The Wall - Pink Floyd

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The Wall - Pink Floyd

von Pink Floyd

Rock - 2 - CD - Label: Emi Record - Vertrieb: EMI Electrola - Veröffentlicht am: 13. Oktober 1994 - EAN: 724383124329 mehr

Gesamtbewertung The Wall - Pink Floyd 32 Erfahrungsberichte lesen | Erfahrungsbericht schreiben | Frage stellen | Produkt zur Liste hinzufügen

Einer meiner ältesten, aber zugleich einer der Berichte, die mir sehr am Herzen liegen, ist jener über das Album "The Wall" von Pink Floyd. Daher habe ich diesen Beitrag nicht nur "nach oben" geholt, sondern ihn noch mal gründlich überarbeitet. Das Ergebnis könnt ihr hier lesen: Es gibt ... Bericht lesen





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1-6 von 31 Erfahrungsberichten    
> Alle 31 The Wall - Pink Floyd Erfahrungsberichte anzeigen
Meisterwerk einer Band zwischen Genie & Zerwürfnis
Erfahrungsbericht von PeterPan2 über The Wall - Pink Floyd
18.06.2001


Produktbewertung des Autors:   

Cover-Design: exzellent 
Klangqualität: ausgezeichnet 
Langzeithörspaß: wird nie langweilig 

Pro: ein geniales Meisterwerk
Kontra: für mich nichts

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

Einer meiner ältesten, aber zugleich einer der Berichte, die mir sehr am Herzen liegen, ist jener über das Album "The Wall" von Pink Floyd. Daher habe ich diesen Beitrag nicht nur "nach oben" geholt, sondern ihn noch mal gründlich überarbeitet. Das Ergebnis könnt ihr hier lesen:


Es gibt viele gute Rockalben, es gibt auch eine Menge wegweisender Alben, aber nur wenige, die wirklich in die Musikgeschichte eingehen. "The Wall" von Pink Floyd gehört in jedem Fall dazu. Es ist eine Art Rockoper über die Vereinsamung von Menschen in unserer heutigen Zeit, über das erwachsen werden, das Bildungssystem, Geld, Macht und Drogen, über Extremismus und Krieg. Themen, die heute noch so aktuell sind wie zur Zeit der Entstehung dieses Werkes. Eindringliche Texte gepaart mit genialer Musik und mit vielen (damals völlig neuartigen) Soundeffekten abgemixt, ist dieses Album auch heute, fast 30 Jahre nach seiner Erstveröffentlichung beeindruckend in seiner politischen Aussage, aber auch seiner Klangvielfalt. Für viele internationale Musikkenner und Kritiker ist es einer der Meilensteine der Rockmusik. Darüber hinaus ist "The Wall" mit etwa 30 Millionen verkauften Exemplaren eines der meistverkauften Alben weltweit. Und genau dies ist für mich das Erstaunliche, dass ein politisches Album, mit kritischen Texten und teils recht experimenteller Musik, nicht nur die Kritiker beeindruckt hat, sondern auch kommerziell erfolgreich war. Um "The Wall" richtig zu verstehen, muss man wissen, dass dieses Projekt ursprünglich eigentlich als Film geplant war. Das Album ist also eher eine Art Soundtrack. Nur dass der Film erst ein paar Jahre später erschien ;-). Dies war mir damals zwar nicht bewusst, aber es hat an meiner Faszination für das Werk nichts geändert.

Alle "Schnellklicker" möchte ich an dieser Stelle vorwarnen, dieser Bericht ist ziemlich lang, da es nicht nur ein beeindruckendes Doppelalbum ist, sondern mich mit diesem Album auch jede Menge Emotionen verbinden. Kein anderes Stück Musik (ich sage das jetzt einfach mal so, weil man die Titel im Zusammenhang sehen sollte), hat meine Jugend und meinen Musikgeschmack jemals mehr beeinflusst. Ich finde, jeder sollte dieses Werk einmal in aller Ruhe hören, es auf sich wirken lassen, auch wenn einige nach dem Lesen dieses Berichtes ob des Inhaltes vielleicht etwas verwirrt sind. Man muss den Text auch nicht verstehen, um sich von der Intensität der Musik gefangen nehmen zu lassen. Es wird auch am Ende dieses Berichtes kein "Fazit" geben, da es an dieser Stelle unpassend wäre.


