Erfahrungsbericht über

Treasure Chest / Best of / Ltd.Ed - Helloween

Gesamtbewertung (1): Gesamtbewertung Treasure Chest / Best of / Ltd.Ed - Helloween

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Auf Schatzsuche mit Helloween

5  15.10.2004

Pro:
Gute Auswahl, endlich einmal regulär B - Seiten zu kaufen

Kontra:
Einige Klassiker fehlen natürlich

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

Häufigkeit der Nutzung

Dieser Tonträger ist:

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lord-reis

Über sich: Noch weniger als 9000 (sorry, Schreibfehler!) Punkte bis Lila :) Gegenlesungen kommen noch... dürft ...

Mitglied seit:13.10.2004

Erfahrungsberichte:31

Vertrauende:5

Dieser Erfahrungsbericht wurde von 31 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

Was vom Namen her eigentlich eher an "Running Wild" erinnert, ist die wohl umfangreichste "Best Of"-Zusammenstellung, die man im Bereich Power-Metal jemals gesehen hat: Helloweens "Treasure Chest".
Im "limited edition"-pack, auf den ich hier eingehe, gibt es soweit mir bekannt ist eine Version des Trippels, das stilvoll in einer kleinen Schatztruhe geliefert wird.

Aber zunächst einmal ein paar historische Infos zu diesem Best Of:

Die Band "Helloween" gibt es seit dem Beginn der 80er. Seitdem gab es insgesamt drei Sänger namens Kai Hansen, Michael Kiske und Andreas Deris. In puncto Besetzung tat sich auch ansonsten etwas: Die einzigen Mitglieder, die seit Anfang an dabei sind, sind Markus Großkopf (Bass) und Michael Weikath (guit.), an den Drums und an der zweiten Leadgitarre gab es ebensoviele Besetzungswechsel wie im Vocal-Bereich.
Die Zusammenstellung musste leider länger auf sich warten lassen. Es gab, wie schon einmal in der Geschichte Helloweens, Rechtsstreitigkeiten mit dem Plattenlabel, das grob gesagt die Songs nicht herausrücken wollte. Nach einem weiteren Wechsel war es dann also möglich, die Tracks nicht nur zusammenzustellen, sondern auch zu großen Teilen digital zu remastern (was einigen Songs auch sicherlich gut getan hat).

Das Album selbst gibt es im "normalen" Handel meist nur als Doppel-CD zu kaufen, auf der dritten CD, die stilvoll "Buried Treasures" genannt wurde, findet man eine Auswahl an Bonus-Tracks und B-Seiten der Helloween-Alben.

Kommen wir nun also zur Tracklist. Ich werde nicht jeden Song einzeln beschreiben, sondern versuche, kleine Gruppen zu bilden. Die Charakteristika der einzelnen Songs lassen sich in vielen Berichten der dazugehörigen Alben lesen.

Fangen wir an mit

~*~*~*~*~
CD 1
~*~*~*~*~
1. Mr. Torture; 2. I Can; 3. Power; 4. Where the Rain Grows
---> Die erste Gruppe, die einen groben Umriss der "Deris-Ära" beschreibt. Chronologisch rückwärts geht es hier vom "Dark Ride" über "Better Than Raw" und "The Time Of The Oath" zu "Master Of The Rings". Bis auf "I Can" zeichen sich diese Songs durch druckvolle Drums und Gitarren sowie kraftvollen Gesang aus. "I Can" hingegen ist eher eine Schwachstelle in dem ansonsten sehr gelungenen Anfang.

5. Eagle Fly Free; 6. Future World
----> Die "Klassiker", wenn man's so sagen will (und ich will's!). Diese Songs dürfen bei keinem Live-Auftritt der Kürbisköpfe fehlen und sind repräsentativ für die beiden erfolgreichsten Alben mit Michael Kiske am Gesang, nämlich die "Keeper Of The Seven Keys"-Reihe.

7. Metal Invaders; 8. Murderer; 9. Starlight; 10. How Many Tears; 11. Ride the Sky
----> Sänger Nummer Drei (bzw. chronologisch gesehen: Nummer eins) kommt zum Zuge: Bei 4 dieser Tracks (die Ausnahme bildet die Neuaufnahme des Songs "Starlight") singt und schreit Kai Hansen sich die Seele aus dem Leibe. Hier fällt vor allem bei "Starlight" zum ersten Mal auf, dass die Tracks digital remastert wurden. Der gesamte Track wurde (allerdings schon weit vorher) komplett neu aufgenommen und klingt, ehrlich gesagt, mit Kiske am Gesang um einiges besser.

