HARTES THEATER!!!
12.02.2004
Pro:
härter und groovig, keine übertriebenen Soloparts
Kontra:
überhaupt nichts . . .
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
Häufigkeit der Nutzung
Dieser Tonträger ist:
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 maphyou
Über sich:
Freie Zeit < Lust auf Ciao = Sorry [Bitte Geduld haben, irgendwann lese ich schon wieder ^^]
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 106 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
DREAM THEATER. Bei diesem Namen denken die einen an intelligente Komplexität, träumerische Strukturen und endlose Kreativität. Andere haben da eher Gegenteiliges im Kopf: undurchsichtiges Songwriting, unnötig lange Songs und übertriebene Selbstdarstellung. Beide Parteien haben Recht. Welche Seite überwiegt, dies sei jedem selbst überlassen...
Im November 2003 erschien das Neue Machwerk der 5 amerikanischen Musik-Dozenten namens TRAIN OF THOUGHT. Im Vorfeld wurde gesagt, man wolle noch weiter gehen als man mit dem Vorgänger SIX DEGREES OF INNER TURBULENCE gekommen ist. Die Songs sollen nicht mehr so "Pop-lastig" sein, wie es früher oftmals der Fall war. Nicht, dass DT früher schlechte Musik gemacht haben - sie war nur ein stückweit "anders" als jetzt.
Anders gesagt: Die Mukke sollte diesmal richtig hart werden! Und Tatsächlich: Auf TRAIN OF THOUGHT finden sich unzählige harte Riffs, die man sich als DT-Fan wohl schon all zu oft gewünscht hätte.
Beim mehrmaligen Anhören dieser Platte fallen viele Unterschiede zu anderen DT-Alben auf. Zum einen findet man viele Einflüsse von anderen Bands wieder und bemerkt, dass auf dem aktuellen Album nicht - wie früher so oft - die technische Versiertheit der einzelnen Musiker, sondern der Spaß am Metal im Vordergrund steht. Ein Beispiel für den ersten Aspekt wäre da der Opener AS I AM. Der Einfluss einer gewissen Band namens BLACK SABBATH ist hier einfach nicht von der Hand zu weisen. Riffs im anfangs typisch schleppenden BS-Tempo und ein fröhliches "Tony Iommi - Riff" zum Ende hin verbinden sich fantastisch mit harten Kopfschüttel-Parts und emotionalem Gesang. Diese perfekte Mischung zwischen gelassenen Grooves und energischer Elegie wird - zum Glück - nicht durch übertrieben lange Soloparts zerstört, wie es einst auf anderen DT-Alben war.
Dem Drang zur Selbstdarstellung ist man ja auch früher besonders in Instrumental-Stücken entgegen kommen. Von dieser Sorte ist beispielsweise das herrliche A STREAM OF CONSCIOUSNESS, das etwas überrascht. Zwar gibt es interessante Soli, jedoch hört man sie nicht von der ersten bis zur letzten der rund 11 Minuten. Mehr Wert legt man im Hause DT nun wohl auf ein prächtiges Gesamtbild der Musik, das Soli nun zur Ausschmückung und nicht zum reinen "Vorspielen und Beeindrucken". Einzig auf dem facettenreichen IN THE NAME OF GOD kriegen wir ein höllisch schnelles Gitarrensolo auf die Ohren, das die Kinnlade in den Keller wirft. Das übrige Bild des Songs besticht wieder durch das überragende Zusammenspiel des studierten Fünfers und die Steigerung von einem - die Besetzung betreffenden - recht "kargen" Anfang zu einem orchestralen Feuerwerk, das James LaBrie am Mikrofon unbeschreiblich mitfühlend kommentiert.