Das Album und die Liveshow

"The Wall" erschien 1979 bei EMI als Doppel LP. Das Cover (wer kennt es eigentlich nicht) ist außen schlicht gestaltet und stellt einen Ausschnitt aus einer Mauer dar. Man sieht quasi nur die weißen Steine und die etwas dunkleren Fugen dazwischen. Wenn man das Album aufschlägt, ist innen ebenfalls die Mauer zu sehen, aber mit einer großen Bresche in der Mitte. Dahinter befindet sich ein riesiges Stadion mit Menschenmassen, sowie verstreut einige der Gestaltungselemente und stilisierte Personen aus der Liveshow (ein Flugzeug, marschierende Hämmer, der Richter, der Lehrer, die Mutter usw.). Auf den Innencovern der Schallplatten sind die Texte der jeweiligen Plattenseite abgedruckt. 1980-1981 ging Pink Floyd mit einer für die damalige Zeit gigantischen Liveshow auf Tournee. Die Konzerte waren eine szenische Umsetzung dieses Konzeptalbums, mit richtigen Spielszenen wie in einem Film. Die Show wurde wegen der enormen Baukosten nur 29 mal an 4 Orten weltweit aufgeführt, in London, in Los Angeles, New York sowie in der Dortmunder Westfalenhalle. Während der Vorstellung wurde vor der Bühne Stück für Stück eine echte Mauer aus weißen Styroporblöcken hochgezogen, welche ab der Mitte des Konzertes die Bühne komplett verdeckte. Während des Songs "goodbye cruel world" wurde die letzte Lücke geschlossen und danach spielten die Musiker zum Teil hinter der Mauer, welche dann als Leinwand für die Trickfilmsequenzen von Gerald Scarfe diente. Zum Schluss des Konzertes stürzte dann die Mauer in sich zusammen. Neu an dieser Tournee war, dass nur das Konzeptalbum als solches (plus einem, auf dieser Platte nicht veröffentlichtem Stück) gespielt wurde und keiner der ganzen anderen Hits. Ebenso wurden keine Zugaben gegeben, da das dem Charakter der Inszenierung widersprochen hätte. Insofern wurde der Charakter einer Rockoper noch einmal unterstrichen.


Die Band

Pink Floyd wurde 1967 von Syd Barret (git, voc), Roger Waters (bass, voc), Nick Mason (drum) und Rick Wright (keyb) gegründet. Die Band war damals einer der wichtigsten Repräsentanten des "Psychodelic Rock", Bereits 1969 hatte sie in Insiderkreisen Kultstatus. Jedoch musste in dieser Zeit Syd Barret durch David Gilmour ersetzt werden, da seine Drogenexzesse so zunahmen, so dass er quasi nicht mehr live spielen konnte. Nach etlichen bemerkenswerten, aber kommerziell nicht sonderlich erfolgreichen Werken wurde 1973 "dark side of the moon" veröffentlicht. Mit den Welthits "money" und "time" sowie über 30 Millionen verkauften Tonträgern das bis dato erfolgreichste Album der Band, sowie auch nach heutigen Maßstäben eines der 10 erfolgreichsten Rockalben der Musikgeschichte. An diesen Erfolg konnte Pink Floyd 1975 mit "shine on you crazy diamond" anknüpfen (Einzelhits: "wish you where here" und der Titelsong). 1977 erschien dann mit "animals", eine Art musikalischer Fabel, in der Tiere menschliche Charaktere verkörpern (pigs, dogs, sheeps). Dieses Album wurde wieder etwas "gitarrenlastiger", vom Sound also schon der Vorläufer von "The Wall". Trotzdem steckte die Band in einer handfesten Krise. Roger Waters, der Kopf der Band suchte nach neuen künstlerischen Konzepten, die übrigen Bandmitglieder versuchten sich an Soloprojekten.

