Thirteen - Rage

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So, die Rage-Wochen gehen weiter... Jetzt ist das Album XIII aus dem Jahre 1998 an der Reihe. Die Bandbiografie habe ich bereits in der Besprechung zu „Unity“ gebracht, wer sich nicht dafür interessiert oder schon gelesen hat, kann den Teil ja überspringen. Auf „XIII“ boten Rage übrigens den ... Bericht lesen





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Thirteen +2 - Rage
Ausgabedatum: 2002-09-16, Audio CD, Jvc
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1-6 von 9 Erfahrungsberichten    
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Paint it black, yeah!
Erfahrungsbericht von hausfeld über Thirteen - Rage
01.12.2002


Produktbewertung des Autors:   

Cover-Design: gut 
Klangqualität: ausgezeichnet 
Langzeithörspaß: wird nie langweilig 

Pro: Klassik und Metal als Team
Kontra: -

Empfehlenswert? ja 

Kompletter Erfahrungsbericht

So, die Rage-Wochen gehen weiter... Jetzt ist das Album XIII aus dem Jahre 1998 an der Reihe. Die Bandbiografie habe ich bereits in der Besprechung zu „Unity“ gebracht, wer sich nicht dafür interessiert oder schon gelesen hat, kann den Teil ja überspringen. Auf „XIII“ boten Rage übrigens den größten Klassikanteil ihrer „regulären“ Alben (also die EP Lingua Mortis ausgenommen, die war noch stärker auf die Klassik fokussiert). Insgesamt ist der Stil der Band auf XIII so melodiös wie nie zuvor; was insbesondere daran liegt, dass Sänger Peavy nicht schreit, sondern wirklich singt. Wer also nur bedingt auf Metal steht, der kann mit Lingua Mortis oder eben XIII noch am ehesten den Erstkontakt mit den Herner Helden aufnehmen.

So, hier gibt’s jetzt die Bio- und Diskografie (wenn ich die Sachen bei den nächsten CD-Besprechungen weglassen soll [ja, Söör, ich mache meine Drohung wirklich wahr! ;-)], dann hinterlasst einfach einen entsprechenden Kommentar, ok?).

-----

Die Ursprünge von Rage gehen bis Anfang der Achtziger Jahre zurück, als sich Peter „Peavy“ Wagner mit der Undergroundkapelle „Avenger“ (EP: Depraved in black) erste Sporen verdiente. Nach den üblichen Stellungswechseln, äh, Besetzungswechseln und „musikalischen Differenzen“ (die Freundin war wichtiger) scharte Bassist und Sänger Wagner drei Kumpels (unter anderem Überdrummer Jörg Michael, der später Running wild oder Stratovarius den richtigen Kick besorgte) zunächst weiterhin als „Avenger“ (LP: Prayers of steel), später dann unter dem Banner „Rage“ um sich.

Nach den Releases von „Reign of fear“ und „Execution guaranteed“ - zwei relativ entbehrliche rohe Metalscheiben, die allerdings einen gewissen naiven Charme besitzen - wurde kräftig im Team rotiert; die beiden Gitarristen und der Trommler durften sich neue Mannschaften suchen, stattdessen wurden der Grieche Chris Efthimiades als Drummer und Gitarrist Manni Schmidt eingewechselt - fortan mischte Rage als Trio die deutsche Metallandschaft auf.

In den folgenden Jahren bauten die Jungs mit konstanten Veröffentlichungen und Tourneen (unter anderem im Vorprogramm von Running wild, Motörhead oder Saxon) ihren Status in der Szene weiter aus - nicht spektakulär, aber immer solide, und auch in schlechten Zeiten die Fahne des Metals hochhaltend. Mitte der Neunziger steigt Gitarrist Schmidt - der harten Musik müde - aus, und Peavy stockt die Gitarristenfront wieder auf; mit Spiros Efthimiadis und Sven Fischer (Ex-Pyracanda) wächst man wieder zum Quartett.