12. Halloween; 13. A Little Time; 14. A Tale That Wasn't Right; 15. I Want out
---> Und wieder einmal zurück zu Kiske und den "Keeper"-Alben. Bis auf "I Want Out" entstammen alle Songs dieser Gruppe dem "Keeper[...]Part I"-Album, bei dem natürlich das Stück "Halloween" mit seinen 11 Minuten im Vordergrund steht. "A Tale[...]" zeigt hierbei auf, dass Helloween auch sanftere Töne anschlagen können. Sehr gefühlvolle Ballade.


Das war's auch schon mit CD 1, aber das war noch lange nicht das Ende vom Lied.

~*~*~*~*~*~
CD 2
~*~*~*~*~*~
1. Keeper of the Seven Keys; 2. Dr. Stein; 3. The Chance; 4. Windmill
----> Die letzten regulären Kiske-Songs (B-Seiten ausgenommen) auf der "Treasure Chest" geben noch einmal einen Überblick über 3/4 der Alben, die er mit Helloween aufnahm. Beginnend mit dem epischen 14 Minuten langen "Keeper...", der übrigens sehr auffällig digital remastert wurde (vieles ist jetzt zu hören, was auf dem Keeper-Album unterging), über den Klassiker "Dr. Stein" - beide vom "Keeper... Pt.II"-Album, hin zu den beiden womöglich besten Tracks der umstrittensten Alben. "The Chance" von "Pink Bubbles Go Ape"ist der einzige Song, der live immer noch gespielt wird, und "Windmill" eine weitere nette Ballade, die allerdings leider nicht wirklich in den Helloween-Stil passt.

Was nun folgt, ist schwer zu gruppieren. Ich probiere es trotzdem.

5. Sole Survivor; 6. Perfect Gentleman; 7. In the Middle of a Heartbeat; 8. Kings Will Be Kings; 9. Time of the Oath; 10. Forever & One
----> Die herausragenden Tracks der ersten beiden Alben seit Andi Derisens Einstieg bei Helloween. Eine gute Mischung aus Power, Party, Ballade, Power, düsterer Stimmung und erneuter Ballade.

11. Midnight Sun; 12. Mr. Ego; 13. Immortal; 14. Mirror, Mirror
----> Das Kontrastprogramm geht weiter, so wie es in der vorhergehenden Gruppe aufgehört hat. Power-Gedoublebase, gefolgt vom stampfenden Midtempo-Song über eine schöne Ballade zum finalen Brachialgewitter. Hier werden zum zweiten Mal die Alben "Better than raw" und "The Dark Ride" bedacht - naja, besser als gar nicht.


~*~*~*~*~*~
Zwischenfazit
~*~*~*~*~*~
Die "regulären" Songs sind zu weiten Teilen gut gewählt. Es sind alle Epochen dabei (zumindest auf CD 1, auf CD 2 findet man übergehend Deris-Songs vor), alle möglichen Variationen und doch fehlen mir ein paar Songs. "Victim Of Fate" hätte man übernehmen können, statt "Mirror Mirror" hätte sich "If I could fly" angeboten etc.pp.
Natürlich ist es albern, das zu erwähnen. Denn am Ende des Tages ist doch nicht jeder zufriedengestellt - das wird auch immer so bleiben. Ich wollte es nur bemerkt haben ;)

Kommen wir aber nun zum interessanteren Teil:


~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~
CD 3: Buried Treasures
~*~*~*~*~*~*~*~*~*~*~
1. Shit And Lobster
----> Ein schöner, gemächlich vor sich hindröppelnder Standard-Pop-Rock-Song mit lustigem Textinhalt. An und für sich allerdings nichts Besonderes, eher ziemlich schwach und enttäuschend.

2. Oriental Journey
----> Ein schönes Instrumentalstück, wobei mir das "Orientalische" daran noch nicht allzusehr aufgefallen ist... Dennoch sehr hörenswert!

3. I don't care, you don't care
----> Wiedermal einer der Songs mit "lustiger Lyrik" dazu. Musikalisch von der Power her gesehen ungefähr so druckvoll wie "Shit And Lobster", nämlich gar nicht. Schade, aber dennoch ist dieser Track es wert, einmal gehört zu werden.

4. Ain't Got Nothin' Better
----> Hier zeigt sich eindeutig, dass Michael Kiske Elvis-Fan ist. Dieser Song ist reiner Rock'n'Roll mit einem Text, mit dem ich mich selbst identifizieren kann:
"I ain't got nothin' better than my girl and my guitar"
Hörenswert, definitiv!