Als jedoch Waters 1978 mit den ersten Ideen zu "The Wall" auftauchte, war allen bewusst, dass man mit diesem großartigen Stoff etwas völlig Neuartiges und Zeitloses schaffen könnte. Nach der Tournee und der Produktion des gleichnamigen Spiel- und Dokumentarfilms mit Bob Geldof in der Hauptrolle, sowie einem Folgealbum (the final cut), erfolgte dann aber doch 1983 die Trennung der Band. Die Zusammenarbeit war aufgrund der egozentrischen Art Roger Waters, für die übrigen Bandmitglieder eine Qual geworden. Bereits "The Wall" wird von vielen Kritikern als eine Art Soloprojekt von Roger Waters gesehen, der zu der Zeit auch künstlerisch der führende Kopf der Band war. Er schrieb fast 90% der Melodien und Texte für dieses Album allein.


Die Band nach der Neugründung

1986 vereinigte sich Pink Floyd wieder (allerdings ohne Roger Waters) und produzierte einige weitere Platten und gingen vor allem auch wieder auf Tour, so dass es mir als altem Pink Floyd Fan doch 1994 wenigstens einmal vergönnt war, die Band live zu sehen. 1990 wurde "The Wall" noch ein einziges mal live an der ehemaligen Berliner Mauer aufgeführt von Roger Waters, sowie vielen anderen prominenten Gastmusikern, wie Brian Adams, den Scorpions, Cindy Lauper, Joni Mitchell, Van Morrison, Sinead O Connor, The Hooters, Ute Lemper, Marianne Faithfull und einigen weiteren. Auf dem Gelände des heutigen Potsdamer Platzes fand damals eines der größten Livekonzerte der Welt statt mit über 250000 Zuschauern. Die Erlöse waren für einen Fonds für Kriegsopfer bestimmt. Heute hört man von Pink Floyd leider seit etlichen Jahren nichts neues mehr, Roger Waters war in den letzten Jahre allerdings (auch mit vielen älteren Pink Floyd Stücken) wieder Solo auf großer USA- und Europa-Tournee. Im Jahr 2000 veröffentlichte Pink Floyd erstmals den kompletten Mitschnitt eines der "Original - The Wall - Konzerte" aus London von 1980 digital remastert unter dem Namen "is there anybody out there?".


Ein Hit und was noch?

Nach diesem Ausflug in die Bandgeschichte, welcher aber meiner Meinung nach, durchaus zum besseren Verstehen des Albums wichtig ist, möchte ich nun wieder auf das Album "The Wall" zurückkommen. Viele von euch werden (falls überhaupt) nur eine Handvoll einzelner Titel von diesem Album kennen. Einer der größten Hits 1980 war "another brick in the wall part2" mit dem Kinderchor und dem Schlachtruf einer ganzen Schülergeneration "We don't need no education, We dont need no thought control…. Hey! Teachers! Leave them kids alone!". Doch diese Single-Hit war mehr ein Zufallsprodukt, denn eigentlich war "The Wall" zu einem großen Teil radiountauglich, als auch geradezu ungeeignet, um daraus eine Hitsingle auszukoppeln.

Ein weiterer Meilenstein für Pink Floyd war das Stück "comfortably numb", dessen fantastisches Gitarrensolo vor ein paar Jahren von einer internationalen Jury zum "drittbesten Gitarrensolo aller Zeiten" gewählt wurde. Dieser Song ist auch mein absolutes Lieblingslied, nicht nur von "The Wall", sondern sozusagen "alltime" ;-). Manche mögen auch noch "mother", "hey you" oder "run like hell" kennen, aber das war's dann auch schon. Diese Stücke werden auch heute noch ab und an live gespielt, sei es von Waters Soli, oder auch gecovert. Dieses Album lebt aber nicht von einer Aneinanderreihung von Hits, sondern durch den roten Faden, der sich von vorn bis hinten durch das gesamte Werk zieht. Im Verlauf der Titel wird eine Handlung gespielt und ein dramatischer Bogen bis zum Finale beschrieben. Die Titel gehen zumeist ineinander über, sind entweder durch Zwischenspiele oder Geräusche miteinander verbunden. Berühmt geworden sind dabei z.B. der Sturzkampfbomberangriff nach "in the flesh" oder der Hubschrauberüberflug nach "another brick in the wall part1", sowie das wundervoll zärtliche Konzertgitarren-Intro bei "is there anybody out there?"


