Erfahrungsbericht über

The Spliff Radio Show - Spliff

Gesamtbewertung (1): Gesamtbewertung The Spliff Radio Show - Spliff

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Mal wieder Radio hören ???

5  08.03.2008 (17.03.2012)

Pro:
Induvidualität, weil Konzeptalbum

Kontra:
gibts hier nicht  !

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

mehr


l.x.klar

Über sich: Bitte pusht meinen T61 >10.000 ! No time 4 regelmäßig CIS, nur noch NdV + Runden. Wer Lesungen ve...

Mitglied seit:09.04.2005

Erfahrungsberichte:99

Produktvideos:1

Vertrauende:206

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 353 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Produktvorstellung:
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

Heute möchte ich über das Debutalbum der Berliner Kult-Rockband "Spliff" aus dem Jahre 1980 berichten, das am 11. 07. 1988 dann auch auf CD unter dem Label Columbia veröffentlicht wurde. Es trägt den englischen Titel "The Spliff Radio Show". Im Februar 1981 gingen Spliff mit diesem Reportoire auf Deutschlandtournee. Im Anschluß folgten Konzerte in Paris, Amsterdam, Kopenhagen, London, Zürich, Stockholm und Göteborg. Auch diese Tournee verlief erfolgreich, So wurde sogar das Album sogar mit dem Deutschen Schallplattenpreis dekroriert.


Die Band:
xxxxxxxxxxx

Die Band Spliff besteht seit 1980 und verdankt ihr Dasein dem Umstand, daß Nina Hagen sich von diesen Musikern trennte, weil sie der Meinung war, daß sie sie auf ihrem Weg zum Weltstar behinderten. Bis zu diesem Zeitpunkt hiess die Band schlicht "Nina Hagen Band". Doch die Gründung der Band geht eigentlich auf das Jahr 1972 zurück, als Manfred Praeker und Bernhard Potschka die Combo "Lokomotive Kreuzberg" ins Leben riefen.
Die Besetzung zur Zeit der Aufnahme dieses Albums war folgende:

Reinhold Heil Keyboard/Voc.
Herwig Mitteregger Drums/Voc.
Bernhard Potschka Gitarre/Voc.
Manfred Praeker Bass/Voc.

Als Gastmusiker sind auf der Scheibe dabei:

Alf Klimax
Lyma Russel
Lisa Bialac
Rik Delisle


Die Produktion:
xxxxxxxxxxxxxxxxx

Das Material wurde zwischen Mai und Juli 1980 in den Audio Studios
Berlin von Udo Arndt aufgenommen und von Ted Jensen in den New Yorker Sterling Sound Studios abgemischt. Für das Coverdesign war K. Riemenschneider verantwortlich, die Fotos steuerte der mittlerweile über die Szene hinaus bekannte Fotograf Jim Rakete bei. Es handelt sich bei diesem Werk um ein so genanntes Konzeptalbum, da die einzelnen Stücke untereinander in einer Beziehung stehen. Wie der Name bereits vermuten lässt, ist das Album wie eine Radiosendung konzipiert, so daß auch verschiedene Musikrichtungen den Weg auf die Scheibe fanden. Um Authentizität bemüht, verzichtete man nicht auf ein für Radiosendungen typisches Jingle, das gleich zweimal zu hören ist und auch zwei gefakete Werbeeinspielungen sind vertreten.


