Erfahrungsbericht über

True Blue (Remastered) - Madonna

Gesamtbewertung (6): Gesamtbewertung True Blue (Remastered) - Madonna

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Ich war jung und ...

5  24.06.2002

Pro:
ein paar Klassiker

Kontra:
2 schwächere Stücke

Empfehlenswert: Ja  Der Autor besitzt das Produkt

Details:

Cover-Design:

Klangqualität:

Langzeithörspaß:

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MatthiasHuehr

Über sich: Ich bin gerade mit den Texten für meine neuen Seite www.MV-Trip.de beschäftigt. Da bleibt leider nic...

Mitglied seit:21.07.2000

Erfahrungsberichte:294

Vertrauende:174

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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 84 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet

... hatte Langeweile. Vieles was man in seiner Jugend gemacht hat will man nicht mehr wahrhaben geschweige denn in der Öffentlichkeit zugeben. Peinlich ist es oft, wenn man sagt, welche Musik man mochte. Da ich mir keine allzu demütigenden „So einen Sch... hast du gehört? Wie kann man nur?“ – Sprüchen aussetzen möchte, fange ich mit meinem Outing ganz harmlos an. Ich habe in meiner Teenagerzeit ... soll ich es wirklich sagen? ... ja? ... ok ... ich habe Madonna gehört. Ja ich gebe es zu und das sogar freiwillig und zwar im Vollbesitz meiner körperlichen und geistigen Kräfte! Ok, bei Madonna ist die Hemmschwelle für ein Outing eigentlich bei Null, weshalb meine Befürchtungen grundlos waren. Deshalb bleibe ich beim Thema und nehme mir eines der erfolgreichsten Album von Madonna vor.

Mitte der 80ér war die Musikwelt noch in Ordnung. Es gab damals noch keine peinliche schlechten Retortenbands und die Anzahl der Titel auf einem Album konnte man meistens an beiden Händen abzählen. Deshalb war die Musik meistens qualitativ viel hochwertiger. Da man aufgrund mangelnder Kapazität auf den Schellackplatten nur die besten Titel veröffentlichte und nicht wie in heutiger Zeit die Hälfte mäßige Lückenfüller waren, war das Gesamtergebnis durchschnittlich sehr viel besser. Eines der herausragendensten Beispiele aus dieser Zeit ist zweifelsfrei das Album „True Blue“ von Madonna. Es bietet zwar nur 9 Titel, dafür haben die meisten Titel des Albums aber einen Anspruch auf einen Platz in der Liste der größten Hits der 80ér Jahre. Minimalistisch ist aber die Gestaltung der CD. Da das Album im Original als Schallplatte erschien, bekommt man außer dem Texten der Lieder nicht allzuviel geboten.


„Papa Don ’t Preach“

Madonna war schon in dieser Zeit sehr umstritten. Dieses Lied handelt von einem Mädchen, daß schwanger ist und ihr ungeborenes Kind behalten möchte. Ihr Vater ist gegen das Baby und verlangt von ihr, daß sie das Kind abtreiben soll. Madonna verteidigt ihre Position und schafft es, daß sie sich gegen ihren Vater durchsetzt. Kein Wunder, daß sie dafür Proteststürme von Eltern bekam, die wegen der Angst über ungewollte Teenagerschwangerschaften nicht gerade erfreut waren. Dieses recht ernste Thema hat Madonna in ein äußerst melodisches Lied gepackt, daß durch die zusätzliche Verwendung von Streichern einen gewissen Charme bekommen hat, der das Lied aus der Masse der synthetischen Musik herausragen lassen konnte. Etwas makaber ist es schon, daß man in der Disco zu einem Anti-Abteibungslied tanzte, ohne daß man sich dessen bewußt war.


„Open Your Heart“

Schnelle Beats und leicht beschwingte Synthesizerklänge dominieren dieses Lied, in dem Madonna sehnsuchtsvoll ihre Forderungen stellt. Die Mischung macht es und so wirkt dieses Lied mit einem etwas schwermütigen Gesang, der auch Platz in einer Ballade finden könnte, und einem treibenden Beat irgendwie genial. Man kann dieses Prädikat ruhig vergeben, denn allzu einfach ist das Lied wahrlich nicht strukturiert. Das musikalische Arrangement bietet viel Abwechslung. Obwohl wie gewohnt nur elektronische Klänge dominieren, wirkt es an keiner Stelle eintönig. Kein Wunder, daß auch dieses Lied einen guten Platz in den Hitparaden für sich beanspruchen konnte.


