Elton John in Country Laune - Musik der 70er
29.04.2006
Pro:
Ziemlich viele coole Songs
Kontra:
Unpassende Bonustracks
Empfehlenswert:
Ja
Details:
Cover-Design:
Klangqualität:
Langzeithörspaß:
mehr
 manwah
Über sich:
Keine Lust mehr auf Ciao. Im Moment blogge ich lieber:
http://blometrik.blogspot.co m
- Wer Lus...
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Dieser Erfahrungsbericht wurde von 41 Ciao Mitgliedern durchschnittlich als sehr hilfreich bewertet
Elton John singt auf diesem Album vor allem. Das Klavier ist bei einigen Songs in den Hintergrund gerückt und in manchen Songs gar nicht mehr zu hören. Bei seinem dritten Album war Elton John hörbar und sichtbar auf der Suche nach einem Stil. "Tumbleweed Connection" von 1972 ist von Country ebenso inspiriert wie von souligen Balladen und handfesten Südstaatenrock. Es klingt "amerikanischer" als die Vorgänger und dieses Konzept wurde von den nachfolgenden Alben noch verfeinert.
Elton John ~~~~~~~~* Elton John wurde 1947 als Reginald Kenneth Dwight in Pinner, Middlesex geboren und wuchs nach der Trennung seiner Eltern bei seiner Großmutter auf. Mitte der 60er schloß er sich der Band Bluesology an und kombinierte die Namen des Saxophonisten Elton Dean und des Sänger Long John Baldry zu seinem Künstlernamen. Ende der Sechziger lernte er Bernie Taupin kennen, mit dem er fortan nahezu alle Songs schrieb - das heißt Elton John zeichnete für die Kompositionen und Taupin für die Texte verantwortlich Kurze Zeit später spielte er mit den Musikern Davey Johnstone (Gitarre, Gesang), Dee Murray (Bass, Gesang) und Nigel Olsson (Schlagzeug, Gesang) zusammen. Seine Band und er harmonierten nicht nur instrumental, sondern vor allem stimmlich perfekt, wie in vielen Harmoniegesängen in den Elton John Aufnahmen der 70er Jahre zu hören ist.
Etwa von diesem Album an kann man bei Elton John beinahe als Bandprojekt sprechen. Songs ~~~~~* 1. Ballad of a Well-Known Gun 2. Come Down in Time 3. Country Comfort 4. Son of Your Father 5. My Father's Gun
6. Where to Now, St. Peter? 7. Love Song 8. Amoreena 9. Talking old Soldiers. 10. Burn Down the Mission Bonustracks 11. Into The Old Man's Shoes 12. Madman Across The Water (Original Version)
1. Das blöde an diesem Album von Elton John ist, dass es mit einem ausgesprochenem Langweiler beginnt. Der erste Song ist beim ersten hören eingängig, beim zweiten Durchgang wird er langweilig und ab dem dritten Mal ist er einfach nur nervtötend. Elton John versucht hier seinen Pianorock mit ein paar Südstaatenelementen zu verzieren und scheitert leider. 2. Mit der Ballade "Come Down In Time" ist Elton John jedoch zurück in der Spur und er zelebriert sie meisterhaft. Harfen, Streicher und ein wundervoller Oboenmelodiebogen untermalen den Song, bei dem Elton John nur sehr sanft singt.
3. Doch beim dritten Song, "Country Comfort", ebenfalls eine Ballade, schlägt er das Klavier ein wenig Elton-Honky-Tonk-John mäßig an. Doch damit nicht genug. Ab der Mitte steigen auch Steal Guitar (genial gespielt von Caleb Quaies) und Fiddles ein und der poppige Rocksong mutiert zu einem waschechten Countryrocksong. 4. Nach der kleinen Grätsche in den Westen kehrt John mit diesem Song in die Bluesecke zurück. Symbolisiert von einer bluesigen Harmonika (Ian Duck) und erdigen Bläsern. Während der erste Song, der ebenfalls in diesem Stil gehalten wird, gelingt es hier ein Gefühl herzustellen, weil die Substanz einfach besser ist - und Johns aggressiver Gesang unterstützt von einem Damenchor hier wirklich passt.
5. Wow! Auf diesem Album wissen Elton John und seine Kollegen noch zu überraschen. "My Father's Gun" erzählt in sechs epischen Minuten und von der Tragödie des amerikanischen Bürgerkriegs aus der persönlichen Sicht eines Jungen, der das Gewehr seines Vaters erbt, nachdem der im Krieg gestorben ist. Das macht er in großartig gelungenen lyrischen und musikalischen Bildern. Wenn der Protagonist nach "New Orleans" zurück kehrt bekommt man im Arrangement bluesige Bläser zu hören, bei den leisen Passagen singt John solo zum Klavier. Der Song kommt ohne die übliche Unterteilung Strophe-Refrain aus. Statt dessen baut er sich langsam mit einem Klaviersolo auf und endet in einem furiosen Finale, dass einem schier die Sprache verschlägt.
Der erste epische Song des Albums beschließt die erste Albumseite der Original-LP. Nach dem recht schwachen Beginn, wurde man ins Album reingesaugt und wollte, nachdem man dem Wunder des letzten Songs noch einmal andächtig gelauscht hatte, nun auch die zweite Seite hören. Bei der CD ist das natürlich viel profaner - die läuft einfach weiter...
