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Auch die Musikerkollegen, die Dolly Parton sich für die Mitwirkung an „Those were the days“ eingeladen hat, sind illuster. Unter anderem gibt sich Norah Jones die Ehre, mit Alison Krauss und Dan Tyminski haben außerdem zwei ganz Große aus der Bluegrass-Szene den Weg ins Studio gefunden. Was ... Bericht lesen
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Erfahrungsbericht von Spassprediger über Those Were the Days - Dolly Parton 23.12.2010
Produktbewertung des Autors:
Cover-Design:
annehmbar
Klangqualität:
gut
Langzeithörspaß:
wird nicht schnell langweilig
Pro:
Bluegrass für aufgeschlossene Hörer
Kontra:
nichts Wesentliches
Empfehlenswert?
ja
Kompletter Erfahrungsbericht
Es ist nicht leicht, sich über Dolly lustig zu machen – das erledigt die platinblonde Country-Ikone nämlich selbst, und auch dabei macht sie seit Jahr und Tag eine ziemlich gute Figur.
„Sie ahnen ja nicht“, pflegte die kregele Sängerin ihrem Publikum schon in den 70er Jahren von der Bühne herab zuzurufen, „wie viel Geld es mich kostet, so billig auszusehen!“ Wer so spricht, versteht sich selbst auf die Schippe zu nehmen. Und Jahrzehnte, bevor Scherzchen über Hellhaarige plötzlich einen Sommer lang en vogue waren, hatte der fleischgewordene Blondinenwitz Dolly Parton mit „Dumb Blonde“ bereits einen veritablen wie selbstironischen Hit gelandet – einen von vielen im Wirken der Sängerin, das mittlerweile mehrere Jahrzehnte umspannt.
Viele Zeitgenossen, die nichts übrig haben für Country, Western und Bluegrass, kennen mindestens ein Stück von Dolly Parton, finden es oft sogar gut – und wissen dabei nicht einmal, dass „I will always love you“, das Whitney Houston einen ihrer größten Erfolge bescherte, von Dolly Parton ist. Was in diesem Falle übrigens soviel heißt wie: Die Dame hat das nicht nur als erste gesungen, sie hat’s auch selbst komponiert und getextet.
Was für mich wiederum heißt, dass man Dolly wohl genauso gut ins Fach „Singer/Songwriter“ einsortieren darf wie in das mit „Country“. Dolly Parton hat eben wirklich nicht nur eine Seite. Neben dem Country-Star gibt es da außerdem die Schauspielerin Dolly Parton, und neben Country-Songs hat Parton gerade in der jüngeren Vergangenheit immer mal wieder Ausflüge in andere Genres unternommen. Unter anderem ist dabei eine Bluegrass-Version des Led Zeppelin-Klassikers „Stairway to Heaven“ entstanden, die sehr viel hörenswerter, weil origineller ist als manch andere Neueinspielung.
Anlässlich ihres 60. Geburtstags hat Dolly Parton sich vor einiger Zeit wieder auf neues Terrain gewagt. Dabei hat sie sich Songs aus den 60er Jahren vorgeknöpft; und alles, was unter den Gefolgsleuten der sanften Flower Power-Revolution Rang und Namen hatte, ist, zumindest kompositorisch, mit von der Partie; Bob Dylan, Pete Seeger und Cat Stevens sind ebenso mit Songs vertreten wie Janis Joplin (ok, zugegeben: Joplins großer Hit „Me & Bobby McGee“ ist im Original von Kris Kristofferson, kommt damit auch aus der Country-Ecke und ist folglich irgendwo zwischen allen Welten zu Hause).
Auch die Musikerkollegen, die Dolly Parton sich für die Mitwirkung an „Those were the days“ eingeladen hat, sind illuster. Unter anderem gibt sich Norah Jones die Ehre, mit Alison Krauss und Dan Tyminski haben außerdem zwei ganz Große aus der Bluegrass-Szene den Weg ins Studio gefunden. Was sie zusammen eingespielt haben, müsste auch Skeptiker überzeugen: Dolly Partons Tribut an die musikalischen Größen und den Geist der 60er ist durch die Bank hörenswert und präsentiert Dolly Parton in einer jugendlichen Frische, die ich ganz erstaunlich finde. Über die kosmetischen Veränderungen, die die Dame an sich hat vornehmen lassen, kann man denken wie ein Dachdecker – dass die Frau nach wie vor gut bei Stimme ist, müssten selbst ihre Kritiker ihr zugestehen.
Überraschenderweise haben mir gerade „Imagine“ und „Me & Bobby McGee“ ausnehmend gut gefallen – keine Selbstverständlichkeit angesichts der Tatsache, dass ich beide Songs sehr mag und noch lange nicht jede Coverversion davon ohne weiteres gelten lasse.
R e s ü m e e
Dolly Partons Cover-Album mit Songs aus den Sixties ist mir auf Anhieb ins Ohr gegangen und für mich eines der besten seiner Art, seit Bryan Ferry mit „As time goes by“ den Songs der 30er und 40er die Ehre erwiesen hat. Dolly in ihren Sixties ist so hörenswert wie eh und je – und offensichtlich auch auf ihre alten Tage immer noch für eine Überraschung gut.