Die Tracklist:
xxxxxxxxxxxxxx

1. Spliff-Jingle 0:24

2. Sweet As Radio 3:56

3. Gravy 4:20

4. Disco-Kaine 4:52

5. Stoned Airlines 0:24

6. Baby I'm Bored 2:57

7. Gooroo 5:03

8. Jive 3:00

9. Spliff-Jingle 0:20

10. Cheap Chicks 4:13

11. Wysocki College 0:50

12. Deep In The City 4:25

13. Producers 4:27

14. Keep Your Feet On The Ground 0:24

15. Jet Set Star 4:18

16. Rock Is A Drug 7:58

Die Tracks im Einzelnen:
xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx

1. Spliff Jingle:

Die CD startet so, als wenn jemand verucht, mittels des guten alten Drehreglers, an dem bei Radios früher "Tuning" stand, einen Sender einzustellen, was ihm dann auch gelingt. Dann ertönt das Jingle, dessen Text ich hier kurz zitieren möchte. "Got no friends ? Got no fun ? Listen to Spliff and you´ll see the sun." Dann begrüßt ein DJ seine Hörerschaft mit den Worten "Hello there and welcome to the Spliff Radio Show! That´s Spliff, another product of the post-war baby-boom.".

2. Sweet as Radio:

Ein recht soullastiges Stück mit weiblicher Gesangsstimme und
splifftypischem Rockeinschlag, dem Sound halt, den man von der "85555" kennt. In der Mitte des Stückes ist ein sehr hohes Gitarrensolo eingebaut, das den Beginn des Endes einleitet.

3. Gravy:

Beginnend mit Schlagzeug und Gitarren, gesellt sich auch bald der Bass und das Keyboard dazu. Die Nummer fetzt ganz schön, der Gesang ist nun mehrstimmig und teilweise etwas schrill, die Band singt hier selbst. Der Sound erinnert streckenweise an Police. Das Solo in diesem Stück übernimmt das Keyboard.

4. Disco-Kaine:

Disco-Sound mit Dampfhammer-Rythmus. Dunkler Sprechgesang mit höher gesungenem Refrain, erinnert ein wenig an Boney M. Kurz vor Ende des Stückes hört man, wie sich jemand "die Nase pudert", woraufhin das zuvor eher monoton vorgetragene Stück etwas mehr Drive entwickelt, was sich zunächst in einem recht fetzigen Keyboardsolo, das stark an ein Klavier erinnert, äußert.

5. Stoned Airlines:

Absolut witziger Werbeeinspieler, der zu einem Flug nach Jamaika einlädt, wie der Name der Fluggesellschaft vermuten lässt, natürlich stoned, da an Bord wohl THC-haltige Genussmittel gereicht werden und das zu einem Preis von 29,95, wobei es sich jedoch des Hörers Kenntnis entzieht, um welche Währung es geht.

6. Baby I´m Bored:

Der erste richtige Knaller, orientiert sich vom Gesang her stark an Johnny Rotten von den Sex Pistols, musikalisch bewegt sich das Stück zwischen Punk und Ska. Das animiert richtig zum Mitwackeln !

7. Gooroo:

Sphärische Klänge leiten das Stück ein, dann setzen die Gitarren ein, ein Break, es wird ruhiger, Richtung Reagee. Bald darauf erinnert der
Sound stark an die späten Beatles, sicherlich nicht unbeabsichtigt...

8. Jive:

Dunkle Frauenstimme, eher Sprechgesang, Blondie-like irgendwie. Ein mittelschnelles Stück, das seine Spannung aus der Diskrepanz des eher schnellen Spiels aber getragenen Gesangs zieht.

9. Spliff Jingle:

Der DJ meldet sich erneut kurz zu Wort und dann heisst es wieder locker flockig "Got no friends ? Got no fun ? Listen to Spliff and you´ll see the sun !"

10. Cheap Chicks:

Obertonlastige Giarren und stakkatoartiges Schlagzeug leiten dieses
Stück ein, auch streckenweise wieder ganz schön in Richtung Police
klingend vermag dieser Song aber vor Allem durch seine Dynamik zu
gefallen. Ständige Tempiwechsel und Breaks sorgen hier in Verbindung mit verschiedenen Soli für höchst angenehme Kurzweil.

11. Wysocki College:

Ein erneuter Werbeeinspieler soll uns für ein College für total Dumme begeistern. Die Message "You´ll never even know you´ve been there !" spricht Bände !