Hintergründe und Inhalt

Der Stoff zu "The Wall" ist wie gesagt eher ein Filmstoff, und langsam gewachsen, einer der ersten Auslöser war die Tour von 1977. Aufgrund des Erfolges der Band, spielten sie inzwischen in großen Stadien und die Fans grölten und soffen derart, dass Waters den Eindruck hatte, eine imaginäre Mauer würde zwischen der Band und den Fans stehen. Es war, als wenn sich die Band immer mehr vom Publikum entfremden würde. Inhaltlich ist das Werk ein Blick in die Psyche eines Musiker, genannt "Pink", welcher sich nach trostloser Kindheit, Problemen in der Pubertät und anderen einschneidenden Erlebnissen, in sich selbst zurückzieht. Teilweise ist diese Biographie auch der von Roger Waters ähnlich.

Pink fühlt sich ausgebrannt von den ewigen Tourneen, dem Erfolgsdruck und den Drogen. Er denkt über sein Leben und den Sinn des Ganzen nach. Dabei gibt es Rückblenden auf sein bisheriges Leben und den Tod des Vaters. Die übertriebene Fürsorge seiner Mutter wird genauso thematisiert, wie seine Probleme in der Schule, all das sind Steine in der Mauer, welche um ihn herum wächst und ihn vom realen Leben auszuschließen droht. In sich versunken und den eigenen Gedanken nachhängend, steigt Aggressivität in ihm auf und er verwüstet seine Wohnung und die darin stehenden Möbel. Ein Arzt soll ihn wieder fit spritzen, damit die Show weitergehen kann. Er spürt wie er die Publikumsmassen manipulieren kann, verglichen hier mit einer Großveranstaltung der Nazis. Er sieht sich als großen Diktator auf dem Podium stehen und erschreckt vor seiner eigenen Macht. Zum Schluss spielt sich in seinem Inneren eine Art Gerichtsverhandlung ab und er wird verurteilt, die ihn umgebende Mauer niederzureißen und sich wieder seinem "normalen" Leben und den alltäglichen Problemen zu widmen.


Die einzelnen Titel

Wie schon gesagt, ist "The Wall" ein Doppelalbum, und zwar sowohl in der LP- als auch in der CD-Version. Die Reihenfolge der Titel auf dem Originalalbum von 1979/1980 inklusive der deutschen Übersetzung (in Klammern) war folgendermaßen:

Erste LP / CD:

in the flesh ?(Leibhaftig ?)
the thin ice (Dünnes Eis)
another brick in the wall part1 (Ein weiterer Stein in der Mauer)
the happiest days of your life (Die schönsten Tage des Lebens)
another brick in the wall part2 (Ein weiterer Stein in der Mauer)
mother (Mutter)
good by blue sky (Auf wiedersehen, blauer Himmel)
empty space (Zwischenräume)
young lust (Junge Lust)
one of my turns (Einer meiner Anfälle)
dont leave me now (Verlass mich jetzt nicht)
another brick in the wall part3 (Ein weiterer Stein in der Mauer)
good by cruel world (Auf Wiedersehen, grausame Welt)

Zweite LP / CD:

hey you (Hey du)
is there anybody out there? (Ist da draußen irgend jemand?)
nobody home (Niemand zu hause)
Vera (Vera)
bring the boys back home (Bringt die Jungs wieder heim)
comfortably numb (Angenehm betäubt)
the show must go on (Die Show muss weitergehen)
in the flesh (Leibhaftig)
run like hell (Renn wie der Teufel)
waiting for the worms (Warte auf die Würmer)
stop (Stop)
the trial (Die Gerichtsverhandlung)
outside the wall (Auf der anderen Seite der Mauer)

Die erste LP / CD hat eine Spieldauer von knapp 40 Minuten und die 2. LP/CD läuft knapp 42 Minuten.