„White Heat“

Ein für Madonna typisches Lied ist dieses Stück, welches aber eine Mischung hat, die sich von den übrigen Liedern unterscheidet. Der Rhythmus ist eher ruhig, die Beats sind treibend und der Gesang ist irgendwo dazwischen. Am Anfang faselt ein Mann ein paar unverständliche Worte, bis die Polizei ihn verhaftet und Madonna anfängt. Was das soll ist mir unverständlich, Madonna singt zwar „my love is dangerous“, weshalb wird aber nicht sie verhaftet? Musikalisch ist das Lied für Madonnas Verhältnisse durchschnittlich. Nicht herausragend, aber immer noch gut. Um sehr gut zu sein, müßte er schon mehr zu bieten haben, als nur eine eingängige Melodie.


„Live To Tell“

Der Höhepunkt auf diesem Album ist zweifelsfrei die Ballade „Live To Tell“. Madonna beweist mal wieder, daß auch mit reiner Synthiemusik eine Ballade kreiert werden kann. Die elektronische Musik ordnet sich dem Gesang freiwillig unter. Die Drums sind zwar etwas sehr auf Aufmerksamkeit bedacht, doch ohne sie würde das Lied viel zu glatt klingen. Madonna kann darum ihre Stimme voll zum Einsatz bringen. Das Lied ist gestalterisch zweigeteilt, während der Anfang etwas poppiger wirkt, ist der zweite Teil, der nach einer kurzen Phase der Ruhe einsetzt, ein klein wenig melancholischer ausgefallen. Madonna denkt über das Leben nach und schafft es die Zuhörer daran teilnehmen zu lassen. Die Backgroundvocals klingen irgendwie, als ob ein paar Kinder mitsingen würden, doch ist es Madonna, die die etwas ungewohnt kindliche Klänge von sich gibt.


„Where ’s The Party“

Musik für die Disco muß einfach strukturiert sein und so ist es kein Wunder, daß dieser Titel ein typisches Lied ist, welches gute Laune verbreitet und die Massen begeistern kann. Madonna besingt ihr Arbeitsleben und daß sie am Wochenende endlich Spaß haben möchte. Sie sucht sich eine Party und läßt sich gehen ... Mit ihrer guten Laune steckt sie die Massen an. Künstlerisch ist dieses Lied kein Höhepunkt, dafür aber ein partytechnischer Knaller. Die Musik geht ins Blut und ist aufgrund des gefälligen Beats sehr gut tanzbar. Wenn eine Party irgendwie am Einschlafen ist, dann gibt es ein paar Sängerinnen, die die leere Tanzfläche wieder voll kriegen. Eine davon ist Madonna ... Beweis gefällig?


„True Blue“

Unter die Kategorie gut fällt das Liebeslied „True Blue“. Schelle Beats und die typischen synthetischen Klänge dominieren das Stück, welches ansonsten sich nicht von der Masse der übrigen Stücke abheben kann. Es vermittelt eine glückliche Grundstimmung, da sie die positiven Gefühle wiedergibt, die sie empfindet. Aufgrund der Stimmung und dem Rhythmus, den das Lied vorzuweisen hat, ist es durchaus partytauglich, kommt aber an solche Kracher, wie zum Beispiel das nachfolgende „La Isla Bonita“ nicht heran.


„La Isla Bonita“

Im Sommer beglücken uns die Hitparaden immer wieder mit Liedern, die einen südamerikanischen Einfluß haben. Die Latin-Welle ist keine Erfindung aus der heutigen Zeit. Mitte der 80ér Jahre dudelte ein Titel ständig im Radio und Madonna war wenigstens ein Lied lang die Latin-Queen für die Massen. „La Isla Bonita“ vermittelt ein Gefühl von Sonne, Strand und Party. Der Einsatz von Gitarren vermittelt einen südamerikanischen Charme, den Madonna paßt ihrem Gesang wunderbar an. Das Lied hat aufgrund der Stimmung, die es in den Zuhören wecken kann, einen gewissen Kultstatus, der bis in die heutige Zeit anhält. Während es viele Sommerhits gibt, die nur eine Saison aktuell waren, so begeistert dieser Titel auch noch nach 15 Jahren die Massen.