12. Deep In The City:

Hier wieder stark an ein Klavier erinnernde Keyboardklänge als Opener zu einem Stück, in dem gesanglich wieder auf eine dunkle Frauenstimme gesetzt wird. Geht ein bisschen in Richtung Bonnie Tyler, Tina Turner oder Pat Benetar, ist relativ schnell und hat einen recht fetzigen Refrain und einen kurzen etwas ruhiger wirkenden Mittelteil.

13. Producers:

Schon wieder Reagee, aber diesmal richtig vom Feinsten: Banjo, Steelguitar und das ganze Programm, einfach Klasse. Klingt genauso wie die Filmmusik von "Cool Runnings", der gestern zum xten Mal im TV lief. Ihr wisst schon, das nette Filmchen über die jamaikanische Viererbobmannschaft, die 1988 bei den olympischen Winterspielen antraten. Textlich sehr ironisch, also ein richtiger Gute-Laune-Song, bei dem man sich das ein oder andere mal getrost beim Grinsen ertappen lassen darf.

14. Keep Your Feet On The Ground:

Ziemlich belanglose Werbeunterbrechung, die wohl nur den Zweck erfüllen soll, den Eindruck einer richtigen Radiosendung zu erhärten.

15. Jet Set Star:

Na also, es gibt sie doch, eine richtige Rocknummer im Stile der guten alten rollenden Steine. Ob die Ähnlichkeit der Stimme mit der Mick Jaggers beabsichtigt ist ? Gut gefällt hier auch der Backgroundgesang mehrerer Frauenstimmen. Das für einen Rocksong obligatorische Gitarrensolo klingt so altbacken, daß es schon wieder gut ist.

16. Rock Is A Drug:

Vom Sound her wohl das komplexeste Stück des gesamten Tonträgers - und zwar so komplex, daß es mir unmöglich erscheint, es zu beschreiben. Wie schon der Titel suggeriert geht das Ding in Richtung Nick Cave, Neil Young oder Small Faces, Anfang-70er-Sound halt. Ein absolut abgedrehtes, nervtötendes Gitarrensolo darf da natürlich ebenso nicht fehlen wie ein ewig in die Länge gezogenes Ende, das dann aber doch wieder im ersten Moment nicht so richtig eines ist, sondern nochmal einige Takte länger auf sich warten lässt.


Fazit:
xxxxxx

Sowohl für Fans deutscher als auch englischer Rockmusik uneingeschränkt empfehlenswert. Gerade die Idee mit der Radiosendung ist meiner Meinung nach bis heute einzigartig und der Sound wird auch heutigen Ansprüchen noch durchaus gerecht, auch wenn die Aufnahmen schon fast 30 Jahre auf dem Buckel haben. Soweit mir bekannt ist, gibt es die CD sowohl mit als auch ohne Booklet, auf dem die Texte abgedruckt sind. Demjenigen, der der englischen Sprache nicht sonderlich kundig ist, rate ich dringend zu der Variante mit Booklet und einem Langenscheidt, da sonst die teilweise immens ironischen Anspielungen komplett ihre Wirkung verlieren. Ich gebe hier ganz ruhigen Gewissens 5 Sterne und zieh mir die Scheibe nochmal rein !

Bilder von The Spliff Radio Show - Spliff
  • The Spliff Radio Show - Spliff just Spliff
  • The Spliff Radio Show - Spliff Der Durchbruch mit Frau Hagen als
  • The Spliff Radio Show - Spliff auch live haben Spliff gerockt !
  • The Spliff Radio Show - Spliff auch wieder schwarz/weiss
The Spliff Radio Show - Spliff just Spliff
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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
Hedwig_2010

Hedwig_2010

13.04.2011 14:48

Guter Bericht. LG

guy17

guy17

05.11.2010 01:23

absolut Top!

janavi030

janavi030

20.08.2010 13:47

Schöner Bericht!

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