Schon mal so lange gelächelt bis es weh' tat ???
07.07.2000
Pro:
Jede Menge Kleinigkeiten, die man erst entdecken muß
Kontra:
Sehr gewöhnungsbedürftig und etwas lang zum an einem - Stück - Hören
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
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 13thJoerg
Über sich:
Schöne Grüße aus London ! Denn London, das ist bis Ende Juli 2001 mein neues zu Hause. Hier habe ich...
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 23 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Es ist auch schon wieder drei Monate her, das ich mir von 'The time is now' und 'Sing it back' beeindruckt, das neue Moloko-Album gekauft habe. Und ich weiß auch noch, das ich beim ersten Hören doch leicht verwirrt war. So ein verspieltes Zeug, teilweise bis an die Grenze der Unhörbarkeit getrieben. Kein Song wie der andere, immer wieder monotone Klänge, über die ständig wechselnde Gesangsspuren gelegt sind. Eigentlich haben die Stücke der CD nur eins gemein, eben das keiner wie der andere ist. Nur gut also, das ich nicht schon damals meine Meinung geschrieben habe, denn sie wäre nicht gerechtfertigt gewesen. (vermutlich hätte ich 'nur' 4 Sterne gegeben) Jetzt, nachdem ich 'Things to make and do' schon mindestens zwanzig mal gehört habe, da wirkt die Scheibe plötzlich. Man hört nicht mehr ein wildes Durcheinander, sondern pure Spielfreude. Songs, die eine ungeheure Intensität ausstrahlen, alles hat einen optimistischen Klang und wirkt ausgesprochen munter. Ja munter, so richtig zum Bewegen, Tanzen oder nebenbei Hausarbeiten machen. Und das ist keineswegs abwertend gemeint, schließlich heißt die Platte ja auch 'Things to make and do' und bei dieser musikalischen Untermalung, tun sich die Dinge fast von selbst.
Los geht's gleich mit zwei richtigen Muntermachern, 'Pure Pleasure Seeker' bei dem sich Sängerin Roisin Murphy gleich richtig hineinsteigert und uns rät "...Give it a try, don't be shy. Well you know you might like it..." und dann nach fast 7 Minuten 'Absent Minded Friends', ein ebenso munteres, aber merklich nervöseres Stück, das richtig Spaß macht. Danach folgen, das auch nach dem zwanzigsten Hören noch seltsamste Stück 'Indigo' und mit 'Being is Bewildering' einer der ruhigeren melodiöseren Songs, bevor mit 'Remain the same', der vielleicht härteste Song, den man sich von Moloko vorstellen könnte, kommt. Der Refrain "Change my name I remain the same", könnte mit einer etwas handfesteren Instrumentierung und von James Hetfield gesungen, glatt als Metallica durchgehen. Allerdings müßte dann der Text wohl anders lauten. So in etwa "Try to change my name and you will be unforgiven too"... Ja und nach zwei weiteren abwechslungsreichen Nummern, kommt dann der unbestrittene Höhepunkt. 'The time is now', die aktuelle Single, über jeden Zweifel erhaben, ein Song der einen dazu bewegen kann alles zu tun, der einem unvermittelt ein verzerrtes Lächeln auf's Gesicht zaubert. Und nachdem er vorbei ist, hat man plötzlich das Gefühl, daß das Album jetzt hätte aufhören können. Nicht nur weil der Moment so perfekt ist, sondern weil Moloko halt keine Musik macht, die man sich eine Stunde am Stück anhört. Irgendwann braucht man eine Pause. Und so höre ich meistens entweder bis 'The time is now' oder von eben jenem bis zum Schluß.
Denn auch nach dem Höhepunkt, geht es munter weiter. Es folgen unter anderem das interessante 'Mother' und das aufmüpfige 'If you have a cross to bear you may as well use it as a crutch'. Und mit 'Somebody Somewhere' gibt es dann auch plötzlich ein Duett. Sehr charmant, locker und fröhlich. Und dann nach einer kurzen Unterbrechung setzt plötzlich ein unnachgiebiger Bass ein, der in das achtmütige 'Sing it back' übergeht. Und das 'Sing it back' nicht grundlos einer der Dance-Hits '99 war, merkt man wenn es einen nicht mehr im Sessel hält.
Doch auch in den Texten verbirgt sich nicht nur verspieltes, unsinniges Gebrabbel, wie man angsichts von Zeilen wie "Dumb, dumbing it down. Take a look around. You and me are free to be the dumbest in town..." [Dumb Inc.] vermuten könnte. Noch im selben Song heißt es dann "...But life for me is never dull. To fulfil. You have to fill full..." und später "...Proud fool. You're just to cool for school..." Wen das nicht überzeugt, der kann sich ja an so köstlichen Zeilen wie "If you have a cross to bear. I think it's fair. If you use it as a crutch." oder "Have you ever smiled for too long ? Till you're aching..." erfreuen. Und mit 'Somebody Somewhere' ist da dann auch noch ein köstlich philosophisches Duett, darüber ob aus einer Beziehung mehr werden könnte.
Was bleibt ist SPASS !!! Eine abwechslungsreiche CD, voller Spielfreude, bei der man immer wieder interessante Kleinigkeiten heraushören kann. Und auch wenn nicht jeder Song so überzeugt, wie 'The time is now', so ist es doch eine tolle Sache, das eben ein solch herausragendes Stück auch eine Band wie Moloko (die vorher kaum bekannt waren) für mehrere Wochen in den deutschen Top 30 (Alben) hält und man gerade deshalb auch mal auf so abwechslungsreiche Musik wie den Rest des Albums stößt.
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26.02.2003 16:16
GENAU! Eines der besten Alben der letzten Jahre.
28.05.2001 20:49
hi! WOW, das nenn ich einen extrem ausfuehrlichen bericht. dankeschoen fuer die umfassenden informationen, auch wenn mir der bericht schon fast wieder zu lang war ;o) ich werd mir die scheibe auf jeden fall besorgen. gruss joolz