Großes Aufsehen erregt die Band durch ihre Zusammenarbeit mit dem Prager Sinfonieorchester („Lingua Mortis“) und nachfolgenden Alben, die ebenfalls deutliche Klassikeinflüsse bieten: Lange vor Metallica und den Scorpions (allerdings auch lange nach Deep Purple) beweisen Rage, dass Metal und Klassik gut miteinander funktionieren. Auch auf der Bühne wird das Konzept überzeugend umgesetzt.

Nach Aufnahme der CD „Ghosts“ 1999 kommt es zum großen Split innerhalb der Band, Peavy steht plötzlich als Einzelkämpfer da, nachdem Spiros, Chris und Sven (und Pianist und Arrangeur Christian Wolff) die Band verlassen, um sich fortan poppigeren Tönen zuzuwenden und so zu tun, als habe man nie wirklich Metal gemocht. Mit den Neuankömmlingen Mike Terrana (US-Amerikaner, ein wahres Tier an den Drums) und Victor Smolski (ein begnadeter Gitarrist und Multi-Instrumentalist aus Weißrussland) wird noch ein bisschen an „Ghosts“ rumgeschraubt, allerdings wird erst „Welcome to the other side“ zur ersten gemeinsamen Scheibe des internationalen Trios. Mit „Straight to hell“ landen die Jungs sogar auf dem Soundtrack zur Bully-Klamotte „Der Schuh des Manitu“. 2002 erscheint mit Unity ein weiteres Studioalbum. Wen’s interessiert: Die Diskografie der Band (enthält nur in Deutschland erschiene Studio-Alben, wer Japan-EPs, obskure Best-Of’s oder maltekische Singles vermisst, darf gerne einen Kommentar schreiben und nur mit hilfreich werten ):
  • Reign of fear (1986)
  • Execution guaranteed (1987)
  • Perfect Man (1988)
  • Secrets in a weird world (1989)
  • Reflections of a shadow (1990)
  • Trapped! (1992)
  • The missing link (1993)
  • X - Ten years in Rage (1994)
  • Black in mind (1995)
  • Lingua Mortis (1996)
  • End of all days (1996)
  • XIII (1998)
  • Ghosts (1999)
  • Welcome to the other side (2001)
  • Unity (2002)

-----So, das war der Statistikblock, jetzt kommen wir zu den einzelnen XIII-Tracks:

1. Overture
=========
Mit leisen Klavierklängen und leisen Fagott- und Violinentönen geht es los - betont klassisch, bis nach gut einer Minute die Band einsteigt und die ersten Stromgitarren, Drums und Bassläufe auf die Hörerschaft loslässt. Das Intro geht nahtlos über in...

2. From the cradle to the grave
======================
Ein stampfender Rhythmus, heftige Celloeinsätze, schön fette Gitarren - schon nach wenigen Sekunden wird klar, dass bei „XIII“ nicht Metal gegen Klassik spielt, sondern gemeinsam eine funktionierende Symbiose eingehen. Sehr gelungen ist auch die wechselnde „Lautstärke“ und Intensität zwischen Strophe und Refrain: In der Strophe dominieren die klassischen Instrumente, und es geht sehr ruhig zu; in der Bridge und der Strophe sind vor allem die heftig bratenden Gitarren und der sehr melodisch und warm klingende Gesang von Peavy im Vordergrund. Was für ein Einstieg! 93/100 Punkte

3. Days of December
===============
Ein typischer Rage-Rocker mit einem feinen melodiösen Mitsingrefrain. Wer das Ganze negativ ausdrücken wollte, würde sagen, konventionell, oder, noch schlimmer, althergebracht. Doch halt: Während die Strophen in der Tat konventionell gehalten sind, wird mit einem Stopp vor der Bridge das Tempo kurz rausgenommen, die klassischen Instrumente nach vorne gestellt - um dann wieder voll elektrisch in den Refrain einzusteigen. Sehr gut: Es wird nicht krampfhaft versucht, klassische Elemente in den Vordergrund zu stellen, sondern lediglich akzentuiert genau da eingebaut, wo es auch Sinn macht. 91/100 Punkte