Wie ich zu "The Wall" kam

Auf Grund irgendeines Zufalls hatte meine Mutter Anfang 1981 die Möglichkeit, sich das Album von einem Kollegen ausborgen zu können. Ich war knapp 17 Jahre alt und kannte lediglich den Song "another brick in the wall part2" aus dem Radio. Ansonsten war Pink Floyd für mich eine bis dato unbekannte Band. Ahnungslos, was auf mich zukommen würde setzte ich mich auf meine Couch und stülpte mir die Kopfhörer über. Was meine Ohren zu hören und um was sich meine Gedanken beim hören alles rankten, lässt sich auch heute noch kaum in Worte fassen. Doch "hört" (lest) selbst, wie es mir erging.


Die Faszination nimmt ihren Lauf

Der erste Song "in the flesh?" ist gleich ein furioser Auftakt, bei dem intonierten Bombenangriff am Ende des Titels, rutschte mir das Herz das erste mal in die Hose. Das anschließend zärtlich gesungene "the thin ice" war schon der krasse Gegensatz zum ersten Titel, und ein kalter Schauer überflog mich. Dieser leicht irre klingende Tonfall in der Stimme von Roger Waters, so was hatte ich noch nicht gehört, mittendrin dann wieder harte Gitarrenriffs von David Gilmour. Ein treibender aber trotzdem dezenter Bass kam dann bei "another brick in the wall part1" zum Einsatz, im Zusammenspiel mit Waters Stimme (von gehaucht bis geschrieen) ein einmaliges Stück. Ein vorbeifliegender Hubschrauber leitet den Song "the happiest days of your life" ein. Wieder ein, diesmal aber mit einem härteren Bass, mehr Rhythmus, mehr Power. Zwischendrin lacht jemand dreckig und auf einen Schlag geht es in die Hymne "another brick in the wall part2" über. Der Kinderchor ist ja ein Kultrefrain einer ganzen Generation geworden. Mit "mother" folgt danach eine herzergreifende Ballade:

Mutter, glaubst du, dass sie die Bombe werfen werden?
Mutter, glaubst du, dass ihnen das Lied gefallen wird?
Mutter, soll ich eine Mauer bauen?
Mutter, soll ich der Regierung trauen?
Mutter, werden sie versuchen, mich in die Schusslinie zu stellen?
Mutter, ......

Die Mutter beruhigt das Kind, und erdrückt es trotzdem mit Ihrer Liebe. Noch düsterer wird es mit "good by blue sky". Das Kind wird erwachsen, "empty spaces" überbrückt kraftvoll die Zeit zu dem pubertären Aufschrei "young lust":

......Oooh Baby, mach mich frei
Oooh, ich will eine geile Frau
Oooh, ich will ein verdorbenes Mädchen.....

Gesungen wurde dieses Stück wieder von David Gilmour, der mehr eine Rock'n Roll Stimme hat als Waters. Mit "one of my turns" erreicht die Verzweiflung einen nächsten Höhepunkt, bis hin zu dem oben bereits erwähnten Anfall von Zerstörungswut am Schluss von "dont leave me now". Mit "another brick in the wall part3" wird das musikalische Thema der ersten beiden Teile ein weiteres mal, nur noch etwas rockiger aufgegriffen. Spätestens jedoch bei dem "Selbstmördersong": "good by cruel world" war ich völlig in diese bizarre Musikwelt eingetaucht und merkte erst etwa eine Minute nach Schluss des Liedes, dass die Platte zu Ende war.


Völlig benebelt wird die 2. Platte aufgelegt

Mit Beginn der 2. LP wurde zunächst wieder ein Stückchen Hoffnung eingestreut. "hey you" ist ein Aufruf, den Kopf nicht hängen zu lassen:

Hey du! Draußen in der Kälte
Wirst du einsam und alt, kannst du mich fühlen?.....
Hey du! Hilf ihnen nicht das Licht zu begraben
Gib nicht nach ohne Kampf.....