6. "...St. Peter" ist ein schöner Song. Einfache Melodie, eingängiger Refrain - ein Hit. Aber nach dem fünften Song verblasst einfach jeder Song. Hier schnurrt Elton John wieder zur Normalform zurück. Gut, aber nicht genial.
7. "Love Song" beginnt 08/15. Aber wenn nach gut einer Minute der Westcoast-Harmonie-Gesang einsetzt, werden nur Steine nicht weich. Ein feiner Song, der seinen letzten Schliff durch die Strandgeräusche bekommt. Der Text ist, wie der Titel schon nahe legt, nicht der Rede wert ;-) 8. Klavieralarm! Endlich, nachdem viele Songs das Klavier nur als Begleitinstrument führen, setzt sich Elton John wieder so richtig auf den Schemel und haut einen typischen Song raus, der einfach nur toll ist. Dafür liebe ich seine Alben. Sein charakteristischer Klavierstil passt perfekt zu diesem knallig bunten Song mit seinen kleinen Brüchen und dem endgeilen Refrain. "Amoreena" ist perfekter Elton John Stoff!!
9. Eine schwerblütige Ballade, bei der sich Elton John solo am Klavier begleitet. Dem Thema "Talking Old Soldiers" angemessene Trauerstimmung, die zeigt, dass John nicht nur draufhämmern kann, sondern auch ganz klassische Piano-Passagen beherrscht. 10. Der letzte Song des regulären Albums ist ein Klassiker, den Elton John immer noch in jedem Bühnenprogramm hat. "Burn Down The Mission" ist das zweite epische Werk dieses Ausnahmealbums. Viel konventioneller aufgebaut als "Father's Gun" folgt John hier einem klassischen Songschema und schafft dann doch Brüche, die daraus ein Erlebnis machen. Zwischen den Songpassagen bricht das Lied auf und explodiert förmlich in einer Instrumentalorgie und fliegt am Ende in unglaublichem Tempo davon. Neben dem wunderbaren Text und Johns Gesang sind die außerordentlichen Bassläufe Dee Murrays erwähnenswert. Genialer Schlusspunkt eines großen Albums
Bonus? Die beiden Bonustracks sind großartig! "Into The Old Man's Shoes" ist ein kraftvoller Rocksong, der vor allem Chris Spedding an der Gitarre featured. Prächtig gespielt. Die fast neunminütige Alternativversion des Titelsongs des folgenden Albums "Madman Across The Water" ist mehr als nur eines halben Ohrs würdig.
Aber was haben die beiden Songs auf dem fast konzeptionell aufgebauten Album "Tumbleweed Connection" zu suchen?? Sie verderben die kunstvoll aufgebaute Stimmung am Schluss. Am Ende des regulären Albums ist an gleichermaßen verstört und glücklich über die wundervolle Musik, der man gut 45 Minuten lauschen durfte. Ohne Pause kommt dann ein Song, der sich in keiner Weise in diese Stimmung einfügt. Weder kompositorisch passen sie zu den Tumbleweed Liedern noch ist der Sound angeglichen. Die beiden Bonustracks sind massiv lauter abgemischt - obwohl "Burn Down The Mission" nicht eben leise endet.
Wie gesagt: Die beiden Tracks sind klasse. Nur haben sie auf diesem Album nichts verloren. Manchmal ist weniger mehr. Man hätte sie vielleicht für eine allfällige Anthology-Ausgabe aufbewahren sollen, anstatt sie hier zu verschleudern. Fazit ~~~~* Ein Klassiker unter den vielen Elton John Alben. Bei den rund 30 Aufnahmen ist viel Schund bei (vor allem die späteren Alben), doch "Tumbleweed Connection" zeigt einen Elton John auf dem Höhepunkt. Frappierend schöne Melodien wechseln sich mit außergewöhnlichen Arrangements ab. Hier wird man immer mal überrascht, selbst wenn man das Album schon zu kennen glaubt.
Dazu kommt eine hübsch aufpolierte Aufnahme, die deutlich frischer klingt als die gepressten Vinylkrümel der LP (miserable Pressung). Das hübsche Booklet mit den gut recherchierten Linernotes schließen den guten Eindruck ab. Einzige Wermutstropfen sind die unpassenden Bonustracks und die Winzschrift bei den Songtexten. Für die zu erwartende Zielgruppe der +40jährigen ist sie definitv zu klein. Ich brauchte jedenfalls eine Lupe...
Der Bericht ist im Rahmen von demelzas Aktion: Musik der 70er entstanden.
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06.08.2006 19:10
Hallo Uwe, ich muß gestehen, ich kenne nur "Love Song", aber mit Elton John stehe ich zuweilen eh auf Kriegsfuß, dann und wann ganz nett, aber bitte nie ein Album am Stück ... Klingt ja furchtbar, Piano mit Südstaatenstil ... Gruß, Sven
04.05.2006 00:25
irr gent wie kahn ich mia dass nich vorstelln. undie cd kannse dia ja nochma ohne die gratiszugaben brennen.
03.05.2006 22:51
guter bericht. gruß sarah