Bei HONOR THY FATHER werden wir zu Beginn von einem mörderischen Drum-Intro niedergemetzelt, das das Tor zur neuen DT-Welt öffnet. In dieser ist es Gesetz, die überaus geniale Härte von tödlichen PANTERA-Riffs mit der eigenen Kreativität und Melodik zu vereinigen. Vokaltechnisch geht es noch etwas härter zu als auf dem Rest der Scheibe - außerdem wird LaBries Stimme oft verzerrt oder unheilvollen Gesprächs-Samples eingespielt. Mit einer vergleichbaren Aggressivität haben wir es auch bei THIS DYING SOUL zu tun, bei dem man einige orientalische IRON MAIDEN - Zitate raushört, die sich mit herrlichen Petrucci-Soli abwechseln. Sphärische Strophenmelodien und zauberhafter Gesang sind genauso zu finden wie eine heftige Double-Bass und heftig groovendes Riffing. Später zitieren DT sich sogar selber und bauen noch einmal das Riff aus THE GLASS PRISON vom Vorgängeralbum ein und variieren es bis zur Unkenntlichkeit (inkl. Vermischung mit dem Chorus von Metallicas BLACKENED). Alles geht glasklar ineinander über und überzeugt in ganzer Linie.
Der untypischste Song dieser Scheibe ist wohl das kurze und balladeske VACANT, das LaBries wunderschön gefühlvollen Gesang lediglich mit Streichern und Klavier begleitet und ihn so stark im Vordergrund stehen lässt. Ähnlich lässt sich auch ENDLESS SACRIFICE beschreiben, das jedoch im weiteren Verlauf hartes Gitarrenspiel und typische DT-Soloparts aufweisen kann. Letzte sind wirklich gut gelungen und "nerven" nicht so wie auf anderen Alben, da man hier - im Gesamtbild des Albums - nicht so viel davon hört. *****Die Tracklist*****
1. As I Am 2. This Dying Soul 3. Endless Sacrifice 4. Honor Thy Father 5. Vacant 6. Stream Of Consciousness 7. In The Name Of God Jeder Song ist ein Anspieltipp!!!
*****Die Besetzung***** James LaBrie - Vocals John Myung - Bass John Petrucci - Guitars Mike Portnoy - Drums Jordan Rudess - Keyboards
*****Das Fazit***** Von Anfang hatte ich erwartet, dass dieses Album nicht SCHLECHT werden kann. Schließlich haben wir es mit DREAM THEATER zu tun und diese Band - so subjektiv es klingen mag - kann einfach keine schlechten Songs schreiben.
Das Einzige wovor ich im Vorfeld "Angst" hatte, waren die nervigen, einen Song grundlos in die Länge ziehenden Instrumental-Parts, die man ja schon so oft auf DT-Alben hören "musste". Doch bin ich im Nachhinein positiv überrascht von TRAIN OF THOUGHT, das einfach mal das - unbestreitbar Vorhandene - unglaubliche Können des Einzelnen ein kleines Stückchen in den Hintergrund stellt. Natürlich finden wir auch auf der vorliegenden Scheibe "unmenschliche" Soli, doch kommen sie nicht so übertrieben häufig und "konzentriert" vor. Der zweite angenehme Aspekt dieses Albums ist die unglaubliche - teils düstere - Härte, mit der hier hantiert wird. Natürlich sollte man nicht auf Blast-Beats im Sinne des Death Metal erhoffen, doch in Richtung "Pantera mit noch mehr Anspruch und Komplexität" hätte man einen adäquaten Erwartungshorizont. Alles in Allem ein fantastisches Album, das nichts anderes als die Höchstwertung von 5 Sternen verdient.
Und jetzt den Vorhang aufmachen und ab ins moshende Publikum des träumerischen Theaters! ;-)
MAPHYOU
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11.04.2010 18:26
Hervorragender Bericht, bitte gerne (viel) mehr davon! Ja, ich weiß natürlich dass man dafür kein Geld bekommt aber tu's für die Musik, die Ehre (und für mich?)... *grins* Klares BH!
14.08.2004 20:36
ein toller bericht. ich war auch von dem album sehr positiv überrascht. fast so gut wie die images and words
06.04.2004 16:04
super bericht-super album