4. Sign of heaven
============
Was nun folgt, ist eine Trilogie mit den Songs „Sign of heaven“, Incomplete“ und ,,Turn the page“, die inhaltlich wohl zusammen gehören. Der erste Tracks dieses Trio ist ein recht konventioneller Rocker, schlicht und ergreifend: just metal! Die klassischen Instrumente halten sich dezent zurück, was zeigt, dass Rage nicht krampfhaft und überall versuchen, ’ne Geige einzubauen... 85/100 Punkte

5. Incomplete
==========
Auch wenn das Eingangsriff ultraheavy daher kommt, entwickelt sich keinesfalls ein reinrassiger Metalsong, sondern eine wunderschöne Ballade, die in Sachen Melancholie Standards setzt. Im Refrain packen die Gitarristen zwar wieder heftiger Riffs raus, doch in den Strophen dominieren Piano, Akustikgitarren und Peavy sanfte Stimme, die zudem eine wunderschöne Melodie beschreibt. Am Ende des Songs (86/100 Punkte) wandern Fagott, Piano, Streicher & Co. in den Vordergrund, um schon mal die Hauptmelodie des folgenden Songs zu intonieren, der...

6. Turn the page
============
heißt. Diese Melodie wird jedoch nicht sofort von den Gitarren aufgegriffen - so was wäre ja mal naheliegend - sondern es wird ein heftiger Gitarrenschraddelpart runtergeholzt. Allerdings dauert dieser nur knapp eine Minute, dann hat Peavys Stimme bereits den Refrain erreicht, und die in „Incomplete“ angedeutete Melodie wird auch per Vocals gezwitschert. Ein absoluter Ohrwurm! Wieder einmal ein straighter Rage-Rocker, bei dem die stimmlichen Verbesserungen von Peavy wieder einmal überdeutlich werden: Wo früher nur gekreischt und geschrieen wurde, wird jetzt wirklich gesunden; seine Stimme klingt sanfter, melodiöser - well done, Herr Wagner! 92/100 Punkte

7. Heartblood
==========
Der wohl heftigste Song des Albums. Am Anfang pumpt und wummert der Bass, Peavys Vocals klingen ungleich aggressiver als noch beim vorher gehenden Track; im Mittelpunkt des Songs stehen allerdings die Annihilator-kompatiblen Bratgitarren. Allerdings: Damit es nicht eintönig wird, hat die Band die Strophen im genauen Gegenteil gehalten: ruhig und mit Pianotönen bestückt. Dennoch bleiben am Ende die heftigen Parts mehr im Gedächtnis hängen. 80/100 Punkte

8. Over and over
============
Von Beginn an wird hier ein hohes Tempo vorgelegt, wobei viel Wert auf die Eingängigkeit gelegt wurde: Simpel gestrickt, tempogeladen und straight. Die stakkatorartigen Streichereinsätze im Refrain verleihen dem Song eine gewisse dramatische Note - und zum anderen das gewisse Etwas. 83/100 Punkte

9. In vain (I won’t go down)
====================
Was für eine Ballade! Die Plattenfirma erkannte - das ist schon mal ungewöhnlich - das kommerzielle Potenzial dieses Tracks und koppelte ihn in drei verschiedenen Versionen als Maxi-CD aus. Natürlich wurde der Song KEIN Mega-Hit (wie sollte es anders sein) - warum, wird man rational nicht erklären können. Denn die Band hat eigentlich alles richtig gemacht: Langsames Tempo, große Melodien, viel Melancholie, viele ruhige Parts - und dabei das Ganze nicht mit Geigen & Co. überfrachtet, zugekleistert und zugekitscht. Nein, auch hier haben Rage das richtige Maß gefunden, die Streicher und das Piano dezent im Hintergrund zu lassen. Erst im Song-Outro beanspruchen Fagott, Piano und Geigen etwas mehr Platz für sich. 98/100 Punkte