„Jimmy Jimmy“

Die einfachsten Dinge sind immer die Besten ... oder wer zu hohe Ansprüche hat, der sollte nicht in die Disco gehen. Madonna demonstriert musikalischen Minimalismus und bietet uns ein Lied an, was albumtechnisch wohl am einfachsten strukturiert ist. Eine einfach gehaltene, aber eingängige Melodie gepaart mit einem doch recht banalen Text. Irgendwie erinnert das Lied auch an die früheren Stücke ihrer Karriere, die wie dieses Stück als reine „Gute Laune“ - Musik konzipiert waren.


„Love Makes The World Go Round“

Die Bezeichnung Rausschmeißer ist für diesen Titel völlig unpassend, da er die Stimmung noch einmal nach oben treibt. Ein schneller Rhythmus und eine sehr gut arrangierte Musik bringen eine tolle Stimmung herüber, die durch den Refrain noch verstärkt wird. Nicht desto trotz handelt es sich um ein für Madonnas Verhältnisse recht typisches Stück, bei dem man ihre Handschrift deutlich wiedererkennen kann. Typisch für Madonna ist auch die Verbindung von Partymusik mit einem ernsteren Thema. In dem Lied geht es um die Probleme in der Welt, welche in der Partystimmung aber irgendwie untergehen. Die Musik wird zum Ende des Liedes immer ruhiger, so als ob man sich von der Party entfernen würde. Irgendwann gehen die Klänge in der Stille unter ... und die Musik ist alle.


Bonus

Wenn man eine neuere Version des Albums erwirb, dann bekommt man dazu oft noch ein paar Bonustitel. Auf der Ausgabe von 2001 bekommt man jeweils noch eine Remixversion von „True Blue“ und „Love Makes The World Go Round“ mitgeliefert. Mir persönlich gefallen die Originalversionen besser. Je nach Version können aber auch andere Beigaben enthalten sein, deshalb ignoriere ich die enthaltenen Bonuslieder.


Bei diesem Album, was übrigens ihr drittes Werk ist, machte Madonna künstlerisch gesehen einen großen Schritt nach vorne. Es kommt zwar nicht an die Klasse von „Ray of Light“ heran, dafür bietet das Album eine Vielzahl an sehr gut arrangierten Liedern, von denen man ein paar Stücke fast schon als Kult bezeichnen könnte. Ein paar Schwachstellen wie „Jimmy Jimmy“ oder „True Blue“ mindern zwar die Gesamtqualität, dafür bietet das Album aber auch ein paar Klassiker wie „Papa Don ’t Preach“ oder „La Isla Bonita“, die die verursachten Qualitätseinbußen wieder ausbügeln können. Das Gesamtergebnis würde ich mit 4,5 von 5 Sternchen bewerten, die ich großzügig aufrunde. Wenn ihr das nächste Mal auf einer Party seit, dann geht mal zum CD-Wechsler und wünscht euch einen ihrer Hits von diesem Album ... und dann wißt ihr, warum meine Bewertung gerechtfertigt ist.

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Kommentare zu diesem Erfahrungsbericht
seatcity

seatcity

18.08.2006 18:27

Ich war da, habe den Bericht gesehen und auch gleich bewertet! .. *g*

bee000

bee000

08.02.2004 23:59

Davon habe ich die LP... Und bei La Isla Bonita kann ich gut mitsingen :-)

PeterPan2

PeterPan2

02.08.2002 11:22

"True Blue" war damals das erste Madonna-Album was mir relativ gut gefiel (ansonsten noch die Balladen-Collection und natürlich Ray of Light). Aber gekauft habe ich es mir bis heute noch nicht, naja man kann ja nicht alles haben. Mein Bruder hat es damals hoch und runter gehört ;-). Viele Grüße Peter.

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