5. Moshi Moshi Shiko No Uta
----> Ein 5minütiges Schlagzeugsolo von Uli Kusch, an dessen Ende der Rest der Band mit einsteigt und etwas fernöstlich-anmutendes spielt.. Nettes Stück, vor allem, wenn man Schlagzeugsoli mag.

6. Can't fight your desire
----> Eine sehr schöne B-Seite, die endlich mal wieder Druck und Power hat. Hier beginnen die B-Seiten mit Deris hinterm Mikrophon, besser könnten sie kaum eingeleitet werden. Grundsolide stilvolle B-Seite, die ebensogut aufs Album hätte kommen können.

7. Star Invasion
----> Eine lustige Story über einen Langeweiler, der sich ausmalt, wie es wäre, wenn Außerirdische auf die Erde kämen. Was die Band davon hält, hört man in der letzten Textzeile (die sogar mal auf deutsch ist):
"Außer Spesen nix gewesen".
Musikalisch ein netter Midtemp-Song mit guten Ansätzen, aber nichts "Besonderes".

8. Silicon Dreams
----> Eine "Happy Metal"-Nummer, wie sie von Helloween öfters kommen, allerdings mit sozialkritischem Grundtenor. Es geht um Personen, die sich Schönheitsoperationen unterziehen, um anerkannter zu sein. Die Meinung des Autors ist wieder im Text erkennbar:
"Just be yourself, that's the deal!"
Nettes Stück zum einmaligen Reinhören.

9. Grapowski's Malmsuite 1001 (in D - Doll)
----> Roland Grapow wollte beweisen, dass er ebenso gut wie ein Yngwie Malmsteen spielen kann und widmete ihm somit dieses Instrumentalstück, das vor Virtuosität nur so strotzt. Abwechslung wird natürlich groß geschrieben, so dass dieser 5-Minuten-Track eigentlich nicht langweilig wird. Wurde übrigens sogar auf der "Master Of The Rings"-Tour live gespielt.

10. Electric Eye
----> Ein Cover des alten Judas Priest-Songs. Deris singt hierbei druckvoll und mit ordentlich Elan, der Song kommt meiner Meinung nach recht gut ans Original ran. Gute Wahl, diesen Track dazuzupacken.

11. A Game We Shouldn't Play
-----> Schönes Stück, das endlich mal wieder ein bisschen Tempo in die ganze Geschichte bringt. Es ist allerdings gut, dass es "nur" eine B-Seite blieb, aber gehört haben sollte man diesen Song trotzdem einmal.

~*~*~*~*~*~
Fazit:
~*~*~*~*~*~
Für Helloween-Einsteiger bieten die ersten beiden Silberlinge definitiv einen guten Überblick über die verschiedenen Sänger und Alben, so dass der Hörer eine Hierarchie aufstellen kann, welches Album oberste Priorität zum Kauf hat.
Für Helloween-Kenner ist dieses Album zum Teil eine Reise in die Vergangenheit mit schönen Erinnerungen an "gute alte Zeiten" - und auf die Zeit, die schon seit 10 Jahren angebrochen ist: Die Zeit des Andi Deris.

Natürlich muss auf die dritte CD, die "Buried Treasures" noch einmal gesondert eingegangen werden.
Sie bietet einen guten Überblick über die B-Seiten, die aufgenommen wurden - dachte ich jedenfalls zuerst. Es gibt bedeutend bessere B-Seiten in der Discography Helloweens, die nicht hinzugefügt wurden. Das ist zwar schon traurig, aber für jemanden wie mich, der damals nur die regulären Album-Tracks kannte, ist diese CD definitiv nützlich gewesen, so dass ich mich auf die Jagd nach weiteren Bonus-Tracks und B-Seiten machte.

Selbst wenn man die Alben hat, ist diese Zusammenstellung zumindest eine Kaufüberlegung wert - wegen der Bonustracks und den digital remasterten Songs.


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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
GlineurJL

GlineurJL

15.10.2004 21:40

Aber Dein Foto ist sch... ;-) heheheheheehehe....

Catblue22

Catblue22

15.10.2004 14:38

Wow *nachuntenblick* Du kannst dich geehrt fühlen....

larshermanns

larshermanns

15.10.2004 13:49

Wow!!! Als Liebhaber von Helloweens "Keeper of the Seven Keys" hat mir dein Bericht natürlich sehr, sehr gut gefallen. Du bist wirklich auf alles eingegangen (sofern dies bei der Menge an Songs überhaupt möglich war), so dass ich mit bestem Gewissen einen =O=O= vergeben kann. Liebe Grüße, Lars :o)

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"besonders hilfreich" von (3%):
  1. larshermanns

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