Ein melodischer Höhepunkte folgt nach dem kurzen "is there anybody out there?" mit einem der schönsten Akustikgitarren Zwischenspiele, was ich kenne. Dies geht in ein melodisches Klavierstück über mit einem poetischen Text unterlegt "nobody home" welcher zum Schluss hin allerdings ein weiteres mal in Verzweiflung mündet:

Ich habe ein kleines schwarzes Buch mit meinen Gedichten drin
Ich habe einen Beutel mit einer Zahnbürste und einem Kamm drin
Wenn ich ein guter Hund bin, werfen sie mir manchmal einen Knochen hin.....

Zwei der eigenartigsten Stücke folgen mit "Vera" (Vera Lynn ist eine britische Schlagersängerin des 2. Weltkrieges) und dem kurzen Verzweiflungsschrei: "bring the boys back home". Danach kommt eines der absoluten musikalischen Highlights, das vorhin bereits angesprochene "comfortably numb". Dazu kann man nur sagen, hört euch den Titel laut und mit Kopfhörern an, auch ein Laie oder jemand, der Pink Floyd nicht so mag, wird von dieser Gitarre begeistert sein. Sinngemäß bedeutet "comfortably numb" so viel wie "angenehm betäubt", und genau das ist man nach diesem Gitarrensolo auch ohne jegliche Drogen. Ich habe dieses Solo schon sooooo oft gehört um meine inneren Batterien aufzutanken und bisher hat es immer geklappt ;-).

Auf der letzten LP Seite eskaliert dann das Geschehen. Zuerst wird noch einmal "the show must go on" beschworen. Doch "Pink" ist inzwischen aufgrund seines "sich ausgeschlossen Fühlens" in einer Art surrealen Welt, sieht sich als großer Massenmanipulator. Die restlichen Titel laufen fast wie in einem Theaterstück ab, mit gesungenen Dialogen "In the flesh":

…..sind heute Abend Schwule in diesem Theater?
Stellt sie an die Wand!
Da ist einer im Scheinwerferlicht
Der gefällt mir nicht
Stellt ihn an die Wand!
Dieser sieht jüdisch aus und jener ein Nigger
Wer hat das ganze Gesindel in den Raum gelassen.....

Mit "Run like hell" folgt einer der Songs, mit dem meisten Drive. Die Gitarre Gilmours fegt fast alles weg. Auch auf den späteren Konzerten von Pink Floyd, einer der absoluten Ohrwürmer (meist in den Zugaben). Gleich darauf aber mit "waiting for the worms" wieder ein Stilbruch, sowohl textlich als auch musikalisch verdüstert sich das Bild zusehends und warnt vor dem Abgleiten in die Diktatur und dem blinden Gehorsam. Bezeichnend ist schon, dass der Song mit "1, 2, 3 " in deutsch eingezählt wird. In "Stop" wird ihm erst bewusst, dass es so nicht weitergehen kann:

Stop, ich will nach hause gehen
Diese Uniform ausziehen.....

Doch nun kommt es zu einer Gerichtsverhandlung "the trial", in welcher dargestellt wird, dass unter den gegebenen gesellschaftlichen Umständen nichts "Vernünftiges" aus ihm werden konnte. Der Richter erkennt, dass der Angeklagte um sich herum eine Mauer aus Einsamkeit errichtet hat und verurteilt ihn zum Einreißen der Mauer. Nach dem Einsturz der Mauer (auch auf der Bühne bei den Liveshows) spielt sich eine leise Melodie allmählich in den Vordergrund, das wahre Leben symbolisierend. Der Text endet mit:

.....Insgesamt ist es nicht leicht, dein Herz gegen die Mauer einiger verrückter Arschlöcher zu schlagen.


