum bewerten :-)) LG Kerstin
30.05.2006 16:34
Ich finde das ist ein wirklich schöner Bericht!