10. Immortal sin
============
Mit spacig klingenden Gitarren und einer leicht verfremdeten Stimme von Wagner geht’s los - klingt schon mal sehr interessant. Konventionell ist zumindest etwas anderes. Während es in den Strophenparts noch betont ruhig zugeht, entwickelt sich „Immortal Sin“ in der Bridge und im Refrain zu einem dynamisch-kraftvollen Ohrwurm allererster Kajüte! Die Stelle im Refrain, in der die Streicher dramatisch im Hintergrund agieren - Wahnsinn! Das ist vielleicht die einzige Stelle, in der man die Streicher weiter nach vorne hätte mischen müssen. Aber, wir wollen nicht mäkeln - das hier ist definitiv einer der genialsten Songs dieser Scheibe! 97/100 Punkte

11. Paint it, black
==============
Ich bin ehrlich - ich kenne das Original von den Rolling Stones nur beiläufig. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass diese Version mit der ursprünglichen Sache nur noch rudimentär etwas gemeinsam hat. Aus einem „normalen“ (Stones-Fans mögen mir verzeihen!) Rocksong haben Rage einen epochalen Metal-meets-Classic-Klassiker gemacht - sozusagen eine Blaupause für diesen Stil. Die Strophen werden von den Streichern beherrscht, im Refrain folgt dann ein erstklassiger Headbang-Part - Paint it black, yeah! 98/100 Punkte

12. Just alone
===========
Klar: Nach drei solchen Überfliegern müsste die Scheibe eigentlich hier zu Ende sein, weil: besser kann’s nicht mehr werden. Leider haben Rage hier einen ihrer rar gesäten Fehler begangen und „Just alone“ nicht vor „In vain“ gepackt... Nun denn, zum Song: Zum Beginn tönt ein Didgeridoo aus dem australischen Busch, es folgt ein fast zwei Minuten langer ruhiger Part, ehe der Song doch noch die Kurve zu einem Metalsong bekommt. Was aber trotz der gesteigerten Härte auffällt: Die warme Stimme Peavys. 82/100 Punkte

13. XIII
=====
Hm, das sollte wohl ein Gag sein? Die Scheibe heißt XIII, da macht es ja auch Sinn, wenn man XIII Songs am Start hat. Das kreative Potenzial schien allerdings schon bei Track XI erschöpft zu sein; mit einer Coverversion konnte man sich noch einmal retten, doch bei Lied XIII war’s dann endgültig vorbei: Um den Schein zu wahren, presste man noch einige Sekunden Stille auf die Scheibe. Na ja - entweder hätte man darauf verzichten oder ein weiteres Lied auf die CD bringen sollen.

Fazit: Wer es nicht glauben will: Metal und Klassik funktionieren – und zwar miteinander, und nicht gegeneinander (wie im Falle einer allseits bekannten Ex-Metal-Band aus San Fransisco...). Sicherlich werden hier weder Britney-Spears-Fans noch Black-Metal-Fetischischten auf ihre Kosten kommen, aber jeder, der auf kernigen Heavy Metal mit Nicht-Eunuchen-Vocals und gediegenen Melodien steht, sollte hier mal ein Ohr riskieren! Rage on!

   

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13.07.2000
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25.12.1999
Genial !!
Bewertung für Thirteen - Rage von SchelliOAC

Pro:
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Für mich ist es das bisher stärkste Album des Jahres - und mit Sicherheit das ambitionierteste Werk einer Band, deren Karriere an Highlights ohnehin nicht gerade arm ist. RAGE haben es geschafft, ihren ureigenen, unverwechselbaren Stil mit kl ... Bericht lesen

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05.05.2000

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