Nach dem Verklingen des letzten Tones bleibt beim Zuhörer vorerst einmal Betroffenheit und Nachdenklichkeit. Man ist einfach nicht in der Lage, sich sofort den Kopfhörer von den Ohren zu reißen.....   
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Bewertung für The Wall - Pink Floyd von assinger

Pro: Das Meisterwerk schlechthin
Kontra: Nichts

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19.12.2000
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Kontra: ---

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Pro: Songs, Klang, Bonus CD
Kontra: Verpackung

...PINK FLOYD THE WALL Experience Edition Die Bewertung bezieht sich auf die neue 3 CD Experience Edition von Pink Floyds Meisterwerk "The Wall". Neben remasterten Studioalbum auf zwei CDs liegt noch eine CD mit bisher unveröffentlichten Demoversionen bei. Das Album gehört schon seit Jahren zu meinen absoluten Lieblingen und es wird einfach nicht langweilig; ganz im Gegenteil: Es wächst und wächst nur noch weiter, je öfter man es hört und je mehr man sich damit befasst. Selten hat man die Möglichkeit, so tief in ein Album einzutauchen und sich darin zu verlieren. Die teilweise autobiographische Story von Pink Floyds (damaligem) Hauptsongwriter Roger Waters über den (mehr oder weniger) an seinem Ruhm gescheiterten Rockstar Pink ist (wenn man einmal hinter Konzept gestiegen ist) fesselnd und beängstigend und im Endeffekt ist es... Bericht lesen

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01.01.1970
Pink Floyd The Wall Live 1980/81: There's a Lot in There
Bewertung für Is There Anybody out There?Ltd... - Pink Floyd von  Blurred

Pro: Songs, Konzept, Feeling, Qualität, Buch
Kontra: rein garnichts

...Pink Floyd: Is There Anybody Out There? The Wall Live Limited Edition Pink Floyds ?The Wall? war schon immer ein Projekt von gigantischem Ausmaß. Von Anfang an war laut Songwriter Roger Waters nicht nur das Album geplant, sondern auch der Film und die gigantische Bühnenshow. Durch die Wiederaufführung durch Roger Waters wird ?The Wall? noch einmal in ganz andere Dimensionen gehoben; durch ein Livespektakel, das bisher noch nicht dagewesen ist. Auch die original Shows von 1980/81 waren ein großes Unternehmen. So groß, dass es nur in vier Städten insgesamt 29 mal aufgeführt werden konnte. Videoaufnahmen von den Konzerten existieren, sind aber (bis auf einen Schnipsel in der aktuellen Immersion Box der Wiederveröffentlichung der Albums) nie offiziell veröffentlicht worden. Eine wahre Schande! Und so muss man auf teils grottige... Bericht lesen

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01.01.1970
THE WALL LIVE
Bewertung für Is There Anybody out There? the Wall - Pink Floyd von  rolse

Pro: super Musik
Kontra: ? vielleicht der Preis

...Das wohl beste Livealbum des Jahres 2000 kam von Pink Floyd! Obwohl die Aufnahmen zu diesem gigantischem Werk bereits 2 Jahrzehnte zurückliegen haben sie nichts von ihrer Faszination verloren. Dank moderner Technik ist ein perfekt abgewischtes Album entstanden. Mein Tipp: Kopfhörer aufsetzen, Augen schließen – und schon steckt man mittendrin, 20 Jahre zurückversetzt im einem Konzert der Superlative. Wem es nicht vergönnt war, (wie den meisten von uns) Pink Floyd live zu erleben hat nun die Möglichkeit bei Songs wie „HEY YOU“, „IS THERE ANYBODY OUT THERE?“, „ANOTHER BRICK IN THE WALL“ ... dies nachzuholen. The Wall Live wurde weltweit insgesamt nur viermal aufgeführt, einmal davon in Dortmund. Das lag an dem gigantischen Bühnenaufbau, der damals und auch heute noch seines Gleichen sucht. De... Bericht lesen

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01.01.1970


Is There Anybody out There? the Wall - Pink Floyd

Haupteigenschaften

Titel: The Wall

Künstler: Pink Floyd

Komponist: .

Genre: Rock

Schlagworte: Art Rock; Classic Rock & Pop; Soft Rock; Progressive Rock; Psychedelic Rock

Medium: CD

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(Classic Rock & Pop)
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(Psychedelic Rock)
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